Laufend lesen

Samstag, 4. Oktober 2014

Fußpflege, 100% naturrein

Derzeit sind wir wieder ein paar Tage in unserer "Alpendependence", viel schöne Landschaft, aber dafür recht eingeschränkte Internetverfügbarkeit, daher heute der Bericht zu gestern.

Der Lauf nach Plan ist kaum erwähnenswert. 40 Minuten geben ein Gefühl, als sei ich gerade erst losgelaufen und muss schon wieder umkehren. Der Puls ist weiter niedrig, aber bedingt durch ein paar Steigungen im leicht hügeligen Gelände hat er dennoch ein paar Ausschläge nach oben.

Am Nachmittag dann gönne ich mir eine besondere Fußpflege. Nicht weit entfernt gibt es einen Barfußpfad, den wir einmal vor einigen Jahren begingen. Heute soll es bei dem schönen Herbstwetter nochmals werden!

Die gelben Füße sind das Erkennungszeichen.
Man darf sich den Weg nicht als durchgestylte Anlage vorstellen. Er ist naturbelassen, quert gelegentlich Waldwirtschaftswege und führt ansonsten über Stock und Stein durch einen schönen Wald.
Also Schuhwerk im Rucksack verstaut und los gehts!
Die ersten Schritte sind sehr gewöhnungsbedürftig. Vor allem das Wurzelwerk macht das Gehen langsam, denn es ist teils so engmaschig, dass kaum ein ganzer Fuß dazwischen passt. Daher heißt es immer wieder balancieren und gute Tritte suchen. Zudem geht es auf und ab, auch dies ist barfuß auf diesem Untergrund eine andere Herausforderung als in Wanderschuhen. So kommt es, dass ich überwiegend mit den Augen gen Boden gerichtet laufe.

Dennoch fällt mir auf, dass die Wegführung verändert wurde. Zwar sind Anfangs- und Endpunkt noch dieselben, doch vor allem am westlichen Ende verläuft der Pfad nun wegen eines neuen Fahrweges durch den Wald anders.
Insgesamt misst der Barfußpfad 1,2 km, und da man ja wieder zum Ausgangspunkt zurück muss, ergeben sich stolze 2,4 km. Was in normalem Schuhwerk vielleicht in einer halben Stunde abmarschiert ist, dauert barfuß gut doppelt so lange. Wobei es interessanterweise bergauf schneller geht als bergab.

Die verschiedenen Bodenuntergründe sind natürlich der Reiz für die Füße, mal fester Waldboden, mal Moos, Matsch, Tannennadeln und immer wieder Wurzeln. Man muss sich sehr konzentrieren, denn allzuschnell stößt man mit den Zehen an.
Vor allem die steinigeren Passagen sind herausfordernd, spitze Kiesel und Barfüße vertragen sich nicht so gut...










Auch wenn der Weg naturbelassen ist, so gibt es dennoch ein paar "Gimmicks", wie dieser bepflanzte Schuh beispielsweise.















Oder diese Stele mit angedeutetem Hirschgeweih.














Schön auch das Zapfenbeet, das einlädt, eine Runde auf den weichen Tannenzapfen zu gehen.










Am östlichen Ende (weswegen man auch möglichst hier in der Nähe starten sollte, damit dies später der Endpunkt wird) wartet noch eine besondere Attraktion: Eine Wassertretstelle.











Sehr sinnvoll, denn die Füße sind natürlich nicht mehr ganz so sauber ;-)
Also ab ins kühle Nass!











Am Rand der Wasserstelle ist sogar eine kleine Anleitung zum Kneipp'schen Wassertreten angebracht. Der knöcheltiefe Miniteich selber ist mit feinem, fast kieselfreien Sand gestaltet.
Das Wasser ist allerdings ziemlich kalt... Doch was tut man nicht alles der Gesundheit zuliebe!








Ja und was hat man nun davon?
Es ist ungewohnt und fordert die Füße heraus. Manchmal kostet es auch ein wenig Überwindung, in die (m.W. angelegten) Schlammstellen zu treten. Auch hatte ich kalte Füße unterwegs und im Wasser und manchen Fluch auf den Lippen, wenn ich mal wieder auf etwas pieksendes trat.

Doch wenn man dann die Füße nach dem Bad abtrocknet (Handtuch mitnehmen ist von Vorteil) und selbige in warmen, selbstgestrickten Socken stecken, macht sich ein warmes, wohliges Gefühl bemerkbar. Die Füße fühlen sich belebt und erfrischt an - herrlich!




So schlendere ich entspannt zurück zum Auto, den länger werdenden Strahlen der untergehenden Sonne entgegen.







Der Tag war heute frühherbstlich diesig, nur angedeutet sind hinten Niesen und Stockhornkette erkennbar.
















19 Grad,6,3 km, 41:23, (6:32 Min/km), Puls 125

19 Kommentare:

  1. Hallo Elke, das ist ja spannend. Ich hab bisher nur von den Barfußpfaden gelesen, die komplett künstlich angelegt sind. Das würd mich auch Freude bereiten. Sollte "man" ja eigentlich öfters mal machen. Die Füße würdens einem wohl danken. Toll! Und die Bilder.. hach *seufz*

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    1. Hallo Anja,
      ich habe bisher auch nur einmal einen kleinen künstlichen Pfad in einem Park gesehen. Der hier ist schon anders. Ich denke auch, öfters barfüßeln auf solchem Untergrund ist gesund.
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Überwindung? auf Schlammpassagen freue ich mich barfuß immer ganz besonders :-) und bin ein bisschen traurig, dass jetzt die Barfußzeit für mich fast schon wieder vorbei ist. Sonderlich kälteresistent sind meine Füße nämlich nicht trotz alltäglich häufiger Schuhlosigkeit. So einen Barfußpfad fände ich aber trotzdem auch interessant und würde das gerne mal probieren - glaube aber, dass es sowas hier in der Gegend gar nicht gibt ...? mal googlen ..

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    1. Hallo Lizzy,
      wo läufst Du denn täglich barfuß? Daheim? Google wird Dir sicher was rausfinden, fragt sich nur, wie weit weg. Bei mir in der Gegend zu Hause ist da leider nix.
      Liebe Grüße
      Elke

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    2. Moin Moin Elke :)
      Google sagt mir, dass der nächste Barfußpfad in Penzberg ist. Also irgendwas um die 50km weit weg - was eindeutig zu weit ist für das bisschen Neugierde, das mich hintreiben würde.
      Denn: um auf die Frage zu antorten: ich laufe so ziemlich überall barfuß, wenn die Randbedingungen (Temperatur etc.) passen. Wie lange es Barfußpfade schon gibt, das weiß ich gar nicht. Das Laufen ohne Schuhe war mir aber schon ein Anliegen, lange bevor das Buch *Born to run* auf den Markt kam Völlig ohne Trend(setterei) im Umfeld war ich einfach schon immer gerne barfuß. Was mich nicht daran gehindert hat (leider) einen HalluxValgus zu entwickeln (auch ganz ohne hohe Hacken getragen zu haben etc. Übergewicht? Veranlagung? .. k.A.)
      Barfuß gehe ich einkaufen (wenn hier im kleinen Lädchen um die Ecke), spazieren ... etc. Da ich aber meist mit dem Rad erstmal irgendwo hinfahre, ist das gar nicht soooo häufig. In Innenstädten mit Scherbengefahr etc. bin ich auch beschuht - am liebsten leichte Trekkingsandalen. Es ist bei mir kein "Religions-Prinzip" - ich fühle mich ohne Schuhe einfach wohler und schon in meiner Kindheit schallte der Ruf "Jetzt zieh' dir doch mal was an die Füße!" gerne hinter mir her wenn ich nur bestrumpft oder barfuß im winter- und fußkalten Haus rumtapperte. Hausschuhe kann ich nicht leiden und trage zu Hause - und auch im Büro im Winter - nur dicke Socken. Oft selbst gestrickte.
      Was das Joggen (resp. Laufen ;) angeht: ich kann zwar recht locker bis zu 10 Kilometer auch barfuß. Tue das aber eher selten weil man doch häufig auf spitze Steine tritt und das schmerzhaft sein kann etc. Wenn die Strecke dazu taugt, ziehe ich die Schuhe eben mal für ein paar Kilometer zwischendrin aus - das häufiger. Ansonsten gibt's regelmäßig die kleineren Läufchen in Beachwalkern - verhindert Verletzungen und hält einigermaßen das "Fußfreiheitsgefühl" aufrecht. Ich bin überzeugt, dass kräftige Fußmuskeln ohnehin auch gut für den Laufstil sind. Was bei mir dann aber eher eine Folge und kein ursprünglicher Grund gewesen wäre *s*

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  3. So ein Barfusspfad ist eindeutig eine Wohltat für die Füße. Ich glaube die würden den ganzen Tag am liebsten nichts anderes machen wie sich da einsulen :)

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    1. Hallo Markus,
      ist sicher gesund und sollte man öfter machen :-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Hi Elke, ich finde das mit dem Barfußpfad auch sehr spannend und danke Dir ob des tollen Berichtes samt Deinem Feeling. Ich laufe auch sehr gern barfuß, aber so etwas gibts im Norden glaube ich nicht, so muss mein kleines Gartenreich reichen.
    Schade eigentlich.

    Hast Du mal auf Arte den Film besehen das Dre mensch eigentlich als "Barfuss" Läufer geboren ist?
    Fiel mir dazu wieder ein.

    Herzlichst Runningbirki

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    1. Hallo Lizzy,
      Ihr im Norden habt doch wenigstens Strände, die sind ja auch sehr gut für die Füße. Den Film kenne ich leider nicht. Barfuß schnell laufen kann ich mir aber nicht vorstellen, außer vielleicht auf entsprechendem Untergrund, Sand oder Gras.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. So einen riesigen Barfußpfad hab ich auch noch nie gesehen. Wir haben einen kleinen beim Studio, und einen im Wald, den ich neulich entdeckt habe, der aber leider ziemlich verfallen ist. Total cool so was!

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    1. Hallo Christiane,
      dann hättest Du ja die Chance, so etwas öfter zu nutzen! Nichts wie hin! ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Das würde mir auch Spaß machen, glaube ich! Die Bilder wirken jedenfalls sehr einladend. :-)

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      ich bin sicher, Du hättest Spaß dran. So etwas müsste es wirklich öfter geben!
      Liebe Grüße
      Elke

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  7. Liebe Elke
    Im begeisterten Bericht von der Barfuss-Pfad-Begehung kann man gut spüren, wie sich deine Füsse über das vielfältige, natur- und hautnahe Erlebnis, den Untergrund ohne die Empfindungen dämpfende Abschirmung von Strümpfen, weichen Innensohlen und Stösse auffangenden Aussensohlen gefreut haben! Da wird auch gleich das Repertoire an Schritten vielfältiger, mal tastet man sich vorsichtig vorwärts, mal wagt man grosszügige Hüpfer zu machen ...
    Ich finde das Barfusslaufen (abseits des Trainings ;-) genial. So lange es geht trage ich von Frühling bis Herbst rund ums Haus keine Schuhe. Und es kann mir schon mal auf einer Wanderung in den Sinn kommen, die Schuhe in den Rucksack zu versorgen ...
    Beim Lesen deiner Zeilen blitzte der Gedanke auf, wie mühsam es wäre, wenn wir unsere Hände immer mit so vielen schützenden Schichten umgeben würden, wie die Füsse!?!
    Es täte den Füssen sich gut, nach dem Training ein paar Runden ohne Schuhe auf einem Rasenplatz zu laufen - ab und zu mache ich das nach einem Wettkampf, doch im Alltag denke ich selten daran.
    Weiter viel Spass und schönes Wetter in der schönen CH!
    Liebe Grüsse
    Marianne

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    1. Liebe Marianne,
      stimmt, niemand käme auf die Idee, seine Hände permanent einzupacken! Und daran, nach dem Lauf dort zu wandeln hatte ich auch schon gedacht. Habe es aber diesmal verworfen, weil nassgeschwitzt im kühleren Wald vielleicht erkältungsgefährlich sein könnte. Ja, wir Läufer sollten unseren Füßen mehr Gutes zukommen lassen!
      Liebe Grüße
      Elke

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  8. Liebe Elke,
    ich kenne hier in der Gegend auch nur einen klitzekleinen Barfuss-Pfad, den ich aber sehr gerne nach dem kneippen noch begehe!
    So eine Barfusswanderung würde ich auch gerne mal machen....

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    1. Liebe Doris,
      ah, Du hast es gut, wenn auch einen kleinen, aber immerhin überhaupt einen Barfußpfad in der Nähe zu haben! Ich beneide Dich!
      Liebe Grüße
      Elke

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  9. Hallo Elke,
    das hätte mir sicher auch Spass gemacht. Ich gehe oft einfach so ein wenig barfuss ohne Pfad. Aber wenn mir mal einer über den Weg läuft, werde ich den ganz sicher mitnehmen. Allerdings barfuss laufen geht gar nicht. Bin einfach keine Vorfussläuferin.

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    1. Ich vermute, auch in Deiner Wohnregion sind solche Pfade dünn gesäht... ?Eigentlich schade, denn es tut den Füßen sehr gut. Aber vielleicht findest Du mal einen.
      Liebe Grüße
      Elke

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