Mittwoch, 16. April 2014

Nachklapp - Wiener Impressionen

Gelaufen.
Am Sonntag Nachmittag nach dem Marathon konnte ich nur das Gefühl eines zur Notschlachtung freigegebenen Klappergestells in mir erspüren ... aber es gibt kaum Leiden, die mir größere Wonne bereiten könnten. Nicht, dass ich masochistisch veranlagt bin, aber der Pein ging ein solch strahlendes Erleben voraus, es krönt wochenlange Vorbereitung, es zeigt, dass ich alles gegeben habe.
Am Abend immerhin nehmen wir den Gang ins Steakhaus auf uns - Eisenzufuhr in Fleischform.

Am Morgen danach sieht die Welt - was die Leiden angeht- für mich schon wieder besser aus, für meinen eidgenössischen Ehemann sowieso. Und die Endorphine tanzen immer noch WALZER im 3/4-Takt, linksherum und rechtsherum und gleich wieder links und rechts....
Wir haben noch einen halben Tag in Wien, den wir gemütlich schlendernd durch die Innenstadt verbringen möchten.
So viele Gedanken und Eindrücke schwirren uns immer noch in den Köpfen herum. Die meisten Spuren der Großveranstaltung sind schon wieder verschwunden, als sei nichts gewesen, nur am Heldenplatz sind noch letzte Aufräumarbeiten zugange.

Die Beine sind wieder bereit, in Maßen bewegt zu werden, gehend natürlich. (Von Treppen schreibe ich hier lieber nichts.) Der Wind von gestern hat kräftig aufgefrischt, im Innenhof der Hofburg werden Kartons durchs die Luft gewirbelt. Wir sind froh, dass die Bedingungen gestern besser waren.



































Und natürlich muss es noch ein Stück Original Demel's Sachertorte und ein Apfelstrudel sein, im Café Demel, dem k.u.k. Hofzuckerbäcker, zurückgehend auf das Jahr 1786 (Das Café, nicht die Torte).
Dann bringt uns das Flugzeug schon wieder zurück. Unterwegs dürfen wir atemberaubend schöne Wolkenformationen genießen.
So schnell wie der Heimflug ist ähnlich schnell das Wochenende verflogen.
Ein Rausch, und wir durften ihn genießen.


PS.: Ein Foto fehlt, aber das habe ich mich nicht getraut zu machen. Im Flieger sitzt in der Reihe neben uns ein Läufer, der sich zur Heimreise in sein donaublaues Vienna-City-Marathon-Running-Shirt geworfen hat und auf seiner stolz geschwellten Brust gar die Medaille vor sich her trägt.
Und wenn er sie nicht an der Sicherheitsschleuse abgelegt hat, hat es bei ihm sicher "piep" gemacht.

Kommentare:

  1. Schöne Impressionen. Wien ist schon eine tolle Stadt. Den Apfelstrudel nehm ich. ;-)

    Den Stolz eines absolvierten Marathon kann ich gut nachvollziehen. Ob ich deswegen mit der Medaille ins Flugzeug steigen würde, weiß ich nicht. Aber lustig.

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  2. Das Flair an der Donau ist ganz toll. Der Strudel war es auch :-)
    Also mit der Medaille um den Hals dann im Flieger zu sitzen, wäre definitiv nicht meins, es sah in der Tat komisch aus.
    Liebe Grüße
    Elke

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  3. Aus jedem Wort, aus jeder Zeile sprudelt die Freude, der Genuss, die Wonne. Das ist die totale Motivation sich doch für einen Marathon anzumelden. Dieses Gefühl möchte ich auch nochmal wieder erleben.

    Schön, ich freue mich immer noch für Dich. Wien muß ich mir auch nochmal anschauen. Auch wenn Sissi dort nicht gerade ihre schönste Zeit verlebt, hach ;-)))

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Ja Volker, das ist so. So ein Marathon wirkt noch eine ganze Weile nach. Ja und wir wären doch besser noch ein paar Tage da geblieben, das ganze k.u.k.-Flair, oder wahlweise die Welt des dritten Mannes - das hat was!
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Wow, welch schöne Stadt!

    Und so ne Medaille oder Shirt habe ich auch schon am nächsten Tag mit mir herumgetragen. Vor allem dann noch in der Stadt in der ich gelaufen bin!

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    1. Wirklich eine schöne Stadt.
      Shirt würde ich mir ja noch gefallen lassen, aber echt, die Medaille spazieren getragen...?
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Zauberhafte Bilder aus Wien - die Zeiten der K&K-Monarchie werden lebendig, wenn man diese Architektur sieht. Im Endorphinrausch fühlt man sich bestimmt wie die Kaiserin persönlich ... und damit meine ich nicht wie die unglückliche Sissi oder ihre zickige Frau Schwiegermama! (Einschränkend muss ich sagen: Ich beziehe mein Wissen über die Donaumonarchie ausschließlich aus den einschlägigen Spielfilmen mit Romy Schneider! Aber es wird ja auch noch andere Kaiserinnen gegeben haben! ;-) )

    Liebe Grüße - und genieß das langsame Ausklingen des Endorphinrauschs - ganz ohne Kater!

    Liebe Grüße,
    Anne
    (die auch schon am Tag des Laufs mit ihrer Medaille um den Hals durch die Stadt gewandert ist, aber sich NIE in Laufoutfit mit dazu gehöriger Auszeichnung in den Flieger setzen würde)

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    1. Liebe Anne,
      ja im Gegensatz zu Köln hat Wien ein ganz anderes Flair, herrlich. Die alten Sisi-Filme sehe ich natürlich auch immer gern und bei einem vorhergehenden Besuch haben wir uns natürlich schon in der Hofburg die kaiserlichen Gemächer angeschaut, klar. Und sie war ja auch sehr sportlich, obgleich allerdings laufen glaube ich nicht dazu gehörte.
      Also vom Ziel bin ich auch mit der um den Hals baumelnden Medaille ins Hotel gegangen - das ist klar. Aber am nächsten Tag, das wäre nicht meine Nummer. Da bin ich eher der stille Genießer...
      Sonnige Grüße
      Elke

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  6. Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Leistung - und herzlichen Dank für die tollen Impressionen!

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    1. Danke Eddy, freut mich, wenn Dir die Bilder gefallen!
      Liebe Grüße
      Elke

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  7. Hallo Elke
    Es gibt wohl keine schönere Weise eine Stadt zu betrachten, als durch die rosarote "Marthon-Finisher-Brille". Vielen Dank für deine Impressionen! Es ist doch herrlich, noch einmal zurückzukehren zu den markanten Punkten und Sehenswürdigkeiten, den Zielraum in Ruhe auf sich wirken lassen oder mit der Schuhspitze die "Blue-Line" zu verabschieden. Hach, das sind unvergessliche Momente. Besonders wenn man ein Gegenüber hat, mit dem man sich austauschen und gemeinsam doppelt freuen kann. Durch die aussergewöhnlich lange "Fussreise" hat man sich doch die Stadt quasi ein bisschen erobert und sie sich hoffentlich zum Freund gemacht.
    Unsere Medaillen und Shirts tragen wir am Marathon-Nachmittag und Abend aus Freude am Erreichten gerne spazieren. Für eine solche Leistung darf man doch mal ein paar Bewunderungs-Lorbeeren ernten ;-)
    Wünsche dir weiterhin gute Erholung und noch langes intensives Nach-Geniessen!
    Liebe Grüsse
    Marianne





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    1. Hallo Marianne,,
      Du hast es genau auf den Punkt gebracht, mit der "Marathon-Finisher-Brille" :-) Ja man ist da noch eine Weile in einer anderen Sphäre und ich wäre gern noch einen oder 2 Tage länger geblieben. Vielleicht beim nächsten mal.
      Liebe Grüße
      Elke

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  8. Liebe Elke,
    schön, dass dein Wienmarathon Besuch noch so gut ausklingen hat dürfen! Wenn man die Straßen erst laufend dann in Ruhe gehend besucht, hat man natürlich den doppelten Genuß! :)

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    1. Liebe Doris,
      ja, zumindest dieses leider kurze "Nachfühlen" am Ort des Geschehens lässt alles nochmals neu erleben.
      Liebe Grüße
      Elke

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  9. Bin etwas spät dran. Aber Deine Schmerzen nach dem Marathon dürften sich inzwischen erledigt haben.

    Dein Bildernachklapp ist ganz einfach wunderbar. Wird Zeit, dass ich da auch mal wieder hinkomme.

    Ein schönes Osterfest!

    Liebe Grüße
    Rainer 8-)

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    1. Ja klar, die Schmerzen sind längst verflogen, geht dann doch schneller als man meint. Wien ist einfach eine tolle Stadt.
      Hoffe, Du hattest auch schöne Ostern!
      Liebe Grüße
      Elke

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  10. Wie geht's dir inzwischen - alles wieder fit oder noch "Nachwehen"?

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    1. Danke der Nachfrage, alles wieder bestens. Der Körper regeneriert doch recht flott, aber der Geist hängt immer noch a bisserl an der Donau...
      Liebe Grüße
      Elke

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