Laufend lesen

Freitag, 26. Juli 2013

Rheinische Morgenstimmung

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, heute gleich beim Aufstehen zu einem Lauf zu starten, kann mich dann aber doch nicht ganz überwinden, entschließe mich stattdessen zum Kompromiss: 6:45 Uhr an den Schreibtisch (Home-Office machts möglich) und erstmal das Wichtigste weggearbeitet, Dann gegen 8:30 Uhr ausgeloggt und los gehts. Es locken 22 Grad und wolkenverhangener Himmel. Zunächst auch angenehmer Wind, der prima kühlt, doch als er nach Richtungswechsel dann zum Rückenwind wird, entfällt leider schlagartig dieser Kühleffekt :-(, die hohe Luftfeuchte, eine rheinische Spezialität, entwickelt sich inzwischen perfekt. Vom gestrigen starken Regen (Die örtliche Presse spricht gar vom Jahrhundertregen - ziemlich übertrieben) stehen noch überall auf den Feldern großen Pfützen, der Boden ist durchweicht. Man spürt fast, wie diese Feuchtigkeit in der warmen Luft verdampft.

Ich laufe eine meiner üblichen Runden durch die Felder, die teilweise über eine gesperrte und zurückgebaute Landstraße führt, an einer Seite noch mit alten Alleebäumen bewachsen. Ich wäre nicht böse, wenn nun etwas aus den Wolken fallen würde... Vor 2-3 Jahren hat es mich genau hier einmal erwischt: Losgelaufen bei Sonnenschein, nur eine Wolke am Himmel. Langsam aber stetig kam sie immer näher, erwartete mich an just dieser Stelle, öffnete ihre Ventile und in Nullkommanichts war ich im prasselnden Regen komplett nass bis auf die Haut, sogar in den Schuhen schwappte das Wasser. Der Spuk hörte genauso schnell wieder auf, wie er gekommen war. Ich lief noch die restlichen km heim, und kam dort wieder trocken und bei Sonnenschein an...

Heute herrscht hier eine andere Stimmung. Grau und tief hängen die Wolken, lassen nur hier und da schwach erahnen, dass über ihnen die Sonne lauert, die Luft schwer und feucht. Kein Auto ist zu hören, obwohl ich überall um mich herum, aber weit genug weg, welche fahren sehe. Einsam zwitschert eine Feldlerche über mir, das einzige markante Geräusch. Der Wind weht und trägt das Grundgeräusch des Tagebaus einige km weiter herüber, eine Art leises metallisches Brummen, durchsetzt manchmal mit kreischenden Zwischentönen. Ein Konzert, dass nur bei bestimmten Windrichtungen wahrzunehmen ist. Eine eigenartige Atmosphäre.

Die Beine laufen zwar gut, doch subjektiv habe ich das Gefühl, am Boden zu kleben und dennoch vom Kreislauf her am Anschlag zu sein. Ich fühle mich nicht gut, vielleicht doch eine Nebenwirkung des Medikaments gegen mein Nackenproblem. (Der Beipackzettel lässt ja da viele Möglichkeiten offen). Erstaunlich, denn der Blick auf die Pulsuhr zeigt mir moderate Werte bei gutem Tempo. Kurz vor dem Ende fallen dann doch einige Tropfen, doch da ist für mich die Dusche schon nah.
10,3 km in 1:06, 6:27 Min/km, Puls 139

8 Kommentare:

  1. Das liest sich nach Genuss pur - trotz der Schwüle und trotz des Gefühls, am Boden zu kleben, vielleicht liegt es am Medikament, vielleicht an der Schwüle oder an beidem, aber immerhin: 10,3 km im Sack - hach !!

    Ich wundere mich immer über euren Puls, meiner ist so niedrig, das macht mir manchmal Angst, heute fing ich mit 90 an, um bei ca. 126 zu landen - und das bei 18 Kilometern - komisch !!

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    1. Ja ich war auch zufrieden mit 10km, muss und möchte wieder mehr längere Läufe hin bekommen.
      Beim Puls wundere ich mich auch immer wieder bei anderen. Es scheint wirklich so zu sein, dass jeder seine persönliche Basis in dieser Hinsicht hat. Schätze, bei Dir kommt auch dazu, dass Du viel läufst. Ich fange meist bei 80 an, im langen Dauerlauf wäre dann so ca 135 - 140 mein normaler Wert.

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  2. Eine wunderbare Beschreibung Deines heutigen Laufes. Irgendwie ist es so, als wäre man dabei gewesen.

    Die Medikamente mögen ja nicht ganz laufverträglich sein. Die Laufdaten spiegeln es allerdings nicht wieder.

    Der Beipackzettel taugt ja selbst schon fast als Laufstrecke ;-)

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Das Medikament habe ich abgesetzt, dem Nacken gehts weitgehend gut, aber es kamen tatsächlich Nebenwirkungen. Bin mal gespannt, ob sich dann wieder Gefühl und Daten gleichen.
      Derzeit ist es so, das Thermometer sagt 35 Grad und der Körper sagt "heiß". Aber heute habe ich Ruhetag :-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Hallo Elke, momentan sind Morgenläufe ja wirklich herrlich!
    Nur vom REgen sind wir nach wie vor meilenweit entfernt, 2x fielen letzte Woche ca. 27 Tropfen /m² und das wars! ;)
    Ich wünsch' dir ein schönes Wochenende!

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    1. Hallo Doris,
      ja ein Regenguss ist derzeit paradiesisch. Vielleicht bekommst du ja auch bald welchen ab, drücke Dir die Daumen!
      Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende!
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Schöne Beschreibung deines Morgenlaufs, beim Lesen hatte ich das Gefühl, dabei gewesen zu sein. :-)
    Hier gießt es jetzt. Ich glaube, ich pack meine Sachen und geh ins Freibad zum Beine-Lockerschwimmen. Da ist jetzt wenigstens Platz. :-)

    Liebe Grüße,
    Anne

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  5. Ja dann hast du ja auch endlich Abkühlung. Wahrscheinlich bist Du dann wirklich im Freibad allein :-) Aber hat doch den Vorteil, dass Du ungestört Deine runden ziehen kannst!
    Liebe Grüsse
    Elke

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