Laufend lesen

Sonntag, 21. Juni 2026

Mal Wind, mal Hitze

Endlich wieder Touren mit Elli!

Dienstag war es eigentlich zu windig. Doch  (positives Denken muss her) wird schon nicht so schlimm sein. Ich WILL jetzt ellipieren! Und außerdem kann ich ja meine Tour so legen, dass ich erst Gegen- und dann Rückenwind hätte (Auf irgendwas mit nur Seitenwind habe ich keine Lust).

Das positive Denken ist schon recht bald vom Wind mürbe gepustet. Ich motiviere mich mit Aussicht bei terra nova auf den Tagebau, den ich ermattet erreiche. Leider habe ich keinen Fotoapparat dabei. Denn mir fällt eine Frau auf, genauer, ihr "Ruckack". Der sieht eher aus wie eine Katzentransporttasche, quer auf dem Rücken getragen. Was da wohl drin sein mag...? Seitenwände aus Gittergewebe verwehren mir zunächst den Blick nach innen. Doch dann geht sie an mir vorbei und ich kann den Inhalt sehen. Ich fasse es nicht, zwei Papageien, jeder in seinem eigenen Abteil auf einer Stange! Nach einem Päuschen fahre ich noch ein Stück weiter, dem strammen Westwind entgegen. Muss aber feststellen, dass der Wunsch stärker ist als die Beine. Ok, auf dem Rückweg habe ich dann Wind von hinten, aber der wiegt irgendwie die Plackerei von vorher nicht auf. 16 km, eigentlich dürftig, dennoch ist der Muskelkater am nächsten Tag beachtlich.

Nach Laufen am Dienstag sollte heute Elli erneut für Bewegung sorgen. Die Windprognose war deutlich besser. Gegen 11 Uhr mache ich mein Gerät und mich startklar, in der Sonne windgeschützt vorm Haus, 26°, puuuuh. 😥
Doch kaum rolle ich los - herrlich, der Fahrtwind! 😁

Ich habe mir eine Route mit Schattenpartien und entlang der Erft überlegt. Das Grün tut gut, fühlt sich an wie ein Sauerstoffbad. Da die Sonne zudem immer wieder hinter Wolkenschleiern verschwindet, ist die Temperatur auf diese Weise noch erträglich.



Doch wehe, ich halte kurz an, zum Trinken beispielsweise, schon fühle ich mich umhüllt von drückender Schwüle.
Also nichts wie weiter!
Bald bin ich in dem Bereich, in dem die Erft renaturiert wird. Ihr Bett war vor Jahrzehnten künstlich begradigt worden (Projektinfos hier). Nun darf sie sich in einem neuen Bereich ihr Bett eigendynamisch graben. Es gibt zwar einen festgelegten Einleitungs- und einen Ausleitungspunkt, dazwischen auch einen "Streckenvorschlag" der Landschaftsplaner, doch darf sie nun die Mäander nach eigenen Wünschen ändern. Aus 2,5 schnurgeraden alten km wurden so ca. 5,5 neue km, die der Natur und dem Hochwasserschutz zugute kommen. Auf dem Bild sind Anfangs- und Endpunkte des neuen Flussbetts und die Mäander zu sehen:


Früher strömte die Erft hier durch den geraden Verlauf zügig. Nun fällt auf, dass die vielen Kurven ihre Fließgeschwindigkeit verlangsamen, am Ausleitungspunkt sieht man auf dem Wasser treibende Wasserpflanzenteppiche.

Einleitungspunkt

Rückleitung ins alte Flussbett

Dazwischen: Stillgelegtes altes Flussbett

Im November 2025 waren wir hier zuletzt laufen. Seither hat sich einiges verändert. Dennoch sind noch immer Erdbewegungen im Gange, um die Umgestaltung abzuschließen. Auch soll die Erft nun in Ruhe ihr eigenes Bett gestalten können, bevor das ganze Areal freigegeben wird. Aber natürlich gibt es schon jetzt Trampelpfade ungeduldiger Naturliebhaber.


Nach guten 12 km spüre ich die zunehmende Hitze und entschließe mich zur Rückkehr. Auf dem Radwanderweg rolle ich an einem Dingsda mit weißem Zettel vorbei. Mh, wäre ja vielleicht näheres Hinsehen wert, also gedreht.
Spannend, ein Kunstprojekt "Muschelblume und Blei". Freundlicherweise mit Code bzw. Webseitenhinweis.

Ich rolle mit immer schwerer werdenden Beinen heimwärts. Die letzten 1,5 km unter knalliger Sonne - puuuh! 😒 Ich bin froh, als ich nach 25 km daheim ins Kühle kann. Ein Blick in den Link www.muub.info zur Kunst an der Erft verspricht, ähm, wohl ziemlich spezielle Performanceprojekte auf etwa 50 Fluss-Kilometer verteilt. Bei den meisten Beschreibungen kann ich mir nicht vorstellen, was denn da gezeigt werden soll, aber man wird sehen.

14 Kommentare:

  1. Dann hoffen wir mal, dass die Papageien ihren Ausflug genossen haben... 😄 Schon erstaunlich, was manche Leute mit ihren Haustieren machen!
    Aber wir wissen, dass Elli ihre Ausflüge ganz sicher geniesst! Und immerhin ist dein Plan mit dem Rückenwind am Ende aufgegangen. Muskelkater heisst, du hast alles richtig gemacht! 😅

    Die Renaturierung der Erft finde ich nach wie vor faszinierend. Schon verrückt, wie wir Menschen erst alles begradigen, nur um später festzustellen, dass wir es lieber der Natur überlassen sollten.

    Vielleicht stolperst du bald bei einer der nächsten Touren über eines dieser Kunstprojekte und kannst uns berichten. Im Moment ist "Muschelblume und Blei" fast so rätselhaft wie Papageien im Rucksack. 😄

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    1. Liebe Catrina,
      ja da war ich auch baff, als ich 2 Papageien in dieser Rückentasche entdeckte. Ha, danke, dann war der Muskelkater ein Trost, auch wenn das ja nervt, wenn man nur so rumhängt.
      Stimmt, erst begradigen, dann wieder verlängern, verrückt. Wobei diese Renaturierung sicher besser für die Natur ist.
      Auf der Webseite der Kunstaktion finden sich Termine und nähere Angaben. Man kann also ganz gezielt nachschauen gehen :-). Muschelblumen, Blei und Papageien - verrückte Sachen!
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Liebe Elke,
    so ist es richtig! Das Duo Elke und die grüne Eli lassen sich doch nicht von so ein bißchen Wind oder Hitze davon abhalten, die Gegend zu erkunden. Ha! ;D
    Aber die Papageien beschäftigen mich sehr. Wie groß war denn bitte dieser Rucksack? Oder andersrum gefragt - wie groß waren die Papageien? Irgendwie habe ich seit dem lesen das Bild eines roten Ara in einem Trinkrucksack im Kopf und krieg es nicht mehr los! :O

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    1. Liebe Doris,
      auch wenn die Umstände Elli und mich trennen wollten, am Ende hat es wieder richtig Spaß gemacht! Den Muskelkater ertrage ich wacker.
      Also der Rucksack war so ungefähr Größe und Format einer größeren Sporttasche, mit Gittergewebe hinten und an den Seiten. Die Papageien waren rot-bunt, aber etwa nur taubengroß und saßen auf kleinen Stangen. Aber ob die das genossen haben...? Ich würde das nicht machen.
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Die Frau mit den Papageien hat nicht nur einen Vogel, sondern gleich zwei! Aber wer weiß schon was dahinter steckt, einfach nur spazierfahren wäre jedenfalls ziemlich ... schräg.
    Schön dass du wieder vermehrt mit Elli unterwegs bist, der Muskelkater dürfte dann ja auch bald wieder vergessen sein. Bei dieser Hitze ist Elli im Wind vermutlich die bessere Wahl, statt schweißtreibender Lauferei.
    Und bitte die Renaturierung weiterhin dokumentieren, ich finds sehr interessant. Wird hier mit der Düssel auch gemacht. Seit dem letzten schlimmen Hochwasser ;-)

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    1. Lieber Oliver,
      ja, diese Papageientransportreurin ... bei ihr piepte es wahrhaftig!
      An Muskelkater muss man sich eben gewöhnen, zeigt ja auch einen gewissen Trainingserfolg. Stimmt solange der Wind nicht zu stark aus der falschen Richtung kommt, ist Elli ein wunderbares Abkühlungsmittel.
      Aha, die Düssel darf auch bald natürlicher fließen? Ich finde so etwas überfällig. Dieses Erftprojekt liegt nur wenige Kilometer hinter Erftstadt, wo vor 5 Jahren ja ein halbes Dorf in die Kiesgrube gespült wurde. Zumindest hinter dem Projekt liegende Orte dürften bei ähnlichen Lagen nun etwas besser geschützt sein, da das Wasser sich breit verteilen kann.
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,

    ich finde auch die Dame mit den Papageien schräg und ob es artgerecht ist, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht war sie ja in Not und musste die Vögel mitnehmen!? Hoffentlich war die Belüftung für die Tiere ausreichend und die Dame hat es nicht nur gemacht um aufzufallen?!

    Du scheinst dich langsam wieder an die anders gearteten Belastungen mit Elli zu gewöhnen! Da hört sich die Einteilung der Strecke mit der vorherigen Abschätzung des Windes gut an. Für die Umsetzung muss man sich dann aber darauf verlassen, dass die Bedingungen konstant bleiben ... und die Einschätzung der eigenen Kraft und Ausdauer auch die richtige ist! ;-)

    Ich hoffe, dass es dein Muskelkater nichts langfristiges ist und über die üblichen Mikrotraumen hinausgeht. Echte Muskelschmerzen sind nie gut und eigentlich Zeichen einer Überlastung. (Sorry für diesen besserwisserischen Kommentar!)

    Viel Spaß weiterhin, auch mit Elli und
    liebe Grüße Manfred

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    1. Lieber Manfred,
      ja diese Dame mit ihren Vögeln... Eventuell unterwegs mit WoMo und man wollte die Tiere nicht im heißen Gefährt zurücklassen..... aber sonst, krass.
      Der Muskelkater war ok, also keine Überlastung. Danke für deinen gut gemeinten diesbezüglichen Rat. :-) Ich möchte mich in der Tat wieder eingewöhnen und weiß, dass das am Anfang hart sein kann. Die Belastung ist ja mit Elli eine ganz andere. Und wenn der Wind mir geneigt ist, werden auch noch einige Touren folgen.
      Danke, dir auch weiterhin viel Freude beim sportlichen und sonstigen Tun!
      Liebe Grüße, Elke

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  5. Ein Streckenvorschlag für die Erft, herrlich! Hier wird das Bett des Lößnitzbaches renaturiert, aber ich habe den Eindruck, dass der Bach verpflichtet sein wird, dass vorgesehene Bett auch zu benutzen.
    Von Vögeln in Käfigen halte ich schon nichts, Rucksäcke finde ich noch schlimmer! Aber dein Sportgerät gefällt mir! Es schont die Knochen und bietet Fahrtwind. Genau das Richtige aktuell!

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    1. Ah, auch bei dir wird renaturiert, sehr gut!
      Abgesehen von Anfangs- und Endpunkt des neuen Betts gilt für die Erft die "Initiierung einer eigendynamischen Gewässerentwicklung". Wenige km weiter nördlich wurde so etwas in kleinerem Maßstab 2013 umgesetzt. Sieht heute sehr gut aus. Leider halten dann nicht nur Flora und Fauna Einzug, auch Schmutzfinken rücken bald nach :-(
      Tja, ich hätte die Dame mit den Vögeln mal befragen sollen, weiß aber nicht, ob mir da ein neutraler Tonfall gelungen wäre.
      Das Elliptigo hat mich schon wiederholt bei Problemen des Bewegungsapparats (Knie, Fußgelenk) zum Sport verholfen. Man gleitet sanft durch die Landschaft und genau, kann kühlenden Fahrtwind produzieren. Da kann man schräge Blicke mancher "Normal-"Radler wegstecken.
      Liebe Grüße, Elke

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  6. Die liebe Elke und die grüne Elli, sie rollen und rollen bei Wind und Wetter, Hitze und Mühe …

    Was die Papageien im Rucksack angeht: auch Menschen ohne Auto, die sich ein Taxi nicht leisten können, müssen evtl. mal zum Tierarzt o.ä. - so als Idee und Möglichkeit.

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    1. Liebe Lizzy,
      stimmt, für den Gang zum Tierarzt wäre so eine Transporttasche eine Möglichkeit. Doch dieser Aussichtspunkt liegt abseits, da kommt man nicht zufällig vorbei. Auch flanierte die Dame mit viel Zeit und widmete sich den Infotafeln.
      Bei der derzeitigen Hitze bleiben Elke&Elli allerdings doch daheim... :-(
      Liebe Grüße
      Elke

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  7. Liebe Elke,
    Letzens haben wir im hier in Trier auch jemanden mit einem "Elli" gesehen und ich konnte Dank dir Torsten ausführlich erklären, was das für ein Gefährt ist :-).
    Den Rucksack mit den Papageien gibt es in Südkorea schon ewig. Als Julia dort war, hat die Gastfamilie ihr 3 Papageien auch in so einem Rucksack auf den Ausflügen und Reisen mitgenommen. Als wir dort waren, haben wir das auch für Katzen gesehen.
    Liebe Grüße
    Karina

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    1. Liebe Karina,
      echt, in Südkorea ist Papageienspaziergang normal? Verrückt!
      Ein ElliptiGo in eurer Gegend, da muss man echt masochistisch veranlagt sein, oder das Gerät mit Gangschaltung oder E-Antrieb hochrüsten. Denn für Berge ist das echt nicht gemacht. Aber ansonsten machts Spaß! ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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