Laufend lesen

Mittwoch, 16. September 2015

Berg und Tal

... so fühlt sich für mich derzeit das Laufen an. Noch am Freitag dachte ich nach kurzer Erkältungszwangspause, ich sei wieder in der Spur. Ja ich schaffte sogar meinen Lieblingsfeind, den Kirchhügel des Nachbardorfs.
Dann kam der Sonntag mit dem 30-km-Lauf... So unrund und hölzern lief es selten, jeder einzelne Kilometer ein Kampf, von Anfang bis Ende. Ein Gefühl, wie 3 km vor Marathonziel, aber das eben 30 km lang. Dabei habe ich gut getrunken, auch Salz nahm ich zu mir. Anfangs dachte ich noch, das liefe sich ein, aber nix da. Am Ende ging gar nur noch gehen.
Spannung also, wie die Intervalle (3x3 km in je 6:10 Min/km) 2 Tage später danach sein würden...
Und da war ich wieder on top. Schon beim Einlaufen wollten die Beine schneller als der Plan. Das alte Laufgefühl war weitgehend wieder da, die Intervalle lief ich sogar ein wenig flotter.
Also dann eine doch noch gefundene Möglichkeit ergriffen, am Samstag einen richtigen HM zu bestreiten, statt wieder nur gegen die Uhr und mich selber antreten zu müssen:
Der Greifenseelauf wird es werden :-)

Damit weitgehend genug des Textes und noch ein wenig mehr optisch Berg&Tal, noch ein paar Eindrücke von letzter Woche, die ich einfach nicht auf der Festplatte vergammeln lassen möchte.

Morgendlicher Rauhreif auf der Terrasse des Berghauses auf dem Männlichen.












Vom Berghaus führt der Panoramaweg zur Kleinen Scheidegg, dem Zielbereich des Jungfrau-Marathon. Wunderbar zu laufen, da nur sanft abfallend (bzw. ansteigend - je nach Blickwinkel)














































Andere Länder, andere Sitten: Hier wird Kuchen gern auch mit Messer und Gabel serviert und verspeist.









 















Nicht nur die Natur zu beobachten ist spannend, auch die Menschen.
Wie dieser Amerikaner, der gleich mit der goldenen Karte seinen Vielfliegerstatus für alle demonstriert.
Oder manche Damen, auffallend oft englische, die mit nackten Beinen und Armen nur in Shorts und T-Shirt, gern auch in Sneakers, grad wie im Hochsommer hier oben unterwegs sind, bei deutlich unter 10 Grad.
Oder der ebenfalls den USA zuzurechnende Mittdreißiger, der sich abends per Taxi auf den Berg kutschieren ließ (kostet rd. 130 Franken), und dann im Angesicht des unvergleichlichen Panoramas nur mit gesenktem Haupt auf seinem Smartphone herumtippte.

Interessant auch diese Installation. Eine Scheibe, auf der einige markante Begehungsrouten der Eiger Nordwand dargestellt sind. Setzt man sich im richtigen Winkel davor, ergibt sich ein sehr plastischer Eindruck.















Vor allem am letzten Abend durften wir eine wunderschöne Stimmung genießen. Alle Wanderer sind wieder im Tal, die letzte Seilbahn längst im Depot und wir bleiben -außer einem mürrischen Baselbieter- die einzigen Gäste im Berghaus.









11.9.:
10 Grad, 9,6 km, 1:01:24, (6:23 Min/km), HF 135

13.9.:
20 Grad, 30 km, 3:27:52, (6:56 Min/km), HF 137

15.9.:
15 Grad, 13,1 km, 1:22:45, (6:19 Min/km, darin 3 Intervalle zu 6:05), HF 137

22 Kommentare:

  1. Antworten
    1. Hallo Lizzy,
      danke. Ja wir hatten einige gute Momente da oben. Am liebsten würde ich morgen wieder da rauf....
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Kann mich Lizzy nur anschließen. Und ergänzen, dass ich dir noch ganz viel Freude in dieser tollen Umgebung wünsche - und viel Erfolg beim geplanten Halbmarathon!

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      danke! In der hochalpinen Umgebung waren wir ja leider nur 4 Tage. Inzwischen sind wir wieder in unserer gewohnten FeWo-Umgebung, aber die ist verglichen mit daheim auch nicht schlecht.
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Liebe Elke,
    zuallererst - die Bilder - zum reinlegen!!! Sooo schön!!! :D

    Hat dir bei deinem langen Lauf vielleicht die Temperatur zu schaffen gemacht? Schon seltsam, was da die Gründe sind, dass es einmal so rund, ein andermal so gar nicht laufen mag...
    Aber ein unrunder Lauf ist ja kein Beinbruch - ich wünsche dir jedenfalls viel Spass bei deinem Halbmarathon in Begleitung! :)

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    1. Liebe Doris,
      ich sehe so einen Murks-Lauf inzwischen auch nicht mehr ganz so tragisch (jedenfalls mit etwas Abstand). Warum das so war? Keine Ahnung. Zu warm nicht wirklich, denn es ging frischer Wind dazu. Irgendwas passte halt nicht zusammen.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,

    tatsächlich schön die Fotos! (Vielleicht sollte ich auch mal ein paar aus dem letzten Urlaub einfach posten...)
    Zum Kreditkartenstatus kann ich anmerken, dass es sich hier um einen Frequent Flyer Status von United Airlines handelt. Wahrscheinlich hatte er den Rucksack im Flugzeug dabei.
    Ich hoffe es geht ab jetzt gefühlt bergab und mit der Form bergauf!

    Herzlichen Gruß!

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    1. Liebe Roni,
      danke für den Hinweis, so nah war ich nicht mit der Nase am Rucksack des Herrn und mit United bin ich noch nie geflogen. Habe es geändert.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  5. Gigantisch diese Bilder aus der Bergwelt!
    Welche Route nimmst du denn auf die Eiger Nordwand? ;)

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    1. Hallo Markus,
      ja, es ist schon toll hier! Meine Nordwand-Route ist die "Elder Ladies-Variante": Genau bis zum Aussichtspunkt mit der Tafel und dann per Finger die Wand hoch ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Liebe Elke,

    es kommt ja sicher noch mindestens ein langer Lauf um das Gefühl wieder zu revidieren. Und wenn der nur annähernd so gut läuft wie Dein Intervalltraining stimmt wieder die Richtung :-)

    Die Fotos... zum Dahinschmachten ...

    Kuchen wird nicht nur mit Messer und Gabel gegessen sondern offensichtlich auch bei arg frischen Temperaturen draußen ;-)

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      ich sehe das auch eher nüchtern: Solche Lauf-Tage sind halt manchmal, und wenn, dann lieber im Training als beim Marathon!
      So frisch war es eigentlich nicht beim Kuchenessen. Die Sonne hat noch ganz gut Kraft, nur wenn sie hinter Wolken ist, war eine Jacke angezeigt.
      Liebe Grüße
      Elke

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  7. "So unrund und hölzern lief es selten, jeder einzelne Kilometer ein Kampf, von Anfang bis Ende. Ein Gefühl, wie 3 km vor Marathonziel, aber das eben 30 km lang."
    Liebe Elke, da hast du meinen letzten langen Lauf sehr treffend beschrieben, den ich dann nach 30 km abbrechen musste. Vielleicht liegt es am Wetter? Jedenfalls war ich beim gestrigen Tempotraining wieder "voll da", so wie du bei den Intervallen. Sehr seltsam!

    Viel Erfolg beim Greifenseelauf!

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    1. Oh, Du hattest ein ähnliches Erlebnis? Ich hatte gedacht, in Deiner Liga gäbe es das nicht... das tröstet mich dann doch ein wenig (keine Schadenfreude damit gemeint!). Wirklich, sehr seltsam!
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  8. Grandios. Danke, dass Du die Fotos nicht auf der Festplatte belassen hast. Was uns die Natur so zu bieten hat, ist unfassbar. Und wenn man das dann noch gut in Fotos packen kann, um so besser. Daaanke! Ich will sofort dahin. :-)

    Touristen beobachten finde ich im übrigen im Urlaub immer lustig. Wir als Fraktion eines deutschen Outdoor-Herstellers bedienen natürlich auch alle Klischees. Aber Amis mit ihrer Drive-Thru-Mentalität oder Japaner, die alles nur in riesigen Gruppen machen etc. Sehr schön.

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    1. Liebe Anja,
      diese Bergwelt ist wirklich unbeschreiblich, bei Fotos kommt das nur ansatzweise rüber. Touristenbeobachtungen sind an solchen Hot-Spots immer spannend. Manchmal tippe ich von weitem auf die Nation und versuche anhand Wortfetzen das dann zu verifizieren. Klar sind wir Deutschen auch irgendwo Botschafter unserer eigenen Klischees (Z.B. als sich in einen schon vollen Zug beim Jungfrau-Marathon noch eine deutsche Mutter mit Söhnchen reinquetschte und ab da war dann "Jens-Peter-Alarm": Jens-Peter lass das". "Jens-Peter komm her". "Jens-Peter wo bist Du"....) Aber es gibt ja auch Gottseidank immer noch positive Ausnahmen!
      Liebe Grüße
      Elke

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  9. Hallo Elke,
    oh wie schön. Ich will auch wieder dahin :-) .
    Mein Mann und ich haben schon beschlossen, beim nächsten Mal dann auf der Wengener Seite eine Bleibe zu suchen und diese Gegend zu erkunden. Bisher kennen wir ja nur das Schilthorngebiet.
    Was die Beobachtungen der Kleidungsstile in einer Hochalpinregion der Nationalitäten betrifft, habe wir ähnliches beobachtet. Getoppt wird das Ganze dann noch, wenn man Flip Flops an hat und ein Baby auf dem Arm und zwar nicht etwa auf einem befestigten Weg.
    Cool ist auch die asiatische Fraktion, die die Fahrt durch die Wolken filmt, minutenlang nur Nebel, sonst nichts. Sehr interessant und für uns immer wieder amüsant.
    Liebe Grüße
    Karina

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    1. Hallo Karina,
      ja man kann süchtig werden nach dieser Gegend...und den Beobachtungen, die man dort machen kann. Das Stichwort Baby erinnert mich an einen stolzen Vater, der selbiges laufend durchs Ziel des Jungfrau-Marathons trug. Nicht gebettet auf seinen Arm, sondern mit wackelndem Kopf aufrecht vor der Brust haltend. Ich hoffe, das Kind hat keine bleibenden Schäden davon getragen :-(
      Ach, Ihr werdet es wieder erleben, Vorfreude ist Euch gewiss!
      Liebe Grüße
      Elke

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  10. Liebe Elke
    Deine Bergfotos sind einfach wieder wunderbar atemberaubend - so schön hab ich meinen Lieblingsgipfel, das Silberhorn noch nicht mal live gesehen!
    Was die Eigernordwand anbelangt - werden wir sie wohl kaum je kletternd erobern können. Auf der Fahrt aufs Jungfraujoch gibt es jedoch einen Halt im Tunnel, da kann man durch zwei Fenster in der Eigernordwand in die Tiefe gucken ;-)
    Super hat sich nach dem durchlittenen 30er der positive Effekt des "Höhentrainingslagers" doch noch eingestellt - so wünsche ich dir viel Spass am Greifensee-HM!
    Liebe Grüsse
    Marianne

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    1. Liebe Marianne,
      bei solch einer schönen Umgebung wie im Berner Oberland liegt ja aber auch ein tolles Motiv neben dem nächsten. Die Öffnungen in der Nordwand habe ich per Fernglas gesehen. Live habe ich das Jungfraujoch allerdings noch nicht erlebt, eines Tages aber wird das noch!
      Bin schon gespannt, wie es sich am Greifensee läuft,
      danke und liebe Grüße
      Elke

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  11. Oh meine geliebten Berge.
    Die Bilder sind so toll.

    Naja, und beim Laufen ist es halt wie bei allem im Leben: es gibt Hochs und Tiefs.
    Das schöne daran ist: ohne die Tiefs würden wir die Hochs gar nicht genießen können :-)
    Also genieße die Läufe, wo es "läuft" und ignorier die, die eben nicht "laufen"

    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      stimmt, ohne Täler gäbs keine Höhen ;-) und Gottseidank muss man ja meist wenig ignorieren, sondern kann sich proportional mehr freuen.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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