Dienstag, 29. Dezember 2015

40 m und 600 Jahre Geschichte

Immer noch blauer Himmel zwischen Emmental und Berner Oberland.
Zwar freue ich mich auf den Lauf heute, aber rund läuft es nicht. Wieder macht mir ein zu hoher Puls zu schaffen und da ich versprochen habe, nur moderat zu laufen, komme ich um einige Geh- und Stehpausen nicht umhin.
Nun gut, nutze ich die eben zu dokumentarischen Fotos.


Solchen zum Beispiel.
Langlauf ... ja, hätte ich sicher gern gemacht, so nah an der eigenen Haustür :-(










Oder das hier.... Löwenzahn in mehreren Stadien.
Ein Glück, dass es übrigens kein Geruchs-Internet gibt, noch nicht. Denn dann käme hier nun wunderbarer landwirtschaftlicher Geruch mit rüber. Emsige Bergbauern bringen gerade die "Bschütti" aus. Hört sich putzig an, ist aber pure Gülle.





Und wo der Löwenzahn blüht, mag das Gänseblümlein nicht zurückstehen.

Bilder vom 29. Dezember 2015...










Nee, welch ein Elend... Nun ja, wenigstens war Sonnenschein. Und da inzwischen draußen Wolken aufziehen, dann eben noch ein paar Eindrücke schöner Wanderungen im lieblichen Emmental, bzw. eher auf dessen Höhen.

Die Kirche Würzbrunnen, ein begehrter Heiratsort der Region. Und eine Handvoll Schneeeeeeeee.









Beim Aufstieg setzt uns die Sonne mächtig zu. Mein eidgenössischer Ehemann wandert kurzärmelig.
Doch ist man im Wald oder gar einer Senke unterwegs, wird es sofort sehr kühl.
Und ehrlich mal, eine solche Wohnlage wie dieses nette Holzhäuschen, ist das nicht ein Traum?!






Unser Ziel ist ein Aussichtsturm mitten im Wald.
Gute 40 m geht es hinauf. Und damit der Aufstieg nicht so langweilig wird, finden sich am Geländer Plaketten zu geschichtlichen Ereignissen, von größerer und kleinerer Bedeutung.
Bildung im Vorbeigehen, sozusagen.










Eine kleine Auswahl:






























Oben dann eine phantastische Aussicht. Auch wenn der Turm durch die vielen Besucher leicht wankt. Das erinnert an das kleine Erdbeben, dass kurz vor Weihnachten noch zu Hause spürbar war. Morgens um 7 wackelte der Boden, aber nur in wenigen Orten im Rhein-Erft-Kreis.

Blick zum Jura, man kann weit hinten einige der Berner Hochhäuser erkennen, dahinter der Jura und Dunst über dem Mittelland:




















Schwenk nach links, Blüemlisalp und Niesen:




















Und nochmals leicht weiter links geschaut, Hohgant, Schreckhorn, Finsterarhorn und die großen Drei, Eiger-Mönch-Jungfrau:





















Ein wenig Kunst steht auch im Wald herum. Dieses Werk hieß "Reise zum Ich" oder so ähnlich.











Da die Lokale am Wegesrand alle geschlossen waren, genießen wir Kaffee und selbstgemachten Stollen eben auf dem eigenen Balkon.












Und während mein armer Mann zurück für 3 Tage Arbeit musste, nutze ich nochmals das schöne Wetter und will eine 600-jährige Eiche anschauen gehen. Nochmals ein paar Autominuten hinein ins Emmental.

















Und plötzlich steht sie vor mir, die Stouffeneiche. 600 Jahre. Beeindruckend.


Ich lasse mich nieder und genieße die Ruhe, die Sonne, die Aussicht.
Ein Traum.














Eigentlich hatte ich mir einen Rundweg auf der Wanderkarte ausgesucht. Doch nicht viel weiter auf der nächsten Alp verlässt mich mein Wanderglück. Plötzlich fehlen die gelben Wandermarkierungen. Ich irre eine Weile über Kuhweiden hin und her (Gottseidank haben die Kühe heute keinen Ausgang) und bin froh, dass der Boden hier im Schatten und daher gefroren ist. Ich versuche, aufs Geratewohl den Weg zu suchen und gerate in einen Wald mit immer steiler abfallendem Gelände.
Nein danke, da kehre ich eben um.

Das hat auch den Vorteil, dass ich mir einen Vitaparcours näher ansehen kann, der mir schon auf dem Hinweg auffiel. Die Anlage hat, wie ich später recherchiere, eine Länge von 2,3 km, mal Waldweg, mal Trail, mal eine solch schicke Laufbahn, sowie mehrere Stationen mit diversen Kraft und Koordinationsübungen.
Das wird ein Ziel für spätere Sportaktivitäten, ich freue mich schon drauf!



Zurück kurz vom Startpunkt meiner Tour, die Täler füllen sich mit Dunst.






















Lauf heute:
Ca. 5 Grad, 10 km, 1:05:04, (6:31 Min/km), HF 139 (Pausenbedingt)

Kommentare:

  1. Gänseblümchen, alte Eichen, Wandern statt Laufen, wir hatten in diesen Tagen viel gemeinsam, liebe Elke. Und doch könnte es unterschiedlicher nicht sein zwischen den Schweizer Bergen und der Norddeutschen Tiefebene.

    Schöne Bilder, genieße die Zeit.

    Liebe Grüße, auch an Chris, der da ja ganz schön Kilometer abreißt.
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      kontrastreiche Gemeinsamkeiten, könnte man sagen :-) Ich finde das hier jedesmal aufs Neue spannend.
      Chris lässt km abreißen - dank Direktverbindung Köln Bern geht es im Flug hin und her.
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Liebe Elke,
    die Schilder auf dem Turm sind ja vielleicht gerissen. Da kann man so tun, als lese man, wenn einem die Puste ausgeht! :D
    Wunderschöne Stimmungen sind das bei dir, auch ohne Schnee! Und so ein Fitnessparcour auf der Laufstrecke ist super!

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    1. Liebe Doris,
      aaaaaah, jetzt verstehe ich den Sinn der Schilder! Clever! Ich fand den Mix der dargestellten Ereignisse schon witzig.
      Ohne Schnee, muss man auch hier eben das Beste draus machen. Und der Parcours, der reizt mich sehr. Hast Du so etwas in der Nähe?
      Liebe Grüße
      Elke

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    2. Hier nicht, aber wenn ich auf Heimatbesuch bei meiner Mutter bin, gibt es auf meiner Hausstrecke dort den Fitnessparcour, den ich als Schülerin sehr gehasst habe und jetzt ganz toll finde! :D
      http://adora-blog.blogspot.co.at/2014/12/wenn-eine-eine-reise-tut.html

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  3. Liebe Elke,

    da kann man doch echt die Seele baumeln lassen, selbst wenn der Puls nicht so mitspielt. Und der Aussicht von Eurem Balkon - Hammer!

    Noch eine schöne Zeit dort!

    Gruß
    Anja

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    1. Liebe Anja,
      genau,einfach nichtstun, das tut so gut! Unsere Aussicht, ja, die ist schon prima. Man kann sich nicht sattsehen. Bis Sonntag haben wir noch, dann gehts wieder in den Dunstkreis der heimischen Kraftwerke...
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Die Titanic ist in der Schweiz untergegangen? Was habe ich da falsch gespeichert? ;)

    Trotz Schneelosigkeit schöne Bilder! Löwenzahn + Gänseblümchen setzen eben voll auf Risiko. Könnte ihnen den Genpool-Vorteil sichern wenn das so weitergeht und die Pusteblume zeigt, dass es vermutlich schon ein gelungener Versuch war.

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    1. Liebe Lizzy,
      da am Anfang der Treppe die Gründung Moskaus vermerkt war, was ja auch nicht in CH liegt, gehe ich ganz schwer davon aus, dass die hier einfach nur ihren Anschluss ans Weltgeschehen dokumentieren wollten.
      Ja, die Natur steht Kopf. Ich vergaß im Post die tanzenden Mücken über den Baumwipfeln beim Aussichtsturm zu erwähnen. Mücken im Dezember, ts! Wer weiß, was da noch kommt.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Liebe Elke
    Ein Winter ohne Schneestürme und Glatteis kann sich doch auch sehen lassen. Zum Laufen und Biken schätzen wir momentan die rutschfreien Wege.
    Ob die Info-Schildchen am Holz-Aussichtturm gegen Höhenangst helfen könnten - ein Versuch würde sich lohnen. Beim Chutzeturm musste ich meinen Fotografen alleine zur obersten Plattform hochschicken ;-)
    Von den Voralpen aus ist die Aussicht eindeutig noch gewaltiger, als vom Frienisberg - ist dies vielleicht der Buckel, der sich vor dem Jura aus dem Nebel wölbt?
    Geniesst eure Tage in der CH und rutscht gut in ein glückliches, gesundes 2016!
    Liebe Grüsse
    Marianne

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    1. Liebe Marianne,
      ja, die schöne Aussicht und der blaue Himmel waren dann ein Trost zum nicht-weihnachtlichen Wetter. Oh, Du hast Höhenangst? Dann wäre dieser Turm nichts für Dich. Schade, denn die Aussicht war schon sehr eindrücklich. Leider weiß ich nicht, ob der Frienisberg auf dem Foto zu erkennen ist, so gut kenne ich die Topografie leider nicht.
      Euch auch ein glückliche und gesundes neues Jahr!
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Wunderschöne Bilder, liebe Elke! Allein: Mich gruselt ob der Tatsache, dass sie Ende Dezember entstanden sind und nicht im März. Auf jeden Fall habt ihr da eine tolle Umgebung, die zu erkunden sich lohnt - vielen Dank für's Teilhaben-Lassen an deinen Entdeckungsläufen und -wanderungen!

    Liebe Grüße und guten Rutsch!
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      die derzeitige Wetterlage ist insgesamt sehr eigenartig, 30 Grad zu warm am Nordpol... Ist das die nächste Stufe der globalen Änderungen...?
      Das mag ich an der Gegend hier so: Es gibt immer noch etwas zu entdecken!
      Liebe Grüße
      Elke

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