Freitag, 9. Januar 2015

Schön stark

"Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen,
der eiskalten Winde rauhes Gesicht.
Wir sind schon der Meere so viele gezogen,
und dennoch sank unsre Fahne nicht."

Diese Liedzeilen aus einem Liederbüchlein aus meiner Kindheit (hüstel, ja lang ist's her, es war die "Mundorgel", sagt vielleicht dem einen oder anderen Großvater/-mutteraspiranten noch etwas) drängen mir heute permanent in den Sinn, denn es stürmt kräftig. Ich versuche, mich laufend zu erinnern, wie das noch war mit der Beaufort-Skala und den Eselsbrücken:
Wenn sich Gräser bewegen, ist es Stärke X und wenn Bäume schwanken, Stärke Y. Das sind die Anhaltspunkt für uns Landratten, Seeleute machen es natürlich am Wellengang fest. Könnte man heute aber auch an Land, so wie der Wind die Pfützen aufpeitscht. Laut Wetterkarte haben wir Windböen bis 85 km/h, das wäre Windstärke 9. Mir reicht schon die wortwörtliche Übersetzung von Beaufort (was ja eigentlich ein Eigenname ist, in dem Fall aber Sinn ergibt): Beau = schön, fort = stark.
Schön starker Wind also ist das heute. Aber nachdem ich gestern schon nicht rauskam (das war ja wieder kurz-vor-Weltuntergangswetter), dann heute, wo es wenigstens trocken ist. Immerhin der 2. Lauf diese Woche.

Ziemlich große Pfützen, um nicht zu sagen Feuchtbiotope haben sich gebildet und an einem Feldweg weiß ich kaum, wie ich den passieren soll. Letztendlich versuche ich, die erhöhten Grasbüschel als Tritte zu nutzen. Ich könnte zwar als Vorbereitung auf den demnächst anstehenden Tortura-Frühjahrslauf gleich mal mittenrein in die nasse Pracht latschen, aber das hebe ich mir dann doch für den Tag X auf (welcher Teufel mich da wieder geritten hat, mich anzumelden...).

Der Wind kommt im ersten Teil meines Laufs von vorn, und zwar schön stark. Das treibt den Kreislauf kräftig nach oben und mein Tempo eher in die andere Richtung. Aber es tut gut, sich abzuarbeiten und die Beine zu bewegen, die ja fast rostgefährdet sind...

Auf dem Rückweg habe ich dann wie gewünscht Rückenwind. Herrlich! Bisweilen ein Gefühl, als wenn man von hinten von einem Daunenbett angeschubst wird.
Hätte ich doch einen Schirm mitgenommen, ich könnte glatt wie Mary Poppins hoch in die Luft abheben, das wäre auch schön stark :-)
Aber in Ermangelung eines solchen Accessoires muss ich dann doch auf eigenen Beinen weiter.

Dienstag:
0 Grad, 6,5 km, 36:47, (5:42 Min/km), HF 149

Heute:
10 Grad, 9,7 km, 1:00:13, (6:12 Min/km), HF 147

Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    also *hüstel*, ich kenn das Lied noch! ABER: Keine Kinder oder gar Kindeskinder in Sicht! :D
    Nur: dass deine Beine schon Rost ansetzen, glaub ich dir wieder weniger... So viel, wie die bewegt werden! ;D
    Aber was darf ich da lesen? Du läufst 50km mit 1000 HM am Todesberg? (lustige und sehr erfrischende Namen gibt's da bei euch) Bist du sicher??? :)

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  2. Liebe Doris,
    also in den letzten Wochen ist die Laufstatistik etwas mager, im Vergleich zu sonst. Hah, auch bei mir mangels Kindern keine Kindeskinder, aber macht ja nix, die Lebensreife ist da *grins*.
    Da der Ausrichter so nachhaltig nach meinem Erscheinen gefragt hat, und ich zumindest so die Chance habe, eine neue Laufserie mal von Anfang an zu erleben und eines Tages möglicherweise gar auf die "Goldene Torturenehrennadel" hoffen können dürfen möchte, lauf ich mal mit. Aber diesmal wie bei bei der Erstausgabe ist ja nicht mein Ziel, die 50 km zu schaffen, sondern halt so lange mitzulaufen, wie es Spaß macht. Bin ja gar nicht darauf trainiert. 2 oder vielleicht diesmal 3 Stunden wäre schon was.... Schaun mer mal ;-)
    Liebe Grüße
    Elke

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  3. Haha, lliebe Elke, ich kenne sowohl das Lied als auch noch die gute alte Mundorgel. Und passend war das Lied allemal.

    Cool, dass Du den Sturmgewalten getrotzt hast. Aber wer den Tortura laufen will ... ;-))

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Liebe Volker,
      ...beim Tortura ein Stück mitlaufen will, wie schon bei der ersten Austragung...;-)
      Ich wäre ja schon zufrieden, wenn dann nicht so ein Sturm wie derzeit ist. Vielleicht fallen mir dann noch andere gute alte Mundorgel-Titel ein...;-)
      Liebe Grüße und schönes Wochenende!
      Elke

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  4. Heio, heio, heio.....eio, heio, heioheioheioho, heiho, heioho, heiho

    Die Mundorgel hatte ich natürlich ebenfalls :)

    und für die Tortur, die du dir da vorgenommen hast, kannst du gleich die nächsten Strophen einüben:

    Und wir kämpfen wie Löwen,
    Hei unser der Sieg,
    Viel Feinde, viel Ehr!


    Heio, heio, heio.....eio, heio, heioheioheioho, heiho, heioho, heiho

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    1. Haha, liebe Lizzy, ja die Strophenfortsetzung passt...:-)
      Aber wie ich schon beim ersten Tortura erlebte, da laufen keine Feinde, alles Gleichgesinnte! Mal sehen wieviel Ehre ich mir machen kann.
      Holldriho!
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Oh ja... Mundorgel, letzte Busreihe und los gehts in die Jugendherberge.

    Torura, Elke, Du machst ja Sachen. Aber bei dem Wetter kannst Du Dich schon schön einstimmen.

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    1. Liebe Anja,
      haha, wie ich damals in Landjugendheim kam, weiß ich gar nicht mehr. Aber ich sehe noch das Haus, die Zimmer, den Frühstücksraum in St. Georgen vor mir... lach!
      Beim Tortura koch' ich auch nur mit Wasser, so lange es geht.
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Dann sehen wir uns womöglich bei der Tortura, wenn mir nicht noch ein Rosenmontags-Spontan-Urlaub dazwischenkommt. Aber ich trainiere schon ;-)

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    1. Also ich setze ja schon sehr auf Deinen Torturen-Lauf!
      Liebe Grüße
      Elke

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  7. Ich bin weit vom Großmutteraspirantensein entfernt hatte aber trotzdem ausgesprochene Freude mit der Mundorgel! :-)
    So ein Mary Poppins Lauf würde sicherlich auch ziemlich tolle Bilder ergeben...

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    1. Hallo Claudi,
      das wäre dann ein Mary-Poppins-Flug ;-)
      Lustig, alle kennen die Mundorgel!
      Liebe Grüße
      Elke

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  8. Schön stark, schön nass - bei diesem Wetter werden Heldinnen geboren! :-)

    An die "Mundorgel" erinnere ich mich gut, leider ist mein Heftchen verloren gegangen. Aber die erste Strophe dieses Lieds hat sich auch mir fest eingebrannt.

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      ich glaube, wir machen hier den virtuellen Chor der Mundorgelfreunde auf ;-)
      Verrückt, wie man da so die Liedzeilen behält. Mein Heft habe ich leider auch nicht mehr.
      Liebe Grüße
      Elke

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  9. Liebe Elke,

    einfach rein ins gute Nass! Das rumhüppeln um die Pfützen immer tstss. Irgendwann kommt doch die Riesenpfütze bei so'nem Wetter, da kann man sich die Tänzelei doch sparen.
    Tortura klingt gut. Ich verstehe schon warum du mitmachst!

    Heiho!

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    1. Heiho Roni,
      ja wenn ich dann muss, werde ich wohl reinschlappen, aber so lange ich nicht muss...
      Tortura eins habe ich ja schon erlebt und weiß insofern was da droht, wahrscheinlich Pfützen und Matsch.
      Liebe Grüße
      Elke

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