Laufend lesen

Sonntag, 3. Februar 2019

Bauch und Beine


Die Woche gestaltete sich unfreiwillig sportlerisch mau.
Ein kurzes Läufchen an einem wunderbaren schneegarnierten Winterspätnachmittag, mit untergehender Sonne über den Feldern und Schritten über knirschenden angefrosteten Schnee war prima.
Für den langen Lauf, auf den ich nicht verzichten mag, möchte ich mich aus Gründen heute nicht weit weit von der Haustür bewegen.
Da bleibt nichts anderes, als gute 2 Stunden immer ums gleiche Feldcarrée hinter unserem Wohnviertel zu kurven. Abwechslungsreichtum sieht anders aus. Aber immerhin, die frische Luft tut wunderbar gut und 18,8 km kommen zusammen.
Nach einiger Zeit habe ich auch den Überblick verloren, zähle nicht mehr die Runden, sondern treibe Hühnerhofstudien.

Das Camp der gackernden Gemeinschaft passiere ich letztendlich 7-mal. Und so beobachte ich bei jedem Wiedersehen das emsige Tun der Eierlieferantinnen, und ihrer Gockel.
Jawoll, deren vier kümmern sich um die Ordnung des Gewusels.
Lustigerweise herrscht Aufgabenteilung.
Die Gockel scheinen immer ihren kleinen Kern-Harem um sich herumzuscharen:












Ein weiterer Teil der Truppe steht Wache im Kontaktbereich zu den fütternden Zweibeinern. Nähert sich ein Nahrung-versprechendes Objekt, wir der Rest der Mannschaft herbeigerufen.






Bisweilen haben die Hähne den Bedarf, die Rangordnung zu diskutieren. Ihr Beitrag zur Produktion, immerhin.











Ich schmunzele innerlich immer noch über einen kleinen Dialog beim Belastungs-EKG 4 Tage zuvor. Eine junge sehr schlanke Frau stöpselt mir die Dioden auf den Oberkörper. Dabei meint sie, ich hätte ja eine gute Bauchmuskulatur, ob ich Sport treibe?
Ich muss darüber erstmal grübeln, denn ich würde die weitgehende Abwesenheit von Fett dort nicht automatisch mit guter Muskulatur gleichsetzen.
Wahrheitsgemäß antworte ich, dass ich laufe.
Daraufhin erzählt sie, dass sie das auch einmal versucht und sich ziemlich blamiert habe. Sie habe wohl den typischen Anfängerfehler gemacht und sei volle Kanne losgelaufen. Dabei habe sie eine ältere Läuferin überholt. Doch bald darauf sei ihr die Puste ausgegangen und die ältere Läuferin habe sie wiederum locker überholt.
Wenn sie schon so offen ist, lege ich ihr meine nicht ganz uneigennützige Motivationsmethode dar. Dass es mir nämlich besonders bei Wettkämpfen immer motivatorisch sehr gut tue, wenn ich mal junge Hüpfer*innen überholen könne, was aber selten genug vorkommt.
Wir lachen beide über unsere Lauferlebnisse.
Sie meint schlussendlich, dass sie es wohl nochmals versuchen solle, denn wenn sie in meinem Alter auch noch so einen Bauch habe, sei sie sehr zufrieden.
Huch, jesses, wenn das nicht gleich nochmals eine extra Portion Motivationsschub gibt. 😁
Vielleicht tragen die Beine mich deshalb brav während diesem Einödlauf.
Oder es lag daran, dass das Auslaufen zur Kuchentheke der Bäckerei führte...?

10 Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    wow! Da habe ich grooooße Hochachtung vor dir, dass du es schaffst, so einen Viele-Runden-Lauf hinzulegen! Ich suche mir ja nach Möglichkeit immer eine große Runde aus (wenn geht, um einen See oder Berg, damit ich nicht abkürzen kann), um nicht vorzeitig aufzuhören! ;)
    Aber gleich sieben Runden? Oder waren es noch mehr? Respekt!

    Und sonst konnte ich den Rest deines Posts über Bauchmuskeln heute ganz gelassen lesen, habe ich doch schon eine gute halbe Stunde sehr bauchintensives Stabitraining hinter mir! :D

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    1. Liebe Doris,
      nachher ging es besser als gedacht. Man muss isch nur mental ein paar Knochen zum nagen mitnehmen, dann vergisst man die Einöde recht schnell. Aber Deine Methode ist sonst auch meine bevorzugte ;-)
      Ja, es waren 7,5 Rundenund dann noch eine längere zum Bäcker :-)
      Bauchstabi - Rrrresekt!
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Liebe Elke,
    ich würde nach 2 Runden wahrscheinlich aufgeben. Runden laufen ist nix für mich. Da braucht es schon eine gehörige Portion Disziplin. Der Andi kann das ja Stundenlang. Der macht auch mal einen 34er auf einer 2,5 km Runde. Und wie mir scheint, würdest du das auch können :-)
    Und dabei eine Studio über das Leben auf einem Hühnerhof betreiben :-))))
    Und das Ganze mit dem Gewissen, das es gleich zum Bäcker geht ...
    Du weißt einfach, wie man es macht :-)
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      wenn es nicht anders geht, dann gehen auch solche Runden. Aber mehr Abwechslung ist mir durchaus lieber :-) Aber es war interessant, wenn man die ersten Runden gedreht hat, geht auch das.
      Der Blick auf die Hühnerwiese ist jedesmal interessant! Na und der Kuchen hinterher war natürlich prima :-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Liebe Elke,

    warum nicht mal Kreise drehen, wenn sich es gerade nicht anders paßt. Hat ja auch etwas meditatives. Und offensichtlich hattest Du ja auch den Kopf voll. Ich hoffe es ist nichts allzu schlimmes und inzwischen wieder gut. Immerhin hattest Du ja noch ein offenes Auge für das Treiben auf dem Hühnerhof.

    Und was das junge, schlanke Mädel angeht. Die hat noch wieder etwas gelernt, dass man nämlich auch im "Alter" noch schlank und rank und sportlich sein kann. Leider werden wir wohl kaum erfahren, ob ihr das auch gelingen wird :-))

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      ach ja, ich freue mich über die gelaufenen 18,8 km mit abwechslungsreichen Einsichten in den Hühnerhof :-)
      Hihi, na noch hätte das Mädel zumindest was die äußerliche Form angeht keine Sport nötig. Aber wir in unserem Alter (hüstel) wissen ja, das Leben ist unberechenbar.
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,

    ach bevor gar nichts ginge und es sich nicht anders einrichten ließe, könnte ich mir das auch für mich maaal vorstellen! Natürlich ist Abwechslung schöner, aber du bist durch deine Beobachtungen gut abgetaucht und hast das Rundenlaufen wohl gar nicht so "ins Bewusstsein gelassen"! - Vielleicht gibt es Biologen, die an deinen Beobachtungen großes Interesse haben. Musste also gleich publizieren ... kannst vielleicht nebenbei noch was verdienen!? LOL

    Ich wusste gar nicht, dass Laufen die Bauchmuskulatur trainiert! Warum habe ich denn kein 6-Pack? SCHNIEF! Ist schon gemein verteilt ... aber wir wissen ja, dass das Leben nicht gerecht ist! SCHNIEF! - LOL

    LG Manfred

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    1. Lieber Manfred,
      och, gegenüber monotoner Arbeit war das immer noch abwechslungsreich ;-)
      Ja stimmt, bei Deinem Laufleben müsstest du ein Mega-Sixpack haben... aber kein Grund zum traurig sein, es gibt wichtigere i Leben, zum Beispiel Spaß am Laufen!
      Aber nicht Hühnerhofstudien, ich glaube, das Leben des deutschen Haushunhs ist schon hinlänglich durchforscht ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Geschichten von verrückten Hühnern und ein Lauf zum Training von mentaler Härte - prima!

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    1. Ja, Laufen bringt immer wieder neue Herausforderungen!
      Liebe Grüße
      Elke

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