Laufend lesen

Donnerstag, 1. Mai 2014

Klanglauf


Die Mainacht ging vorüber ohne jedwede nennenswerte Wetteraktivität.
Der Tag beginnt, wie er gestern endete, leicht schwül und leicht diesiger Himmel.
Das schöne Wetter will ich nutzen, um nochmals die Beine zu bewegen, merke aber recht bald, dass es nicht so ganz toll läuft. Schon morgens wurde ich mit Halsweh wach, da scheint eine Erkältung kommen zu wollen. Also mache ich einfach eine Stufe langsamer.


Als kleine Motivationshilfe habe ich das GP-Bern-Shirt aus 2012 aus dem Schrank genommen. Der GP, laut Eigenwerbung "die schönsten 10 Meilen der Welt" war mein erster "richtiger" großer Laufwettbewerb und ich freue mich darauf, diesen schönen Kurs in wenigen Tagen erneut laufen zu dürfen. Wo selbst die Zuschauer bei strömendem Regen ausharren, wo Kuhglocken rhythmisch am Streckenrand geläutet werden, wo Guggenmusik zu Durchhalten animiert, wo man durch die schönen Gassen der Berner Altstadt laufen darf - und wo am Ende die härteste Steilpassage die letzten Kräfte zehrt.


Den Lauf heute musste ich recht genau terminieren, genauer gesagt, zwischen Eagles und Lindenberg. 3sat bringt heute rund um die Uhr Konzertmitschnitte, es sind so viele kleine "Schätzchen" dabei, da will ich möglichst wenig verpassen. Bereits am Morgen gab es Pink Floyd zu sehen, zeitlose Klänge - herrlich. Dann eine sehr gute Darbietung eines mir völlig unbekannten Künstlers Joe Bonamassa aus dem Wiener Opernhaus (allein die Location elektrisiert mich ja schon...) mit Akustikgitarrenschwerpunkt. Und dann eben Eagles, Doobie Brothers, Udo L., und und und. Da müssen dann die Boxen wieder einmal Leistung zeigen.
Kürzlich durften wir sogar live in Jugendklängen schwelgen: Barclay James Harvest feat. Les Holroyd. In den 1980ern spielten sie vor rd. 175.000 Zuschauern in Berlin, und nun vor ca. 500-600 in der Stadthalle der Kreisstadt. Ja, ein wunderbares Beispiel wie Fans mit ihren Stars durchs Leben gingen. Während sich auf der Bühne die Protagonisten von den Roadies die Instrumente reichen und teils die Gitarren auch um den Leib drapieren lassen, liegt der Altersschnitt des Publikums ebenfalls um das Rentenalter herum. Daher sind auch die Sitzplätze als erste ausverkauft. Selbst vor der Bühne kein Gedränge, großzügig Platz für alle, sogar direkt am Bühnenrand. Aber die Darbietung ist erstklassig. Und auch wenn keine Damendessous auf die Bühne fliegen (Stützstrümpfe und Spanks wären auch wirklich uncool) sagt Les Holroyd nach jedem Applaus ganz artig "Thank you very much indeed".
Stil hat man eben oder nicht.

Mit viel Stil laufe ich durch ein schönes Waldstück, dass ich kürzlich auf einem Longrun entdeckte.


Ein Gefühl wie in einem Öko-Sauerstoffzelt.



















Dazu andere Klänge als im TV, ein wunderbar vielstimmiges
Vogelkonzert.











Und weich federnder Waldboden.

Leider kommen andere Töne hinzu, je tiefer ich in den Wald hineinlaufe: Die Motorengeräusche der nahen Autobahn. Aber erfreuen tut das frische Grün dennoch, ich finde sogar einen Rundkurs dort, so dass ich demnächst die kühlende Frische an diesem schönen Flecken häufiger genießen kann.
Aber erstmal muss die drohende Erkältung bekämpft werden.

18 Grad, 10,9 km, 1:12:38, (6:39 Min/km), Puls 140

17 Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    ich hatte heute im Garten einen ähnlichen Klangteppich, wie du im Wald! Da musste 3Sat leider drinnen bleiben ;).
    Aber das Waldstück wäre ganz nach meinem Geschmack!

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    1. Liebe Doris,
      das finde ich auch so schön am Frühling, dass sich alle Gefiederten mächtig ins Zeug legen, bald wird das dann wieder nachlassen.
      Das Waldstück war sehr schön, leider ist es nicht so groß.
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Jedes Vogelgezwitscher ist für mich beim Laufen mehr wert wie jegliche Musik! Da kann es nix schöneres geben :)

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    1. Was Geräusche draußen angeht, gebe ich Dir recht. Aber so eine gute Mucke weckt die Geister auch ganz gut... ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Hej Elke
    Mögen das herrliche Frischluft- und Klang-Bad im Wald und deine GP-Vorfreude die Viren im Schach halten. Ich wünsche dir ein flinkes Immunsystem!
    P.S. Oh, ein Album von Barcley James Harvest das war meine allererste Musikkasette...
    Liebe nordische Grüsse
    Marianne

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    1. Hallo Marianne,
      wenn nun eine Erkältung käme, wäre es kein Beinbruch, vor Wien wäre es schlimmer gewesen. Scheint aber nichts Ernstes zu werden.
      Musikkassetten - ja das gab es früher auch einmal, 60, 90, 120 - mit Umdrehen sage ich da nur mal, lach, das waren noch Zeiten! Die Musik versetzte einen direkt wieder dorthin!
      Liebe Grüße und einen guten Lauf!!!
      Elke

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  4. Der Lauf in Bern klingt ja gut. Das Publikum ist doch irgendwie die Würze bei solchen Läufen. Nicht, dass ich irre Erfahrung hätte, nur 3 HM und Firmenläufe aber wenn sich die Zuschauer solche Mühe geben, dann trägt es einen eben irgendwie weiter. Hab ich mal (als Staffel) bei einem 6-Stunden-Lauf erlebt - es hat geschüttet wie aus Kübeln und am Rand standen trotzdem noch die Leute und haben jeden angefeuert, als wenn es kein Morgen gäbe.

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    1. Da stimme ich Dir absolut zu, wenn Stimmung ist an der Strecke, läuft es sich viel leichter. Und das hat man in Bern absolut, und eine sehr gute Organisation dazu. Da ich ziemlich weit hinten starte hatte ich bisher auch immer das Glück, die Spitze ca. 1,5 km vor deren Zieleinlauf zu sehen (die einzige Stelle, wo sich der Kurs kurz berührt), letztes Jahr war das Haile Gebrselassie, das spornt nochmals an.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. klingt melodisch :) aber Vorsicht! nicht, dass der kratzende Hals kratzende Orchestertöne nach sich zieht im Körpergeschehen ;)

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    1. Heute fühlt es sich ganz gut an, keinesfalls schlimmer. Also keine Disharmonien in Sicht ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Öko-Sauerstoffzelt - eine schöne Formulierung. In so ein Sauerstoffzelt will ich auch.
    Da bist du also auch Udo-Fan! Hast du schon Karten für das Konzert in Düsseldorf?
    Ich wünsche dir schon mal viel Freude bei dem Lauf in Bern!

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    1. Wir haben gestern zufällig gesehen, dass er gleich 2 Konzerte in D'dorf gibt. Und dass, obwohl er sonst immer in Köln gastierte... Wir überlegen noch, hinzugehen. Gehst Du?
      Danke für die guten Wünsche für Bern.
      Liebe Grüße
      Elke

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    2. Im Prinzip ja, habe aber (noch) keine Karten ;-)

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  7. Wir werden alt, liebe Elke :-(

    Unsere Stars kennt heute kaum jemand mehr und Heinz Schenk ist nun auch gestorben.

    Aber das Konzert im Wald, das kennen und mögen alle, generationenübergreifend.

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      die Anzahl der Jahre, auf die wir zurückblicken können, wird mehr, aber das muss ja nicht zwingend identisch sein mit "alt werden"...
      Ja, wir kennen noch "Einer wird gewinnen" mit Kuli und "Dalli Dalli" mit Rosenthal, statt mit irgendwelchen Jungheinis... und beim "Blauen Bock" denken die Köln, ihr Geißbock habe einen über den Durst getrunken, aber wir Insider wissen, dass das mal eine Sendung war. Auch welche Anspielung der Name "Hoss" unseres Katers beinhaltet (und die er auch beim lockeren Wackeln mit dem Bauch erfüllt), das sagt nur uns Erfahrenen, Gereiften, Lebenserprobten etwas...
      Liebe Grüße
      Elke

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  8. Ich hoffe, die Erkältung hat sich wieder verkrümelt, liebe Elke! Manchmal hilft ja so ein Lauf dabei, zumal in so schöner grüner Umgebung, Live-Konzert inklusive! Wer will da schon mp3 auf den Ohren haben?

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Hallo Anne,
      ja, ist doch keine Erkältung geworden. Mit mp3 kann ich überhaupt nicht laufen, es stört mich, wenn ich die Umgebung nicht wahrnehmen kann. Und so ein Vogelkonzert ist wirklich die bessere Untermalung!
      Liebe Grüße
      Elke

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