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Montag, 6. April 2026

Von Ostern und Weihnachten, Formel 1, Kirchen, Musik und Dessous

Meine Osterlaufrunde ergibt sich quasi automatisch. Was bietet sich mehr an, als zu Ostern mal beim Weihnachtsbaum im Walde vorbeizuschauen? Und unterwegs gleich eine Anregung von Doris aufzugreifen, laufend Kirchen in umliegenden Nachbarorten zu besuchen.

Bei ihr gefallen mir immer die hübschen alpenländischen Kirchlein. Aber hier im Rheinland... nun ja, die Geschmäcker sind verschieden.


Ich fange dann mal an mit der Kirche wenige 100 m von daheim entfernt. Et voilà, St. Ulrich, 15. Jahrhundert:


Man beachte das Nachbarhaus zur Linken. Hinter dem weißen Bogen befand sich einst ein Geschäft. Im öffentlichen Archiv gibt es dazu ein Foto:

Ein Miederwarengeschäft gleich neben einer katholischen Kirche! Uiuiui, was mag da wohl der Pfarrer gesagt haben...?

Weiter zum nächsten Stadtteil, Horrem. Zunächst Kirche Christus König von 1931:


Dann weiter zur Kirche St. Clemens, Turm aus dem 12. Jh, Kirche in mehreren Jahrhunderten schrittweise erweitert. Sie ziert sich ein wenig, liegt auf einem Hügel, will aber nicht komplett aufs Bild.



 
Und wenn ich schon hier bin, kann ich noch die paar Schritte zur Gruft gehen. Hier liegt einer der bekanntesten Söhne der Stadt, Wolfgang Graf Berghe von Trips, Formel 1-Rennfahrer. Leider 1961 in Monza tödlich verunglückt. Er war nahe daran, den Weltmeistertitel zu holen, rangierte am Ende der Saison nur einen Punkt hinter Phil Hill, der den Titel errang.


An der Stelle kommt mir Musik in den Sinn. Ich muss hier etwas ausholen:
Der Musiker Chris Rea ("Driving home for Christmas") war schon immer Fan von historischen Rennwagen und auch von Wolfgang Graf Berghe von Trips. Was kaum bekannt ist, er produzierte 1996 den Film "La Passione" mit autobiografischen Zügen und vielen Sequenzen zum "Renngrafen". Und natürlich mit viel Musik, wunderbare Anklänge an die Epoche von Trips', aber auch Rea-typische Sounds. Für diesen Film ließ er den Ferrari nachbauen, den von Trips fuhr, einen "Sharknose" (Ferrari F 156, denn es gibt kein authentisches Exemplar mehr.
Bei einem Konzert, dass er in Köln gab, erfuhr er, wie nah er dem Heimatort seines Idols war und nahm sich die Zeit, hinzufahren, tauchte dort im kleinen, von einem Verein geführten Museum auf, war begeistert. Schlussendlich stellte er seinen nachgebauten Sharknose dem Museum als Leihgabe zur Verfügung. Ich habe ihn noch gesehen, den roten Renner dort. 
Aber leider drehte die Welt sich weiter. Das Museum kam in Probleme, Sponsoren, Räumlichkeiten kamen abhanden. Und auch der Ferrari wurde zurück nach England geholt.

Und nun, der Weihnachtsbaum wartet. Daaaa hinten!



Wie schon fast erwartet, es leuchtet mir etwas entgegen, ein paar Ostereier, in Gesellschaft zweier Weihnachtskugeln. Herrlich!


Auf dem Rückweg kommt mir noch eine Kirche in den Sinn, die ich "mitnehmen" könnte. St. Cyriakus, 18. Jh.


Es könnte noch Aprilwetter werden...

Und so neigt sich Ostern 2026 den Ende zu. Die munteren Osterhasen haben sich eine Runde Schlaf verdient... Vielleicht träumt dieser hier von Weihnachten, von Autorennen oder Musik...?

1 Kommentar:

  1. Liebe Elke,
    wenn ich das niedliche Häschen-Motiv mit den Kuschelmöhrchen so anschaue, frage ich mich spontan, ob du jetzt ins Postkartenmotiv-Geschäft einsteigst. Ob sich damit noch was verdienen lässt im Zeitalter von KI und sinkenden Postkarten-Versandzahlen? Dafür geeignet wären deine Zeichnungen allemal! Oder als Vorlage für Kuscheltier-Produktionen?
    Eure Kirchen dort wirken in der Tat um einiges robuster, kompakter, gedrungener als die süddeutschen Exemplaren. Vermutlich ist der liebe Gott im Pott bodenständiger. Und die Pfarrer durften sich ganz offiziell an den Miederwaren in der Nachbarschaft etwas erfreuen ;-)

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