Laufend lesen

Samstag, 22. März 2014

Virtueller Halbmarathon

Heute sollte ich einen Halbmarathon wettkampfmäßig laufen, in 2:03 Std. Das läge genau zwischen meinem besten (2:00:54) und schlechtesten HM (2:07). Doch ich bin ein wenig misstrauisch, ob ich wirklich alles Pulver verschießen soll, was ich bisher gut antrainiert habe. Ein wenig schneller als sonst - gern, aber gleich gut unter der geplanten Marathon-Pace - ?
Kommt hinzu das Problem, wo überhaupt ein HM stattfindet, ich finde nichts Richtiges. Pulsmesser nennt mir den Burggrafenlauf in Oelde, der könnte mich reizen. Doch das würde gute 4 Stunden An- und Abreise bedeuten und die Zeit brauche ich, da ich einiges daheim zu tun habe, seit gestern die Küche montiert wurde. Zudem wache ich heute früh mit waren Betonbeinen auf, da ich gestern schon begonnen hatte, viel Inventar und sonstigen Kleinkram wieder im Haus zusammenzusuchen und in die neue Küche zu schleppen, treppauf, treppab, Leiter hoch und runter.
So backe ich dann kleine Brötchen und nehme mir erneut einen virtuellen Wettkampf mit mir allein vor. Da ich aber ungestört von Kreuzungen und Ampeln laufen will, fahre ich ein Stück der Erft entgegen, um dann nur noch geradeaus am Ufer entlang laufen zu können.

Am Parkplatz angekommen, klatschen erste Tropfen auf die Frontscheibe, doch genau als ich starte, hört die Bewässerung von oben wieder auf. Die Beine laufen munter los, mit guten 5:30. Viel zu schnell also und ich habe wieder einmal mein übliches Einbremsproblem. Doch das nimmt mir dann bald der Wind ab, der zunehmend auffrischt. Das hatte ich schon befürchtet und daher wohlweislich meine Route wieder so gelegt, dass ich zuerst Gegen- dann Rückenwind habe.
Die ersten 6-7 km laufen sich gut, doch dann wird das Betongefühl in den Beinen nervig. Zudem meckert mein linker Fuß  immer wieder einmal. Nun gut, ich weiß inzwischen warum (er könnte eigentlich noch viel lauter jammern), neue Einlagen sind bestellt und bis Wien wird es hoffentlich gut gehen, äh, laufen.

Die 10-km-Marke erreiche ich mit rd. 57 Min, eine passable Zeit für mich, aber auch eine Zeit, die ich nicht nochmals 10 km werde halten können, obwohl Energie-Gel und Traubenzucker mich jeweils ein wenig pushen. Die Beine werden müder und müder.
Am Ende amüsiere ich mich wieder über mein "Letzter-km-Syndrom". Immer wenn der letzte km dran ist, habe ich das Gefühl, es geht keinen Schritt weiter. Komisch: Das Gefühl ist immer da, egal, ob es 15 oder 20 oder 25 oder mehr km sind. Zeigt einmal mehr, wie sehr der Kopf doch mitrennt...

Genau in dem Moment, als ich am Auto ankomme, setzt wieder Regen ein, welch ein Timing!
Daheim angekommen fühle ich mich so wie unsere Milva:


11 Grad, windig, 21 km, 2:05:34, (5:56 Min/km), Puls 152

16 Kommentare:

  1. Also doch nicht die "Schweiz". Mit Schmerzen im Fuß vielleicht auch besser so. Auch bei dir der linke!
    Ich drücke die Daumen, dass bis Wien alles wieder passt! Die Fitness tut es ja offenbar bereits.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, weder die eine noch die andere Schweiz. Aber vielleicht ein andermal den Burggrafenlauf ;-) Danke für Deine Wünsche für Wien und wünschen wir beide uns, dass die Füße bald Ruhe geben.
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  2. Sich alleine ohne Wettkampfbedingungen so zu "motivieren", find ich klasse. Und das letzte-Kilometer-Syndrom kenn ich auch. Well done, würd ich mal sagen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Dir. Ja, würde doch ein Lauf nur aus ersten Kilometern bestehen - das wärs!
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  3. Hallo Elke,
    ich habe unter dem "letzten Km -Syndrom" bisher immer eher das Gegenteil verstanden. WEnn ich weiß, dass es nur noch 1 km ist, kann ich oft auch noch mal schneller! :)
    Alleine einen HM zu Wettkampfbedingungen zu laufen ist aber sehr tapfer! Und dann noch gegen den Wind - da hast du dir das ausruhen à la Katze mehr als verdient!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Doris,
      Deine Kraft für den letzten km packe ich wahrscheinlich immer gleich zu Anfang in mein zu schnelles Laufen hinein;-)
      Nun ja, echte Wettkampfbedingungen konnten es ja nicht sein, das zusätzliche Adrenalin fehlte ja und der Sog der Mitläufer auch. Aber dennoch war ich überrascht, wie schnell die Strecke abgelaufen war.
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  4. Hallo Elke
    Beton-Beine, Wind-Widerstand, drohender Regen und die "Einsamkeit" der Langstrecken-Läuferin - das sind nicht eben motivierende Bedingungen Glanz-Halbmarathon-Testzeiten aufzustellen. Trotzdem landest du nach deinem Alleingang nur einen Hauch von der Prognose entfernt, hast dich nicht ausgepowert und mit gutem Puls bestimmt eine beträchtliche, nützliche Dosis "Körner" für den nahenden grossen Tag gespart. Hut ab, vor deinem guten Dosieren!
    Nun erhole dich gut in Gesellschaft deiner Milva und gönn deinem quengelnden Fuss doch mal ein warmes Meersalz-Bad ;-)
    Liebe Grüsse
    Marianne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Marianne,
      ja das nächste Mal suche ich mir einen Marathon aus, bei dem ein HM im Zeitfenster vorher auch erreichbar ist ;-) Ich denke, es passt schon so wie es war. Ich habe schon sehr deutlich den Eindruck, dass das Training bisher gut aufbauend war. Wenn ich meine Werte mit denen vor einigen Wochen vergleiche, deckt sich das auch mit dem Gefühl.
      Tja, ein Leben wie die Katzen müsste man haben: Essen wird serviert und ansonsten Frezeit zur freien Gestaltung... :-)
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  5. Toll dass du es durchgezogen hast
    ich denke schon, dass es bei einem " richtigen " HM
    schneller gegangen wäre
    man ist viel mehr motiviert
    wird mit gezogen
    Tiere können sich so herrlich entspannen !

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke! Als Beamtin ist man ja gewohnt, Vorgaben zu erfüllen ;-) Die fehlenden 2 Minuten sehe ich nicht tragisch, es zählt letztendlich der Tag X...Katze wär ich ansonsten auch ganz gern, in unserem Haushalt.
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  6. Super, liebe Elke! Ich denke auch, im echten "Wettkampf" mit anderen Läufern und der entsprechenden Stimmung hättest du die Vorgabe eingehalten. Alles im grünen Bereich also. Jetzt musst du "nur" noch rausfinden, wie du dich beim Marathon auf der ersten Hälfte bremsen kannst, um nicht auf der zweiten für das zu schnelle Anfangstempo zu bezahlen. Aber ich bin sicher, dass kriegst du hin. 8-)

    Liebe Grüße, gute Erholung,
    Anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau, ich sehe auch alles in "grün". Mögen die Umstände in Wien dann so sein, dass alles passe. Mit Einbrems-Problemen rechnete ich für Wien nur am Anfang, gegen Ende dürfte das Gegenteil zu Erwarten stehen. Und das Ende umfasst sicher mindestens die 2. Hälfte...
      Sei lieb gegrüßt!
      Elke
      PS.:Irgendwie hat mich kürzlich der Grammatik-Virus befallen... ;-)

      Löschen
  7. Das "letzte-Kilometer-Syndrom" kenne ich manchmal auch schon auf den letzten zwei, drei Kilometern :-)) Manchmal kann ich mich damit überlisten, dass ich mir vorstelle, ich müßte nicht mehr nur noch ein bis drei Kilometer laufen, sondern noch sechs, sieben oder zehn. Dann ergibt sich der Körper seinem Schicksal und läuft einfach weiter.

    Klappt leider nicht immer ;-)

    Liebe Grüße
    Volker

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Volker,
      kannst Du Deinen Körper aber leicht übertölpeln. Meiner meldet dem Hirn zurück, dass er weiß, welcher km dran ist...
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
    2. Wir Männer sind da einfacher gestrickt :-))))

      Löschen
    3. Ja und ihr freut Euch sogar, wenn neue Schuhe endlich Dreck abbekommen... ich strebe das glatte Gegenteil an ;-)

      Löschen