Sonntag, 9. Oktober 2016

Es gibt Tage...

Es gibt Tage, die möchte man am liebsten in die Ecke stellen wie diese Rostlaube.

Nachdem ich vorgestern nach dem Köln-Halbmarathon erstmals eine 10-km-Runde hinlegte, und dies sogar locker und flott mit 5:57 Min/km, hatte ich eigentlich vor, heute eine 20'er hinterherzuschieben.
Aber irgendwie war da so gar kein Antrieb...
Ob es damit zusammenhing, dass diese Nacht um 1 Uhr mein Wecker klingelte? Ich wollte doch unbedingt die Live-Bilder vom Hawaii-Ironman anschauen. Was sich auch lohnte, denn ein dreifach deutsch besetztes Podium (Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange) war schon klasse. Und erst der Freudentanz des Drittplatzierten, der dies gleich bei seiner ersten Teilnahme dort schaffte, der tanzte, weinte, lachte, die Hände rang - alles auf einmal. Zum Mitfreuen!
Um 7 klingelte der Wecker schon wieder, Formel 1.
Da fehlte dann also etwas Schlaf, so dass ich beschloss, dann eben eine Runde ElliptiGo zu rollen. Vielleicht zum Schlosscafé? Und der Spaß kommt dann sicher unterwegs, man kennt das ja.

Doch gleich beim Roll-out merkte ich, dass die Beine dies nicht mehr so gewohnt waren, uiui, welch eine "Arbeit"!
Ok, dann eben kleinere Runde.
Und schnell ein Foto für den Blog. Pustekuchen, meine Kamera verweigert sich, Akku alle. Also keine neuen Fotos heute. Hätte sie funktioniert, hätte ich auch gleich das Spinngewebe am Lenker, dass mir plötzlich ins Auge fällt, dokumentieren können... Ein angerostetes Trio on the Road, Läuferin, Kamera und Gefährt außer Form.

Währenddessen zieht sich der Himmel zu, aus Richtung der Kraftwerke braut sich eine große dunkle Wolke zusammen und wird vom Nord-Ost-Wind herübergetrieben. Und als ich mich noch über den fleckigen Asphalt wundere, merke ich, dass der nur temporär fleckig ist, denn genau diese Wolke über mir beginnt, ihre Tropfen hier und jetzt abzulassen.

Ok, ich flitze auf dem Rückweg zum Bäcker, will mir dort einen Weckmann für den Nachmittagskaffee mitnehmen. Doch erstens steht da eine lange Schlange, und zweitens ist das Gebäck der Begierde heute nicht (mehr) im Sortiment. Also auf zur anderen Bäckerei. Auf dem Weg dorthin platscht es wieder kräftiger vom Himmel, jesses, da weicht ja jede Tüte sofort auf, fahre ich eben heim und labe mich an Keksen.
Gerade 40 Minuten, hab' ich mich ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Vielleicht wurde der Negativismus des heutigen Tages schon gestern angekündigt, bei meinem Kampf mit dem Teelicht. Das befand sich in einem der aktuell jahreszeitbedingten Keramik-Kübishohlköpfe. 99,9% der Teelichter erlöschen einfach, wenn das Wachs alle ist. Aber wehe, man hat eines der 0,1% erwischt. Da verwandelte sich plötzlich das sonst sanft scheinende Lichtlein in eine Fackel und brannte aus dem ganzen Blech-Töpflein wie ein Fondü-Brenner. Ausblasen? Führte zum gleichen Effekt wie bei Feuerschluckern auf der Bühne, Gottseidank war die Stichflamme nicht ganz so groß. Also das Ding vorsichtig ins Waschecken des Bads bugsiert. Wasser entpuppt sich auch nicht als die wahre Lösung bei diesem bockigen Mistding. Aber die putzigen kleinen Rußspuren meiner Löschaktion an den Fliesen gingen wenigstens ganz leicht wieder ab.

Habe ich schon erwähnt, dass seit gestern unser WLAN streikt? keine Ahnung warum. Der Haustechniker ist gerade übers Wochenende unterwegs. Muss ich eben auf mein Dienstgerät umdisponieren, das hat einen eigenen Netzzugang.

Es gibt Tage, da wäre man am besten im Bett geblieben...
Ich setz' mich jetzt aufs Sofa und stricke an meinen Socken weiter. Da sollte eigentlich kein Ungemach drohen.

Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    oje, auch wenn der Tag für dich nicht wirklich spaßig war, so hast du mir doch gerade einen schönen Sonntagabend-Lachflash mit deinem Bericht darüber beschert! :D
    Bitte pass nur auf, dass du dich nicht mit den Stricknadeln in den Oberschenkel oder ins Auge stichst!!! ;)

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    1. Liebe Doris,
      als die Teelichtfackel endlich gelöscht war, konnte ich auch schmunzeln...
      Die Stricknadeln habe ich beherrscht, statt weiterem Unglück haben die nur Maschen produziert.
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Liebe Elke,

    wie kann man bzw. frau nach einer fernsehdurchwachten Nacht und einem ebensolchen Morgen nur das Ansinnen haben 20 km laufen zu wollen? Alles auf einmal geht nun wirklich nicht :-)))

    Zu den von Dir beschriebenen Widrigkeiten fällt mir nur ein: Das Leben kann so Sch...e sein. Kann, muß es aber nicht, es kommen noch wieder andere Tage.

    Das von Dir beschriebene Teelichtmaleuer ist meiner Mutter mitten auf dem Wohnzimmertisch passiert. Das war für sie ein ganz schöner Schreck, vorallem als die durch das Löschen entstandene Rauchwolke auch noch den Rauchmelder in Gang setzte. Zum Glück ist bei ihr auch nicht mehr passiert.

    Liebe Grüße
    Volker
    (der froh ist kein Fernsehsportler zu sein ;-))

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    1. Lieber Volker,
      stimmt, man muss Prioritäten setzen und seine Ziele realistisch ansetzen. Aber auch wenn es sich vielleicht anders liest, ich konnte über diese Ansammlung von Malheuren selber schmunzeln.
      Deine Mutter hatte das auch schon? Ja, da guckt man wirklich erstmal ziemlich dumm aus der Wäsche, bevor leichte Panik aufkommt!
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Liebe Elke,
    für dich vielleicht nicht lustig, für den Leser aber schon :-)))
    Kennt wohl jeder, diese -ich- wäre- besser- im - Bett- geblieben- Tage. Das Gute ist: du hast diesen Tag jetzt erstmal für eine Weile hinter dir ;-)
    Ich wäre für den Ironman nicht aufgeblieben oder aufgestanden. Karina und ich haben das einfach gestern Nachmittag angeschaut. Und ich hatte es auch wirklich geschafft bis dahin das Ergebnis nicht zu kennen.
    Ich wünsche dir eine tolle Woche (kann ja nur besser werden als Sonntag ;-) )
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      Du hast NICHT live geschaut?! Das überrascht mich!
      Ach, über den Sonntag musste ich selber schmunzeln, damit sollte sowas für die nächste Zeit abgearbeitet sein ;-) Und zudem ist so der erste Socken schon zeimlich weit gediehen.
      Dir auch einen guten Wochenstart!
      Liebe Grüße
      Elke

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    2. Ich habe NICHT live geschaut. :-)
      Ich brauch doch meinen Schönheitsschlaf :-))))

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  4. Also, liebe Elke. An solchen Tagen fällt mir beim Stricken unbemerkt ne Masche von der Nadel - 20 Reihen später (am besten noch nach der Ferse) fällt es mir auf und ich muss alles wieder aufmachen... geht also auch.

    Ja, manchmal hat man solche Tage...

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    1. Liebe Anja,
      von solchen einer gefallenen Maschen wurde ich Gottseidank verschont! Diesmal. Ja das ist übel, und am liebsten fallen die ja in Mustern, also Perl- oder gezopfte Muster, grrr.
      Aber zum Glück sind solche geballten Erlebnistage ja die Ausnahme.
      Liebe Grüße
      Elke

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