Laufend lesen

Sonntag, 20. August 2023

Durchbeißen

Manchmal wünscht man sich im Leben solche Beißerchen, wie sie in der Grabung auftauchten, bei der ich wieder 2 Tage verbrachte (die großen Teile sollen wohl Pferdezähne sein).

Gerade, wenn man auf ein Ereignis hin trainiert und die schönste Zeit des Jahres einem dann Temperaturen von 30° oder gar mehr beschert. Doch ich will nicht klagen. Bislang passte der Sommer 2023 noch ganz gut zu meinem Tun. Da gab es schon schlimmere Jahre.

Der Monschau-Marathon fiel auf einen lauferträglichen Sonntag in der ohnehin eher leicht kühleren Eifel. 

Davor erfreute ein Juli mit wenig über 20° das Läuferherz. 

Und die nun deutlich wärmeren letzten Tage fielen zusammen mit einer moderateren Trainingswoche. Eine Stunde laufen bekommt man da immer noch hin, und sei es durch Ausnutzung schattigerer Wegstrecken.

Ansonsten bleibt immer noch sporteln am früheren Morgen. Man muss sich dazu nur überwinden. Samstag schaffte ich das noch vor 8 Uhr für 30 Minuten gemäß Plan. Der Anfang gestaltete sich etwas zäh, aber dank der angenehmen Morgenluft überwog bald Freude über die Überwindung der eigenen Trägheit. 

Eigentlich wollte ich heute den Plan verlassen und statt Tempo lieber die Kondition mit einem weiteren langen Lauf stärken. Aber die Analyse der Wetterprognose und die daraus erfolgte Ableitung der ggf. notwendigen Aufstehzeit für einen langen Lauf ließ mich rasch wieder zum ursprünglichen Trainingsplan zurückkehren. Also dann eben doch 10 km in 55 Minuten. Da morgens um 8 kein Wettkampf wie im Plan gewünscht angeboten wird, müssen es eben flotte 2-km-Runden auf meiner Hausrunde hinterm Viertel sein. So dröge das auch ist.

Wie immer, der erste halbe Kilometer gerät zu flott, es folgt ein kurzes Jammertal, bis ich dann im Korridor um die 5:30 Min/km ankomme. Zeit für Fotos ist daher keine, auch wenn es genug zu zeigen gäbe. Denn anscheinend habe ich das präferierte Zeitfenster der Gassigängerschaft erwischt. Ich hätte sie zählen sollen, die Fellnasen, nach grober Schätzung waren es sicher 3 Dutzend. Ich erinnere mich an eine kürzlich gesehene Reportage über Hunde und ihre Herrchen/Frauchen und wie sehr sie sich zwar nicht immer, aber oft ähneln. Um mich von meiner Quälerei etwas abzulenken, treibe ich also Studien solcher Art. Und wirklich, da sind einige Tandems unterwegs, die schmunzeln lassen. Zum Beispiel die etwas voluminöseren Herrschaften mit ebenfalls großen und sehr gut genährten Hunden.

Oder der Mann im Schlurfschritt mit einem ebenfalls lustlos dahinschleichenden Bello wie auch die junge blonde Joggerin mit einem dann doch der eigenständigen Bewegung fähigen Schoßhündchen.

Auf eine rundliche Frau mit 2 auch nicht schlanken Schäferhunden treffe ich gleich viermal. Während ich auf der Runde dann jeweils wieder 2 km absolviert habe, ist sie ca. 100 - 200 m vorangekommen, weil doch viele Plaudereien mit anderen Hundehaltern schnellere Fortbewegung schlichtweg verunmöglichen. Dabei bekomme ich mit, dass einer der Hunde den in meinen Ohren doch arg putzigen Namen "Gisbert" trägt. Wenn so mehrere Hunde mit ihren Leinenhaltern auf einer Stelle stehen und die Hunde vorzugsweise springend und spielerisch miteinander kommunizieren, gern auch abgeleint, ergibt das den einen oder anderen zu laufenden Zickzack. Aber es sind alles friedliche Begegnungen und den einen oder anderen schönen Hund kann ich dabei auch kurz bewundern.

Schnell wird die Sonne stärker, die Luft unangenehm warm und die letzten 3 km zäh. Ich muss die Beine ordentlich antreiben, von selber läuft da nichts mehr. Wider Erwarten schaffe ich dann doch die Vorgabe halbwegs, 55:25 Minuten. War aber harte Beißerei.

Wenn die Wetterprognosen recht behalten, dürfte es zumindest im Rheinland wieder etwas abkühlen. Zähes Durchbeißen beim Training sollte damit zunächst nicht erforderlich sein. Aber wer weiß, denn woher soll das Wetter wissen, was die Meteorologen so prognostizieren...

16 Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    im Ernst? Du wolltest bei diesen Temperaturen einen langen Lauf einschieben??? :O Dann doch lieber kurz und knackig, dann ist es schneller vorbei. Gut, hast du dich doch für diese Variante entschieden und mit der notwendigen Verbissenheit auch ganz nach Plan durchgezogen - gratuliere!! :D Und dann noch Geschichten von Gisbert und Co. gehört, das war sicher eine gute Ablenkung.
    Ich bin gar nicht böse, dass ich diese Tage nicht laufen "muss(kann)", mir war es heute auf der Vormittagsradtour auf der meist schattigen Strecke schon warm genug. ;)

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    1. Liebe Doris,
      wäre es nicht so warm gewesen, hätte ich sicher den längeren Lauf zur Stärkung der Kondition eingeschoben. Aber es war dann mit den 10 km schlussendlich besser so.
      Die Vielzahl an Hunden war dann auffällig wie auch interessant, zumal sie alle brav waren.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  2. Gut gemacht, liebe Elke! 55:25 ist eine sehr ordentliche Zeit, besonders unter diesen Bedingungen.
    Diese Hündeler, wie wir die Hundebesitzer nennen, gehen mir manchmal auf die Nerven.
    Letzte Woche war da ein Typ, der seinen Hund an einer sehr langen Leine hatte.
    Natürlich spannte die ganze Leine über den Weg, wo ich gerade meinen Tempolauf durchziehen sollte.
    Natürlich war der Typ so stark mit telefonieren und rauchen beschäftigt, dass er gar nicht merkte was für ein Störfaktor er war.
    Ich habe dann etwas (zu) lautstark ihm gesagt, es habe hier Läufer und Velofahrer. Auf alle Fälle hat's gewirkt. :-)

    Geniesse die schattigen Plätzchen!

    Liebe Grüsse aus dem ebenfalls warmen Zürich!

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    1. Liebe Catrina,
      ja diese langen Hundeleinen finde mögen zwar aus Hundehaltersicht einen Zweck haben, aber die machen uns Läufern das Leben schwer. Vor allem die dünnen Flexleinen, die sieht man je nach Lichtverhältnissen manchmal erst sehr spät, ist nur was für Läufer, die Hürdenlauf trainieren wollen... Ich hätte wohl ähnlich reagiert wie du.
      Hihi, gestern war wieder nicht-schattiges Plätzchen beim Buddeln angesagt...
      Liebe Grüße aus dem sonnigen Rheinland
      Elke

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  3. Für das Wetter am Monschau Tag können wir gar nicht dankbar genug sein :-) Dafür darf es jetzt dann doch noch mal etwas wärmer werden, aber ich gabe dir völlig recht, einfacher machts das nicht für die Lauferei. Erst recht nicht wenn wie bei dir ein Trainingsplan dahinterliegt, da heißt es dann wohl: machen was machbar ist.
    Diese Hundeleute, was soll ich sagen :-) Otto macht das glaub ich ganz gut.
    Viel Spaß weiterhin beim Training und liebe Grüße, Oliver

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    1. Lieber Oliver,
      ja, Monschau war ein Highlight, auch wettermäßig. Es ist einfach je nachdem schwierig, seinen Trainingsplan dann mit Petrus in Einklang zu bringen. Aber ich will nicht jammern, dieser Sommer lässt dazu immer noch Schlupflöcher. Zudem habe ich ja nun auch persönlich ziemlich viel zeitliche Flexibilität. Da muss jetzt nur noch Disziplin mit früherem Aufstehen geübt werden ... ;-)
      Manch Hundeleute haben anscheinend auch so ihren "Tunnel" uns nehmen Läufer nicht immer wahr. Sonntag war das alles aber ok. Nur die geballte Menge war recht auffällig am Sonntagmorgen. Und Otto ist sowieso ein ganz Lieber!
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,

    55 min für 10 km, für mich gleicht das nahezu Schallgeschwindigkeit. Graturliere!

    Zu den Hunden: Wer wie wir hinterm Grundstück gleich einen öffentlichen Spazierweg hat, kennt die Rushhour der Gassigeher. Wenn ich jemals einen Hund hätte, wäre das für mich Anlaß zu anderen Zeiten unterwegs zu sein oder mich ins Auto zu setzen um in die einsame, weite Landschaft zu fahren. Diese Wauzi-Fachsimpelei unter Hundebesitzern wäre definitiv nichts für mich.

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      da hast du einen strategischen Vorteil was die Beobachtung zur lokalen Gassigangzeitpräferierung angeht. Aber die akustische Kontamination meiner Ohren währte immer nur kurz, dank meines "Tempos". Aber, das muss ich zugeben, auch schon kurze Wortbrocken können durchaus Grund zu innerem Amüsement sein.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Gisbert für eine Hund ist ja fast so ein schöner Name wie Satanklaus für eine Katze, auch wenn Helge Schneider das einst anders empfand!
    Glückwunsch zur hart durchkämpften Tempoeinheit! Hinterher fühlt es ja dann doch irgendwie immer gut an ...

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    1. Danke, ja der "Hinterher-Moment" ist immer prima! Danke und schön dich wieder mal zu lesen!
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Liebe Elke,

    super gemacht! Hundegänger ignoriert und Runden gedreht! Dabei ist ein schnellerer 10er rausgekommen!!! - (Die Zeit benötige ich momentan ja fast für 8 km! Da ist nix mit Marathonvorbereitung ... und in Berlin darfst du gerne wieder weit vor mir ins Ziel laufen! LOL )

    Gisbert war ein Kommilitone von mir in den 80ern! :-)

    Aber bzgl. des Wetters bin ich ja fast geneigt zu sagen, hast du das gut bei euch. Im Juli waren es bei uns deutlich mehr als nur wenig über 20°. Allerdings verwundert mich, dass du nur über die Temperatur schreibst, bei uns ist die extrem hohe Luftfeuchte limitierend, nicht die Temperatur. Wenn es 'schön' trocken ist, halte ich schon mal 30° aus. ... und morgens waren es hier die letzten Tage 98% Luftfeuchte.bei 21°, da ist nichts mit ausweichen, denn tagsüber waren es immer noch 65 - 70 % bei z. T. über 30°! *cry*

    Naja, so hat jede ihr Päckchen zu tragen und das männliche Pendant das seinige! ;-)

    Lassen sich die Beißerchen datieren?

    Liebe Grüße Manfred

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    1. Lieber Manfred,
      ah, du kanntest einen Gisbert persönlich! Und was Berlin angeht, da kommt es ja auch auf Kondition an, und da hadere ich mit mir :-(
      Stimmt, hohe Luftfeuchte hatten wir hier auch immer wieder, heute z.B. 77%. Ansonsten hatten wir aber Gottseidank nicht so viele heiße Tage wie in den Vorjahren. Daher bin ich unterm Strich zufrieden, Tragen wir also unsere Läuferpäckchen weiter...
      Datierungen und genaue Bestimmung zu Fundstücken der Grabung passiert hinterher. Gestern hatte ich das Glück, als ich ein paar Scherben und Fragmente fand, dass gerade ein Archäologe da war und das ad hoc auf das 14. Jh. datieren konnte. :-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  7. Liebe Elke,
    gut gemacht! Das Wetter macht mir ja dieses Jahr sehr zu schaffen, da kannst du stolz sein, dass du deinen Trainingplan durchziehst. Aber vor 8 Uhr - ist das nicht ein wenig spät? Ich versuche meist zwischen 6 und 7 auf der Piste zu sein.
    Pferdezähne habt ihr also gefunden, aber kein Pferdeskelett?
    Liebe Grüße!

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    1. Liebe Roni,
      du bist ein Musterbeispiel für Laufdisziplin, sooo früh am Morgen unterwegs! Gottseidank ist diese Sommer nicht so extrem, da reicht auch kurz vor 8.
      Stimmt, ein Skelett haben wir nicht gefunden, nur diese Zähne und noch ganz verschiedene Knochen verschiedener Tier. Anscheinend hat man den Keller zeitweise zur Abfallentsorgung genutzt, denn im Mittelalter gab es ja noch keine Müllabfuhr.
      Liebe Grüße
      Elke

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  8. Liebe Elke,
    Also das nenne ich mal eine gelungene Abwechslung. Statt Runden zählen und auf die Uhr schauen einfach Hund/Herrchen Studie betreiben :-)))
    Da finde ich es jetzt wirklich schade, dass du keine Bilder machen konntest.
    Aber irgendwie auch beruhigend, dass auch du manchmal dafür keine Zeit hast.
    Echt gute 10er Zeit einfach mal so.
    Respekt!
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      irgendwie muss man sich ja bei der Raserei von der Qual ablenken. Fotos mache ich bei 10ern nur bei "echten" Wettrennen... ;-), Nee, ich dachte, es lohne nicht, die Kamera mitzunehmen...
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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