Sonntag, 5. Juni 2016

Rollende Heimatkunde

Ein schöner, ruhiger Sonntagmorgen - nachdem eine Ausfahrt gestern wetterbedingt nicht zustande kam, heute dann!
Auf Google-Earth habe ich geschaut, wo jenseits meines bisherigen persönlichen ElliptiGo-Dunstkreises weitere mit Radwegen ausgestattete Straßen verlaufen. Südlich scheint es mir vielversprechend.




Noch auf vertrautem "Knollen"(Zuckerrüben)-Terrain.









Der ergoogelte Radweg an der B477 entpuppt sich als schön breiter Wirtschaftsweg, von der Bundesstraße getrennt durch einen breiten mit Sträuchern bepflanzten Grünstreifen.
Es rollt sich allerbestens!
Normalerweise wäre ganz, ganz weit hinten am Horizont die Silhouette der Eifel zu sehen. Nicht so heute in einer vor-gewittrigen Phase. Endlose Weite wird vorgegaukelt.

Kurz vor dem Fliegerhorst Nörvenich grüßt eine Mohnblumenwiese. Unter der Einflugschneise ist es herrlich ruhig, nichts zu hören außer Vogelzwitschern.







Langsam werde ich neugierig. Denn wo heute eine breit ausgebaute Umgehungsstraße verläuft, müsste es da nicht noch irgendwo eine alte Landstraße "über die Dörfer" geben?
Ich biege ab nach Nörvenich, wo mir sonntägliche Schweinsbratendüfte um die Nase wehen. Ich sehe ein Hinweisschild auf einen Radwanderweg.
Auf zur Erkundung!





So gelange ich auf die mir bis heute völlig unbekannte "Tälerroute" und mich erwarten herrliche Kilometer über autofreie Wege!















Einzelne Radler treffe ich, aber sonst herrscht paradiesische Ruhe, abgesehen von einem herrlichen Vogelkonzert!
Ein Areal, das auch im Einzugsbereich eines längeren Trainingslauf liegt, das kommt ab sofort auf die Liste!







Neben mir links plätschert der Neffelbach. ach ist das herrlich hier&heute!
Kurz vor Blatzheim nehme ich aus dem Augenwinkel einen kleinen Trupp Rennradler an meinem Hinterrad wahr. Nicht Windschatten fahren wollen, sondern Neugier scheint der Grund zu sein.
An einer Steigung setzen sie zum Überholen an. Einer ruft "Das soll ein Fahrrad sein?"
Ja hätte das einer behauptet? Jedenfalls treten sie ächzend, um ihre Stärke zu demonstrieren. Der Weg wird ziemlich steil, und als Klickpedalierer sind sie taktisch im Vorteil. Gemäß dem rheinischen "Me muss och jönne künne" (Man muss auch gönnen können) lasse ich sie gern ziehen und erlebe eine Premiere,: Ich muss wahrhaftig  in den ersten Gang, um hier tretend hochzukommen. Uff, schaffe ich.

Das war dann auch schon alles im Hinblick auf Steigungen. Weiter schlängelt sich der Weg unter angenehm schattigen Bäumen mehr oder weniger nah am Neffelbach entlang.


















Es geht durch die Ländereien der Wasserburg Bergerhausen. Zuletzt stand ich hier bei einem langen Lauf im Rahmen des Marathontrainings für Prag. Da blühten noch die Krokusse und es war deutlich kälter.








Am Parkeingang erblicke ich eine Radlerkarte! Optimal, der angegebene Link war mir bei meinen Recherchen noch nicht begegnet und dort finde ich wertvolle Ansatzpunkte zur Planung weiterer Ausfahrten!
Und dann kommt auch Wilson wieder mit :-)








Ein wenig Optimierung müsste noch fürs Zubehör her. Die Oberarmtasche aus dem Köln-Marathonshop passt bestens an den Rahmen und nimmt den Fotoapparat auf. Die Wasserflasche transportiere ich derzeit noch auf dem Bodenschutz liegend und gesichert durch ein Lanyard. Beides an den Lenker zu montieren, macht keinen Sinn: Während des Fahrens hat man ohnehin keine Hand für längere Zugriffe frei und der Schwerpunkt sollte eher unten liegen. Ich werde noch ein wenig tüfteln.

Nach 2 Stunden rolle ich rundum zufrieden wieder daheim ein. Obwohl es meine bisher längste ElliptiGo-Tour war, fühle ich mich gut, es hätte durchaus noch weiter gehen können. Die 34 km sind damit zwar nicht so intensiv, wie "richtig" gelaufen, doch im Vergleich zu radfahren ist es wiederum fordernder.
Gefühlt liegt die ElliptiGo-Welt irgendwo dazwischen.


22 Grad, 34,6 km, 2:01:08, (17,1 km/h), HF 135

Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    es ist doch faszinierend immer wieder neue Strecken zu entdecken, auch wenn man schon jahrelange laufend und rollend in der Gegend unterwegs ist!
    Du scheinst da jedenfalls eine tolle Runde aufgetan zu haben und auch der grüne Freund wird immer komfortabler - wenn Wilson nun auch wieder mitreisen darf, hast du auch noch Begleitung! ;)

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    1. Liebe Doris,
      es ist wirklich erstaunlich, dass man -obwohl die Gegend aus Autofahrerperspektive kennend- plötzlich neue, schöne Wege finden kann. Das macht richtig Spaß! Da ich keine Freude am normalen radeln habe, war mir das bisher entgangen. Das ändert sich nun aber!
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Liebe Elke,
    wie Rad bzw. Elliptigo doch die Welt verändern, indem sie den Aktionsradius vergrößern! Ich entdecke momentan auch immer mehr neue Strecken, obwohl ich ja vorher auch schon geradelt bin (nur eben noch nicht so viel). Ist nicht wie laufen, aber auch ganz schön ...

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      die Entdeckung neuer Horizonte ist doch dann ein wenig Kompensation für das aufgezwungene Nicht-Laufen, finde ich. Und räume auch gern ein, dass ich da bisher schöne Ecken übersehen hatte. Und demnächst laufen wir wieder, gell?
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Liebe Elke,

    das sieht nach einer wunderbar schönen Tour aus. Jedes Negative hat was Gutes - so kommt das grüne Vehikel mit Dir doch einfach auf größere Touren.

    Gruß
    Anja

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    1. Liebe Anja,
      ich finde auch, wenn man Dinge nicht ändern kann, sollte man das Beste draus machen. Und die gestrige Tour war da wirklich ein schönes unvermutetes Erlebnis.
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Cool, liebe Elke,

    das Gute liegt so nah. Ich freue mich schon über Berichte von der Wasserburgen-Route, der Fietsallee, dem Erlebnsiweg Rheinschiene (oder ist das die ehemalige Förderbandstrecke?), der Niederrhrein-Hauptroute, der RegioGrün-Erlebnisrouten, dem RheinRadweg und und und.

    Es gibt noch viel zu entdecken! :-)

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      nun mal langsam mit den jungen Pferden, alte Frau ist kein D-Zug (versteht letzteres eigentlich noch die junge Generation von heute?) Ich schätze, diese Routen decken halb NRW ab, da muss ich noch kräftig trainieren. Die Rheinschiene allerdings könnte mich locken. Die verläuft immer schön am Rhein entlang und würde mich ja sehr reizen.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Neue Strecken erkunden macht mir immer wahnsinnig Spaß und von der länge her könnte man das ja auch mal ablaufen :)

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    1. Lieber Markus,
      genau, wäre auch ein wunderbares Laufgebiet.
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Liebe Elke,
    voll schön was für neue Wege du jetzt findest. Und wahrscheinlich bist du schon DAS Gesprächsthema bei all den Radlern und Läufern die dir begegnen. Dein grünes Gefährt ist aber auch schön :-)
    Und es passt tatsächlich hervorragend zur momentan so grünen Landschaft.
    Ich war auch beruhigt zu lesen, das dein Knie jetzt erstmal durch Nichtlaufen heilen darf. Eventuell brauchst du ja gar keine Spritzen. Ruhe und Kniefreunliche Bewegung mit dem grünen Gefährt schaffen das bestimmt :-)
    Ich drücke dir weiterhin die Daumen
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      nun ja, das ElliptiGo ist eben etwas eigenartig. Ich weiß ja selber nicht, wie man das überhaupt herstellerneutral bezeichnen sollte. Roller ist es nicht, Fahrrad nicht...
      Aber Hauptsache, macht Spaß!
      Auf baldige HEilung des Knies hoffe ich ja und bin gespannt, wenn ich es nach Phase 1 dann mal ausprobieren darf.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  7. Wenn du keine Hand zum Trinken frei hast, wäre der Rucksack vielleicht auch beim Elliptigehen eine Option?

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    1. Ich bin eher froh, dass ich keine Ausrüstung am Leib tragen muss und da unten passt die Flasche ganz gut hin. Und auch beim Rucksack müsste ich ja den Schlauch zum Mund führen und einarmig rollen ist mir wegen des hohen Lenkers etwas zu wackelig.
      Liebe Grüße
      Elke

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