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Sonntag, 9. August 2026

Ich träume

Ich träume von Zeiten, an denen das Laufen leichter fällt. Weil die Temperaturen angenehmer sind, man nicht der Hitze ausweichen muss und wieder dann laufen kann, wenn man möchte und nicht, wenn einem das Wetter ein erträgliches Zeitfenster bietet.
Ja, ich könnte auch morgens ganz früh laufen. Immerhin war es zuletzt nachts ja kühler. Aber Nüchternläufe sind nicht so mein Ding und, ich gebe es zu, so unterliege ich jedesmal im Kampf mit dem inneren Schweinehund. Ja, ich bin sogar froh, dass kein Herbstmarathon auf dem Plan steht, der richtiges Training erfordern würde. 

Auch heute schaffe ich es nicht, früh genug aus dem Haus zu kommen. So bleibt mir nur die Alternative, mein Fahrtwinderzeugungsgerät zu nutzen, also das ElliptiGo. Große Lust habe ich nicht, auch keinen Plan wohin es gehen soll. Aber eins geht immer, Manheim. 


Es gibt sogar einen guten Grund: In dieser Woche hat die neue Grabung begonnen, bei der ich demnächst mithelfen darf. Noch schöner, der archäologische Trupp der Uni München, ca. 10 Studis, Grabungsleiter und Professor, luden die Ehrenamtler zu einem kleinen Grillfest ein. So eine nette Geste! Bei der Gelegenheit erfuhr ich, was man sucht bzw. zu finden hofft und was man stattdessen schon fand. Lustigerweise wohnen die Münchner während ihres rund achtwöchigen Einsatzes in einem leerstehenden Abbruchhaus. Das steht allerdings nicht in Manheim und muss dem Tagebau weichen, sondern es befindet sich ca. 2 km entfernt in einer kleinen Streusiedlung, die von einer Kiesgrube verdrängt wird. Im Haus gibt es noch die Reste einer Einbauküche der 80er Jahre, ein Sofa und Tisch mit Stühlen. Ansonsten einen verwilderten Garten, in dem sie sich zunächst mit Machete und Hacken Zugang zur Terrasse verschaffen mussten, sowie viel Natur und Ruhe drum herum.
Darf man das Archäologenromantik nennen ? 
Egal, es war ein netter Abend und so erfuhr ich schon dies und das.

Also nichts wie hin. Dennoch rolle ich leicht unlustig angesichts der schon wieder steigenden Temperatur bei 24° los. Doch wie so oft, schon nach kurzer Zeit fühle ich mich wohl, genieße das typische Ritsch-Ratsch-Geräusch und erfreue mich am Fahrtwind.

Am Ortsrand eine kleine Überraschung. Ein Kohlebagger präsentiert sich fotogen recht nah. Andere Schaulustige sind auch schon da und diskutieren über Solaranlagen und E-Autos.




In der kleinen Kabine links neben dem Schaufelrad sitzt übrigens der Baggerführer

Ich finde dann auch die Grabungsstelle, wo man bereits in einer Woche sehr fleißig gearbeitet hat. Wenn das so weitergeht, dürfte einiges an Masse bewegt werden. Von einem Luxus erfuhr ich beim Grillen: Abends werden die Stellen gewässert, wo am nächsten Morgen gegraben wird, damit der Boden nicht betonhart ist. Welch ein Luxus, den gab es vor 3 Jahren nicht.
Fotos zeige ich an dieser Stelle noch nicht, die folgen später nach Abschluss des Projekts. Es sollen keine Raubgräberaktivitäten unterstützt werden.

Ich rolle noch etwas durch die inzwischen entstandene Wüste. Der alte Straßenasphalt ist weiterhin vorhanden und so lässt es sich bequem radeln. Ein Wachmann sitzt gelangweilt vor seinem Container und bewacht Abbruchbagger.



???






Diesmal dreht der Wind nicht und weht auf dem Heimweg von hinten. Was dann auch wieder nicht ganz so toll ist, weil das in Verbindung mit meinem Tempo quasi den Fahrtwindeffekt neutralisiert. Nun ja, man kann nicht alles haben.

Immerhin, 18 km bei am Ende 28° geschafft. Aber ich würde langsam gern mal wieder ganz normal einfach so an einem Nachmittag bei um die 18° laufen. Ich träume weiter ...

PS: Elli hat nur einmal kurz gezickt. 😌

6 Kommentare:

  1. Liebe Elke,

    frechere Schüler würden jetzt sagen "Elke, träum weiter!" 😉

    Nur mir geht es genauso und ich kann dich sooo gut verstehen! Es ist bei mir noch nicht mal ein innerer Schweinehund, sondern schlichtweg eine ehrliche Einschätzung des eigenen Biorhythmusses, dass ich morgens nicht gut laufen oder marschieren kann. Es geht maaal, aber schon 2 x hintereinander stellt mich vor Probleme. Bleibt uns nur geduldig abzuwarten bis das Wetter wieder ein Nachsehen mit uns hat! 😅

    Aber einige deiner Bilder haben schon was Dystopisches.

    Schön, dass du schon mal vorfühlen und bei der 'Party' dabei sein konntest. Somit steigt bestimmt die Vorfreude auf die Grabungen. Wir warten gespannt auf deine Berichte!

    Liebe Grüße Manfred

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    1. Lieber Manfred,
      dem Schüler würde ich entgegen halten "Warte ab, der Tag wird kommen!"
      Danke für dein Mitgefühl, dann sind wir ja schon zu zweit :-)
      Aus meiner Sicht ist das Dystopische fast schon vorbei. Als noch ein paar Häuser mehr standen, war es für mich gefühlt noch mehr so. Heute ist es eine Prärie, in der sich Hasen und Rehe wohl fühlen und nur an 3 Stellen noch Gebäude stehen und komische Asphalttrassen verlaufen. Wer es nicht weiß, ahnt nicht mehr, dass hier ein ganzes Dorf stand.
      Und klar steigt die Vorfreude auf die Buddelei! Auf alle Fälle geht die Truppe der Uni München da ganz anders heran als die private archäologische Firma vor 3 Jahren. Der Grabungsleiter wusste einiges zu berichten. und ich werde natürlich auch hier zu gegebener Zeit erzählen!
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Oh ja, gerade heute habe ich dran gedacht, als ich wieder mal sehr früh los bin. Es wäre irgendwie doch gemütlicher, erst um 7h oder 8h loszulaufen. Aber es hat auch Vorteile: so schafft man viel mehr an einem Tag!

    Aber immerhin scheint das ElliptiGo bei diesen Temperaturen die deutlich bessere Alternative zu sein. Und diesmal sogar mit Rückenwind auf dem Heimweg!
    Die neue Grabung klingt jedenfalls richtig spannend. Und ja, ich würde das definitiv als Archäologenromantik durchgehen lassen! 😄 Ein leerstehendes Abbruchhaus, verwilderter Garten, Macheten-Einsatz und acht Wochen auf der Suche nach historischen Schätzen... da fehlt eigentlich nur noch das Lagerfeuer. Oder habt ihr das gehabt? Sehr cool, dass du wieder mitbuddeln darfst. Ich bin gespannt, was ihr diesmal findet!
    Und Elli? Nur einmal gezickt? Das lassen wir für heute gelten.

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    1. Liebe Catrina,
      ich bewundere deine Energie und deinen Trainingsfleiß in diesem Sommer! Bei mir brennt da derzeit ein eher zartes Flämmchen...
      Aber immerhin, mit dem ElliptiGo ist nach was möglich.
      Haha, Lagerfeuer, ja das wäre es noch gewesen. Wenn auch gefährlich, denn hier ist alles verdorrt und knochentrocken. Daher blieb es beim Einsatz eines stabilen Grills.
      Es wurde schon etwas gefunden! Ich hoffe, wenn ich dann dabei bin, taucht auch noch etwas spannendes auf!
      Liebe Grüße aus dem rheinischen Backofen
      Elke
      Ja ich fand auch, einmal mucken durfte Elli ;-)

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  3. Stimmt! Habe ich schon wieder vergessen: striktes Feuerverbot, hier auch!

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  4. Liebe Elke,
    dieser Dauerbackofen ist schon ein wenig unheimlich und schon deshalb setze und hoffe ich auf die Erfüllung deiner Träume!

    Und obwohl ich es ja nicht so sehr mit der Archäologie habe, bin ich doch neugierig, was die Müncher Unileute da oben in eurer Wüste vorhaben bzw suchen…

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