Sonntag, 17. Juli 2016

Dreifach


Ein sportives Wochenende: Zwei Touren mit dem ElliptiGo (Freitag 17 km, Samstag 30 km) und heute noch knappe 10 km gelaufen.
Rollend erkundete ich gestern einmal mehr, wie es denn im sterbenden Manheim aussieht.
Der Bagger hat sich wieder weiter herangeknabbert. Diese Rampe führte zu einer Brücke, hinter der es letztes Jahr noch einige Dutzend Meter weiter ging, bis eine Schranke endgültig den Zutritt versagte.
Diesmal nun führt die Rampe ins Leere, dahinter ist ein Stück des Baggers zu erkennen.


Vor der Rampe kurz rechts, über einen ziemlich holprigen Feldweg. Die Brücke steht nun isoliert in der Restlandschaft, unter ihr verlief früher eine Kohlebahnstrecke.










Kurzer Blick auf die alte A4, die ja nach der Stilllegung nur leider ein einziges Mal mein Laufrevier sein konnte. Würde mich in den Beinen jucken, den Asphalt nochmals zu belaufen. Aber hier wird ja alles bewacht und harmlose Läufer gnadenlos entfernt...









In Manheim leeren sich nun die Häuser dramatisch. Ich schätze, maximal 1/5 der Gebäude ist noch bewohnt, eher weniger. Ganze Straßenzüge stehen nun leer. Entsprechend eigenartig ist die Athmosphäre.










Diese nette "Tankstelle" verdient unbedingt im Bilde festgehalten zu werden!











Sogar der Seitenwinkel ist verziert.











Das zugehörige Anwesen enthüllt weiter eine gewisse Britanien-Faszination der früheren Bewohner.












War sicher früher ein lauschiges Gartenplätzchen.











Ich folge weiter dem gekennzeichneten Radwanderweg. Schöne und mir bisher unbekannte Perspektiven tun sich auf. Einmal rolle von hinten auf ich auf eine Langsamradlergruppe auf. Da sie mit Schnattern beschäftigt sind, muss ich mir den Weg freiklingeln. Im Vorbeifahren höre ich noch ein "`sdattdann?" Ich hoffe nur, die fühlen sich nun nicht angestachelt und ich muss meinerseits Platz machen. Aber meine Beine sind inzwischen auch ganz gut im Ellipieren, hätte ich letztes Jahr nicht gedacht, denn es ist eben ein spezieller Bewegungsablauf. Doch von hinten kommt nichts heran.

Auch wenn graue Wolken am Himmel sind, fällt kein Tropfen. Die Tour macht riesig Spaß, mich lockt nur das Abendessen heim. Gegen Ende der 30 km werden die Beine nochmal richtig munter. Ok, der Wind kommt auch eher von hinten...










Heute soll es nochmals ein Lauftest sein. Während in Roth Jan Frodeno seinem neuen Weltrekord entgegenschwimmt,- fährt und -läuft, und Helge hoffentlich auch ein gutes Rennen hinlegt, schwitze ich mich durch einen ziemlich schwülen Sonntagmittag. Da tut der kräftige Wind gut, und jeder Windschatten ärgert.
Ich probiere laufend einen weiteren kurzen mir bisher unbekannten Weg aus, den ich auf der Radwanderkarte fand. Ich passiere ein malerisches Gehöft, gefolgt vom Kontrastprogramm eines sich anschließenden Gewerbegebietes. Vor großen Lagerhallen parkt ein Dutzend Autotransporter, bulgarische und andere osteuropäische Kennzeichen. Geladen haben sie Luxuskarossen, einer gar gleich 4 R8. Was man laufend nicht so alles sieht!

Nach einer Stunde sind die Beine dann doch etwas schwer, klar, mit den zwei fleißigen Tagen zuvor. Die Schwüle trägt ein Übriges dazu bei.
Egal, das tut so gut, sich mal wieder ausführlicher bewegt zu haben!
Daheim schaue ich mir die Bilder aus Roth an. Da rennt Frodo den Marathon mit etwas über zweieinhalb Stunden! Unglaublich, welch eine Leistung!

Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    ich stellte mir gerade vor, wie du vor den Autobahnsheriffs auf deinem Ellipti-Go fliehst und die beiden natürlich bravourös abhängst! :D Schade um die Rennstrecke!
    Tolle Wege hast du da wieder gefunden und die Tankstelle mit Anwesen ist ja wirklich ein Hit! :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Doris,
      stimmt, das wäre eine richtige Zweiradrennstrecke :-( So schade!
      Die Tankstelle hatte ich schon beim Laufen mehrfach gesehen und wollte sie noch unbedingt festhalten. Aber erst nun ist das Haus auch leer und ich konnte einen Blick in den Garten werfen.
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  2. Mich machen die Bilder von dem sterbenden Ort immer traurig. Soviel Geschichte steckt da drin, und nun sollen die Bewohner von dannen ziehen weil es irgendwer so entscheiden hat. Sehr schade

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Markus,
      das sind auch meine Gedanken, wenn ich dort bin, vor allem bei den älteren Häusern und Höfen im Dorfkern. Wie es da erst den Bewohnern gehen mag?
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  3. Liebe Elke,

    ich schwanke ja immer zwischen Faszination und Bedrückheit wenn ich diese Bilder von dem sterbenden Dorf sehe. Irgendwie ja doch ein hoher Preis für unseren klimabelastenden Energiehunger :-/

    Unbeschwerter liest sich da Dein Bewegungsdrang.

    Solche "Fahrrad"-Touren zeigen einem auch immer schöne Laufwege. Das kenne ich von meinen Touren mit dem Rennrad auch.

    Liebe Grüße
    Volker

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Volker,
      tja, der Preis ist wirklich hoch. Schlimm wird der Anblick noch, wenn dann die Häuser wirklich abgerissen werden.
      Ich bin wirklich erstaunt, was man selbst in der näheren Umgebung an Wegen noch entdecken kann. Gelobt sei der Bewegungsdrang ;-)!
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen