Laufend lesen

Donnerstag, 30. Juli 2020

Verlustvorsorge

Erinnert ein wenig an ein Walfischmaul, fand ich beim fotografieren. Ist aber ein kleines nützliches DIY-Projekt.
Ich schließe nochmals an an meinen Schlüsselverlust von neulich an. Leider wurde er bisher nicht gefunden. Und natürlich möchte ich Vorsorge treffen und nicht noch weitere Schlüssel verlieren.




Also habe ich mir mein Armtäschlein genommen, dazu einen Karabiner und ein Stückchen Band. Der Haken fand Befestigung am Band und selbiges wurde im Täschlein vernäht.
Da sollte nun aber nix mehr passieren!




Bewegt habe ich mich natürlich auch. Eine flotte Runde mit Elli, um in der Sommerwärme wieder einmal den Fahrtwind als Kühlung zu genießen.

Gestern war mir dann aber doch nach laufen. Trotz 24° Wärme. Anfangs fühlte ich mich noch gut dabei, aber je länger mir die Sonne auf den Kopf schien, umso schwerer wurden die Beine. Dennoch wollte ich nicht schwächeln und am Ende kamen 13 km zusammen. Die lagen in krasser Kontrastlandschaft zur lieblichen schweizer Bergwelt.
Ich wählte nämlich bewusst das Terrain Richtung Tagebaurand, weil dort die Kiesel so schön knirschen wie in den Bergen und man auch ziemlich einsam dort unterwegs sein kann. 
Man müsste nur die Augen schließen, und schön man sich dort wähnen...
War mir dann aber doch zu gefährlich.





Samstag, 25. Juli 2020

Nachhall

Nach dem Marathon sollst du ruh'n
und dann erst wieder Schritte tun.
Nach diesem Motto lasse ich zunächst noch meinen gaaaanz speziellen Geburtstagsmarathon innerlich gebührend nachhallen und laufe nur am Mittwoch eine kleine 9-km-Runde.
Und heute dann eine längere 15-km-Strecke. Diese wiederum in profiliertem Gelände, alldieweil wir ein verlängertes Wochenende "down-under" genießen.
In Erinnerung an den Lauf in Monschau nehme ich den Kirchhügel in Schwarzenegg am Stück laufend, was allerdings meinen Puls in maximale Höhen treibt und mich zum "Schnauferl" werdern lässt. Chris trabt ohne erkennbare Auswirkungen neben mir.
"Macht .. Dir ... das ... ei-gent-lich ... nichts?!" Ringe ich mir zwischen meinen Atmezügen ab.
"Ja ein wenig anstrengend ist es schon." kommt es locker zurück.
Die Welt kann hart sein...

Immer wieder lohnt der Blick ins Schaufenster einer Schreinerei am Wegesrand. Entweder sind sie dort gerade der Zeit weit voraus ... oder es war noch keine Gelegenheit zum Wechsel der Dekoration und Ostern hallt nach.






Im gleichen Fenster konnte ich 2014 ja bereits auch ein sehr spezielles Objekt ablichten:


Doch wir sind ja nicht zum Schaufensterbummel hier! Viel schöner sind die Perspektiven Richtung Emmental. Und froh um den kühlenden Wind sind wir bei 20° auch.






1 km vor daheim möchte Chris sich noch etwas gönnen. Er rennt hügelabwärts, um dann die steilere Steigung zu unserem "Heimätli" nehmen zu können.
Ich wähle die Direttissima nach Hause, das ich bei 14,7 km eigentlich erreicht hätte. Aber da kann ich ja noch die 15 km voll machen.
Wartend auf Chris studiere ich 2 Plakate, die unsere Vermieter an ihrem Kuhstall angebracht haben. Ich glaube, ihren Tieren geht es recht gut hier. Jeden Tag (außer Hochsommer oder Winter) dürfen sie auf die Weide. Und wenn die Altbäuerin die Kälber wieder hereinholt, werden sie liebevoll "Schätzi" genannt.


Ich muss nicht lange warten, da sehe ich das gelbgrüne Shirt den Weg hinaufklettern.
Daaaa:





Dann trabt er allerdings am Hofeingang vorbei, will seinerseits auch nicht mit halben Sachen enden, sondern volle 16 km verbuchen können.



Sonntag, 19. Juli 2020

Mein Geburtstags-Monschau-Marathon

Seit Jahrzehnten zeichnete er sich ab, dieser besondere Tag. Und schon ziemlich lange fragte ich mich, wie ich ihn begehen möchte. Kurzreise gern, aber die letzten Monate ließen die Lust daran schwinden.
An einem Lauf teilnehmen wäre was, es gäbe sogar einzelne - die dann aber abgesagt werden.
Aber dann keimte eine Idee...
Wenn die Läuferin nicht zum Laufevent kann, kommt das Laufevent eben zu ihr!
Anstelle des Monschau-Marathons wird bis zum 2. August eine virtuelle Version angeboten!
Das ist die Lösung!
Foto: Chris G.
Zwar kann man die Distanz an beliebigem Ort absolvieren, aber die Originalstrecke ist natürlich Ehrensache. Hat zudem den Vorteil, dass der Lauf dann zum "MoMa-Club" zählt, das sind die Läufer*innen, die mindestens 10x teilnahmen. Zwei Wertungen habe ich schon... 😁. Und gegen eine freiwillige Spende gibt es eine Urkunde und Medaille. Aus Gründen der Selbstmotivation schicke ich die Spende schon vor meinem Lauf los.
Chris gestaltet mir eine liebevolle Spezial-Startnummer. So stehen wir dann am Morgen des großen Tages bei frischen 12° um 7:30 Uhr am Dorfplatz in Konzen, ready to run!
Wir genießen ganz wunderbare Momente der Ruhe, bei langsam steigender Sonne und noch morgentaufrischen Wiesen, herrlich!


Foto: Chris G.


Foto: Chris G.



Flott geht es ein trailiges Stück abwärts nach Monschau, das noch recht verschlafen wirkt. Dann weiter an der Rur entlang und wieder über waldreiche Wege bis Widdau.
Wir gestalten den Lauf mit Rechnerei: Vereinfacht umgerechnet auf mein Lebensalter steht jeder km für rd. 1,5 Jahre. Dann ist in Monschau meine Einschulung, damals noch mit 3 Jahrgängen in einem Klassenraum. Die Lehrerin bespaßte jede Gruppe 15 Minuten pro Unterrichtseinheit...

Foto: Chris G.




Foto: Chris G.



Foto: Chris G.


In Widdau treffen wir auf Heidrun und Doris, die es sich nicht nehmen lassen, erstens ein Geburtstagsständchen zu singen und uns dann weiterhin als rollendes Verpflegungsteam erstklassig zu unterstützen. Käse- und Salamiwürfel, Brot, Salzbrezeln, Wasser (still aus Glasflasche), Cola, Radler, Kaffee. Was will man mehr?



Frisch gestärkt geht es durch das schattige und kühle Holderbachtal mit seinen zehrenden Anstiegen. Die nehmen wir aus Gründen der Ökonomie der Kräfte gehend. Also ich entscheide das mal so, Chris wäre wohl gerannt. Aber heute geht es um nichts außer Spaß an der Freude...!
Und die umgerechnete Lebenserinnerung umfasst die spannenden Jahre der Teenagerzeit, Führerschein, Start in Ausbildung/Studium/Berufsleben.
Der Weg wurde in diesem Jahr mit frischer Beschilderung versehen, was die Orientierung wirkungsvoll unterstützt. Unterwegs gab es noch ein altes Originalschild. Den Hinweis darauf erhielten wir, aber nicht die Standortangabe. Leider schaffen wir diese kleine Challenge nicht. Wir waren zu sehr mit den Steigungen beschäftigt und den kleinen bunten MoMa-Emblemen.
Da ist also jetzt noch eine Rechnung offen...




Brather Hof, Halbzeit. Zuverlässig werden wir erwartet und verköstigt. Das gefährliche an diesem Lauf ist, dass keine anderen Läufer einen ziehen oder drücken. Große Verlockung, also die Pause etwas auszudehnen. Und mal kurz sitzen tut auch sooo gut. Am Ende werden wir eine knappe halbe Stunde auf so angenehme Weise verbummeln 😁.

Foto: Chris G.

Foto: Chris G.

Am Brather Hof hat man eigentlich die schlimmeren Anstiege erledigt. Und es rollt flott abwärts zum und durch das Perlenbachtal.

Foto: Chris G.


Foto: Chris G.

Der kleine gemeine kurze Anstieg im Wald vor Gut Heistert macht richtig Appetit auf die nächste Pause eingangs Kalterherberg. Inzwischen ist Wind aufgekommen. Noch als frisch empfunden, wird er später zur angenehmen Kühlung.

Foto: Doris Böse
Hinter Kalterherberg treffen wir erneut auf das Tal der Rur. Wir sind in den 30'er Kilometern und mein Magen findet, er müsse mal gerade mitteilen, dass er auch dabei ist. Nach einer Weile lässt dies Gottseidank wieder nach. Nur die Beine werden und bleiben müde.


Leyloch. Nach erneuter Verpflegung und im Wissen, dass nur noch 7 km vor uns liegen, gehen wir den Anstieg relativ locker. Als uns Heidrun und Doris passieren, meint Chris nur "Die hätten auch mal fragen können, ob wir mitfahren wollen."
Natürlich hätten wir dankend abgelehnt!


Foto: Doris Böse
Auf zum allerletzten trailigen Anstieg. Das wird dann auch langsam Zeit... Mein Training war nicht wirklich auf den heutigen Lauf ausgelegt, da musste der Wille einfach etwas mehr kompensieren.
Die letzte Stärkung in Mützenich mit Cola hat sehr gut getan und aktiviert die letzten Reserven.


Foto: Geli Möller
 Welche Überraschung steht denn da am Wegesrand? Geli bildet die Vorhut zum Ziel.


Und dann stoßen noch Heidrun, Marion und Wolfgang vom MoMa-Team dazu. Wir gehen genussvoll und munter schwatzend das letzte Stück. Doris steht schon fürs Zielfoto parat.

Foto: Geli Möller
Aber dann soll es doch noch einen kleinen Zielsprint geben. Obwohl Marion und Wolfgang gerade am Vortag die 56-km-Runde absolvierten, ziehen sie mit. Dass auch solche Ultra-Spezialisten wie die beiden mit Muskelkater zu tun haben, tröstet mich ein wenig...
Ein unvergesslicher, sehr spezieller Zieleinlauf!

Foto: Chris G.

Foto: Doris Böse

Foto: Marion/Wolfgang Braun

Wolfgang überrascht uns mit Medaillen, die ich eigentlich später per Post erwartet hätte, dankeschön!
Und die liebe Geli steuert eine rote Rose bei, wie sie sonst beim Originallauf an die Damen verteilt wird.

Foto: Geli Möller

Foto: Marion/Wolfgang Braun

Und dann wird angestoßen!
Geli ergänzt unseren mitgebrachten Champagner mit alkoholfreiem Sekt, frischen Früchten, Schokoladigem und Brownies sogar mit einem brennenden Geburtstagskerzlein. Heidrun kredenzt uns Kaffee und Kuchen.
Ach wie herrlich kann so ein runder Geburtstag sein! Herzliches Dankeschön nochmals an alle, die dabei waren!
Wenn ich so überlege, in meiner Jugend war der 60. eigentlich der Eintritt ins Alter. Die Damen glänzten gern in Blümchenkleid und Dauerwelle, Geburtstage wurden eher standesgemäß bei Kaffee und Sahnetorte gefeiert. Wäre da einer Marathon gelaufen, ähm, das wäre leicht ein Grund zum Zweifel an der geistigen Konstitution gewesen.
Aber heute ... wie schön, dass heute nicht mehr früher ist!
Und das alte MoMa-Schild müssen wir nun auch noch finden. Wir kommen wieder!

Foto: Marion/Wolfgang Braun

Foto: Geli Möller
Ach ja, die Zeit: 5:55 , mit längeren Pausen und ja 767 Höhenmetern drin. Aber heute zählte etwas anderes. 😊