Montag, 6. Oktober 2014

Der letzte ganz Lange

Heureka, ich habe Netz! Flugs meinen langen Lauf des Wochenendes posten!
Der letzte lange Lauf (abgesehen von einem noch folgenden 20er) im Rahmen der Marathon-Vorbereitung. Stellt sich die Frage: Wo? Flach muss es schon sein, also entweder Thunerseeufer, oder Aaredamm. Am Ufer wären längere Passagen entlange der Straße, wo ich mir den Wochenendausflugsautomobilverkehr etwas nervig vorstelle, also Aaredamm. Ich parke am kürzlich eruierten kosten- und parkscheibenfreien Parkplatz in Steffisburg und trabe die ersten eineinhalb km am Zulgufer entlang. Bald bin ich an der Aare, an der man bis Bern durchlaufen könnte.

Abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen führt der Weg, der zugleich ein ausgeschilderter Wanderweg ist, fast durchgängig durch Wald.
Wie erwartet, ist hier herrliche Herbststimmung, die Sonne kommt hinter den Wolken hervor und es sind knapp unter 20 Grad. Stets zur Linken (auf dem Rückweg dann rechts) plätschert und gurgelt das wundervoll schimmernde tükisfarbene Aarewasser neben mir her. Man riecht sogar den Fluss, aber nicht etwa, weil schon diverse Abwässer drinnen sind, nein, es riecht nach frischem Wasser. Genau die Tropfen, die hier so schön anzusehen sind, werden später auf ihrer Reise auch durch Köln fließen, nur sind sie dann grau und olfaktorisch anders wahrnehmbar.



Der Weg ist mal breit wie ein Fahrweg und mal schmal wie ein Pfad. Einzelne Radfahrer und Spaziergänger sind auch unterwegs.
Da ich nicht wieder wegen zu wenig Flüssigkeitsaufnahme leiden möchte, habe ich diesmal vorher reichlich getrunken. Aber das macht nun das nächste Problem. Wo sich die Herren dann eben mal an den nächsten Baum begeben, wo soll frau hin? Hier, wo schon viele Blätter gefallen sind? Ich hasse das! Aber eine Lösung muss diesmal her. Sie naht in Form eines Maisfeldes, in das ich mal kurz sichtgeschützt verschwinden kann.







Hier und da bleibe ich kurz stehen, um die Aussicht auf den Fluss zu genießen.

Entlang des Ufers sind eine ganze Reihe von Brätle-Stellen (Grillplätze) angelegt und Bänke laden zum Pausieren ein. Mir fällt einmal mehr auf, wie sauber es doch ist. Abgesehen von einzelnen weggeworfenen Verpackungen, wirklich nur wenige, ist es überall ansehnlich.






Einzige Ausnahme bei der sonst respektierten Ordnung: die Hundebesitzer. Entlang des Weges wird mit großen Infotafeln auf den Naturschutz hingewiesen und darauf, dass deswegen Hunde an der Leine geführt werden sollen. Aber gerade das scheint eine Aufforderung zu sein, die Bellos frei herumlaufen zu lassen. Wenigstens werden viele von ihren Herrchen und Frauchen bei herannahenden Läufern kurz am Halsband festgehalten.



Insgesamt läuft es ganz gut, doch die letzten 5-6 km sind zäh. Der Puls geht auch spürbar relativ nach oben. Dabei habe ich diesmal Energie-Gel dabei und es bleibt auch brav in seiner Packung. Allerdings war das Öffnen selbiger nur mit bloßen Händen unmöglich. Doch manchmal muss man Glück haben. Genau da, wo ich  einmal fluchend mit dem Alu kämpfte, lag ein vergessenes Küchenmesser an einem Grillplatz. So konnte ich den Rand knapp einritzen und den Rest einreißen. Da muss ich wohl in Amsterdam noch ein Messer mitnehmen...


Gegen Ende meiner Runde laufe ich Richtung Parkplatz an einem Vereinsgelände vorbei, von dem es gackert und piept und tiriliert und zwitschert. Immerhin bin ich noch nicht so ausgepowert, dass mir nicht der kleine Gegensatz zwischen Beschriftung und Bebilderung auffällt ;-)





19 Grad, 29,7 km, 3:18:58, (6:42 Min/km), Puls 130

Kommentare:

  1. Das sind ganz tolle Bilder! Ich drücke die Daumen für Amsterdam und hoffe, ein Puls-Messer wird genügen.

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  2. Dieser türkisblaue Fluss, da möchte ich auch langs laufen - oder noch viel lieber paddeln! 30 km ordentlich!

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    1. Ja, das ist wirklich sehr malerisch. Zum Paddeln ist es vielleicht etwas zu unruhiges Wasser, aber im Sommer sind sehr viele Schlauchboote unterwegs.
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Brätle-Stellen ist ja auch wieder witzig. Stelle ich mir als wunderbare Laufstrecke vor. Die Farbe des Wasser, das so direkt aus den Bergen kommt, ist immer faszinierend. Ich werd es hier begrüßen, wenn es am Rhein vorbei kommt. :-)

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    1. Hallo Anja,
      ist auch schön dort, besonders im Sommer (weil schattig) und im Herbst (schöne Laubfarben). Vielleicht lass' ich mal eine Flaschenpost hier los ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Wow, welch idylische Runde entlang des sauberen Wassers. Traumhaft und zu beneiden!

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    1. Hallo Markus,
      ja, ist schon eine wunderschöne Gegend hier.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Liebe Elke,
    wow, das sind tolle Bedingungen für deinen "letzten Langen"!
    Herbstbilder, wie aus dem Bilderbuch .... (die könntest du an die örtliche Fremdenverkehrswerbung verkaufen, so "anmächelig" sind die! ) :)

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    1. Liebe Doris,
      danke. "Anmächelig" ist aber auch ein lustiges Wort :-)
      Ja, ich hoffe, hier die letzten Körner zu sammeln, die ich dann in den Grachten brauchen werde.
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Liebe Elke
    Deine herbststimmungsvollen-Longrun-Bilder machen wirklich Werbung für die Aare-Route Thun Bern! Ach, das Gute würde so nahe liegen - und doch haben wir in 11 Marathon-Trainingsjahren nur einen 30er auf dieser schönen Strecke absolviert ...
    Schön durch deine Augen zu sehen, wie viel Schönes unsere CH zu bieten hat!
    In Ornithologischen Vereinen treffen sich in der CH oft die Freunde verschiedener Kleintiere - die Vogelschützer, die Geflügel - und "Chüngeli-Züchter" (Chüngeli = Kaninchen). ;-)
    Liebe Grüsse
    Marianne

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    1. Liebe Marianne,
      lach, so ist das mit den Schönheiten der Heimat. Ich gehe auch nur auf den Kölner Dom, wenn Besuch da ist ;-)
      Für Euch wäre das Areal natürlich ideal, aber vielleicht zu flach...?
      Ok, da habe ich dazu gelernt. "Ornithologisch" ist für mich wirklich nur die Bezeichnung für Gefiedertes (sie haben dort auch viele Hühner). Dass nicht nur Güggeli, sondern auch Meersäueli und Chüngeli bei Euch dazu gehören, ist mir neu. Danke für den Tipp mit dem Gel. Ich werde schauen, ob ich das irgendwo einmal erwische.
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, wie auch immer es wird!
      Elke

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  7. P.S. Noch ein Gel-Tipp
    Ich habe beim letzten Marathon die Enervit Enervitene Sport Gels ausprobiert.
    Diese haben einen Schraubdeckel und lassen sich leicht öffnen und wieder verschliessen.
    Finde dies sehr praktisch, da ich nie ein ganzes Gel runterkriege ...

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  8. So, die Hausaufgaben sind gemacht - der letzte "Lange" noch dazu in einer sooo schönen Umgebung. Dann können wir ja schon mal langsam mit dem Daumendrücken anfangen?! ;-)

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      ja, genau, wieder ein Häkchen dran. Ja wenn der gedrückte Daumen nicht allzusehr stört, bitte, gern, und Sonntag in 8 Tagen dann bitte ganz fest ;-)!
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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