Freitag, 11. Juni 2021

In der grünen Lunge

Jetzt geht das wieder los mit der Hitze! Auch wenn andere frohlocken, es ist nicht meins. Aber ändern lässt es sich auch nicht, leider. Also auf in den Wald!
Doch bis ich dort bin, heißt es 1,5 km durch unseren 27° warmen Ort.
Ursprünglich wollte ich wieder einmal meine On Cloudsurfer laufen, sie sind herrlich leicht und luftig im Sommer. Doch ich bemerke, wie abgenutzt schon wieder die hinteren äußeren "Wolken" sind, und damit wird der Schuh sehr schnell sehr asymetrisch, läuft sich wie mit schiefen Absätzen. Spontan sage ich danke und mustere sie aus. Im Regal ist ja frischer Ersatz.

Kurz vor dem Wald habe ich ein Stück autofreie Zone. Fußgänger und Radler dürfen aber passieren.


Es ist unglaublich, was Schatten und Flüsschen ausmachen. Von einem Moment auf den anderen wird es deutlich kühler! Der Begriff der "grünen Lunge" wird körperlich spürbar! Sofort wird mein müder Körper munter, es läuft sich prächtig. Dazu, im naturgeschützten Wald, kommt ein Vogelkonzert vom feinsten. Man wähnt sich in einem Urwald weit weg, aber nicht im rheinischen Ballungsgebiet.



Verkehrsregelung im Walde


Die 9 km liefen dann dank Waldanteil doch ganz gut. Aber daheim ist chillen angesagt. Sofia macht auch mit.


Die tut nur so...

Sonntag, 6. Juni 2021

Die Alten haben ausgedient

Ja, Zeit für einen Wechsel. 3 meiner "Senioren" haben das Ende ihres Lebenszyklus' erreicht, Ersatz muss her. Und so geht es ab in unseren Laufschuhladen des Vertrauens. Auch Chris braucht neue "Bereifung". Wir probieren ein paar Varianten aus. Leider ist mein Lieblingslaufschuh der letzten Jahre, Karhu Ikoni, nicht verfügbar, ich könnte heulen. Glycerin, meine Nr. 2, ist hingegen vorhanden. Interessante Entdeckung: In Größe 39 rollt er prima ab, ist aber für einen beim Lauf sich vergrößernden Fuß leider zu knapp. Dagegen passt Größe 40, die unterstützt jedoch das Abrollen weniger. Aber was nützt ein abrollender Schuh, wenn die Zehen später anstoßen?

Sehr angetan bin ich von einem New Balance Fresh Foam. Und auch ein Ghost, den ich bisher nur als Regenvariante mit Goretex-Gewebe laufe, erfreut. Chris entscheidet sich ebenfalls für den "Geist" und nimmt noch ein Paar Hoka Trailspezialisten mit. Eine Läufermütze für kühlere Tage würde mir auch noch gefallen, aber 40 EUR...? Nein danke. Dennoch hat sich die Shopping-Tour gelohnt.


Natürlich wird sogleich getestet. Meine neuen New Balance machen auch auf einer 10-km-Runde eine gute Figur, ich bin sehr zufrieden.
Heute geht mein Ghost auf die Langstrecke. Auch der gibt ein gutes Laufgefühl. Zumal mit 16° und bedecktem Himmel die Bedingungen angenehm sind. 
Ich laufe Richtung Bergheim und entscheide unterwegs spontan, doch beim privaten Trinkwasser-Ausschank "Chez Heidrun" einzukehren. Was fast am Mittagsschlaf der Wirtin, den ich ungeplant und ungeahnt leider crashe, scheitert, würde nicht ihre wackere Labradorin Paula kräftig und nachhaltig anschlagen.
Der kühle Tropfen mundet gut, wir tauschen kurz ein paar Neuigkeiten aus, und erfrischt setze ich meine Runde fort.

Beobachtungen unterwegs:
Die neue Gleichberechtigung. Links die Dame in rot chauffiert ein Lastenfahrrad, in dem vorne ein Kleinkind sitzt. Zudem führt sie einen Anhänger mit, in dem sie ein weiteres Kind transportiert. 
Der sie begleitende Herr hat vorne weder Lastenabteil noch hinten Anhänger noch Kind...


Unschönes gibt es leider auch. Alles Müll eines ganz bestimmten Ursprungs. Ein schwacher Trost, dass wenigstens Hamburger nicht mehr in Plastik verpackt werden, dennoch .... Es mag gemein sein, aber möge diesen Idiot*innen die Mahlzeit wieder hochkommen, mit ganz viel Galle! Und am besten gleich im Auto!!!👿



Da kann man eigentlich nur eins machen...:

Donnerstag, 3. Juni 2021

Grün, blau und dampfig

Das "explosive" Frühlingswetter  verlockte natürlich auch zu einem Trip mit "Elli". Der Wetterbericht sagte Ostwind mit Böen an, entsprechend plante ich eine Nord-Süd-Strecke. Doch damit lag ich falsch, bzw. der Wetterbericht, permanent blies mir der Wind entgegen. Nicht so angenehm auf einem ElliptiGo, auf dem man zwangsweise aufrecht steht. Doch immerhin konnte ich häufiger den Schutz des heimischen Waldes nutzen und der Rückweg war rückenwindgarniert. 

Und mal ehrlich, bei deeem blauen Himmel, da nimmt man fast jeden Wind hin! Zumal das Grün meines Gefährts perfekt mit dem frischen Frühlingsgrün harmoniert.

Nach 32 km waren meine Beine allerdings ziemlich aus Gummi, Elli schlaucht ganz schön...

Heute Kontrastprogramm. Ich trete vor die Haustür und ein Schlag trifft mich. Die 24° sind es nicht, aber die feuchte Luft. Erinnert an eine Sauna, Aufguss des Tages Marke "Fronleichnam 2021" ...

Ich laufe dennoch los und kämpfe gegen diese Waschküche an. Über ein paar Regentropfen freue ich mich und sehne mehr davon herbei. Pustekuchen. Na egal, dann schaffe ich es aus eigener Kraft, dass ich daheim fast keine trockene Faser mehr am Leib habe. 11 km, die mich ganz gut ins Schnaufen brachten.



Spielzeugfernglas wartet auf Besitzer



Sonntag, 30. Mai 2021

Explosiv

Man könnte meinen, während unserer Frühjahrsferien sei daheim die Natur explodiert. Kein Wunder, erst endlich einmal gut Regen und dann Wärme.
Das frische Grün überall ist nur wunderbar, und im Wald das Vogelkonzert dazu soooo erbaulich.
Dabei hätte ich kaum gedacht, dass ich heute 19 km hinbekomme. Am Vortag haben wir Garten und Gehweg ordentlich bearbeitet, mehr als 7 Stunden Einsatz. Was dazu führte, dass ich danach durchaus geschafft war. Man ist halt keine 30 mehr ... Der Versuch, am Sonntag aufzustehen gestaltete sich, wie für eine auf dem Rücken liegende Schildkröte - irgendwie komme ich kaum hoch. Und selbst nach Vollendung dieses Unterfangens schleiche ich nur umher. Genau die Stelle, wo ich vor Jahren einen Bandscheibenvorfall hatte, fühlt sich entsetzlich eingerostet an. Doch das schöne Wetter lockt mich dann doch hinaus und ich bereue es nicht.

War im Winter noch gesperrt wegen Waldschäden

Ich trabe Richtung Kerpen-City und umrunde kurz den Hügel der ehemaligen Burg. Dann durch ein Wohngebiet und -erstmals- am anderen Ende auf einem Feldweg wieder hinaus. Ja da sieht man, wie leer die Landschaft ohne Berge und Wald sein kann. Wenigstens durftet das gemähte Getreide herrlich nach Heu.



Mein Entdeckerdrang wird jäh ausgebremst. Das Tor ist verschlossen, dahinter liegt laut Beschilderung ein Naturschutzgebiet.


Also kehre ich um und widme mich noch ein wenig der Kerpener Gässchen und Sträßlein. Hier gibt es diverse kleine Nebenwege nur für Fußgänger, die mir vom Auto aus noch nie auffielen. Sie führen aber wohl nicht immer weiter, eins endete plötzlich als Sackgasse und ich musste wieder zurück. Dies blieb nicht unbeobachtet, eine ältere Frau rief mir fröhlich ein "Verlaufen?" zu. Ich lache zurück. Dieses Viertel ist noch ziemlich nostalgisch. Die Häuser stehen teils sehr dicht an dicht. Viele verleugnen nicht ihr Alter. Aus offenen Fenstern tönt Geschirrgeklapper, Kindererziehung oder Unterhaltungsfetzen in rheinischem Singsang. Mittagessensdüfte wehen mir in die Nase. Genau, hierher passt Braten, Rind  oder Schwein! Ich fühle mich arg an meine Kindheit erinnert.


Einige Vorgärten wären aus diversen Gründen dokumentationswürdig. Hier nur zwei kleine Beispiele:


Die bunten Blümchen auf dem Mäuerchen sind aus P L A S T I K !

Der Hinweis scheint wohl nötig

Ziemlich krass Zufallsfunde auf dem Gehweg:


Weit und breit kein Mensch

Am Ende erreiche ich locker wieder unser Zuhause. Es lief besser als gedacht, der Rücken machte keine Probleme. Dennoch tut danach Cool-Down auf der Gartenbank rrrrichtig gut!

Mittwoch, 26. Mai 2021

Virtuell im Herzen

Regen kann sogar reizvoll sein in den Bergen...


Mit dem Gedanken verzichte ich heute darauf, Regenbilder meines Laufs auf der rheinischen heimischen Scholle zu bringen und greife hier lieber noch auf ein paar Bilder aus der Schweiz zurück. Vom letzten Lauf dort am Sonntag, wo Petrus uns nochmal zeigen wollte, dass er auch anders kann als an unserem Wandertag. Aber da lasse ich mir doch nicht den Schneid abkaufen! Ich nehme den Kirchhügel laufend, danach noch einen weiteren zähen Anstieg im Wald erstmals laufend und -aller guten Dinge sind drei- auch noch einen Anstieg aus dem Zulgtal auf die Höhe zurück. Habe ich so noch nie hinbekommen.
Geübt in virtuellen Läufen kann ich nun zwar im rheinischen Regen laufen, wohl aber mit frischen Urlaubseindrücken im Herzen...
Nun denn, in ein paar Wochen ist wieder live dort laufen angesagt, zwischen Berner Oberland und Emmental 😀





Was mögen die nur ihrem Huhn gefüttert haben...?