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Sonntag, 10. August 2025

Gefühle und Technik

Eine Nachbetrachtung der etwas anderen Art drängte sich mir nach dem 6-Stunden-Lauf in Bönen auf.

Die erstmalige Teilnahme an dieser Art von Wettbewerb verführte ein wenig zur Datenauswertung. Wozu trägt man schließlich sonst diese kleinen piepsenden Dinger am Handgelenk? Wenn man also 32 Mal immer dieselbe 1,3-km-Runde abläuft, ist es spannend aber auch müßig zugleich, über die Runden hinweg die Entwicklung der Zeiten zu betrachten, den Puls oder die Verbrennungsanteile von Fett- und Kohlenhydraten. Verrückt, was da so am Handgelenk alles dokumentiert wird.

Dazu kommen dann natürlich die subjektiven Eindrücke, wie man sich fühlte unterwegs, Feel-good-Anteile, Phasen der Ermüdung und plötzliches Wiederaufflackern der Energie.

Ein spezielles Gefühl mag manch ein Teilnehmer des Laufs geteilt haben, dass nämlich die wenigen und überschaubaren Steigungen mit den Runden & Stunden immer höher wurden. Obwohl das natürlich blanker Unfug ist! Wie sollte denn das bitteschön gehen? Da ist doch glasklar, dass einem da das Hirn etwas vorgaukelt!

Oder etwa doch nicht...?

Die Aufzeichnung meiner Polar-Pulsuhr belegt nämlich mein Gefühl! Zumindest tut sie so. Da erkennt man doch eindeutig die allmähliche Steigerung der Steigungen: 😄 


Nun könnte man natürlich argumentieren, Ausreißer, Zufall, schlechtes Produkt.
Was also zeigt die Mitkonkurrenz an? Schauen wir bei Garmin vorbei. Die Uhr meines Mannes zeigt Ähnliches: 😃

Heidruns Garmin hat sich gegen einen solchen Trend zu Höherem für eine andere Variante entschieden: 😌


Olivers Coros geht ihren eigenen Weg, findet gar enorme Höhenunterschiede: 😉

Recht basisnah bleibt Runalyze: 😇


Tja, lustig, wie Gefühl und Technik mal harmonieren und mal nicht. Damit will ich hier nicht einzelne Produkte bzw. Hersteller madig machen, die haben alle eben ihre Stärken und Schwächen.
Aber dass man doch nicht unbedingt der Technik blind vertrauen kann, ist so mein persönliches Fazit.

Das ist allerdings schade, denn damit relativiert sich die aktuelle Laufzeitenprognose meiner Lauf-App dann leider auch schon wieder. So gern ich mal einen Marathon in 3:16 Std laufen würde, angesichts meiner PB von 4:28:13 (erkämpft nach Vorbereitungstraining, von dem ich derzeit weit entfernt bin) muss ich diese Anzeige wohl mit den Bönener Höhenmetern ins Reich der Technikphantasie schieben: 😏

Montag, 9. Juni 2025

Heureka


Mein Pech hinsichtlich fotografischer Ausrüstung beim Laufen ging noch ein wenig weiter. Wilson selber ist zwar willig, aber seine Akkus schwächeln, 2 bilden Dellen, was auf ungute Prozesse in deren Inneren schließen lässt. Der dritte mag auch nicht mehr die volle Kapazität bereitstellen. Und leider ist diese Bauart nicht mehr erhältlich.
Also hieß es, wieder nach einer Lösung zu suchen. Ein weiteres kompaktes Modell der Marke "Rollei" erwies sich als der gleiche -pardon- Schrott wie schon das Ding mit der Aufschrift "Agfa", das ich auch umgehend nach einem Tag zurück in den Laden brachte. Beide nervten mit sehr schlechter optische Qualität und viel zu langer Auslösedauer.

Also weiter im www gesucht. Letztendlich blieb ich bei privaten Kleinanzeigen hängen. Dort gibt es wahrhaftig noch second hand Exemplare meiner sehr geschätzten, doch leider defekten kleinen Sony Cyber-shot. Da ich Gebrauchtes vor dem Kauf in die Hand nehmen und testen möchte, schied eine Versandabwicklung aus. Doch das Glück war mir hold. Keine 30 km weiter stand ein sehr gut erhaltenes Modell zum Verkauf. Der Preis war ok und ich konnte vor Ort keinen Mangel finden, die Optik arbeitet einwandfrei. Ach, wenn man schon so ein Gerät in die Hand nimmt, fühlt es sich gleich gut an. Und da stimmen auch die inneren Werte.
Also kann ich endlich wieder in bewährter Manier unterwegs fotografieren, HEUREKA!

Oben meine Alte, unten die neue Alte

Ein erster laufpraktischer Test funktioniert. Ich kümmere mich optisch speziell um Wolken, da ich aktuell bei einem Malprojekt ziemlich mit dem Himmel zu kämpfen habe...


Zugleich versuche ich, ganz praktisch nachzuempfinden, wie sich eine Pace von 5:38 Min/km anfühlt. Mit diesem Tempo lief Catrina über 90 (!) km den Comrades Marathon, den sie nach sagenhaften 8:26 Std finishte. Also ich halte das keine 10 km durch... 😂 Muss aber konstatieren, dass es durchaus Spaß macht, sich mal wieder so richtig zu fordern. Und nun kann ich ja auch wieder viele Laufbilder mitbringen. 

Sonntag, 6. April 2025

Turboschnupfen

Da hat es mich doch erwischt. 😶 
Dachte ich bislang, die Bazillensaison überstehe ich unbeschadet, so gelang es doch nicht ganz.
Dienstag setzte Halskratzen ein. Doch das Auto musste zur Rostkur gebracht werden, was wegen schönstem Wetter nach der Kombination mit einem kleinen Stadtbummel in Köln schrie. No sports.
Mittwoch war das Kratzen krass und Abgeschlagenheit kam dazu. No sports. Donnerstag beugte ich mich und verbrachte den Tag schniefend im Bett. Allerdings doch mit Sport angereichert. Ich las Martin Suters "Einer von Euch", die Biografie von Bastian Schweinsteiger. Wer Suter mag, wird das Buch mögen. Ich fand es allerhöchst unterhaltsam. Written sports.
Freitag, prachtvolles Frühlingswetter. Erstaunlicherweise gehen die Symptome schon wieder zurück und ich genehmige mir eine kleine Laufrunde. 5,5 km sind normalerweise kaum der Rede wert. Aber mein Puls und die Atemfrequenz dokumentieren eindeutig, dass das unter den gegebenen Umständen für mich eine Leistung war. Hat aber gut getan.

Ansonsten kann ich die Woche zu Wilson's Reha nutzen. Wie berichtet ist der Gute ziemlich klebrig geworden. Ich recherchiere. Das dürften die aus dem Kunststoff entschwindenden Weichmacher verursachen. 
Gegenmittel: Kommt auf die Art der Weichmacher an, die mir leider unbekannt ist.
Schlussendlich nehme ich 3 Hausmittel in Form einer Eskalationspyramide in die engere Wahl:
1. Orangenreiniger
2. Backofenspray
3. Aceton = Nagellack.
Da alles im Haushalt vorhanden ist, kann ich gleich starten. 
Option 1 scheint ein wenig zu bewirken. Doch dafür muss man kräftig schrubben nach dem Motto: Rubbel-die-Cam. Da kann man Sorge haben, dass Flüssigkeit durch Ritzen ungewollt ins Gehäuse eindringt.
Also ist Option 2 angesagt. Ich tupfe auf eine Seite testweise Backofenspray. Nach 15 Minuten: Joo, da tut sich sichtlich etwas. Nach erneuen 15 Minuten ist klar: Aceton kann im Schrank bleiben, das Backofenspray erledigt den Job. Die erforderliche Rubbelei hält sich in Grenzen, dafür stimmt das Ergebnis.😀 Gleich wieder ein angenehmeres Gefühl beim Anfassen. Erst danach bemerke ich, dass Wilson ja aus einer Generation stammt, als man dem Verbraucher noch richtig Zubehör mit an die Hand gab. U.a. gibt es drei farbige Frontpartien zum Auswechseln. Diese sind interessanterweise kein bisschen klebrig. Also erhält er nun noch statt der alten schwarzen Front eine freundlich farbige.

Samstag haben sich die Bazillen noch weiter zurückgezogen und obwohl die Nase noch überaktiv ist, kann ich den gebuchten Malerei-Wochenendworkshop besuchen. Zudem sogar heute noch ein paar km abreißen.

Auch wenn es zu nicht mehr als 8 km langt wiederum ein gutes Gefühl. Und kann ich ein wenig Wilson testen. Mit etwas Strategie werden auch nicht alle Linien krumm. 😉


Pralle Sonne geht auch :-)

Montag, 31. März 2025

Therapeutische Baustellen

53 Wochen-km gelaufen, das stellt zufrieden. Anderes nicht ganz so.

Kontrolle des Skidaumens beim Orthopäden: Noch 4-6 weitere Wochen Orthese tragen, schonen. Er drückt zwecks Untersuchung am Daumen herum und trifft dermaßen genau die geprellte Stelle am Knochen, dass die noch 2 Tage danach schmerzt. Zudem ist der Daumen nicht mehr allein. In der linken Schulter wird eine Schleimbeutelentzündung festgestellt. Ich versuchte schon länger, diese Malaise zu ignorieren, erfolglos. Da muss nun auch etwas passieren. Als Einstieg wird 3x täglich eine Minute leichtes Armschwingen mit einem Gewicht von 1 kg in der Hand vorgeschlagen. Weitere Optionen Reizstrom, oder Spritze. Also schwinge ich nun Morgen/Mittags/Abends in der Küche eine Literpackung Milch 60 Sekunden hin und her. 

Mein geliebtes Auto hat es auch noch getroffen. Im zarten Alter von nunmehr 26 Jahren ergaben sich im letzten Jahr schon einige investive Eingriffserfordernisse, die aber durch weiblich-logische Betrachtungen allesamt sinnvoll waren. Nun stand die HU an. Der Prüfer war begeistert vom gepflegten Zustand des Autos, und seinem stilistischen Erscheinungsbild sowieso. Abgas, Licht, Bremsen, Auspuff, Federn, Unterboden - alles prima. Bis auf ... Rost an den Schwellern. 😖😪Also steht eine kleine Intensivkur dieser Mängel an und dann -hoffentlich- weiterem Fahrspaß nichts mehr im Wege.

Die Recherchen nach einem neuen fototechnischen Laufutensil schreiten fort. Ich begab mich in einen lokalen Handystore, in dem man mir bereits nach einem Sturz meines Smartphones sehr gut geholfen hatte. Dort schildere ich meinen Bedarf und der Inhaber hat eine Idee: Das Segment der Seniorenhandys! Die gibt es mit Kamera, Internet brauche ich nicht, doch telefonieren unterwegs im Notfall wäre möglich. Ich verliebe mich sofort in die wunderbar großen Tasten! Leicht und preiswert sind die Dinger auch. Das "Aber": Die Leistungsfähigkeit der Kameras... Verschämt verschweigen die Technikinfos in den Bedienungsanleitungen deren Un-Vermögen. Soll es halbwegs Niveau haben, wird die Sache gleich teuer.

Mir fällt ein, da liegt doch noch was in der Schublade, ganz weit hinten. "Wilson", vom Stamme früher Action-Cams, klein, leicht, einfache Handhabung:


Filmen machte zwar damit Spaß, aber war auch umständlich in der Nachbearbeitung: Link.
Da Wilson jedoch auch Fotos kann, darf er mit. Brav macht er seine Aufnahmen, die sich alle durch konstruktionsbedingt krumme Linien auszeichnen.



Besser als nichts, und Details lassen sich vergrößern, wie das zweite Osterei am Weihnachtsbaum. Das unangenehm windige Wetter kann er natürlich nicht verbessern:


Daheim ist es eine Knobelei herauszufinden, wie die Aufnahmen zum Laptop gelangen. Die Bedienungsanleitung übt sich dazu in Zurückhaltung. Letztendlich gelingt es aber. Doch ist auch Wilson in der Schublade leider seit 2016 nicht jünger geworden und hat die Krankheit entwickelt, die ich von Fahrradgriffen, TV- und Garagentorfernbedienungen kenne: Die Oberfläche ist unangenehm klebrig geworden. Ich google das Problem und finde sofort zahlreiche ähnliche Fälle sowie Haushaltsmittel zur Gegentherapie. Also mal sehen, ob es eine Medizin für ihn gibt...

Mittwoch, 19. März 2025

Vorübergehend

Der Monat entwickelt sich läuferisch gut. Auch wenn ohne das früher gewohnte Marathontraining der gewisse Druck fehlt, das langsam freundlichere Wetter zieht einen doch raus vor die Tür.

So u.a. zu einer Stippvisite beim Weihnachtsbaum. Ordnungsgemäß vom Weihnachtsschmuck befreit. Aber ganz ohne geht es nicht, ein Osterei ziert den immergrünen Freund.



Gemacht habe ich die Bilder mit einer vorübergehend neuen Begleiterin. Nach langer Sucherei fand ich bei einer großen Elektrogerätekette mit angeschlossenen Händlern wahrhaftig ein Produkt, das meiner alten, leider nicht mehr einsatzfähigen Begleiterin ähnelt. Sony scheint dieses Segment nicht mehr zu bedienen und die Gebrauchten dieser Marke sind einfach frech teuer. Also liess ich mir die gewählte Kamera zum nahegelegenen Händler liefern. Bei der Abholung teilte er mir sein Erstaunen mit, dass sowas überhaupt noch lieferbar sei.

Neu und alt
Zufrieden zog ich von dannen und widmete mich daheim dem "Unboxing" (früher sagte man einfach "auspacken").

Positiv formuliert, leicht ist die lila Dame. Anders ausgedrückt, sie fühlt sich billig an. Hat man ihr Akku und Speicherkarte reingefummelt, folgt beim Einschalten wieder billig: Eine scheppernde Melodie, leider nicht abschaltbar. Die Bedienung ist recht einfach. Das Display kommt nur schlecht gegen helles Tageslicht an, man ahnt mehr als man sieht, was gerade fotografiert wird. Das Auslösen erfordert Geduld, etwa 1 1/2 Sekunden braucht sie, bis sie dem Wunsch des Besitzers folgt. Der Zoom ist eine Katastrophe. Neben diesen wohl leider produktspezifischen Eigenschaften verfügt sie über einen echten Mangel: Auf den Aufnahmen ist alles am unteren Bildrand unscharf. Schön ist sie zwar, aber die inneren Werte...?😒

Tja, da ist guter Rat teuer. Soll ich mich für die gut 100 EUR damit abfinden und in den sehr sauren Apfel beißen? Chris googelt in schweizer Quellen und findet wahrhaftig noch ein Angebot eines anderen Herstellers. Soll demnächst wieder lieferbar sein. Ich entscheide mich, auf diese Karte zu setzen. NOCH schlechter wird die wohl nicht sein, zumal sie doch etwas teurer ist. Der Händler ist nicht begeistert, dass er das Produkt zurücknehmen muss, aber das 14-tägige Widerrufsrecht kann er nicht wegdiskutieren. Und nun hoffe ich auf baldige Verfügbarkeit des Konkurrenzprodukts,

So kann ich heute keine Bilder von unterwegs mitbringen. Da hätte ich heute ohnehin eher auf Video umschwenken müssen. Beim Lauf muss ich an einer roten Fußgängerampel warten. Drei sehr junge Damen, mit Migrationshintergrund, stehen auch dort.  Eine erklärt ihren Begleiterinnen gerade "Ey, isch hab die AFD gewählt, isch schwör, mit ganz breite Brust!" Uiuiui.

Viel schöner war da die akkustische Bereicherung meines Laufs mit dem Gezwitscher vieler munterer Vögel. Und erst der Sonnenschein bei 17°! Der Frühling naht!

Sonntag, 27. Oktober 2024

Passformen

Manchmal passt das Wetter perfekt. Für Familienbesuch bot das Rheinland einen goldenen Oktober mit *. Kaffeetrinken draußen möglich, wunderbar.

Und wie bestellt wurde es heute läuferfreundlich herbstlich-kühler. 😊


Also kann ich gleich meine neue Laufjacke ausprobieren, die mir einfach so zufiel.


Lustiges Detail: Große Lüftungsöffnung hinten

Nun ja, es gehört eine Vorgeschichte dazu. Vor ca. 4 - 5 Jahren kaufte ich mir diese Jacke:


Im Prinzip tut sie bis heute gute Dienste. Gute Passform, Materialeigenschaften auch nach vielen Wäschen bis heute perfekt. Außer...  Schon 2021 berichtete ich hier von dieser Jacke, dass leider der Kleber der Reflektionsstreifen auf dem Rücken nachließ und ich diese sinnvollen Details nachnähen musste. 
Nun ein zweiter Zwischenfall. Ich stecke vorm Laufstart meine Kamera in die Seitentasche - und prompt knallt sie auf den Fliesenboden. Herrschaftszeiten, bin ich denn nicht mehr in der Lage, etwas in meine Tasche zu stecken?! Nähere Untersuchung zeigte, ich bin dazu sehr wohl in der Lage. Allerdings war diese Tasche innen nicht genäht sondern nur geklebt, und der Kleber hat sich nun auch dort verabschiedet.😡
Darf doch wohl nicht wahr sein! Da kann man unterwegs ja auch mal locker Schlüssel oder anderes verlieren...


Ok, juristisch betrachtet ist das gute Stück längst aus der Gewährleistung. Aber bei einer teureren Marke sollte so etwas nicht passieren. Ich entschließe mich, beim Hersteller einmal den Fall zu schildern und höflich anzufragen, welche Qualität denn man bei ihm erwarten darf und wie man zu meiner Erfahrung steht.
Schnell bekomme ich eine freundliche Mail, mit Entschuldigung. Aus Kulanz bietet man mir eine neue Jacke an. Da meine nicht mehr im Programm ist, darf ich aus 3 Vorschlägen eine aussuchen.
Ich entscheide mich für das oben gezeigte Modell. 
Bei 16° ist sie leicht zu warm. Wird aber unter 15° gute Dienste leisten. Passform, Material und funktionale Details überzeugen. UND: Die Taschen sind rundum genäht. 😁
Als nette Dreingabe schickt man mir auch noch eine Wander-/Outdoorhose mit. Allerdings passen mir die Odlo-Modelle allesamt nicht, hatte ich schon ausprobiert. Flugs ist der nähsportliche Ehrgeiz erwacht, mit wenigen Änderungen sollte das Teil für mich tragbar werden. 

Sonntag, 13. Oktober 2024

Nacharbeiten

Der Herbst ist da! Und das zwanglose Laufen auch. Damit meine ich, ohne bestimmten Plan, weil kein spezieller Lauf ansteht. Tut auch mal gut. Erst in dieser Woche zog ich wieder die Laufschuhe an. Ein 11er fühlte sich noch staksig an. Der Sonntagslauf hingegen fluppte bestens, ohne dass ich es wollte, entwickelten sich die 11 km zu einem Tempodauerlauf, herrlich. Vielleicht auch beschwingt durch Catrina, die etwa zeitgleich den 3-Länder-Marathon am Bodensee in einer fabelhaften Zeit absolvierte. 

Ansonsten füllte sich die lauffaule Zeit ganz gut.

Natürlich schaute ich mir sehr genüsslich die Aufzeichnung des Berlin-Marathons an. Man will doch wissen, was vorne abging. Auch wenn das Ergebnis bekannt war, es war sehr spannend, mit diesem Wissen dann das Laufgeschehen  zu verfolgen. Und die allesamt irrigen Tipps von Experten und Reportern. Es hat so viel Spaß gemacht, dass ich ein paar Tage später gleich nochmals geschaut habe. 😆

Und dann ratterte die Nähmaschine. Für meinen Helfereinsatz beim Köln Marathon bekam ich ja u.a. ein T-Shirt und eine Jacke. Das T-Shirt, in wunderbarem Retro-Baumwoll-Design, bleibt unverändert.

Die Jacke reizte mich. Sie ist eher ein leicht gefütterter Anorak, zum laufen m.E. weniger geeignet, dennoch gut für sonstige Freizeitaktivitäten. Nur der Aufdruck auf der rechten Seite ist mir etwas zu viel... Aber kein Problem. In meinem Fundus fand sich ein passender anderer Stoff und so habe ich nun dort eine größere Tasche aufgenäht. Gefällt mir besser.



Fast wäre diese Jacke im Köln-typischen Rot gleich am Freitag Abend zum Einsatz gekommen, aber es war dann doch zu kalt und der Wintermantel musste her. 
Wir hatten die ebenfalls in Köln für die Marathon-Helfer ausgegebenen Freikarten der Kölner Haie für ein Heimspiel genutzt. Tolles Erlebnis!😀
Es lohnt sich, schon mehr als eine Stunde vorher dort zu sein, denn dann wird Hard Rock volle Pulle gespielt, Metallica, ZZTop, Mötley Crüe, herrlich. 
Und dann erst noch das Opening!

Natürlich wird zunächst der Haifischkopf platziert:


Dann gemeinsames Singen der kölschen Haie-Hymne. Die Inbrunst der über 16.000 Kehlen ist kaum zu überbieten.



Dann folgen Blitze, Donner, Feuer - fast ein Orkan in der Halle!



Das Haifischmaul spuckt die Kölner Spieler unter tosendem Jubel der Fans aufs Eis:





Ach so, ja, ähm, die gegnerische Mannschaft darf still und unbeachtet durch einen Seiteneingang auf die Spielfläche.
Gespielt wurde dann auch noch. Super Stimmung mit viel Anfeuerung seitens der Fans. Leider ist festzuhalten, dass die Kölner Haie etwas im Trüben fischten, während die Schwenninger Wild Wings wohl die bessere (Vogel)Perspektive auf Puck und Gegner hatten. Am Ende mussten die Haie ein 2:3 hinnehmen. Das Ergebnis geht daher leider in Ordnung.


Ein wenig nacharbeiten musste ich auch meinen Mal- und Zeichenkurs, den ich bis Jahresende belegen konnte. Durch Berlin war mir ein Unterrichtsabend verloren gegangen. Aber die Sache reizt mich ungemein und das "Nachsitzen" tat nicht wirklich weh. 
Auf meinen Tiger bin ich doch ein klein wenig stolz. 😊


Und ansonsten spuken immer noch Berliner Eindrücke durch unsere Köpfe.
Im Fall der Blue Man Group wummern sie auch dann und wann akustisch durch unser Haus. Herrlich, diese blauen Jungs. Leider, aber verständlich, darf man den Auftritt nicht filmen.



Andere Eindrücke nahmen wir aus der Normannenstraße mit, dem Sitz der Stasi zu DDR-Zeiten.
Mielkes Büro und Wohnzimmer nebenan. Seltsames Gefühl, das so zu sehen, so banal, so bieder. Sogar der Geruch ist miefig.



Und dann waren da noch der Wannsee mit der Liebermann-Villa, die Alte Nationalgalerie, und, und, und. 
Andererseits, Café Kranzler zu, Lafayette gibts nicht mehr, heruntergekommenes Café bei Karstadt auf dem Ku'damm ... wie mag das weitergehen?
Dennoch - ich könnte schon wieder hin.

Montag, 5. August 2024

Fundstücke und Tabubruch

Die ersten beiden Läufe der Woche waren zäh. Aus Temperaturgründen mussten sie früh am Morgen stattfinden. Da ich andererseits nach Nahrungsaufnahme 2 Stunden Pause vor Sportaktivitäten brauche, blieb nur eins: Nüchtern laufen. Das fand der Kreislauf gar nicht lustig und so schleppte ich mich dahin.

Der Freitag sah besser aus: Bewölkung und leicht kühler, also Zeit für ein frühes Frühstück. Doch dann traf ich einen Nachbarn und geriet ins Gespräch, während die Sonne die Wolken vertrieb. Uff, gleich wird es deutlich wärmer. Und dann stehen auch noch 17 km auf dem Programm. Erstmal laufe ich in die geplante Richtung, als mir die Rettung einfällt: Bei Manheim gibt es nicht nur den Hambacher Forst (bzw. dessen Reste), sondern auch den Bürgewald Steinheide, der ein stilles weil abgelegenes Dasein genießt. Nach 5 km tauche ich erhitzt in den dichten Wald ein - und empfinde sofort Wohltat. Es fühlt sich an, wie ein Sprung in einen kühlen Bergsee, köstlich. Hier bin  ich richtig und verbringe so viele Kilometer unter dem Blätterdach, dass ich nachher nur noch die Direttissima nach Hause nehmen muss. Keine Frage, mein Lauf fühlt sich locker und energiespendend an.

Bleibt noch der lange Sonntagslauf. Nochmals passt Frühstück vor den Lauf. Kleines Highlight dieses Laufs: Ich schau doch endlich mal wieder am Wegekreuz vorbei.



Zur Erinnerung: Im November fand ich hier einen rührenden Brief vor:




Im Frühjahr lag der Brief immer noch dort, aber schon sehr vom Regen aufgeweicht und kaum noch lesbar. Daneben aber lag... etwas, das jetzt immer noch dort liegt: Ein Schlüsselbund. Inzwischen deutlich angerostet. Was das wohl wieder zu bedeuten hat???


Vor diesem Lauf, der relativ kühl begann, aber gemäß Wetterprognose warm enden soll, stand die Kleidungsfrage. Erst frösteln und dann wohlfühlen oder erst wohlfühlen und dann von zu warmer Kleidung zusätzlich geplagt? Oder vielleicht gibt es einen dritten Weg...

Im Schrank habe ich noch das Finishershirt von Berlin 2023. Wo ich zwar nicht finishte, man aber die Shirts gleich mit der Startnummer erhält. Mein persönliches Tabu ist, mit so einem Shirt  zu laufen und den Eindruck einer nicht vollbrachten Leistung zu erwecken.
Allerdings ... dieses Teil ist aus besonderem Material gefertigt. Super leicht und dazu noch endlos viele kleine Öffnungen im Gewebe, damit die Luft bestens zirkulieren kann und es sich fast anfühlt, als liefe man hüllenos.

Makro Finishershirt Berlin
Ich finde, der Zweck heiligt die Mittel, und beschließe, meine eigene Selbstkasteiung nicht zu übertreiben. Und tatsächlich, die Wahl war für das ganze Temperaturfenster des Augustmittags optimal.

Nur die Pacevorgabe von 7:30 Min/km macht mir Mühe. So langsam, da muss ich glatt Gehpausen einstreuen, obwohl sie nicht (alle) sein müssten. Auf den letzten km von 20 bin ich allerdings darüber ganz froh. Trotz dieser Bemühung kommt dennoch eine Pace von 7:05 Min/km zustande, immer noch zu flott. 
61,4 Wochen-km, Haken dran. 😊
Das Berlinshirt wandert wieder in den Schrank - spätere Notfalleinsätze nicht ganz ausgeschlossen.