Samstag, 12. Januar 2019

Nicht nur Müll heute

Ich knüpfe läuferisch nochmal an an meinen langen Lauf des letzten Sonntags, als ich diesen Anblick beschrieb.
Daheim kam mir in den Sinn, doch einmal die Mängelmelder-App der zuständigen Stadtverwaltung zu nutzen, denn von regelmäßiger Müllkontrolle kann an dieser Stelle kaum ausgegangen werden.
Interessant, kaum eingegeben, erhielt ich auch schon eine Eingangsbestätigungsmail, dann Mails zum Fortgang der Bearbeitung und am Donnerstag die Meldung der Erledigung.

Das fordert doch heraus zu schauen, ob dem wirklich so ist... und bietet sich an für einen kurzen schnellen Lauf.
Also heute hin, und siehe da, weg ist weg. 😊


Die App zeigt auch gut optisch, wo überall etwas gemeldet wurde. Spannende Sache.

Da fällt mir ein, dass ich ja schon länger ein anderes Müllphänomem festhalten wollte,
für mich nenne ich es immer Müll-Dendrochronologie.
Die Stelle befindet sich gleich hinter einem Schul- und Sportgelände, an einem viel genutzten Rad- und Wanderweg.

Der Zaun ist mir schon vor Jahren aufgefallen. Und seither frage ich mich, ob das niemanden stört.











An der Schichtung von Müll, Laub, Müll, Laub, Müll usw. lässt sich sicher einmal ablesen, wann jeweils der Müll hier landete. Aber jetzt komm mir bitte keiner und sage, dies sei ein ökologisches Langzeitexperiment der Schule...!






Gleich daneben noch etwas Auffälliges. Was immer im Loch dort lebt, es scheint Kohl und Salat zu mögen. Und wenn nicht, zerfällt das Nahrungsangebot wenigstens biologisch unkritisch.







Na und wenn sich schon Müll als Fotothema des Posts entwickelt, gleich noch zur Abrundung ein Bild unserer S-Bahn-Haltestelle, neulich von irgendwelchen Experten zur vermülltesten Haltestelle des Rheinlands (oder war es ganz NRW?) gekürt. Ich lege da keinen Widerspruch ein und frage mich, warum man auf dem Weg vom P&R-Parkplatz zur Bahn seinen Unrat gerade hier entsorgen muss...

Entgegen der Düsternis der Landschaftsvermüllung ist mein Lauf munter und ich kann sogar 2 Männer locker überholen unterwegs. Na gut, vielleicht waren die ja auf längeren Konditionsläufen unterwegs und deswegen gemütlich bummelant.
Aber ein nettes Gefühl gibt das trotzdem 😀.
Dummerweise kommt dann auf meinem letzten Kilometer im Ort die Gegenprobe. Mich überholt ein langer Schlacks in seltsam schlenkernder, dennoch deutlich schnellerer Fortbewegung als ich 😒. Ich lasse ihn mal nicht aus dem Blick, und wahrhaftig, nach einer Weile wird er langsamer und wechselt ins Gehen.
Ha!
Wusste ichs doch!
Der tat nur so als ob!
Ich hole also meinerseits wieder auf.
Und gerade, als ich dran bin und mit gestrecktem Rücken im Tribünenschritt vorbeisteppen will... bremst der ab und geht in einen Hauseingang.
Grummel.... gehen mir die Gegner aus...?
Dennoch waren es schöne 8 km in weniger als 50 Minuten. Nicht schlecht für ein kleines Training.

Donnerstag, 10. Januar 2019

Verkalkuliert

Das Wetter im Rheinland heute: Trocken, trüb, kalt, von Schnee keine Spur.
Da freuen sich die Hühner!
Ich mich auch, zumal ich in den letzten Tagen wegen des gruseligen Wetters doch aufs Laufen verzichtete. Aber heute kann ich sogar wochentags im Hellen starten, Homeoffice machts möglich. Herrlich die Perspektive, dass es nun wieder länger hell bleibt.

Ich habe mir überlegt, meine 11-km-Runde zu machen. Doch schon im Nachbarort füge ich aus Lust an der Lauferei eine kleine Extraschlaufe ein. Geplant habe ich, am Ende noch rasch im Tierfutterladen einzukehren, eine neue Schaufel fürs Katzenklo zu besorgen.
Heissa, es läuft richtig gut, das "Laufwerk" möchte zackig voran.
So biege ich gegen Ende nicht ab Richtung zu Hause, sondern kurz in besagten Laden.
Unerqicklich ist nur die Feststellung, dass man dort Räumungsverkauf betreibt, halbleere Regale in der Halle, keine einzige Schaufel der gesuchten Art.
Es gäbe noch einen weiteren Laden für Tierbedarf, am anderen Ortsende. Bevor ein Teil des Hirns meutert beschließe ich, dann eben noch eine weitere Schleife einzulegen, zu besagtem anderen Fachgeschäft. Dafür extra das Auto aus der Garage holen wäre nun auch übertrieben.
Ach zieht sich unser Ort doch lang hin...
Nach weiterer Traberei also halte ich dann endlich den gesuchten Artikel in Händen.
Zu Hause dann das große Erstaunen, statt 11 habe ich doch wahrhaftig knappe 16 km auf dem Tacho. Wobei mir der Aufenthalt im zweiten Tierladen den Schnitt auf 6:30 Min/km schob, weil ich vergaß, die Aufzeichnung zu stoppen...
Eine nette tierische Abwechslung gab es im Nachbarort bei gerade noch ausreichendem Licht festzuhalten. Ist das nicht ein köstliches Motiv?!


Sonntag, 6. Januar 2019

Perspektiven, und Elch sucht Arche

Ich hatte mit Regen gerechnet, doch dann brachen zum langen Sonntagslauf hier und da die ersten Lücken in den Wolken auf und rechtzeitig zu meiner Heimkehr strahlte gar die Sonne!







Damit passte das Start-Wetter zum Auftakt meines Laufs, lauter trübe Einblicke in entlaubtes Gebüsch neben einer Straße.
Der Schirm ist ja noch witzig.





Aber überall entlang der Böschung nichts als Plastik und Müll.





Wer mag kann gleich weiter malern, Farbrolle und Abstreifgitter werden mitgeliefert.






2 Staubsauger, ein Fernseher und ein Monitor sind auch herrenlos. Ich verstehe das nicht. Wer den Kram hierhin karrt, kann ihn doch genausogut zum Wertstoffhof bringen, wo er kostenlos angenommen wird...



Da ist dieser Anblick in meiner früheren Heimatstadt sogar erfreulich.













Weil es dort früher anders aussah, nämlich so:
Was in den 70'ern modern, schick und Nonplusultra war, wurde nun abgerissen.
So ändern sich die Zeiten.
Bleibt zu hoffen, dass etwas Schöneres dort neu entsteht.








Wenig weiter, das ehrwürdige Aachener Tor, Wahrzeichen von Bergheim.
Bei Tageslicht schon ein stolzer Anblick.





Doch im Advent wurde es erneut im Dunkeln zu einer Lichtshow genutzt. Fragt man sich, was man denn auf diesen Baukörper projezieren kann, ja da geht schon was:




Hinter dem Tor die Fußgängerzone. Auch hier eine gewandelte Perspektive. Zu Zeiten als das nun abgerissene Hochhaus gebaut wurde, floss hier noch der Verkehr einer Bundesstraße, mit LKWs, Bussen und allem was dazugehört. Unvorstellbar heute. Als der Umbau zur Fußgängerzone geplant wurde, befürchteten die Geschäftsleute dass kein Kunde mehr käme, wenn er nicht per PKW vorfahren könne. Nun ja, der Einzelhandel wandelte sich dennoch. Leider wie vielerorts auch hier nicht unbedingt zum Vorteil, aber das hängt wohle eher nicht mit den fehlenden Autos zusammen.

Dafür lädt eine putzige Puppenstube mit Weihnachtsambiente in ein Café ein, das den netten Namen "Verweilchen" trägt. Da muss ich unbedingt mal rein!









Im nächsten Ort rasch noch einen weiteren altbekannten Weihnachtsfavoriten besucht. Die immense Krippe hat ordnungsgemäß die Heiligen 3 Könige zu Besuch. Durch das Tageslicht kommt die Beleuchtung nicht ganz zur Geltung. Allerdings kann man so auch den Elch hinten rechts bewundern.
Elche im Heiligen Land...?
Vielleicht sucht der die Arche?



Rechts neben der Krippe erschallt leise Weihnachtsmusik.
Let it snow, nun ja, ich fürchte, am Alpenrand mag den Wunsch heute niemand mehr haben!

Lockere 17,5 km. Ich habe das Gefühl, das Laufjahr fängt gut an. 😀

Dienstag, 1. Januar 2019

Bedburger Silvester-Brezel-Lauf 2018

Also weder bin ich jung, noch brauche ich Geld. Aber wenn denn ein Lauf schon wieder mit Essbarem garniert wird, dann lasse ich das doch nicht liegen!
Also auf zum Bedburger Silvester-Brezel-Lauf. Leider solo, denn meinen Mann ereilten am Vorabend solche Rückenschmerzen, dass Laufen abwegig ist. Er hütet das Sofa.





Beim Anblick der rheinischen Nebeltristesse muss ich ganz fest an die Tage zuvor denken, und dass über diesem Grau die Sonne scheint. Aber andererseits passt die Trübnis irgendwie zu unserem vergangenen Jahr. Nicht läuferisch, aber sonst so.
Egal.

Etwas über 300 Läufer und Walker treffen sich an der Schützenhütte des Weilers Hohenholz, in einem Rekultivierungsareal eines früheren Tagebaus. Die Webseitenbeschreibung der Veranstaltung ist etwas sparsam mit Parkhinweisen, so tue ich es allen anderen gleich, die ihre Autos zu einer langen Schlange am Wegesrand zum Weiler abstellen. Interessant, woher die Teilnehmer kommen, ich sehe Berlin, Bayern und ... OLDENBURG!

Es werden die Distanzen 5,2 km, 10,5 km, 15,8 km und Halbmarathon angeboten, ohne Zeitnahme. Alle laufen gemeinsam los und werden unterwegs an einer Kreuzung verschieden geleitet. Mir ist der Streckenverlauf ziemlich unklar. Ich laufe einfach mal den anderen hinterher und plane 15,8 km, je nach Gefühl vielleicht doch auch den Halben.





Gemütlich traben wir los. Die meisten im Genussmodus, doch auch einige erkennbar auf Angriff, oder warum sind sonst Arme und Waden blank? Wobei die knapp 10° aber auch durchaus als angenehm zu bezeichnen sind. Ich habs mal wieder unter- bzw. überschätzt und öffne bald
den Kragen von Jacke und Laufshirt.




Muntere Bellos sind auch dabei, wie jener hier.
Ist das eigentlich verbotenes Läufertuning, wenn die ihr Frauchen oder Herrchen an der Leine hinter sich herziehen?








Diese beiden Vierbeiner (der zweite vor seinem Herrchen in rot) sind sich allerdings nicht hold und entfachen eine derartige Geräuschkulisse, dass Herrchen in grün die anderen beiden erstmal ziehen lässt.







Nach 4 km erreichen wir die strategische Kreuzung. 5,2 km biegt hier links ab zum Ziel. Für alle anderen heißt es zunächst rechts und dann entscheiden: Nach Durchlaufen dieser hinteren Schleife kommt man aus der Gegenrichtung an. 10,5 km darf dann ins Ziel, 15,8 muss nochmals auf die Runde, HM eben noch zweimal.
Es biegen schon viele Läufer links ab. Die wollen sich wohl ihre Brezeln sichern...


Wir arbeiten uns zur höchsten Stelle hinauf. Später wird mir meine Uhr 75 Höhenmeter zeigen, doch ich könnte schwören, das waren mehr. Ich komme mir vor, wie  M.C.Escher's Grafik (Link) mit den nur aufsteigenden Männlein.



Fast mystisch zeichnen sich im Nebel die Umrisse eines Kraftwerks ab.
Passt gut zum Jahresende.
Ca. bei km 7,5 ist ein Verpflegungsstand mit Wasser und warmem Tee installiert. Der Tee tut gut.


Eigentlich wollte ich den Lauf in Ruhe genießen, aber immer wieder wird akkustische Zwangsberieselung geboten. Seien es Urlaubserlebnisse, Berufsprobleme, Kochrezepte oder Kindererziehung. Nun ja, jeder genießt eben so, wie er mag.



Doch bald erledigt sich das, denn an der zuvor beschriebenen Kreuzung biegt nun der größte Teil der Läuferschar ab zum Ziel.
Ja, nur die Harten machen hier weiter (hüstel...).

So habe ich dann ab km 9 die Ruhe, die ich mir wünschte. Und der Kopf beginnt, den Lauf zu genießen. Nur die Beine nicht, ihnen fehlt ein wenig Training. Ich beginne zu grübeln, ob ich nach der zweiten hinteren Runde Richtung Ziel oder die Maximaldistanz anpeilen soll...

Ein Stück vor mir sehe ich noch einen älteren Läufer. Der sieht mir nach altem Haudegen aus, sicher läuft der auch weiter. Das wäre nett, dann bin ich nicht allein, denn ein kleines Tief will sich gerade meiner bemächtigen.
Doch dann biegt der auch ab Richtung Ziel 15,8 km.
Blöd. Aber nun will ich es doch wissen. Einmal schaffe ich diese hintere Runde noch. Gedacht gemacht.
Vor mir niemand mehr, hinter mir auch nicht. Das ist dann schon etwas eigenartig.
Ich erreiche ein drittes Mal den Getränkestand. Man fragt mich, ob denn da noch jemand nach mir sei. Ich kann nur sagen, dass ich niemanden mehr gesehen habe und genieße nochmals einen Tee.
Meine Zeit vertreibe ich mir mit Monatsmemory. Was war nochmal im Januar, was folgte im Februar, März, usw. Jede Menge Gedankenstoff. So vergeht die Zeit rasch und es läuft erstaunlich gut. Wobei ich ja hier nur im Bummeltrab bin und nicht auf Zeit laufe.
Endlich gelange ich an die strategische Kreuzung und kann nun auch abbiegen. Noch 1 km. Ich sehe niemanden, bin weit und breit allein  und langsam beginnt die Abenddämmerung.
Von weitem erkenne ich die Schützenhütte und den Zielstrich. Nur noch einzelne Läufer halten sich dort auf. Locker trabe ich dem Ziel entgegen, ein herrliches Gefühl!
Ich bin anscheinend wirklich meine eigene rote Laterne. Als ich mich nähere ruft einer "Hey, da müssen wir doch jetzt mal applaudieren" und so werde ich wahrhaftig mit Geklatsche empfangen. Kurz nach mir kommt nur noch die Mannschaft des Getränkepostens in ihrem Auto an.
Ich gehe in die Hütte, um meine Brezel zu holen. Man fragt mich ungläubig, ob ich etwa die ganzen 21 km gelaufen wäre... Jawoll, was kann ich dafür, wenn die anderen schon ihre Böller in Position bringen wollen?
Es fällt auf, dass mein Nachname ja doppelt in der Liste sei. Als ich sage, der andere sei mein Mann, doch der liege mit Rücken auf dem Sofa, reicht man mir spontan mit besten Genesungswünschen auch eine Brezel für ihn herüber. Das ist doch nett! So wünschen wir uns einen guten Rutsch und das neue Jahr darf kommen!

Allen hier Mitlesenden wünsche ich ein frohes und glückliches 2019! Vielleicht sieht man sich...?


Samstag, 29. Dezember 2018

Ab durch die Schallmauer

Ich ringe ziemlich lange mit mir, ob ich laufe, oder nicht. Eigentlich unbedingt, andererseits ...







... der Blick aus dem Fenster zeigt auch ohne Thermometer, dass da draußen Kühlschrankwetter ist.








Und Nebel noch dazu. Gemeiner Nebel, der sogar bis auf unsere Höhe hinaufkommt und sich hartnäckig hält.









Noch nicht einmal der Kirchhügel des höher gelegenen nächsten Dorfs hat heute einen Platz an der Sonne. Ungewöhnlich, denn meist liegen wir oberhalb der Nebelgrenze. Aber dazu später mehr.








Heute ist etwas anderes wichtig.
Ich werde eine persönliche Schallmauer knacken.
Da hinten ist sie schon zu erkennen...





Nein, es geht weder in die USA, noch nach Costa Rica oder Australien.
Auch Bar oder Disco lassen mich kalt...












Das da ist es, genau am Strommast!
Meine Beste-Jahreskilometerleistung-aller-Zeiten, dort fällt sie. Ich erreiche die bisherige Bestmarke von 1.787 km in 2017!
Da hätte ich eigentlich einen Sekt dabei haben und mir hier an Ort und Stelle einverleiben müssen. Aber da mir die Kälte sofort unter die Jacke will, trabe ich weiter und packe gleich ein paar Kilometerchen drauf.




Als ich heimkomme, bemerke ich, dass sich sogar kleine Kristalle an meinen Stulpen gebildet haben. Doch konnte ich erfolgreich Erfrierungen vermeiden.

Nochmals zurück zum Nebel.
In den letzten Tagen lagen wir, wie eigentlich meist, oberhalb der Nebelgrenze und durften blauen Himmel und Sonnenschein genießen. Was dann immer ungläubige Zweifel bei denen hervorruft, die leider unterhalb sind. Nachvollziehbar, denn dort hält sich die graue Suppe eben schon tagelang. Aber besser als hier lässt sich der altbekannte Spruch nicht belegen, dass über den Wolken die Sonne scheint.
Also durchbrechen wir mal eben auch diese "Mauer"... Ein Schauspiel, besser als jedes Kino!