Donnerstag, 23. Juni 2016

Dreimal Neugier


Wenn die Neugier sich auf ernsthafte Dinge richtet, dann nennt man sie Wissensdrang.  (Marie von Ebner-Eschenbach)

Und dringend wissen wollte ich doch in den letzten Tagen so ein paar Sachen.

Als erstes kommt hier ein Bild, das eifrige Leser*innen schon in 2 weiteren Blogs entdeckt haben, dem ich hier aber noch (weil es ja mein Blog ist) den gebührenden Rahmen verleihen möchte: Ein kleines Bloggertreffen mit Anja und Volker im Schatten des Kölner Doms (wobei uns Volker ja noch zum Ahrathon begleitete). Wie schön, dass man im Netz Leute kennenlernen kann, die einem sonst nie über den Weg laufen würden!
Volker kenne ich ja schon, auf Anja war ich natürlich neugierig. Lustig, dass wir uns erst jetzt treffen, wo unser Himmel doch von denselben Wolken geprägt ist! Das sollte doch einer Wiederholung förderlich sein!

Weiterer Punkt der Neugierde: Was trinken denn Menschen anderswo? Hier in Köln und näherer Umgebung (Ausnahme Düsseldorf) konsumiert man bekanntlich, das leichte, süffige, obergärige Kölsch. Ein Bier, das so heißt wie „ons Sproch“ (unsere Sprache). Angestachelt durch ein kleines Wortgefecht auf seinem Blog, brachte Volker uns in seinem ohnehin schon schmalen Reisegepäck 2 Flaschen des Trinkprodukts seiner Heimat mit: „Oldenburger Pilsener“. Zwecks optimaler Kühlung horteten wir es zunächst im Kühlschrank, bevor wir es dann der Verkostung zuführten.



Nun ja, ziemlich herb rinnt es die Kehle hinab. Aber wahrscheinlich braucht es solches Aroma, um gegen das manchmal rauere Klima dort oben zu bestehen? Oder es ist ein Ausdruck der noch immer anhaltenden Betrübnis, dass das vormals stolze Großherzogtum Oldenburg ebenso wie der Freistaat Oldenburg heute der Geschichte angehören und sogar noch 1976 der Bundestag ablehnte, das Land Oldenburg wiederherzustellen (https://de.wikipedia.org/wiki/Oldenburg_(Land)Da ist man im Rheinland ja flexibler. Lange Jahre war man Kurfürstentum („Kurköln“, https://de.wikipedia.org/wiki/Kurk%C3%B6ln) und schreckte sogar nicht davor zurück, den eigenen Erzbischof 1288 bei der noch heute im kollektivkölner Gedächtnis fest verankerten Schlacht von Worringen kräftig zu „verkloppen“. Doch als das Schicksal die Kölner erst zu Franzosen, dann zu Preußen machte, war es auch gut – hier ist man flexibel und ist stets Änderungen gegenüber aufgeschlossen (https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln) - Welt lass Dich umarmen! Daher vielleicht auch das leichte Bier.
Genug Geschichte, was sagt der Gaumen? Zu einem sehr deftigen Essen kann man ein Oldenburger trinken, ein Wein würde da untergehen, ein Kölsch vielleicht seine feine Note nicht ganz ausspielen können.
Und nach diesem deftigen Essen in Oldenburger "Begleitung" bleibe ich dennoch beim … Wein! ;-)

Und noch ein Punkt der Neugier: 
Wie wirkt die erste, nicht schmerzhafte Spritze im Knie? Der Arzt hat ausdrücklich zum Laufen und ausprobieren angeregt.
Auf also zu einer kleinen Tabata-Runde nach der Formel
  • 10 Minuten einlaufen,
  • 8 x (20 Sekunden Vollgas bis zum Anschlag + 10 Sekunden Pause),
  • 10 Minuten auslaufen.

Klingt ja locker.
Die ersten 20 Sekunden Belastung sind –gefühlt- nichts.
Die zweiten und dritten, joooo.

Die restlichen jeweils 20 Sekunden erscheinen endlos und die 10 Sekunden dazwischen reichen gerade mal für ein paar tiefe Atemzüge, die Sekunden rasseln nur so herunter. 
Der Trost bei der Sache: Schon nach fixen 4 Minuten ist die Folter vorüber, aber 4 Minuten können laaaang sein.
Das Knie beginnt nach ca. 3 km wieder, den bekannten Druck aufzubauen, der dann nach einem weiteren halben km bisher in Schmerz überging. Doch der bleibt diesmal aus, wenn auch das unangenehme Druckgefühl bleibt. Macht das Laufen zwar nicht prickelnd, aber immer noch besser als der doch teils arge Schmerz.
Eine erste Wirkung? Das wird der nächste Lauf zeigen.  Auf alle Fälle wird es mehrerer Spritzen bedürfen. Aber was macht man nicht alles?
Ich bin neugierig, wie das weitergeht, äh, -läuft.

Kommentare:

  1. Haa... ich hab gerade eben mein Oldenburger getrunken. Ich fand es bei dem Wetter angenehm herb und erfrischend.

    Irgendwann in bestimmt nicht allzu langer Zeit werde ich den Wolken entgegenstreben Eure Küche entern.. so ist das.

    Aber das Wichtigste: Viel Erfolg bei der Behandlung. Würde mich freuen, wenn das jetzt schnell hilft.

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    1. Liebe Anja,
      nun ja, wenn man das trinkt versteht man, warum Volker nichts am Kölsch finden kann ;-)
      Genau, unsere Küche harrt Deiner!
      Danke für die guten Wünsche, ich bin mal optimistisch!
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Das nenne ich im besten Wortsinn Wissensdurst! ;)

    Hat dir in Bezug auf dein Knie noch kein Arzt was von "sportlich umorientieren" erzählt? Ich musste mir das vorschlagen lassen :-|

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    1. Liebe Lizzy,
      *lach*, WissensDURST - der ist gut!
      Nein, Nix von Umorientieren, er will alles dransetzen, dass ich wieder beschwerdefrei laufen kann.
      Und, greifst Du den Vorschlag auf?
      Liebe Grüße
      Elke

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    2. Über Entscheidungen von solcher Tragweite muss ich mindestens zwanzig, dreißigmal oder auch häufiger schlafen. Dann sehen wir weiter ;)

      So ganz und gar einseitig bin ich sportlich ohnehin nicht und der konkrete Vorschlag des Orthopäden, mir ein Liegerad zuzulegen, hat durchaus seinen Reiz ;o)

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    3. Und wieso LIEGE-Rad? Die Bewegung ist doch fürs Knie die gleiche wie ein "Sitz-"Rad. Ich würde ja noch ElliptiGo empfehlen, aber leider gibt es in München anscheinend keinen Händler dafür. Der hier im nächsten Ort, wo mein ElliptiGo herkommt, ist auf Liegeräder spezialisiert, lustige Dinger stehen da. Bin mal gespannt, ob Du so etwas mal probierst.
      LG
      Elke

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    4. Die Bewegung ist anders. Ich habe dem Orthopäden gesagt, dass ich an Tagen mit viel Radfahren (wenns an die 30 Tageskilometer geht mit viel Einkaufen, nochmal Innenstadt etc.) das Knie manchmal leicht merke. Nicht dramatisch - aber ich merke es. Das ist anders, wenn ich auch bei hoher Belastung im Fitnessraum des Sportvereins das Liegerad trete - da merke ich nicht nur nichts sondern das Knie fühlt sich danach angenehm an. Entspannt, später gekräftigt. Das bestätigte mir der Arzt und meinte lapidar: "schaffen Sie sich eben eins an".

      Bei uns in der Tiefgarage steht ein dreirädriges Liegerad. Es gehört Volker, der es vor Jahren für ziemlich viel Kohle gekauft aber dafür extrem selten genutzt hat. Da er ja nun eh lange unterwegs ist, wollte ich es auf mich einstellen und fragte um Rat zum Rad. Leider hat es die falsche Größe, ich bräuchte entweder einen kleineren Rahmen oder es müsste zumindest eine andere Kette aufgezogen werden :( Müsste also doch ein eigenes her.

      Elliptigo ist mir erstens zu sperrig (Liegerad auch schon, wohin damit?) und zweitens wüsste ich nicht, wo in München ich das fahren sollte. Ich möchte etwas, das sich in den Alltag integrieren lässt und nicht nur zusätzlicher Zeitfresser ist ;) Das scheidet aus. Dafür geht's dann weiter auf die Crosstrainer, die sich allerdings tatsächlich auch gut anfühlen für's Knie.

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    5. Liebe Lizzy,
      interessant, dass die Körperlage solchen Einfluss hat. Aber dann, klar, würde ich auch das Liegerad präferieren. Vieleicht gibts ja irgendwo ein günstiges Gebrauchtes? Das ElliptiGo ist dagegen ein reines Freizeitgefährt, stimmt.
      LG
      Elke

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  3. Im Urlaub liebe ich ja neue, dort einheimische, Getränke. Aber wenn ich von dort Bier, Wein,etc. mit heimnehme schmeckt es eben doch nie so gut wie dort. Deswegen bleibe ich eher bei meinem eigenen leckeren Sachen :)
    Das Knie wird hoffentlich ganz schnell wieder. Auch ohne Spiritzen :/

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    1. Lieber Markus,
      genau das kenne ich auch: Tee schmeckt in England am besten und manche Weine mit Blick auf die jeweilige Landschaft. Aber ausprobieren vor Ort ist dennoch immer lohnenswert.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,
    bloggen bildet! So habe ich nun viel Neues über deutsche Gegenden und - noch wichtiger - Biersorten gelernt! ;)
    Dass die Erstspritze gleich so gute Ergebnisse bringt, deutet auf gutes Ansprechen hin - das freut mich für dich!! :D

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    1. Liebe Doris,
      ach die Deutschen und ihr Bier ... wenn hier ein Bayer mitlesen würde, käme nun sicher noch ein ganz anderes Statement zu Pils und Kölsch.
      Ich finde auch, dass sich eine Reaktion zeigte, ist positiv. Die Pillen vorher brachten genau 0. Der Doc meinte aber schon, es brauche mindesten 4-5 Spritzen. Nehme ich gern, wenn es hilft.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Liebe Elke,

    da hast Du Dich ja richtig mit der Oldenburger Geschichte auseinandergesetzt, Respekt!

    Aber ich glaube nicht, dass anhaltende Betrübnis für den herben Biergeschmack verantwortlich ist. Raues Klima, herzlich raue Menschen, herzhaft raues Bier, so würde ich das definiieren :-)))

    Aber das ich am Kölsch nichts finden kann, würde ich trotzdem so nicht sagen. Kann man schon gut trinken, wenn man mal eine Alternative zu Mineralwasser sucht *wegduck*

    Ein unangenehmes Gefühl ist besser als unangenehme Schmerzen. Das die nicht mehr aufgetreten sind ist für eine erste Spritze schon ein guter Erfolg. Ich drücke die Daumen, dass sich das so fortsetzt!

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      na ohne Deine Bemerkungen am Wochenende wäre ich aber auch nie auf die Oldenburgische Geschichte verfallen.
      Jaja, und wenn ein Gaumen von so herbem Zeugs kontaminiert ist, kann er natürlich keinen Sinn für so ein feinperliges Kölsch entwickeln, Prost! ;-)
      Danke dennoch fürs Daumendrücken!
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Die Ärzte scheinen umzudenken. Zufällig sprach ich in den letzten Tagen zwei Knieverletzte. Und beiden riet der Arzt ebenfalls weiterhin zu Bewegung.
    Hoffe, es hilft!
    Viele Grüße

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    1. Aha, interessant. Aber woher kommen bloß auf einmal all die Kniegepeinigten?
      Ich bin zuversichtlich.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  7. Liebe Elke, nun also auch du mit Spritzen ins Knie - darf ich neugierig fragen, was du da bekommst? Mir hat die Hyaluronspritzerei bislang nicht nachhaltig geholfen.

    Mit einem lädierten Knie hochintensives Intervalltraining? Bist du sicher, dass dein Arzt das gemeint hat, als er dir zu einem Laufversuch riet? Verstehen kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz, dass du ausgerechnet jetzt solche riskanten und wegen der hohen Stoßbelastungen für's Knie unguten Versuche machst.

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      das ist Prednisolonacetat. Und ja, der Arzt riet expressis verbis zum Laufen ohne Einschränkungen. Und wie soll ich auch anders sehen, ob die Behandlung wirkt? Im Alltag habe ich ja keine Probleme. Ich denke, 8x20 Sekunden sind im Gegensatz zu klassischem Intervalltraining wohl nicht zu hart. Bei Schmerzen hätte ich abgebrochen, war aber nicht.
      Liebe Grüße
      Elke

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