Samstag, 27. September 2014

Autobahnersatz

Das Training der Woche lief gut. 2 kürzere Läufe und heute ein Halbmarathon. Wobei bei letzterem das Problem besteht, dass keine Veranstaltung in halbwegs vertretbarer Distanz stattfindet. Ich ziehe den Eifelsteiglauf zwar in Betracht, aber der hätte 500 Höhenmeter und dazu habe ich dann doch keine Lust.
Also mal wieder ein HM gegen die Uhr, Vorgabe um 2:03.
Das wäre nun  mal perfekt für meine geliebte Autobahn, aber da darf ich ja nicht :-(
A propos: Gestern befuhr ich erstmals mit dem Auto die neue A4. Und wie nicht anders zu erwarten, mit leicht wehmütigem Gefühl. Hier braust nun der Verkehr, wo ich so ganz gemütliche Longjogs machte. Immerhin bildet die Autobahn nun, haha! Man hat am Rand des neuen Abschnitts alle Baumarten des Jahres (Link) seit den 1980'er Jahren in Gruppen angepflanzt. Inklusive unübersehbaren Hinweisschildern zu dieser Aktion in rot und orange. Man startet in östlicher Fahrtrichtung bei der Traubeneiche, Baum des Jahres 2014, und endet bei der Stieleiche, 1989. Der neue Streckenteil ist 3-spurig und ohne Geschwindigkeitsbeschränkung, nun ja, da kann ich nicht anders und gebe mal Gas.

Also begebe ich mich zum heutigen läuferischen Gasgeben auf anderes altbekanntes Terrain, die
Bandstraße (Link, Link).
Interessant zu sehen, dass inzwischen die Natur das Gelände erobert und einiges an Grün gesprossen ist. Allein bin ich auch nicht. Alle möglichen Fortbewegungsarten kann ich unterwegs sehen: Gassigänger und -läufer, Kinderwagen, Rennräder, Mountainbikes, Hollandräder, Tourenräder, Kinderräder, ein Handbike, ein Elektrorollstuhl, Inliner, Skater, Läufer und 2 Reiterinnen auf ihren Rössern.
Es ist ja schließlich auch nicht zu verachten, ohne Verkehrsbeeinträchtigung die kerzengerade in die Landschaft gepflügte Trasse für solche Zwecke nutzen zu können.

Inzwischen sind zwei imposante Windräder direkt neben der Strecke entstanden.
Es ist wunderbar ruhig, nur von weitem hört man den Verkehr der A 61 und gelegentlich den Schrei eines Raubvogels.

Später führt der Weg auf offenes Terrain, ohne Baumwall beiderseits. Auf dieser Hochebene kommen neue Geräusche hinzu. Es zischt, kurz und scharf. Das ist die Seilwinde eines Segelflugplatzes, die die Segler steil in die Höhe katapultiert. Interessant anzusehen. Elegant kreisen die Flieger dann über der Ebene. Kommt eines beim Landeanflug in Hörweite, nimmt man ein leises "ssssssss" wahr.

Die Bandstraße ist knapp 9 km lang. Ich hänge hinten noch einige 100 m über Feldwege an.
Am Wendepunkt, wo man fern die Kraftwerke ihre Wolken in den Himmel pusten sieht,  greife ich zum Energie-Gel. Ich habe es zur Vermeidung weiterer Klebereien diesmal wohlweislich in einen Plastikbeutel gesteckt. So kann ich auch gleich die leere Verpackung darin zwischenlagern, denn Abfallbehälter gibt es hier nicht. Und heureka, diesmal bleibt das Gel brav in der Packung und lässt sich gut öffnen.
Auf dem Rückweg habe ich sogar Rückenwind. Tut gut, denn der Lauf fällt doch ein wenig schwer. Oder genauer: Nicht die km, sondern das geforderte Tempo, so ganz ohne Wettbewerbskulisse, Mitläufer, Zuschauer, extra Adrenalin usw. Mir scheint auch, ich habe wie so oft im Laufe des Tages zu wenig getrunken. Dafür ist die Zeit mit 2:05 noch ok.

24.9.:
15 Grad, 12,3 km, 1:17:22, (6:17 Min/km), Puls 133 (Intervalle)

26.9.:
15 Grad, 7,2 km, 46:33, (6:25 Min/km), Puls 130 (Steigerungen)

Heute:
20 Grad, 21,1 km, 2:05:05, (5:55 Min/km), Puls 143

Kommentare:

  1. Hallo Elke,

    hier hätte es einen flachen Halben an diesem WE gegeben: http://bertlicher-strassenlaeufe.de/

    Viele Grüße!

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    1. Mpf, den habe ich in der DLV-Liste glatt übersehen, danke für den Tipp. Nächstesmal werde ich Dich vorher fragen ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Hallo Elke
    Alle Achtung vor deiner Leistung! Deinen Test-HM hast du super gemeistert! Wir haben einen solchen mal zu zweit gegen die Uhr absolviert - ganz ohne Wettkampf-Stimmung, Sehenswürdigkeiten, Unterhaltung, Zuspruch, Mitläufer-Shirts-Werbung und -Sprüche zum Lesen und Schmunzeln wirklich kein einfaches Unterfangen!
    Glücklicherweise warst du auf der langen Gerade doch nicht ganz alleine, wenn auch die anderen nicht in der selben Disziplin unterwegs waren. Was sind Hollandräder?
    Den Raubvögeln und ihren überdimensionalen menschengemachten Mitfliegern zuzuschauen war bestimmt faszinierend.
    20 Grad und Sonnenschein haben das Unterfangen wohl auch nicht erleichtert. Wie gut dass dich auf dem Heimweg der Wind geschoben hat!
    Den Rat besser auf die Alltags-Trinkmenge zu achten, nehme ich gleich mit in meine beiden letzten Vorbereitungswochen ...
    Nun wünsche ich dir gute Erholung und einen guten Trainings-Endspurt!
    Liebe Grüsse
    Marianne

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    1. Liebe Marianne,
      ja trinken kann man nie genug, man muss nur dran denken...! Mein altes Problem, dies zu wenig zu beachten.
      Hollandräder sind die Vehikel, die man auf Fotos von Amsterdam immer sieht: Ziemlich schwere Räder (im Vergleich zB zu Rennrädern), meist dunkel lackiert, oft mit Korb dran, gemütlicher Sattel und man hat eine ganz aufrechte Sitzposition, sie fahren sich aber recht bequem.
      Ja, langsam habt Ihr die Zielgerade für München. Habe heute noch ein wenig im TV Berlin-Marathon gesehen, ach, da wäre ich am liebsten auch gleich mitgelaufen....
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Wenn du diese Zeit ohne Wettkampf schaffst und dabei noch fotografieren kannst, dann schaffst du im Wettkampf aber auch meine Zielzeit! Wäre jedenfalls bei mir umgekehrt so - ohne "Veranstaltungsrahmen" laufe ich einen HM - bei gefühlter Maximalgeschwindigkeit - deutlich mehr als 10 Minuten langsamer. Geht gar nicht anders und wenn ich anderslautende Berichte - wie diesen hier - lese, dann wundere ich mich und denke: der/diejenige - also in dem Fall DU :-) - müsste mich im Wettkampf doch locker abhängen können ... Schade, dass wir zwar am selben Tag aber nicht am selben Marathon teilnehmen, dann könnten wir das gleich mal testen *s*

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    1. Liebe Lizzy,
      *lach*, ja wir können ja dann virtuell zumindest gegeneinander Marathon laufen
      :-)
      Das mit der Zeit: Ich glaube, ich habe halt nicht so den Kampfeswillen wie andere, eben wenn es schmerzhaft wird, durchzuhalten, ich werde dann einfach langsamer... Aber vielleicht platzt der Knoten auch noch mal.
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. LIebe Elke,
    wow, eine 9km lange Straße ohne Autoverkehr? Auch will haben!! ;)

    Hut ab vor deiner Leistung, einen Trainingslauf so zu absolvieren!

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    1. Liebe Doris,
      ist ja keine richtige Straße, sieht nur so aus. Früher verlief dort ein langes Kohleförderband. Danach wurde die Asphalttrasse dort wie auf den Bildern erkennbar verlegt, für Radler, Läufer & Co. Aber wahrscheinlich war das billiger als kompletter Rückbau und besser für's RWE-Image sowieso.
      Danke, hoffe, in Amsterdam läuft es dann auch:
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Puh, da stimme ich Lizzy zu: Wer auf so einem Asphaltband ohne "Wettkampf-Euphorie" so nah an die Vorgabe kommt, hat auch sehr gute Chancen auf die Zielzeit beim Marathon! Ganz ehrlich: Mir sind solche Strecken inzwischen zu langweilig, auch wenn ihr Nutzen für eine gezielte Wettkampfvorbereitung natürlich auf der Hand liegt. So gesehen bin ich froh, im Moment nicht auf solche Events hin zu trainieren, denn dann müsste ich wohl auch meine km an Mosel und Saar abspulen, statt über die Höhen zu hoppeln. :-)

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      ja dann hoffe ich mal, Lizzy und Du behaltet recht, was die Prognose angeht :-) Klar ist es nicht die allerprickelndste Landschaft, aber der Zweck heiligt die Mittel.
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Hallo Elke,

    ich bewundere Deine mentale Stärke. Auf so einer kerzengeraden Strecke tät ich mich wahrscheinlich mit einem Lauf gegen die Zeit so ohne Zuschauer schwer. Nicht schlecht.

    Gruß
    Anja

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    1. Hallo Anja,
      naja, diese Strecke hat den Vorteil, dass man eben unterwegs nicht an Kreuzungen und Straßenüberquerungen landet und aus dem Rhythmus kommt. Und so kann man nicht nur den Beinen, sondern auch den Gedanken freien Lauf lassen.
      Liebe Grüße
      Elke

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  7. Neun Kilometer geradeaus, dass schaffe noch nicht mal ich in meinem Laufrevier ;-)))

    Wenn es auch keine Wettkampfatmosphäre war, so gab es doch mit den vielen Ausflüglern auch einiges zu gucken. Und neun Kilometer Rückenwind sind auch nicht zu verachten :-D

    2:05 sind doch fast eine Punktlandung in Bezug auf die Trainingsvorgabe. Mehr will ich am Sonntag bei meinem nächsten HM auch nicht erreichen.

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      nicht ganz geradeaus, genau eine Kurve ist drin und eine Treppe ;-)
      Ja, die 2:05 sind sogar noch eine Winzigkeit schneller als im Moor, aber deutlich unter meiner Bestzeit von 2:00. Aber das ist zweitrangig, in 3 Wochen ist "Zahltag".
      Wo willst Du laufen? Viel Erfolg schonmal!
      Liebe Grüße
      Elke

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    2. In Österreich, mehr dazu kommende Woche :-))

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    3. Ach ja, stimmt, Du erwähntest den Lauf. Ich hatte verstanden, es gäbe noch ein Event.
      Dann stärke Dich gut, Kaiserschmarrn kann ich empfehlen :-)
      Liebe Grüße
      Elke

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