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Sonntag, 24. Mai 2026

Eeeendlich wieder

Das wurde aber sowas von Zeit! Im letzten Jahr kam das ElliptiGo so gar nicht zum Zuge. Entweder Regen oder Wind oder keine Zeit, immer war was. Am Ende ging Elli die Luft aus, nachhaltig. Also stand eine Frühjahrskur an, frische Schläuche und Bereifung, Inspektion.
Und endlich, heute stimmte alles, los geht es mit dem munteren Strampeln. Anfangs muss ich mich wahrhaftig wieder eingewöhnen, der 5. Gang ist mir zu lasch, der 6. dann aber gleich zu fordernd. Nach einer Weile läuft's rund. Eine eigentlich angepeilte Straße am Rand des Tagebaus ist leider für Fahrräder gesperrt. Gern würde ich hier nochmals einen Blick auf meinen Weg 2023 zur Grabungsarbeit werfen. Aber da diese Straße schmal ist und hier gern gerast wird, verzichte ich lieber.
Also heißt es einen großen Umweg zu machen und einen anderen Weg nach Manheim zu nehmen.

Aber erst noch rolle ich bei einem "alten Bekannten" vorbei. Ein abseits gelegenes Wohngrundstück  wird tierisch bewacht. Wie immer stürmt sofort der Berner Sennenhund heran und verbellt mich nach Strich und Faden. Die zweite Stimme dazu liefert ein Appenzeller. Beide haben zwischen Zaun und Sträuchern schon einen festen Hunde-Trampelpfad erlaufen, während sie ihrem Job nachgehen. Und jedesmal schicke ich ein Stoßgebet zum Himmel, dass dieser Zaun bitte keine Lücke habe. Aber diesmal stoppe ich, möchte ein Foto machen. Das hatte sich der Berner nicht so gedacht. Völlig irritiert verstummt er, geht ein Stück zurück und trollt sich. Sein Kumpel hielt gleich Abstand.

Gleich nebenan ist ein größerer Reiterhof, vor dem eine kleine gepflegte Kapelle steht. Na das bietet sich doch an, diese gleich "mitzunehmen". Sie ist sogar geöffnet, innen sehr gut unterhalten und dekoriert.



Und dann erreiche ich endlich Manheim. Früher genannt "das sterbende Dorf", weil die Bewohner tagebaubedingt umgesiedelt wurden. Allerdings hielten immer noch einige wackere Gallier die Stellung. Inzwischen, so muss man wohl sagen, ist es "das gestorbene Dorf". Es sieht nur noch schrecklich aus.

Immerhin, ich kann die Kirche meiner kleinen bloggerischen Kirchensammlung hinzufügen. Sie soll auch weiter stehen bleiben und irgendwie genutzt werden. Leider wurde sie innen komplett leergeräumt, selbst die Fenster wurden ausgebaut. So müsste dann erst einmal Geld her, ums eine Nutzung überhaupt zu ermöglichen.



Ich rolle ein wenig durch den Ort, soweit das noch geht. Denn es wurde zwar weiter abgerissen, aber auch etwas neues hinzugefügt. Wo Berlin früher eine Mauer hatte, hat Manheim jetzt einen Wall. Der läuft quer durch das Gelände und markiert die nun verbotene Zone:



Aber eine der beiden Bushaltestellen, die im Tatort "Abbruchkante" vorkamen, ist noch vorhanden.

Quelle: https://www.ardmediathek.de/video/tatort/abbruchkante-2023/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZGY1NTkwODMtZDhkMC00ZjA4LTkzZTEtNGZkOGUxYzFhMDIz

Quelle: https://www.ardmediathek.de/video/tatort/abbruchkante-2023/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZGY1NTkwODMtZDhkMC00ZjA4LTkzZTEtNGZkOGUxYzFhMDIz


Bei inzwischen 26° rollere ich noch ein wenig herum. Das ist ja Vorteil und Nachteil des ElliptiGo zugleich. Sobald man rollt, hat man herrliche Luftkühlung, die Hitze ist kaum spürbar. Aber sobald man steht ... puh!







Ein Haus ist noch immer bewohnt. Blumen vor der Haustür und die Mülltonnen ordnungsgemäß am Straßenrand:








Ein Haus ist mit Bauzäunen umstellt. Es soll einen besonderen historischen Wert haben, der sich mir aber nicht erschließt.


Ein Trampelpfad führt zur Rückseite. Mal nachsehen... Der Wildwuchs der Natur sieht hier malerisch aus.

Aber was auch fast zu erwarten war, der Zaun ist geöffnet, Bierflaschen liegen herum.


Trotz aller Zerstörung in Manheim, es gibt eine unglaubliche Ruhe zu erleben. Nur ein paar Vögel zwitschern, kein Autobrummen stört. Rehe oder Hasen habe ich diesmal nicht gesehen. Aber sie hätten auch gute Tarnung durch die wildwuchernde Natur. Und sicher können sie nicht die Verbotsschilder auf dem Wall lesen, tummeln sich vielleicht dahinter. Nächstes Mal nehme ich ein Picknick mit. Sonnenuntergang an der Abbruchkante, wer hat das schon?

Da ich länger nicht mehr "ellipiert" habe, spüre ich schon recht bald meine Beine. Dabei hätte ich große Lust, noch weiter zu rollen. Dennoch, den Rückweg muss ich ja auch noch einkalkulieren. Also mache ich mich auf den Heimweg. Da ich kurz vor Zuhause immer noch ein paar Körner habe, schiebe ich noch hier und da eine Extra-Schleife ein. Dann ist aber auch gut. 25 wunderbare Kilometer. Und wenn ich morgen ziemlichen Muskelkater haben werde, egal, nächstens soll es ja noch weiter gehen. 😁

Sonntag, 1. September 2024

Nicht schon wieder

Die Trainingswoche startet vielversprechend. 
Laue Intervalle über 10 km am Dienstag. Die erfrischenden 17° des Morgens machen das zur puren Freude.
Kontrastprogramm am Donnerstag: 15 langsame km hören sich leicht an. Aber wenn schon morgens um 8 schwülwarme Luft gefühlt allen Sauerstoff aus der Luft zieht, kann das ziemlich schlauchen.
Immerhin ist das Wetter am Freitag für meine 20 km gnädiger. Dauernd wollen die Beine schneller als der Kopf. Ha! Die Beine wussten warum: Der Kopf war sich mal wieder sicher, dass es gemütlich sein sollte. Die Beine ahnten, es gab eine Vorgabe von 6:25 Min/km über 16 km von den 20. Glück gehabt. Da die Beine sich durchsetzten, habe ich dieses Tempo-Soll nur geringfügig verfehlt.

Mit solchem Vorlauf sah ich dem 27-km-Lauf des Sonntags entgegen. Da es sehr früh sehr warm werden sollte, wurde extra um 6 gefrühstückt, damit es um 8 Uhr losgehen konnte.
Der Plan: So lange es geht, im freien Feld laufen, aber in Reichweite des schattigen Waldes, der mir später die größte Hitze erleichtern sollte.

Das erste Dutzend läuft besser als gedacht. Morgenfrische mit sanftem Wind garniert, auf durchgehend flachem Terrain, ahhhh!

An der Einfahrt zur Müllentsorgung frage ich mich, warum ein solches Schild wohl nötig ist...


Dann folgt eine Runde durch Manheim. Auch dort fallen mir lustigerweise Schilder ins Auge:

Für wen diese Zone noch?

Videoüberwachung einer leeren Kirche...

Dann wird es Zeit, den Wald aufzusuchen. Die Navigation ist leicht, immer dem Lärm nach. Denn bei Manheim gibt es den Erftlandring, eine in Kreisen bekannte Kartbahn, die nun doch bleiben darf. Motorknattern, Bremsenquietschen, Benzindüfte garnieren den Waldrand.



Doch wenn man das hinter sich hat, folgt Erholung pur. Es ist einfach immer wieder toll, in das kühlende Blätterdach einzutauchen.


Ich "verbringe" 6 wunderbare Kilometer im Grün. Normalerweise bin ich hier allein, noch nie begegnete mir jemand. Man muss diesen Wald kennen, er hat nur wenige Zuwege. Aber heute kommt mir wahrhaftig ein Jogger entgegen und ist genau so überrascht wie ich. Später sehe ich noch 2 Gassigänger und 2 Radler.


Ich kann sogar 2 weitere Wege im Wald erkunden und finde, was ich vor Wochen von der anderen Seite anzusteuern versuchte. Vergeblich, wegen matschiger Wege. Aber heute:
Die ehemalige Trasse der verlegten A4, die langsam wieder von der Natur zurückgeholt wird.

Fahrbahn aus Richtung Aachen, links früherer Parkplatz

Blick in Fahrtrichtung Aachen, rechts lag ein Parkplatz
Frohgemut setze ich den Einkehrschwung an, merke dann aber in meinem Wohnort, dass mir noch 3 km fehlen. Also kleine Extraschleife gestartet.
In der Ortsmitte kommt mir ein junges Paar mit einer französischen Bulldogge entgegen. Gerade noch wundere ich mich über den komischen Gang des (jungen?) Hundes, als ich an irgendeiner Ameise hängen bleibe und mich der Länge lang den jungen Leute vor die Füße werfe. Sofort bieten sie mir Hilfe an, aber nach kleinem inneren Selbstcheck kann ich mich selber wieder auf die Beine stellen und ihnen für den guten Willen danken. Ein Knie, beide Handballen und ein Ellbogen sind angeschlagen. Ich humpele zur nächsten Bank und muss erst einmal Luft holen, kämpfe mit Übelkeit, aber nach kleiner Verweilpause kann ich mich dann langsam nach Hause bewegen. Überwiegend gehend, denn mehr als ein paar einzelne Laufschritte sind nicht drin. 
So blieb dann das Soll von 27 km um 1,5 km untererfüllt, im Wochensoll konnte ich immerhin 70,5 km verbuchen. 
Und nun hoffe ich, dass da bis morgen nichts schlimmeres entsteht. Meine Handverletzung vom letzten Sturz im Februar "erblühte" auch erst am Folgetag...😕 Noch fühlt sich alles ok an.

Das wurde nachher noch kräftiger rot...😖

Montag, 19. August 2024

Entdeckungen

Morgenstund' hat Gold im Mund - und erfrischende Temperaturen für die Läuferin obendrein. Diesmal sogar mit prächtigem Wolkenbild abgerundet.

Nachdem ich am Vortag mal wieder keine Kamera dabei hatte und genau dann etwas Spannendes zu sehen ist, muss ich gleich nochmals zu einer bestimmten Stelle.












Es gab nämlich schon wieder eine Veränderung am Kreuz: Die Schlüssel sind gewandert, rechts auf den Sims des Kreuzes. Dafür steht nun eine vertrocknete rote Rose bei den Lichtern. Was das nun wieder heißen mag...? 😏


Ok, wohl doch zu einem Vorhängeschloss gehörend...
Und im Gras vor dem Kreuz leuchtet mir auch etwas entgegen...😲


Sonntag standen 27 km auf dem Plan. Beschwingt vom vorherigen TV-Zuschauen beim Ironman in Frankfurt (aber nur bis zum Radfahren) mache ich mich auf den Weg. Wie von allein laufen meine Füße Richtung Manheim. Bei soviel Kilometer-Budget kann ich das auch mal zu Fuß ansteuern, statt wie sonst nur mit Elli.

Als erstes komme ich am ehemaligen Friedhof vorbei. Noch 4 Gräber sind geblieben, ansonsten wirkt das Areal wie ein verwunschener Park.





Danach kommt der Rest-Ort.


An der Kirche, die nun doch gute Chancen zum Nicht-Abriss hat (man diskutiert jedenfalls schon die Kosten der Instandsetzung, und wer dieselben zahlen soll) tut sich erstaunliches, eine Großbaustelle! Das verlangt nach weiterer Überwachung. Ich habe ja noch ein paar lange Läufe...



Weiter geht es entlang früherer Straßen ...





und plötzlich stehe ich vor gepflegtem Rasen mit einer netten Spiel- und Badeanlage nebenan mitten in der Ödnis. Noch ein Rätsel...



Zu laufen hat auch gegenüber Rädern u.ä. den Vorteil, dass rumpelige Feldwege kein Problem sind. Also gerate ich auf Wege zwischen Ort und Tagebau, die mir bisher unbekannt waren und entdecke eine riesige Erdbeerplantage. Zu den Bildern muss man sich überreifen und fauligen Erdbeer"duft" vorstellen. Ein Fuchs sitzt bei den Treibtunneln und fühlt sich gestört, weiß nicht, ob er flüchten oder beobachten soll. Leider ist er schneller weg, als ich ihn fotografieren kann.






Ich laufe bis zur Sperrzone. Irgendwo dort, hinter den beiden gelben Baggern, lag die Grabungsstelle vom letzten Jahr, an die ich immer wieder gern zurückdenke, weil sie mir so viel Gedankenfutter gab. Doch diese Stelle gibt es wahrscheinlich nicht mehr, sie dürfte vom Kohlebagger bereits abgeknabbert sein.



Also zurück durch das ehemalige Dorf, an 3 noch stehenden Häusern vorbei. Sie machen einen völlig unbewohnten Eindruck. Gerade, als ich am weißen Haus mit stillgelegtem LKW davor die Aufschrift "Bewohnt" sehe, höre ich Geräusche von drinnen und nehme Bewegung wahr, verrückt!




Wie zu erwarten, 27 km sind nicht ohne und hinten raus wird es anstrengend. Aber ich erfülle die Tempovorgabe 7:30 Min/km und kann sogar noch den Zieleinlauf in Frankfurt mit verfolgen. Wenn ich sehe, wie die sich dort quälen, nicht nur die Elite, sondern alle, die dort mitmachen, hatte ich ja ein lockeres Warmmachen...