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Samstag, 11. Juli 2026

Wasser marsch - demnächst

Neuere Medienberichte über die eingeleitete Umgestaltung des Tagenbaus Hambach zu einem Erholungssee veranlassen mich, eine ElliptiGo-Tour in diese Richtung anzugehen. Bei bis zu 29° mittags ohnehin die einzige Sportoption für mich, die dank Fahrtwind zu ein wenig Abkühlung führt.

Die Tageszeitung berichtete über Pläne, wonach bereits in 6 Jahren der spätere "Hafenbalkon" des Tagebausees "erlebbar" würde. Näheres hier: Link. Man habe bereits begonnen, die dafür notwendigen Landmassen anzuschütten. Na da muss ich doch mal nachschauen! Und wirklich, wenn man genau hinschaut erkennt man vor dem Aussichtspunkt Forum :terra nova eine Art Terrasse aus hell-beigem Sand (Bildmitte hinter den 3 markanten Bäumen).







 Ich rolle noch einen weiteren kleinen Aussichtpunkt an. 

Stairway to ... Aussicht
Erkennbar, zwei Absetzer haben mit einer Anschüttung begonnen (in den Fotos die wallartigen Sand-/Kieshügel jeweils im Vordergrund)

Na dann kann ich ja bis 2032 öfter nachschauen, wie weit man ist. Und schon 2040 soll der See den halben Wasserstand erreicht haben (endgültige Füllhöhe: 2070, Link). Heureka.

Woher das Wasser kommen soll, wird auch schon sichtbar. Eine rund 40 km lange Pipeline soll demnächst pro Sekunde bis zu18 m³ Rheinwasser einspeisen. Was den Rhein aber nur 0,4 - 2,4 cm Wasserstandshöhe kosten soll: Link 

Solch eine Pipeline fällt natürlich nicht vom Himmel. In meinem sportlichen Einzugsbereich wird dazu der Speedway für 2 Jahre gesperrt. Der Speedway, der Inlineskatern, Radfahrern Läufern und Wanderern in den letzten Jahren ans Herz gewachsen ist und den ich in meinem zweiten Post hier 2013 vorstellte: Link. So sah es beispielsweise 2016 noch dort aus:


Heute so:





Rohre mit Durchmessern bis zu 2,20 m werden zu einer "zweispurigen" Pipeline verlegt. Ich hoffe mal, das geht zügig voran, auf dass das alte Sportareal bald wieder hergestellt sei.
Und fast schon schräg romantisch: Als ich zur Baustelle rolle, quert ganz gemütlich vor mir ein Reh den Radweg. Vorsichtig und möglichst ohne Lärm und hektische Bewegungen halte ich und kann sogar ein Foto machen:


Auf dem Rückweg mach ich noch Station an einem Radgeschäft. Elli ärgert mich ein wenig durch immer wieder ungewollte Gangwechsel. Der Händler, bei dem ich sie kaufte und erst kürzlich zur Inspektion brachte, scheint dies nicht im Griff zu haben. Da ist nun doch mal eine Zweitmeinung sinnvoll.
Demnächst geht es dorthin zum Termin. 
Doch zunächst wird mein Rückweg durch strammen Gegenwind "versüßt", nach insgesamt 27 km rolle ich daher ziemlich platt daheim ein.

Sonntag, 14. Juni 2026

Windige Erwartungen

Früher hätte ich mich über Wind sehr gefreut, als ich noch ein Surfbrett auf heimischen Seen bewegte. Aber wie oft dümpelte man bei Schwachwind umher, wartete tagelang auf eine nutzbare Brise? Es war ein Graus.

Heute ist es umgekehrt. Wenn Wind mit Böen um die 40 km/h weht, mag sich ein Radler noch klein machen können, aber auf einem ElliptiGo steht man zwangsweise aufrecht, was ziemlich schnell den Spaß in den Keller fährt. Also muss Elli leider weiter aufgefrischt in der Garage ausharren, der derzeitige stramme Westwind ist nicht unser Freund. Dann wird eben gelaufen.

Immerhin sind die Temperaturen erfrischend. Mir ist nach läuferischer Abwechslung, also geht's mal wieder Richtung Tagebau-Aussichtspunkt. Immer schön gegen den Wind. Aber gemütlich, und mit Zeit zum Schauen. 

Bei einer Bank an meiner Strecke ...



... frage ich mich, was man denn dort sitzend sehen soll? Nun ja, dieses hier: 






Da laufe ich lieber gleich weiter. 😉



Am Aussichtspunkt ist man so gut wie nie allein. Der Blick ist immer wieder faszinierend.
Dazu pfeift der Wind hier ungebremst und ich ziehe mir rasch meine Windbreakerjacke wieder über.




Hier wirft ein höchst erfreuliches Ereignis seine Schatten voraus. In den Sommerferien wird die Konzertreihe wieder aufgenommen, die uns letztes Jahr so begeistert hat. Genau an dieser Stelle werden dann Bühne und Bänke aufgestellt und flotte Mucke erklingen. Ich freu mich schon darauf!



Auf meinem weiteren Weg eine ganz andere Beobachtung am Wegesrand:



Und kurz vor daheim noch ein dezenter Hinweis auf ein eventuell oder auch nicht aufblühendes Sommermärchen. Man wird sehen, ob die deutsche Elf ihr Handwerk beherrscht. Die schweizerischen Sportkameraden haben sich ja erst einmal dezent zurückgehalten...


Sonntag, 24. Mai 2026

Eeeendlich wieder

Das wurde aber sowas von Zeit! Im letzten Jahr kam das ElliptiGo so gar nicht zum Zuge. Entweder Regen oder Wind oder keine Zeit, immer war was. Am Ende ging Elli die Luft aus, nachhaltig. Also stand eine Frühjahrskur an, frische Schläuche und Bereifung, Inspektion.
Und endlich, heute stimmte alles, los geht es mit dem munteren Strampeln. Anfangs muss ich mich wahrhaftig wieder eingewöhnen, der 5. Gang ist mir zu lasch, der 6. dann aber gleich zu fordernd. Nach einer Weile läuft's rund. Eine eigentlich angepeilte Straße am Rand des Tagebaus ist leider für Fahrräder gesperrt. Gern würde ich hier nochmals einen Blick auf meinen Weg 2023 zur Grabungsarbeit werfen. Aber da diese Straße schmal ist und hier gern gerast wird, verzichte ich lieber.
Also heißt es einen großen Umweg zu machen und einen anderen Weg nach Manheim zu nehmen.

Aber erst noch rolle ich bei einem "alten Bekannten" vorbei. Ein abseits gelegenes Wohngrundstück  wird tierisch bewacht. Wie immer stürmt sofort der Berner Sennenhund heran und verbellt mich nach Strich und Faden. Die zweite Stimme dazu liefert ein Appenzeller. Beide haben zwischen Zaun und Sträuchern schon einen festen Hunde-Trampelpfad erlaufen, während sie ihrem Job nachgehen. Und jedesmal schicke ich ein Stoßgebet zum Himmel, dass dieser Zaun bitte keine Lücke habe. Aber diesmal stoppe ich, möchte ein Foto machen. Das hatte sich der Berner nicht so gedacht. Völlig irritiert verstummt er, geht ein Stück zurück und trollt sich. Sein Kumpel hielt gleich Abstand.

Gleich nebenan ist ein größerer Reiterhof, vor dem eine kleine gepflegte Kapelle steht. Na das bietet sich doch an, diese gleich "mitzunehmen". Sie ist sogar geöffnet, innen sehr gut unterhalten und dekoriert.



Und dann erreiche ich endlich Manheim. Früher genannt "das sterbende Dorf", weil die Bewohner tagebaubedingt umgesiedelt wurden. Allerdings hielten immer noch einige wackere Gallier die Stellung. Inzwischen, so muss man wohl sagen, ist es "das gestorbene Dorf". Es sieht nur noch schrecklich aus.

Immerhin, ich kann die Kirche meiner kleinen bloggerischen Kirchensammlung hinzufügen. Sie soll auch weiter stehen bleiben und irgendwie genutzt werden. Leider wurde sie innen komplett leergeräumt, selbst die Fenster wurden ausgebaut. So müsste dann erst einmal Geld her, ums eine Nutzung überhaupt zu ermöglichen.



Ich rolle ein wenig durch den Ort, soweit das noch geht. Denn es wurde zwar weiter abgerissen, aber auch etwas neues hinzugefügt. Wo Berlin früher eine Mauer hatte, hat Manheim jetzt einen Wall. Der läuft quer durch das Gelände und markiert die nun verbotene Zone:



Aber eine der beiden Bushaltestellen, die im Tatort "Abbruchkante" vorkamen, ist noch vorhanden.

Quelle: https://www.ardmediathek.de/video/tatort/abbruchkante-2023/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZGY1NTkwODMtZDhkMC00ZjA4LTkzZTEtNGZkOGUxYzFhMDIz

Quelle: https://www.ardmediathek.de/video/tatort/abbruchkante-2023/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZGY1NTkwODMtZDhkMC00ZjA4LTkzZTEtNGZkOGUxYzFhMDIz


Bei inzwischen 26° rollere ich noch ein wenig herum. Das ist ja Vorteil und Nachteil des ElliptiGo zugleich. Sobald man rollt, hat man herrliche Luftkühlung, die Hitze ist kaum spürbar. Aber sobald man steht ... puh!







Ein Haus ist noch immer bewohnt. Blumen vor der Haustür und die Mülltonnen ordnungsgemäß am Straßenrand:








Ein Haus ist mit Bauzäunen umstellt. Es soll einen besonderen historischen Wert haben, der sich mir aber nicht erschließt.


Ein Trampelpfad führt zur Rückseite. Mal nachsehen... Der Wildwuchs der Natur sieht hier malerisch aus.

Aber was auch fast zu erwarten war, der Zaun ist geöffnet, Bierflaschen liegen herum.


Trotz aller Zerstörung in Manheim, es gibt eine unglaubliche Ruhe zu erleben. Nur ein paar Vögel zwitschern, kein Autobrummen stört. Rehe oder Hasen habe ich diesmal nicht gesehen. Aber sie hätten auch gute Tarnung durch die wildwuchernde Natur. Und sicher können sie nicht die Verbotsschilder auf dem Wall lesen, tummeln sich vielleicht dahinter. Nächstes Mal nehme ich ein Picknick mit. Sonnenuntergang an der Abbruchkante, wer hat das schon?

Da ich länger nicht mehr "ellipiert" habe, spüre ich schon recht bald meine Beine. Dabei hätte ich große Lust, noch weiter zu rollen. Dennoch, den Rückweg muss ich ja auch noch einkalkulieren. Also mache ich mich auf den Heimweg. Da ich kurz vor Zuhause immer noch ein paar Körner habe, schiebe ich noch hier und da eine Extra-Schleife ein. Dann ist aber auch gut. 25 wunderbare Kilometer. Und wenn ich morgen ziemlichen Muskelkater haben werde, egal, nächstens soll es ja noch weiter gehen. 😁