Sonntag, 3. Juli 2016

Im Revier des Werwolfs

Es bietet sich die Gelegenheit, wieder einmal ein neues Laufrevier auszukundschaften.
Am Vortag war ich mit einer Schul-Freundin zu einem Handwerkermarkt in Alt-Kaster, wobei wir beide überrascht feststellten, dass wir nicht wissen, was eigentlich hinter diesem Ort kommt... dabei ist der nur ca.10 km weg vom uns verbindenden gemeinsamen Schulort.
Wenn das nicht anstachelt...
Zudem fand ich, ich hätte ein paar nette Kleinigkeiten gestern doch kaufen sollen...


Also heute nochmals hin, im einsetzenden Menschenauflauf rasch gezielt drei Stände angesteuert, und das Gewünschte erworben.

Auch wenn es schwerfällt, an all den anderen Ständen vorbeizugehen...

Meine Laufklamotten habe ich schon angelegt und so geht es vom Parkplatz gleich ab in unbekannte Gefilde. Vorm alten Stadttor zweigt der Rad- und Wanderweg nach links ab.









Eine Tafel am Wegesrand informiert über frühere Vorkommnisse.
Na da hoffe ich doch, dass mich hier keine Überraschung erwartet...

















Den Wilden Kaiser hätte ich jetzt woanders vermutet, es sei denn, hier verliefe ein Fernwanderweg.











Ich ignoriere den kleinen Steig und bleibe auf dem breiten, sandigen Weg, der sich sanft in die Höhe schwingt.









 Am Wegesrand hier und da kleine Kunstwerke.















Bald öffnet sich eine Art Plateau mit speziellen Perspektiven.










 


















Ich folge den Hinweisschildern und stoße auf eine einsam gelegene Kapelle.
Sie erinnert an den Ort Königshoven, der sich früher einmal hier befand. Bevor auch er den hungrigen Braunkohlebaggern zum Opfer fiel.
Dies ist zugleich die Erklärung, warum in Kindertagen die Welt hinter Kaster für uns endete: Hier gähnte eines der großen Löcher mit dem braunen Wertstoff. Heute längst Vergangenheit und der Tagebau ist wieder verfüllt. Das Gelände ist wieder Ackerland, als wenn nie etwas anderes hier gewesen wäre.



Erstaunlich einsam ist es hier, und der Weitblick ist enorm, ich erkenne im Dunst südlich sogar die Eifelausläufer.
Der Wind weht über die Felder, schönes Ambiente. Hinzu kommt das Rauschen der Windräder. Ich zähle über 60 davon hier oben und in der näheren Umgebung.
Mit 18 Grad ist es optimal fürs Laufen heute. Ich führe eine kürzlich erworbene neue Tight aus. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber sie trägt sich ganz wunderbar, wie eine zweite Haut. Den Preis kann ich mir schön argumentieren, denn die Hose kann von beiden Seiten getragen werden, die andere Seite wartet mit einem anderen Design auf, zwei zum Preis von einer sozusagen ;-)

Auf dem Rückweg sehe ich noch einen Gedenkstein an einen anderen versunkenen Ort: Omagen

Der schöne Lauf wird leider getrübt, das Knie ist mir nicht wohlgesonnen und verleidet mir eine längere Strecke. So ist nach 8 km schon wieder Schluss für heute.

Aber wenigstens bin ich keinem Werwolf begegnet.

Auf dem Heimweg sehe ich ein Auto mit 2 Fahnen: Der deutschen und der isländischen. Na das wäre mal eine lustige Paarung für das nächste EM-Spiel unserer Elf. Aber wer weiß, scheint ja die EM der Überraschungen.


18 Grad, 8 km, 50:45, (6:20 Min/km), HF 126

Kommentare:

  1. Der Werwolf Wanderweg ist einer von Paulas Lieblingswegen.

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    1. Hallo Heidrun,
      aha! Da erschnüffelt sie wohl noch wölfische Spuren...?
      LG
      Elke

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    1. Liebe Lizzy,
      Ehrensache, bin ja tierlieb ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Liebe Elke,

    ich hab noch nie von diesen Orten gehört. Sowas.. ist aber ja auch nicht ganz meine Heimat.

    Die Tight sieht klasse aus und wenn sie von beiden Seiten tragbar ist, dann ist sie sicherlich ihren Preis wert. 8km.. ich drück die Daumen für die weitere Genesung.

    Gruß
    Anja

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    1. Liebe Anja,
      ja, hier in der Ecke ist das manchmal erschreckend, was diese Kohlebuddelei für Folgen hat.Da verschwinden ganze Dörfer und tauchen woanders neu auf...
      Die Tight ist vom Material her wirklich erstaunlich, na und die beidseitige Verwendungsmöglichkeit relativiert dann doch den Preis ;-)
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,

    die Einsamkeit wundert mich nicht. Wenn zieht es in eine Gegend, wo die Dörfer von früher verschwunden sind. Darüberhinaus gibt es ja nicht so viele Menschen mit so einem unbändigen Bewegungsdrang wie wir ihn haben :-)

    Eine Wendetight, was es nicht alles gibt. Aber wieso trägst Du mitten im Sommer lang?

    Alles gute für Dein Knie, ich drücke die Daumen, dass die Beschwerden bald verschwinden!

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      ja, wenn man hier nicht aufpasst, wird man schnell mal weggebuddelt.
      Die Tight ist zwar lang, aber extrem dünn. War genau richtig für 18 Grad mit kräftigem Wind, bin ja nicht so ein abgehärtets Nordlicht ;-)
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  5. Liebe Elke,
    ui, du bist aber mutig! Aber wärest du auch in einer milden Vollmondnacht über den Werwolfweg gelaufen? ;)
    Irgendwie ist das mit den Dörfern, die verschwinden und wieder auftauchen aber mindestens gleich gruselig... auch wenn das über eine längere Zeitspanne passiert!

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    1. Liebe Doris,
      natürlich würde ich nachts da eher nicht laufen! Oder nur in Gruppe.
      Stimmt, das mit den Dörfern ist hier wirklich eine üble Sache, zumal das echt ist und keine Sage.
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Liebe Elke,
    na zum Glück hat dich kein Werwolf erwischt. :-)
    Die Tight steht dir ausgesprochen gut. Und da es ja eigentlich 2 sind, lohnen sich sicher auch die höheren Anschaffungskosten . Jetzt bitte demnächst auch mal die andere Tight präsentieren.
    Das mit deinem Knie ist allerdings doof. Vielleicht musst du dich etwas mehr gedulden? Machst du eigentlich Krankengymnastik oder ist das bei dieser Art der Verletzung gar nicht hilfreich?
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      ok, nächstens dann das Innere nach außen ;-)
      Bisher war von Krankengymnastik keine Rede. Aber morgen ist der nächste Termin beim Doc, wir werden sehen.
      Liebe Grüße
      Elke

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  7. Ach, man kann die Tagebaue auch wieder verfüllen? Ich dachte bisher, dass da immer nur Wasser eingelassen wird.

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    1. Bei uns werden sie meistens verfüllt. Das mit dem Wasser ist ein Mengenproblem, wo soll es herkommen? Beim kleinen Tagebau Inden (1300 ha) plant man einen See, Fülldauer 30 Jahre. Beim größeren Tagebau Hambach (wo ichgelegentlich am Rand laufe) mit seinen 3400 ha würde es entsprechend länger dauern. Da ist es doch praktischer, mit dem Abraum aus dem einen das andere Loch zu füllen. Zudem gehen ja auch landwirtschaftlcihe Betriebe verloren, die dann woanders neues Ackerland brauchen. Das Gelände des Weltjugendtages bei Köln war übrigens auch ein ehemaliger, nun verfüllter Tagebau.
      Liebe Grüße
      Elke

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