Laufend lesen

Donnerstag, 3. August 2017

Katerfrei

Es gibt doch immer wieder Überraschungen im Läuferleben. Nach meinem kleinen Spezialtraining in Monschau erwartete ich ähnliche Katerqualen wie schon eine Woche zuvor. Doch welche eine Überraschung - als ich am Montamorgen den ultimativen Gleisabgangstreppentest  im Kölner Haupfbahnhof vollzog, war zu konstatieren: Kein übermäßiger Kater hatte sich eingeschlichen! Ich konnte sogar locker am Nachmittag die 73 Stufen im Bürogebäude hinuntergehen.
Was es nicht alles so gibt!

Ein kürzerer scheller Lauf am Dienstag über 6 km war ok.
Heute steht ein langsamer 12'er im Plan. Doch der beginnt mit schweren Beinen.
Hinzukommt eine kleine Reminiszenz an den Wochenendlauf auf den Eifelhöhen: Der Wind bläst kräftig. Dermaßen, dass manch ein Vogel mit ausgebreiteten Flügeln einfach so in der Luft steht.
Ich gönne ihn mir 4 km gegen den Wind und laufe dann über eine fulminant geschwungene Feldwegautobahnbrücke, kann an deren Ende in den erfrischend kühlen Wald eintauchen.

Was aussieht, wie ein ungepflegtes Gewuchere ist in Wahrheit gewollter Wildwuchs, wie das Schild wissen lässt.
Ich laufe tief und tiefer in den Wald, teste einen mir unbekannten Querweg und will noch wissen, was hinter der nächsten Kurve ist.
Ich kann zwar nicht rückwärts einparken, aber Navigation, auch nach Himmelsrichtung, ist durchaus mein Metier!




Und ich täusche mich nicht, stehe bald wie vermutet auf einem der letzten Reste der alten A4. Ein "lost place", wie das so neudeutsch heißt. Es würde mich ja in den Beinen kribbeln, hier nochmal auf dem Asphalt zu laufen, wie es mir einmal früher gelang...








Kleiner Schwenk um 180°. Dieser Rest der A4 (ca. 400 m) wurde renaturiert und soll wieder zuwachsen.

Inzwischen sind meine schweren Beine ein wenig munterer geworden. Zudem bin ich nicht mehr dem Wind ausgesetzt, sondern laufe im Wald noch ein Stück geschützt weiter, genieße dort die Ruhe und gelange danach auf einen Teil meiner angestammten "Feldrunde".



Die Laufhalbzeit habe ich erreicht und kann mich die letzten 4,5 km auf dem Feld vom Rückenwind schieben lassen.
Die 26° sind dank des Windes sogar gut erträglich, nur die Schwüle scheint ein wenig laufkontraproduktiv.







26°, 11,3 km, 1:15:00

12 Kommentare:

  1. Wurde auf dem Stück Autobahn nicht mal was für 'Alarm für Cobra 11' gedreht? Dann ist es nur angemessen, wenn du da läufst :-)

    Rückenwind? Was ist das? Hier kannste um die nächste Ecke laufen und hast schon wieder Gegenwind.

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    1. Liebe Irina,
      ob die dort gedreht haben, kann ich nicht sicher sagen. M.W. wear es meist ein anderes stillgelegtes Stück Richtung MG. Tja, für Läufer haben sie da leider nicht übrig: http://18071960.blogspot.de/2014/09/winke-winke-und-platzverweis.html
      Hihi, das stimmt, kurzzeitig ddachte ich gestern auch mal, dass der Wind IMMER von vorne kommt...
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Liebe Elke,
    da hast du es! Du bist für hügelige Landschaftsläufe geradezu gemacht, wenn du dich so schnell, an die neuen Laufgegebenheiten anpasst! :))
    Was mich noch interessieren würde: wie groß ist denn die Kompensationsfläche? Weil eigentlich müsste sie ja gleich groß sein, wie das verlorengegangene. Oder hab ich da einen Denkfehler?

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    1. Liebe Doris,
      nun ja, wenn es halt bergauf nicht so anstrengend wäre... ich bleibe doch eher im Flachen.
      Die Kompensationsfläche, die dort ausgeschildert ist, ist minimal, auf dem 2. Bild der Streifen zwischen Autobahn (links) und Feldweg. Im Hintergrund geht noch eine Wildbrücke über die Autobahn und auf der anderen Seite ist nochmal ein wenig Wildwuchs. Der Straßenneubau ist mehrere km lang. Wahrscheinlich rechnen sie da jeden Grashalm rein, damit die Statistik stimmt. Wenigstens das Stück renaturierte Autobahn ist ja echte Kompensation.
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Ich habe das Gefühl, das du in einer Gegend wohnst, wo ständig was gebaut wird. Ganze Dörfen werden umgesiedelt, neue Autobahnen ... ich habe hier nur die Möglichkeit mich mal über einen wegen Baumfällarbeiten gesperrten Waldweg zu ärgern :-)))
    Gut, aber dafür hast du Rückenwind (er sei dir gegönnt)
    Ich sehe das wie Irina: also bei uns kommt der Wind irgendwie immer von vorne. Ehrlich. Ich schwör. ;-)
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      nun ja, alles wegen dem ollen Tagebau, der wandert ja quasi von Nordwest nach Südost. Wo der hinwill, wirds weggenommen, und am anderen Ende wieder neu hingemacht.
      Da ist Rückenwind mal ein kleiner Ausgleich. Wobei der gestern auch teilweise dann doch von vorn kam ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Keine Sorge, das Rückwärts-Einparken machen die Autos demnächst alle von selbst!

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    1. Das würde aber voraussetzen, dass ich mich von meinem Auto trenne. Und das geht GAR NICHT. Das will ich fahren bis zur H-Nummer, und bis dahin lerne ich vielleicht doch noch die Einparkerei ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Liebe Elke,

    dieses ständige Ummodeln der Landschaft sorgt ja immer wieder für Abwechselung.

    Auf der alten Autobahn hättest Du wohl inzwischen schon wieder laufen können, wenn sie für die Sheriffs in den weißen Autos nicht mehr durchweg befahrbar ist ;-)

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Moin Volker,
      nun ja, so gesehen haben wir hier sehr spezielle Landschaftsreize. Die Stelle war am einen Ende der Strecke, die Sheriffs haben ihre Zufahrt 3 km weiter. Und da wird die alte Trasse inzwischen als Zufahrt und Lagerplatz vom Konzern genutzt.
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Hallo Elke,

    soso mal eben kurz nicht hingeschaut und du mutierst zur Bergziege. Nichtmal Muskelkater aus Monschau. Und dein Orientierungsgefühl ist immer wieder erstaunlich. Ich würde mich da denke ich öfter verlaufen und die UhrNavigation einschalten müssen. Das mit dem Wetter wird hoffentlich wieder!
    Herzlichen Gruß!

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    1. Liebe Roni,
      nee, mutieren sicher nicht. Es war mal eine schöne Abwechslung und dies in sehr reizvoller Landschaft, gelegentlich wieder. Aber Anstiege sind einfach nichts für mich, bzw. ich nichts für sie.
      In dem Fall hätte mich ja Uhr-Navigation nur auf der gleichen Strecke zurückgeführt, und die alte Autobahn war eine gute Orientierung. Ist ja hier nicht so wie im australischen Outback ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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