Montag, 22. Dezember 2014

Nummer 5 knurrt

Schwere Entscheidung heute ... mit Stollen im Magen auf dem gemütlichen Lesesessel oder doch eher das Wetter nutzen? Ok, Wetter nutzen.
Und wenn schon denn schon, dann doch mal ganz was Neues. Anstatt von unserem Häuslein rechts, einfach mal links abgebogen und schauen, was kommt. Da geht es zwar abwärts, was bedeutet, nachher wird es aufwärts gehen. Aber jesses, jetzt nehme ich es mal, wie es kommt!



So lande ich einem mir bislang unbekannten Teil unseres ohnehin winzigen Örtleins.
Nennt sich "Lueg", von der schönen Aussicht?








Kameraschwenk nach rechts.
Aus der Ferne grüßen die schneebedeckten 3000'er.








Und hinter der nächsten Kurve öffnet sich ein wunderschönes Panorama über Thun:




Ich freue mich, dass ich diese neue Variante ausprobiert habe. Zumal der Weg sanft um den Hügel hinter unserem Dorf herumführt.

Im nächsten Ortsteil bellt mich von weitem ein junger Hund an. Doch als ich näherkomme, sinkt seine Courage und er schaut nur noch neugierig. Ein Stück weiter kommen mir auf einem kleinen Asphaltweg bei einem ungepflegten Gehöft einige Hunde entgegen gelaufen. 2 agile und kräftige Möpse, das ganze Gegenteil der sonst bekannten Schoßhundausgabe. 2 weitere noch jüngere Hunde. Alle ein wenig neugierig bellend.
Dann naht stürmisch Nummer 5. Ein Mischling, mittelgroß. Bellt, knurrt, zeigt die Zähne, stürmt auf mich zu. Dieser Auftritt behagt mir gar nicht. Ich beherzige, was ich neulich las: Stehenbleiben, ja nicht anblicken, abwenden. Es fällt schwer, das durchzuhalten, während Nummer 5 weiter mit lautem Konzert und sehr nah um mich springt.Wenigstens tun die anderen 4 nichts. Dennoch läuft mir eine Gänsehaut vom Nacken bis zu dem Füßen, ich fühle schon fast spitze Zähne in meinem Bein. Und weit und breit niemand zu sehen, trotz des Lärms. Angestrengt mustere ich die Berge. Irgendwann verliert er das Interesse und trottet zum Hof zurück, verschwindet aus meinem Blickfeld. Die Möpse bleiben, sind aber nur ein wenig neugierig. Uff, durchatmen. Soll ich es wagen, weiter zu laufen? Gerade hatte mir diese Route soviel Spaß gemacht. Nee, bange machen gilt nicht. Vorsichtig gehe ich einige Schritte weiter.
Plötzlich - alles von vorn. Wieder stürmt Nummer 5 heran und das Schauspiel beginnt erneut. Ja ist denn hier keiner, der diesen Hund wegruft? Ich komme weder vor noch zurück.
Doch dann naht Rettung. Nein, nicht der Besitzer, sondern ein Geländewagen. Der flößt Nummer 5 soviel Respekt ein, dass er sofort im Hof verschwindet. Ich ergreife meine Chance und sprinte dem Auto hinterher, bevor es sich Nummer 5 anders überlegt.

Die restliche Strecke kann ich damit zubringen zu überlegen, ob ich es nochmals riskiere, hier entlang zu laufen.
Es wäre aber auch schade, denn obwohl ich nun einen "stotzigen" Hang hinaufmuss, ist die Landschaft sowas von schön....





















Wäre doch ein Jammer, dies nicht noch genießen zu können...























Der höchste Punkt für heute. Auf meiner kleinen Runde kann ich mir 110 Höhenmeter zugute halten.
Ab hier gehts kräftig abwärts und bald bin ich wieder im knarzigen Holzhäuschen.
Eigentlich versöhnt und mit der festen Absicht, diese schöne Runde öfter zu drehen, Nummer 5 hin oder her (vielleicht mal mit Wurst im Läufertäschlein). Doch auf dem Hof treffe ich unseren Vermieter und wir reden kurz über die Hundebegegnung. Er berichtet mir, dass ich gleich zu Anfang an einem Hof vorbei gelaufen bin, auf dem auch ein angriffslustiger Hund sein Unwesen treibt. Er habe seine Frau schon einmal auf dem Fahrrad angegriffen. Nun denn, doch nicht alles so friedlich hier, wie es scheint.
Darauf einen Läuferpunsch!

2 Grad, 5,9 km, 40:03, (6:45 Min/km), HF 138

Kommentare:

  1. Wunderschöne Panoramen!

    Mein Tipp für Nr. 5: Leckerchen einstecken beim nächsten Lauf dort. Am besten fünf Stück - er wird nicht sofort zum freundlichen Kuschelhund. Aber fast alle sind bestechlich und so könnte er von Leckerchen zu Leckerchen freundlicher oder zumindest erwartungsvoll-gieriger werden.

    In Münster, wo es ja auch viele Aussiedlergehöfte gab, hatte ich immer Leckerchen in der Tasche bei meinen ersten Laufversuchen und auch bei sonstigen Spaziergängen und Radausfahrten (mit oder ohne eigenen Hund). Sie kannten mich irgendwann alle, die Hunde am Wegesrand. Die meisten wechselten, sobald sie erkannten, dass ich es bin, vom geifernden Kläffen in freudiges Schwanzwedeln. Ein Dalmatiner aber - ein sehr mürrisches Tier - verlangte weiterhin mürrisch immer nur seinen "Wegezoll". Drohte und fletschte irgendwann nicht mehr sondern stellte sich mir in den Weg und wenn ich die Bestecherle rausrückte, durfte ich ohne Adrenalinausschüttung meiner Wege ziehen. Ist eine kleine aber sinnvolle Investition ;o)

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    1. Hallo Lizzy,
      das funktioniert wirklich? Mit Nummer 5 will ich nicht kuscheln, der soll mich nur vorbeilassen! Werde ich mal ausprobieren...
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. LIebe Elke,
    was für wunderbare Ausblicke! Lass dir diese Runde nur nicht von einem kleinen vierbeinigen Macho vermiesen. Für den hätte ich dir das gleiche geraten, wie Lizzy. Ist auf Dauer das einfachste Mittel, von Hofhunden geliebt zu werden. ;)
    Ich füttere hier auch gerade einen ewigen Kläffer und Zähnefletscher an. Beim ersten Mal habe ich ihn so angeschrien, dass er davon gerannt ist, beim 2. Mal hat ihn das überhaupt nicht mehr beeindruckt! Seit dem sind Hundekekse obligatorisch auf dieser Runde! :D

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    1. Hallo Doris,
      "anfüttern" - köstlich beschrieben! Tja, werde ich also mal den Tierfutterladen besuchen, bevor ich wieder dort lang laufe. Denn diese Runde will ich mir nicht vermiesen lassen!
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Liebe Elke,
    so traumhafte Bilder - das ist wirklich wunderhübsch und was ein Glück, dass Ihr das häufiger genießen könnt. Die Hundebegegnung ist extrem ärgerlich. Ich hab beim Lesen körperlich mitgelitten. Ich weiß, dass die Strecke für mich damit erledigt wäre. Oh Mann...

    Schöne Tage dort noch.
    Gruß
    Anja

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    1. Liebe Anja,
      ja, ich bin auch dankbar für diese Möglichkeit. Da nimmt man die lange Anreise dann doch gern in Kauf. Die Hundebegegnung war für mich die bisher schlimmste je erlebte Situation. Aber ich will mal die Leckerlivariante testen, wäre schade um die schöne Runde.
      Liebe Grüße
      Elke

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    2. Ich hab diese Nacht von Hunden beim Laufen geträumt.. wollt ich nur mal so sagen.

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    3. Ach herrje, ich hoffe, es war nicht allzu schlimm...? Es gibt ja auch liebe Hunde...
      Frohe Weihnachten und liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,

    was für Ausblicke, was für ein Sonnenschein. Da gebe ich jetzt mal unumwunden zu: ICH BIN NEIDISCH :-)))

    Daran könnten auch die Hunde nichts ändern.

    Ein einziges Mal habe ich so einen bösen Kläffer mal genauso böse angeschaut und angeschrien und mit erhobenen Arm gewiesen wohin er sich zu schleichen hat. Patentrezepte gibt es da wohl nicht. Da mir nie die gleichen Hunde begegnen habe ich auch nie irgendwelche Leckerli dabei.

    Liebe Grüße aus dem grauen, regnerischen und stürmischen Oldenburg
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      ja, derzeit ist es läuferisch betrachtet schon toll. Aber wehe, wenn hier schlechtes Wetter ist, und dar Wind pfeift hier über die Höhen... Einen solchen Hund anschreien, da hätte ich dann doch nicht die Traute. Ich war erstmal froh, dass es so dann doch noch gut ausging...
      Auch in Oldenburg wird die Sonne wieder scheinen, aber Du läufst ja eh' gern im Regen....
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Liebe Elke,
    da kann man wirklich richtig neidisch werden... so eine schöne Laufstrecke und so herrliches Wetter! Wundervoll.
    Hier stürmt es und ansonsten ist die Welt noch ziemlich grau und öfter mal naß. Genieße Deine Tage dort noch!
    Frohe Weihnachten wünsche ich Dir!
    Claudi

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    1. Liebe Claudi,
      nun ja, wir erlauben uns derzeit, das hier einfach zu genießen, auch derzeit (noch) ohne Schnee. Und vor allem, wenn wir die Wetterkarte von daheim sehen...
      Dir auch schöne Weihnachten!
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Wie mitten im Frühling, so sonnig, so grün. Angesichts des Dauergraus muss ich zugeben, dass ich ein wenig neidisch bin, liebe Elke!

    Ich wünsch euch aber, dass der Sonnenschein euch erhalten bleiben möge. Wenn schon keine "weiße Weihnacht", dann ist das doch eine schöne Alternative!

    Frohe Feiertag & liebe Grüße,
    Anne

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    1. Hallo Anne,
      schön, dass Du wieder da bist! Die Wetterkarte von zu Hause ist derzeit ja wirklich zum auswandern.... Ich finde auch, Sonne ist da die bessere Alternative, und Schnee soll noch kommen die nächsten Tage.
      Dir auch schöne Weihnachten und liebe Grüße
      Elke

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  7. "2 agile und kräftige Möpse" Ja, sowas kommt mir auch manchmal eintgegen!

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    1. Jetzt habe ich lange gegrübelt ... zu tief in die Glühweintasse geschaut ... oder meinst Du etwa das, was ich befürchte?
      Ok, ich glaube, Du hast ihn Dir verdient - den noch fehlenden Eintrag in Deiner 712er-Liste:
      Den Titel als Läufer-Chauvi des Jahres ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  8. Liebe Elke,
    deine Bilder scheinen wie von einer anderen Welt :-)
    So schönes Wetter. Hier ist es einfach nur grau und stürmisch. Naja, aber irgendwann ist dieses Sturmtief hier wohl auch vorbei :-)
    Mit den Hunden hast du wohl großes Glück gehabt. Da kann so viel passieren. Warum die Leute nicht auf ihre Hunde aufpassen, verstehe ich nicht. Du willst ja nicht einbrechen, du willst doch nur Laufen gehen. Vielleicht sollte man den Hunden mal den Unterschied erklären? Pass gut auf dich auf, wenn du da nochmal lang läufst.
    Ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest und ein paar schöne ruhige Feiertage
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      ja das Wetter hat uns wirklich ein paar wunderschöne Tage beschert und sicher wird es in D auch wieder besser, ich schicke Dir ein paar Sonnenstrahlen mit :-)
      Über den Hundehalter ärgere ich mich auch, schließlich bin ich auf einer öffentlichen Straße gelaufen. Nun denn, nächstes mal werde ich gewappnet sein. Ich wünsche Dir auch ein wunderschönes Weihnachtsfest, egal ob es draußen stürmt oder schneit...
      Liebe Grüße
      Elke

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