Sonntag, 5. April 2015

Sonne, Wind und Schneegestöber

April in Hochform - wenigstens hier im alpenländischen "Down under". Der Karfreitag Morgen begrüßt uns mit dem Anblick links auf dem Bild.











Wir befinden so halbwegs auf der Schneefallgrenze. Im Zuge des Tages verschwindet das meiste der weißen Pracht und das samstägliche 30-Minuten-Kurzprogramm mit vorgegebenen Steigerungen findet im strömenden Regen statt. Und wenn schon, denn schon, laufe ich statt der kleinen Landstraße entlang auf einem relativ flachen Stück gleich den Hügel hinter dem Ort hinauf. Oben ist ein langezogener nur noch leicht welliger Hügelkamm. Ein Bauer, der seinen Zaun trotz Regen repariert, schaut bei meinem Anblick irgendwie... befremdet.

Heute nun steht ein Halbmarathon an, in 2:03. Dummerweise findet aber weit und breit grad keiner statt, so dass ich einmal mehr gegen die Uhr laufen muss. Mein eidgenössischer Ehemann hat 32 km als Vorgabe. Wir beschließen, dass er ab der Haustür früher losläuft und wir uns später unten am Parkplatz bei der Thuner Allmend treffen werden. Ich habe mir überlegt, dass es am sinnvollsten sein wird, auf flachem Asphalt meine Vorgabe anzugehen. Bedeutet: 6 Runden auf der ei-ovalen 3,5 km-Piste. Frohe Ostern!
Es windet kräftig und so herrscht zackiger Gegenwind auf etwa 1/3 jeder Runde. Ergibt mit 3 Grad Lufttemperatur eine kalte Angelegenheit. Zudem ist es wolkenverhangen, aber trocken. Die erste Runde geht gut, die zweite ... nun ja. Bei Beginn Runde drei habe ich das Gefühl, nun läuft es. Etwa zur Halbdistanz kommt mein Mann hinzu. Er hat schon eine gute Zwischenbilanz auf seinem "Tacho". Zusammen laufen wir 2 Runden, dann will und soll er seine letzte nochmals schneller angehen. DAS wäre nunmal gar keine Option für mich. Nur einer kurzen Trink-Geh-Pause muss ich erstmal wieder auf Tempo kommen. Runde vier geht so, der Wind legt sich vorübergehend, Runde 5 ist hart, der Wind wieder da. Endlich gehe ich auf den sechsten Turn. Das Bewusstsein, dass dieses der letzte ist, und die abschmelzenden Rest-km auf dem Display der Uhr ergeben nochmals einen kleinen Motivationsschub, den ich aber auch gut gebrauchen kann.
Am Ende kann ich die Vorgabe knapp unterbieten, gutes Gefühl. Doch ansonsten bin ich sowas von kaputt...

Wieder zurück daheim nimmt der April seinerseits Anlauf. Das Holzhäuschen ächzt im auffrischenden Wind im Wettlauf mit meinen malträtierten Knochen...
Doch hier oben scheint im Gegensatz zum Tal unten die Sonne, und dann greift auch noch Frau Holle ein und zu ihren Federbetten... Nein, das Objektiv der Kamera ist sauber, das Milchige sind die wirbelnden Schneeflocken...




Welch ein verrücktes Schauspiel!
Wäre das Regen, müsste es einen Regenbogen zu sehen geben, aber der Schnee erzeugt nichts derartiges.














Samstag:
5 Grad, 4,2 km profiliert, 28:15, (6:44 Min/km), HF 137

Heute:
3 Grad, 21,1 km, 2:02:42, (5:48 Min/km), HF 152

Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    auch du hast also das Aprilwetter in seiner "schönsten" Form abgekriegt! Da kann ich nur dazu nicken und bestätigen - hier ist es genau so! :D
    Gratuliere zu deinem punktgenau durchgezogenen Halbmarathon! Ich finde es immer wieder bewundernswert, dass du es alleine schaffst, solche Distanzen zu laufen! Da bist du ja bestens für Düsseldorf vorbereitet!
    Noch schöne Restostern im schönen Westen! :)

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    1. Liebe Doris,
      in den Bergen finde ich es immer wieder faszinierend, wie schnell das Wetter sich ändern kann und was es dabei alles zu beobachten gibt.
      Danke, ja, dass ich die Vorgabe schaffe, hätte ich nicht so sicher geglaubt. Aber ein "richtiger" Wettkampf hätte mehr Freude gemacht, so allein ist es schon eine Quälerei...
      Dir auch noch einen schönen Ostermontag!
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Schön wieder in der Schweiz, liebe Elke?

    Wärst Du mal im Rheinland geblieben, da hättest Du wohl im Sonnenschein trainieren können.

    Aber dann hättest Du das Ächzen Deiner Knochen nicht dem Holzhaus in die Schuhe schieben können ;-)))

    Duck und weg
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      immer wieder gern CH ;-)
      Da nehme ich gern ein Ächz-Duett in Kauf :-)
      Kannst wieder vorkommen!
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Hallo Elke,
    Schon wieder so schöne Berge und dann so ein bescheidenes Osterwetter. Schade! Alle Achtung aber zu deiner Laufleistung - ganz alleine die Vorgabe eingehalten. Da kann der Marathon ja langsam auf dich zukommen!

    Herzlichen Gruß!

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    1. Hallo Roni,
      ach wir nehmen das Wetter hier wie es kommt, es gibt ja nur das eine. Ja, langsam gehts in den Endspurt zum Marathon!
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Klasse gemacht, liebe Elke! Dem Aprilwetter und der läuferischen Einsamkeit getrotzt - das macht Mut für den "großen Tag" in drei Wochen! :-)

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      ja, die Anspannung wächst... wenn es doch auch in Düsseldorf dann gemäß Zielvorgabe liefe...
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Liebe Elke,

    ich bewundere Deine Disziplin beim Trainingsplan. In so einer schönen Gegend Runden auf einer bestimmten Stelle zu drehen ist schon abgefahren. Trotzdem hast Du uns schicke Fotos mitgebracht. Schnee und Sonne, das ist wohl noch seltener als Regen und Sonne.

    Gruß
    Anja

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    1. Liebe Anja,
      es sollte eine flache Strecke sein, da ist die Auswahl dann nicht mehr so groß. Und ja, natürlich wäre ein richtiger Wettkampf schöner gewesen, war nur leider keiner in Reichweite.
      Liebe Grüße
      Elke

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  6. Ihr seid ja mehr in der Schweiz als in Kerpen! Beneidenswert!
    Frohe Rest-Ostern!

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    1. Nun ja, überwiegend müssen wir leider im Rheinland weilen, um die Ressourcen für gelegentliche Schweiz-Ausflüge zu erackern...
      Ich hoffe, Ihr hattet auch schöne Ostern, liebe Grüße
      Elke

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  7. Mitten im Regen Zäune zu flicken ist aber befremdlicher als zu laufen, finde ich ;)

    Glückwunsch zum Durchbeissen und der Punktlandung!

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    1. Hallo Daniela,
      ich fand auch das Arbeiten im Regen auf der Weide etwas schräg. Aber so hat jeder seinen Blickwinkel..
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  8. Liebe Elke
    Hihi - die etwas fragenden Blicke die uns auf den Streifzügen über's (Landwirtschafts)-Land manchmal folgen, sind uns wohlbekannt :-)
    Tapfer hast du dich dem CH-Oster-Wind gestellt und deinen eiförmigen Solo-Runden-Halbmarathon absolviert. Da hast du nicht nur die Beine, sondern auch den Kopf optimal trainiert mit dieser sekundengenauen Punktlandung!
    Offenbar waren wir gleichzeitig unterwegs - auch wir konnten es kaum glauben, dass die Schneeflocken ums Haus jagten, als wir nach dem Longjog unter der Dusche standen! Zum Glück hatten wir genau das richtige Zeitfenster erwischt.
    Training im Kasten - da kann das Aprilwetter draussen wüten ;-)
    Für einmal darf ich sogar ein bisschen neidisch auf deinen Testlauf-Erfolg sein - von 5:48 Min/km über die Halbmarathon-Distanz kann ich zurzeit nur träumen ;-)
    Toll gemacht! Bleib fit und gesund - und geniess die bald nahende Ruhe vor dem "Sturm"!
    Viele liebe Grüsse
    Marianne

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    1. Liebe Marianne,
      ja das ist ja lustig. Wohl waren wir aber erst ab Mittag unterwegs. Dennoch - den schöneren Himmel hattet Ihr und so schöne Blümlein gibt es auch nicht am Rande der Panzerpiste.
      Nun ja, für meine Trainingsvorgabe war das Gelände dort gut und obwohl allein, konnte ich die Vorgabe erfüllen. Aber hart war es und Spaß geht anders. Ich bin sicher, Du kommst auch wieder auf Dein normales Tempo! Ihr habt ja noch ein wenig Zeit. Ich wünsche Euch weiter sich bessernde Gesundheit!
      Liebe Grüße
      Elke

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