Endlich wieder Touren mit Elli!
Dienstag war es eigentlich zu windig. Doch (positives Denken muss her) wird schon nicht so schlimm sein. Ich WILL jetzt ellipieren! Und außerdem kann ich ja meine Tour so legen, dass ich erst Gegen- und dann Rückenwind hätte (Auf irgendwas mit nur Seitenwind habe ich keine Lust).
Das positive Denken ist schon recht bald vom Wind mürbe gepustet. Ich motiviere mich mit Aussicht bei terra nova auf den Tagebau, den ich ermattet erreiche. Leider habe ich keinen Fotoapparat dabei. Denn mir fällt eine Frau auf, genauer, ihr "Ruckack". Der sieht eher aus wie eine Katzentransporttasche, quer auf dem Rücken getragen. Was da wohl drin sein mag...? Seitenwände aus Gittergewebe verwehren mir zunächst den Blick nach innen. Doch dann geht sie an mir vorbei und ich kann den Inhalt sehen. Ich fasse es nicht, zwei Papageien, jeder in seinem eigenen Abteil auf einer Stange! Nach einem Päuschen fahre ich noch ein Stück weiter, dem strammen Westwind entgegen. Muss aber feststellen, dass der Wunsch stärker ist als die Beine. Ok, auf dem Rückweg habe ich dann Wind von hinten, aber der wiegt irgendwie die Plackerei von vorher nicht auf. 16 km, eigentlich dürftig, dennoch ist der Muskelkater am nächsten Tag beachtlich.
Nach Laufen am Dienstag sollte heute Elli erneut für Bewegung sorgen. Die Windprognose war deutlich besser. Gegen 11 Uhr mache ich mein Gerät und mich startklar, in der Sonne windgeschützt vorm Haus, 26°, puuuuh. 😥
Doch kaum rolle ich los - herrlich, der Fahrtwind! 😁
Ich habe mir eine Route mit Schattenpartien und entlang der Erft überlegt. Das Grün tut gut, fühlt sich an wie ein Sauerstoffbad. Da die Sonne zudem immer wieder hinter Wolkenschleiern verschwindet, ist die Temperatur auf diese Weise noch erträglich.
Doch wehe, ich halte kurz an, zum Trinken beispielsweise, schon fühle ich mich umhüllt von drückender Schwüle.
Also nichts wie weiter!
Bald bin ich in dem Bereich, in dem die Erft renaturiert wird. Ihr Bett war vor Jahrzehnten künstlich begradigt worden (Projektinfos hier). Nun darf sie sich in einem neuen Bereich ihr Bett eigendynamisch graben. Es gibt zwar einen festgelegten Einleitungs- und einen Ausleitungspunkt, dazwischen auch einen "Streckenvorschlag" der Landschaftsplaner, doch darf sie nun die Mäander nach eigenen Wünschen ändern. Aus 2,5 schnurgeraden alten km wurden so ca. 5,5 neue km, die der Natur und dem Hochwasserschutz zugute kommen. Auf dem Bild sind Anfangs- und Endpunkte des neuen Flussbetts und die Mäander zu sehen:
Früher strömte die Erft hier durch den geraden Verlauf zügig. Nun fällt auf, dass die vielen Kurven ihre Fließgeschwindigkeit verlangsamen, am Ausleitungspunkt sieht man auf dem Wasser treibende Wasserpflanzenteppiche.
| Einleitungspunkt |
| Rückleitung ins alte Flussbett |
| Dazwischen: Stillgelegtes altes Flussbett |
Im November 2025 waren wir hier zuletzt laufen. Seither hat sich einiges verändert. Dennoch sind noch immer Erdbewegungen im Gange, um die Umgestaltung abzuschließen. Auch soll die Erft nun in Ruhe ihr eigenes Bett gestalten können, bevor das ganze Areal freigegeben wird. Aber natürlich gibt es schon jetzt Trampelpfade ungeduldiger Naturliebhaber.
Nach guten 12 km spüre ich die zunehmende Hitze und entschließe mich zur Rückkehr. Auf dem Radwanderweg rolle ich an einem Dingsda mit weißem Zettel vorbei. Mh, wäre ja vielleicht näheres Hinsehen wert, also gedreht.
Spannend, ein Kunstprojekt "Muschelblume und Blei". Freundlicherweise mit Code bzw. Webseitenhinweis.
Ich rolle mit immer schwerer werdenden Beinen heimwärts. Die letzten 1,5 km unter knalliger Sonne - puuuh! 😒 Ich bin froh, als ich nach 25 km daheim ins Kühle kann. Ein Blick in den Link www.muub.info zur Kunst an der Erft verspricht, ähm, wohl ziemlich spezielle Performanceprojekte auf etwa 50 Fluss-Kilometer verteilt. Bei den meisten Beschreibungen kann ich mir nicht vorstellen, was denn da gezeigt werden soll, aber man wird sehen.