Mittwoch, 5. Juli 2017

Eieiei

Das Schöne am Laufen ist, dass man den Blick schweifen lassen und immer wieder Neues, aber auch Veränderungen in der gewohnten Umgebung entdecken kann.
Da scheint ein Haus die Besitzer gewechselt zu haben, neue Läden machen auf, alte schließen, hier steht ein neues Auto vor der Tür, dort wird ein Neubau hochgezogen, manche Gassigänger erkennt man wieder (und sei es, an den Hunden).

Kürzlich entdeckte ich ein seltsames Ding am Ortsrand auf einer Weide, gar nicht weit weg von zu Hause.
Sah aus wie ... ein Containerhaus. Wer soll denn DAAA einziehen?! Zeitgleich entstand gegenüber eine Art Buswartehäuschen Deluxe, aus Holz mit schönem Dach obendrauf.

Bald wurde das Projekt besser erkennbar. Eine muntere Truppe zog ein, lauter junge Hühner. Seither gackern sie dort herum. Alle paar Tage verschiebt der Bauer ihr rollendes Heim ein Stück. Ist es heiß, liegen sie im Schatten unter dem Mobilheim oder den aufgestellten Schattenspendern. Ansonsten können sie die ganze Weide nutzen, oder zur Verrichtung ihres Kerngeschäfts das Hausinnere aufsuchen.

Das Wartehäuschen ist mutiert. Dort stehen 2 schicke moderne Kühlautomaten, an denen man rund um die Uhr Eier der gackernden Hühnerhorde erwerben kann.










Sehr herzlich wird man sogar dort drinnen durch ein Pinboard begrüßt. Für eventuelle Nachrichten der umworbenen Kundschaft liegen Post-Its bereit. Wie man sieht, hat die Zielgruppe ein großes Mitteilungsbedürfnis. Wenn die alle fleißig kaufen, sind die Arbeitsplätze der Belegschaft gesichert!
Auch wir haben dort schon Einkäufe getätigt. Wie wir es schon jedesmal in der Schweiz feststellen, wo wir Eier von echten draußen lebenden Hofhühnern genießen können, so haben auch die hiesigen Erzeugnisse eindeutig ihre Vorzüge. Vom Leben für die Tiere ganz zu schweigen.

Und so trabte ich gestern mit Eierkarton zum Häuschen. Mit leerem Karton, genauer gesagt, denn die kann man zur erneuten Befüllung zurückbringen und noch etwas gutes für die Umwelt tun.

Läuferisch dachte ich, mit dem Schwung des Horremer Abendlaufs ginge es munter. Es ging auch flott und die Vorgabe eines Tempodauerlaufs erfüllte ich. Aber irgendwie war es etwas zäh. Hängt vielleicht auch mit der zurückgekehrten Wärme zusammen. Oder vielleicht der unangenehmen Zahnbehandlung am Vortag. Aber mein Trainingsplan gibt mir diese Woche reichlich Gelegenheit, mit mehr Freude zu sporteln.

26°, 8 km, 47:52, (6:00 Min/km), HF 142

Kommentare:

  1. Ah, liebe Elke, Du hast den leeren Karton zurückgebracht.

    Ansonsten wäre ich nämlich mit einem Kalauer um die Ecke gekommen: Die Eier haben es lieber gerührt statt geschüttelt :-)))

    Liebe Grüße aus 15° herrlich frischen Oldenburg
    Volker
    (der echt mal wieder Bock auf Rührei hätte)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Volker,
      *lach*, ich ergänze den um die "verlorenen Eier"!
      Ich schiebe Dir gern ein paar Grad von unseren 26° rüber...
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  2. Mit vollen Eierschachteln laufen kenne ich schon. Glücklicherweise ist mir da noch keines kaputt gegangen :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Markus,
      ah, diese Erfahrung muss ich noch machen!
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  3. Du beschreibst genau das, was ich am Radfahren so schön finde. Immer neue Klein- und Großigkeiten, Menschen, Hunde ... Als ich noch Motorrad gefahren bin, fand ich das (Motorrad fahren) total langweilig und wusste nie so recht, wohin. Beim Fahrrad ist das wohin völlig egal.

    Aber da fällt mir ein (und dazu musst du wissen, dass ich laufen in jeder Form hasse), dass ich als Kind mal eine halbe Stunde bergab in's Dorf laufen musste, um Eier zu kaufen. Nun, eine halbe Stunde bergab bedeutet ja dann eine gute Stunde bergauf und was soll ich sagen, aus den Eiern waren Rühreier geworden, als ich endlich zu Hause ankam :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Irina,
      mit Motorrad fährt man einfach zu schnell an den Dingen vorbei, nicht genug Zeit zum Schauen. Beim Laufen hat man die, aber es dauert eben. Da ist Fahrrad ein guter Mittelweg ;-) Wobei, ich mag eigentlich nicht gern Radfahren. Seit ich mir ein Hollandrad gegönnt habe, macht es aber im Ort durchaus Spaß. Und für längere Touren habe ich mein ElliptiGo, wobei das ja ein Mitteldings ist.
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
    2. Du! hast! ein! ElliptiGo! Boah, geilo ... *strahl* ...

      Hast du die Frau im Lappen-Kostüm und Hollandrad in Titz/Rheinland gesehen? Das war so gut :-)

      Löschen
    3. Nein, die Frau habe ich leider nicht gesehen :-(
      Danke für "Rheinland" :-)!!
      Ja, ich habe ein ElliptiGo und liiiiebe es! Du bist die erste, die das kennt, wow. Am rechten Rand im Blog in der Tag Cloud hat es eine Rubrik. Heute geht's noch raus damit :-)

      Löschen
  4. Liebe Elke,
    das ist doch mal was cooles. Den Hühnern geht es gut und dann schmecken einem doch auch die Eier gleich besser, oder?
    Von der Schweiz kennen wir das auch und auch in Österreich haben wir die Vorteile eines solchen "Ladens" genossen.
    Das ist einfach toll :-)
    Liebe Grüße
    Helge

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Helge,
      ich finde das einfach nur bestens, quasi vor der Haustür so etwas zu haben. Ich finde, man "schmeckt" es den Eiern an ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  5. Liebe Elke,
    das ist ja toll! Ich beziehe zwar meine Eier immer von einer Hospizkollegin, die einen Freilaufhühnerstall hat (und diese auch über einen Selbstbedienungskühlschrank verkauft), aber hier in der Nähe gibt es auch einen solchen rollenden Hühnerstall. Der hat sogar Solarstrom! :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Doris,
      Liebe Doris,
      solar ist mir bei dem Mobil noch nicht aufgefallen, muss mal genauer aufs Dach schauen ;-) Ich finde, das schuldet man den Tierchen, ein angenehmes Leben. Du hast ja dann auch eine gute Quelle. Und ich finde, es schmeckt einfach besser.
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  6. Solche Hühnerhäuser gibt es "in klein" auch für den Hausbedarf. Einst erwog ich, für ca. 1500,- eines zu kaufen und drei Hühner für den Eigenbedarf zu halten. Irgendwie hatte ich dann aber Sorge, die Nachbarn könnte der "bäuerliche Lärm" stören.
    Übrigens las ich, dass es in D aus Hygienegründen verboten ist, die Eierkartons wiederzuverwenden (http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/eierkarton-wiederverwenden-warum-sie-die-pappe-besser-wegwerfen-sollten_id_6564895.html).

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. So ein Minihäuschen habe ich auch schon einmal gesehen. Nicht nur die Nachbarn könnten Einwände haben, auch das deutsche Stadtplanungsrecht hat da ein Wörtchen mitzureden.
      Das mit der Nicht-Wiederverwendung ist mir neu, danke für den Hinweis. Zwar schade, aber nachvollziehbar.
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen