Wir nutzen die Gelegenheit des schönen Wetters, eine Teilstrecke des Jungfraumarathons abzulaufen. Der ursprüngliche Plan war, in Lauterbrunnen zu parken, per Bahn nach Interlaken zu fahren und von dort dann Lauterbrunnen zu erlaufen. Doch dann canceln wir die eher unattraktiven ersten km, parken etwa bei km 9 und laufen einmal bis Lauterbrunnen und zurück.
Die Bilder sprechen für sich und berichten von einem Lauf in einfach wunderschöner Gegend.
Ich hatte diesen Teil der Strecke als relativ flach in Erinnerung. Aber es geht dauernd aufwärts, mit nur wenigen Ausnahmen. Nun ja, wenn schon der erste zu passierende Ort "Gsteigwiler" heißt...
Andererseits steigert das die Vorfreude auf den abwärtsführenden Rückweg, im Geiste kreiere ich für den Flecken schon "Gfällwiler".
Nachdem es im schattigen Flusstal für meine Begriffe recht kühl war, spüren wir in Lauterbrunnen die Kraft der Sonne. Aber auffällig ist eher die Leere des Ortes an einem Sommersamstag bei schönstem Wetter und 20°.
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Wir bleiben weiterhin auf der Originalroute des JMT, die uns erst aus dem Ort hinaus, und dann wieder zurückführt.
Wieder in Lauterbrunnen, fallen mir plötzlich neue Wegweiser ins Auge:
Wir hatten schon kurz zuvor erfahren, dass zwar der Originallauf abgesagt ist. Doch die Organisatoren wollten sich nicht lumpen lassen und entwarfen flugs ein Alternativangebot, das bereits perfekt vorbereitet ist: Den
Supporter Run. Das bedeutet in Kurzform skizziert: 9 km Lauf mit 1225 Höhenmetern auf kürzestem Weg hinauf zur Kleinen Scheidegg, offizielle Zeitnahme, Rangliste, Strecke geöffnet vom 20.6. - 30.9. Man kann also laufen, wann und so oft man will.
Am Bahnhof Lauterbrunnen kommen wir ins Gespräch mit einem der Organisatoren, der gerade den frisch installierten Startbogen nochmals kontrolliert, heute ist Pressetermin mit Eröffnung.
Na wenn wir das gewusst hätten...! Doch die bisher schon gesammelten HM reichen mir für heute (Meine Uhr zeigt 500 HM an, was aber auch dem GPS-Problem geschuldet scheint, es dürften rd. 350 m sein).
Aber Lust auf Teilnahme macht das Gespräch schon. Zumal es kein Zeitlimit gibt und man "auch unterwegs brätlen (=grillen)" könnte. Na da hätte ich ja auch eine reele Chance auf einen Zieleinlauf fast am Originalziel des JMT!
Wir setzen unseren Weg wieder talabwärts zurück zum Auto fort. Vorteil: Es rollt sehr komfortabel. Und kräftiger Gegenwind bringt Kühlung. Nachteil: Die Aussicht ist zwar in dieser Richtung auch nett, aber weit weniger spektakulär wie auf dem Hinweg.
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Interlaken und Wilderswil |
Unsere Laufuhren sind sich nicht ganz einig zur gelaufenen Distanz. Meine zeigt 29,5 km, aber mit den für das Lauterbrunnental typischen Versprüngen, weil die hohen Felswände das GPS-Signal nachhaltig aus dem Takt bringen. Kann also mehr oder weniger sein. Mein Grad der Erschöpfung jedenfalls spricht für eine ziemlich lange Strecke.
Noch ist der Himmel überwiegend blau, als wir Kaffee und Kuchen auf dem Balkon genießen. Doch dann bewahrheitet sich der Wetterbericht, Sturm und düstere Wolken kommen auf und ein kräftiges Unwetter tost ums Haus. Aber so schnell, wie es kam, flacht es wieder ab und geht in plätschernden Landregen über. Wetter in den Bergen halt.