Zunächst wehte uns mit bis zu 75 km/h der Wind in Bremerhaven um die Nasen. Klasse, passt (Nur nicht zum laufen)!
Nicht so ganz passte, dass in dem schnieken Hotel direkt am Alten Hafen unsere Anmeldedaten gehackt wurden, komplett mit Adresse und Telefonnummer, Gottseidank ohne Visa-Daten. Tja, man räumte ein, dies sei nicht der erste Fall, man arbeite dran, aber Schuld sei nicht das Hotel sondern der Dienstleister. Hilft mir das weiter?
Wie dem auch sei, immerhin war die Aussicht vom Zimmer rund um die Uhr atemberaubend. Da verzichtet man gern auf das Hotelfrühstück zu 27 EUR pro Person und genießt stattdessen frische lokale Bäckerbrötchen mit mitgebrachter eigener Frühstücksausrüstung.
Nachdem wir mittags ankamen, ging es gleich in das direkt nebenan liegende Auswandererhaus. Ein Museum, in dem man die Auswanderung früherer Menschen nach- und miterleben kann. Statt Eintrittskarte erhält man z.B. eine Bordkarte mit dem Namen eines real (früher) existierenden Auswanderers, dessen Stationen man dann im Verlauf des Besuchs konkret nachlesen kann.
Eingangs findet man sich passend zum Thema an einem nachbauten Pier wieder und kann Auswanderern zuhören, nachgebaute Kojen verschiedener Jahrhunderte bestaunen und beispielsweise im Speiseraum Platz nehmen.
Schlussendlich landet man auf Ellis Island, kann digital den Original-Einwanderertest früherer Zeiten durchlaufen und erfahren, ob man hätte einreisen dürfen. Pro Frage sind 5 Sekunden Antwortzeit möglich, sonst geht es sofort wieder heimwärts.
| Wartezone Ellis Island |
| Melken lernen in der Schweiz |
| Eisige Kälte spüren in der Antarktis |
Eigentlich sind wir ziemlich abgefüllt mit Eindrücken, aber ein U-Boot am Wegesrand nehmen wir doch noch mit, die Besichtigung ist ja überschaubar, uff.
Am nächsten Morgen geht es weiter nach Worpswede, ein bezaubernder kleiner Ort im Teufelsmoor nahe Bremen, das Bekanntheit durch seine Künstlerkolonie um die vorletzte Jahrhundertwende erlangte. Die Dichte an (eher kleinen) Museen und Galerien ist immens. Wir schaffen 3 Kunstmuseen. Schulklassen toben hier nicht herum, dafür erleben wir eine andere störende Erscheinung: Seniorengruppen. Tja. Da spricht eine Führerin in ein Headset. Aber nicht, um Kopfhörer ihrer Gäste zu versorgen, sondern einen mitgebrachten Lautsprecher. Nervige Zwangsbeschallung der anderen Besucher ist das Resultat. 😕😖
Immerhin, nun haben wir es gesehen und leckeren Kuchen gabs auch.
| Café an der Großen Kunstschau (geschlossen) |
| Original ... |
| ... und künstlerische Interpretation |
Hier war mein Hauptziel die Kunsthalle. Dort hängt u.a. eines DER Werke von Claude Monet, bevor er sich den Seerosen widmete. "Camille im grünen Kleid" mit den Ausmaßen von 2,31 x 1,51 m hat er in nur 4 Tagen gemalt. Ein beeindruckendes Bild.
Am beeindruckendsten war jedoch der "Pixelwald", ein schwer bis gar nicht zu fotografierendes Erlebnis. Auf 160 qm sind 3.000 LEDs in verschieden geformten Leuchtkörpern über Spiegelfußboden installiert, die zu wunderschönen Musikklängen immer wieder ihre Farben wechseln.
Gottseidank sind wir allein, ohne Junioren und Senioren, ein Genuss! Ich hätte dort stundenlang bleiben können... 😄
Aber es ging ja noch weiter, in den Schnoor, ein an sich wunderschöner kleiner Altstadtbereich. Schön vor Mittag, bevor die Läden öffnen. Danach wird's voll...
Die Tour schließen wir ab mit einem kleinen Spaziergang zur Schlachte, wo inzwischen auch die Alexander-von-Humboldt dauerhaft als Restaurantschiff liegt. Das Schiff, das zu markigem Seemannsgesang einst mit seinen grünen Segeln für eine Brauerei Reklame über die Bildschirme schipperte.
Ich durfte einmal vor einigen Jahren aus wenigen Metern Entfernung mit ansehen, wie sie in Bremerhaven auslief, beeindruckend.
Und dann war es auch schon Zeit für die Rückfahrt. 4 Tage volles Programm, das braucht nun erst mal Erholung! 😂
Liebe Elke
AntwortenLöschenVier Tage, und ihr habt offenbar versucht, ganz Norddeutschland in diesen vier Tagen unterzubringen! Aber viele sehr interessante Reisetipps, danke!
Das Auswandererhaus klingt richtig spannend, vor allem die Idee mit der persönlichen „Bordkarte“. Und die Idee vom Klimahaus ist ja super. Isenthal liegt auf dem gleichen Längegrad wie Bremerhaven - das war mir nicht bewusst.
Nur die pubertierenden Schulklassen hätte ich ebenfalls nicht gebraucht. Und schon gar nicht die schwerhörigen Senioren... warum müssen alle immer so laut sein? 😂
Worpswede steht bei mir jetzt jedenfalls auch auf der Liste! Irgendwann schaffen wir es da hoch.
Hast du deine Laufsachen mitgenommen? Oder hattest du dafür gar keine Zeit?
Liebe Grüsse aus Mölln!
Liebe Catrina,
Löschennicht ganz Norddeutschland, da hätte schon noch einiges gefehlt. Aber in unserer Zielregion haben wir doch einiges erleben können. Die beiden Museen in Bremerhaven sind wirklich sehr besuchenswert, da sehr lebendige Konzepte dahinter stecken. Außer, wenn da Schulklassen sind, war wirklich nervig. Gerade in stillen Räumen (ZB einer mit kleinem Klavierkonzert von/mit Ludovico Einaudi in der Arktis >>>https://www.youtube.com/watch?v=2DLnhdnSUVs<<<, da stürmten die teils mit Gegröle durch). Mir ist ja klar, dass die Energieüberschuss haben, aber Rücksicht kennen die nicht. Aber die Senioren mit eigener Beschallung waren auch durch ihr Miteinander-Geschnatter und im Weg stehen etwas anstrengend...
Ich hatte ganz vergessen, im Auswandererhaus hat man Zugriff auf verschiedene Dateien, um evtl. ausgewanderte Familienangehörige zu finden...
Laufsachen hatten wir mit, Chris hat es sogar geschafft. Ich war schon allein von den Museen geschafft...
Liebe Grüße nach Mölln aus dem sonnigen Rheinland!
Elke
Liebe Elke,
AntwortenLöschenwas für wunderbare Eindrücke! Ihr habt aus den paar Tagen ja wirklich alles herausgeholt. Das Klimahaus kenne ich - dank Volker - ja schon, aber auch das Auswandererhaus würde mich sehr interessieren. Worpswerde wäre ganz sicher einen Besuch wert, wenn es mich denn wieder mal in diese Region verschlägt. Und die Kunsthalle in Bremen ist ganz sicher einen Besuch wert. Bis ich das selbst schaffe, arbeite ich fleißig daran, Gott nicht böse zu machen! :D
Liebe Doris,
Löscheneins ergab das andere. Klimahaus war eigentlicher Zweck der Reise, und wenn man schonmal da ist...
Es hat gut getan, sich verschiedenste Dinge zu Gemüte zu führen. Mehr hätte aber nicht mehr reingepasst. So hat man immer einen Grund, nochmal hin zu fahren.
Liebe Grüße
Elke
Booohhh - nur VIER Tage waren das, liebe Elke?! Das war ja mal eine Turbo-Bildungsreise mit gleich so vielen unterschiedlichen Fachgebieten. Ein Urlaub, der als Studium im Alter durchgehen könnte ;)
AntwortenLöschenDer Norden Deutschlands hat eindeutig viele beeindruckende, verzaubernde und spannende Ecken. Wenn er nur nicht so weit weg wäre von hier aus …
Das mit den gehackten Daten ist mir auch mitgeteilt worden. Und zwar von einem Hotel am Achensee, in dem wir vor sage und schreibe 22 Jahren mal ein paar Tage verbracht haben und danach nie wieder. Dass die meine Daten noch hatten, fand ich ja mal erstaunlich. Aber war wohl so.Offensichtlich haben deutsche und österreichische Hotels manchmal gleiche Dienstleister oder ein Hackerangriff hatte sich auf Hoteldienstleister spezialisiert … wer weiß.
Liebe Lizzy,
Löschenooch, als soooviel empfand ich das gar nicht. Einfach ein lohnenswerter Trip. Stimmt, der Norden gefällt mir auch, schon allein die Luft. An die weite Strecke von München dachte ich, als der Mannschaftsbus der Münchner Eishockeymannschaft vor unserem Hotel stand.
Dann hat euer Hotel am Achensee ja vorbildlich gehandelt mit der Info. Ich habe das bemerkt, weil ich einen Tag vor Anreise eine offiziell aussehende WhatsApp erhielt mit der dringlichen Bitte, meine Kreditkartendaten zu senden, weil sonst das Zimmer nicht sicher gebucht sei. Kam mir komisch vor, habe ich nicht getan. Erst als ich das im Hotel ansprach, stellte sich das heraus. Ja, da wurde wohl ein im Hintergrund tätiger Dienstleister (auch für andere Ketten) gehackt. :-(
Liebe Grüße
Elke
Liebe Elke,
AntwortenLöschenda ward Ihr uns so nahe, Bremerhaven erreichen wir in einer Dreiviertelstunde. Aber bei Eurem strammen Programm konnten wir nicht mehr dazwischen passen. Schön, dass es Euch gefallen hat. Bremerhaven als Stadt ist ja nicht so der Burner, aber der Hafenbereich mit den beeindruckenden Auswanderer- und Klimahaus hat was. Bremen spricht eh für sich.
Tolle Eindrücke!
Liebe Grüße aus dem benachbarten Norden
Volker
Moinsen,
Löschengenau, die BHV-Havenwelten sind die Reise wert. Die Innenstadt sonst, ... wie du schon schreibst.
Bremen hat auch reizvolle Ecken, weniger reizvoll der Autoverkehr in der Innenstadt, puh!
Nach OL kommen wir gern mal wieder, dann aber mit mehr Zeit. Lass das Bier schonmal im Kühlschrank ;-)
Liebe Grüße
Elke
Soso, ihr wart also 4 Wochen im Norden unterwegs ... in 4 Tagen ist das doch alles überhaupt nicht unterzubekommen?!?!?!! Sehr straffes Programm. Krass und toll :-)
AntwortenLöschenMal wieder superinteressant und nur teilweise für mich bekannt, in Bremen und Worpswede war ich öfter mal beruflich, aber lange her. Sollten wir mal an die Nordseeküste fahren, dann wirds zumindest das Klimahaus mitgenommen, klingt total spannend. Danke für den Reise-Tipp :-)
Lieber Oliver,
Löschenooch, das ging schon in 4 Tagen, wir sind ja noch jung und agil (hüstel). Bremen und Bremerhaven kannte ich auch beruflich, so dass die Planung daher etwas erleichtert war.
Das Klimahaus ist wirklich ein tolles Ding, dafür unbedingt einen Tag reservieren, sonst hat man da tatsächlich den geistigen Overflow!
Liebe Grüße
Elke
Liebe Elke,
AntwortenLöschenBildungsreise ist wohl der richtige Ausdruck für euren Ausflug nach dem Norden. Auswandererhaus und Klimahaus sind sicherlich beide interessante und besuchenswerte Museen. Da wollte ich auch ungestört durchgehen. - Den Schülern hätte ich den einen oder anderen Spruch gedrückt. Aus der Erfahrung mit Schülern heraus, hätte vielleicht auch der eine oder andere seine Wirkung gezeigt. - Die Rentnerband hätte mich aber noch mehr genervt. Warum kann man denen nicht einen Kopfhörer oder In-Ears verpassen? Damit kann man eh vieles deutlich besser verstehen. Aus leidvoller, persönlicher Erfahrung weiß ich, dass nur eine akustische Störung ausreicht und man versteht auch eine deutlich lautere Sprache nicht mehr ausreichend gut!
Eure ausgefüllte Zeit dort oben hat sich gelohnt, klingt wahrscheinlich noch etwas nach und muss jetzt sicherlich etwas nachverarbeitet werden!?! - Danke fürs Mitnehmen!
Liebe Grüße Manfred
Lieber Manfred,
Löschenstimmt, es war ein deutlicher Bildungs-Schwerpunkt. Aber aus der Strandurlaubsphase bin ich eindeutig raus, da muss eben andere Unterhaltung her ;-)
Was die erzieherische Komponente anderer Leute Kinder angeht, da hast du auf alle Fälle mehr Erfahrung. Einmal machte ein großer, kräftiger, männlicher Aufsehen den Puber-Tieren eine deutliche Ansage. Zack, Ruhe im Karton, bis hinter die nächste Ecke. Naja, wir haben dann in der Antarktis im kleinen Café eine Pause eingelegt, da war dann der größte Schub durch und wir hatten mehr Ruhe.
Genau, das dachte ich auch, dass In-Ears für die Senioren doch besser gewesen wäre.... doch halt, dann wäre das muntere Gequassel untereinander ja nicht mehr möglich gewesen, das konnten die auch gut :-(
Ja, die Eindrücke klingen nach und machen Lust auf Ähnliches.
Liebe Grüße
Elke