Ja, wenn man morgens zu lange die TV-Übertragung des Leichtathletik-EM-Marathons schaut (Sensationelle Läufe von Alisa Vainio (F) und Amanal Petros (M)), wird es draußen schon wieder arg warm. Also heißt es Sport mit Elli.
Einmal mehr lässt es sich auf 2 Rädern rein temperaturmäßig gut aushalten. Nur der Gegenwind strengt ziemlich an. Ich radele zur Abwechslung westwärts und passiere einen netten Rastpunkt mit Sitzbank, Wegekreuz und schattenspendenden Bäumen. Letztere leiden wie alles rundherum unter Dürre und Hitze. Wie gefährlich das sein kann, erlebten wir drastisch, als wir 2 Tage zuvor unser Auto aus der Werkstatt bei Düren abholen wollten. Der Waldbrand im Hürtgenwald, nicht aus den Nachrichten, sondern selbst gesehen:
Der Blick nahe der Autowerkstatt, der Brand ist hier zwar 10 km Luftlinie entfernt, dennoch fühlen wir uns mulmig:
Später wird der gut zehnmal größere Waldbrand im Hohen Venn gemeldet. Eine unvorstellbare Dimension. Und wenn man erfährt, wo dessen Übertritt auf deutsches Gebiet befürchtet werden kann, erhalten die Meldungen durch die konkreten Erinnerungen an Läufe dort (Monschau Marathon, Vennlauf) plötzlich einen sehr realen Hintergund. Hoffentlich bekommt man diesen Brand unter Kontrolle!
Mit diesen Gedanken im Kopf rolle ich ein Stück entlang des Neffelbachs, der sich sonst idyllisch zwischen Bäumen, Weiden und Wiesen schlängelt. Aber der Zauber des Idylls ist durch den Hitzesommer arg ramponiert. Das Gras verdorrt, Bäume und Büsche bei näherem Hinsehen sehr geschädigt und der Wasserstand im Bach sehr niedrig. Da vergeht einem die Lust.
Also mache ich mich langsam auf den Rückweg. Es geht noch an Burg Bergerhausen vorbei. Hier herrscht Betrieb, eine große Gesellschaft scheint das ganze Gebäude gemietet zu haben.
Damit bewege ich zugleich ein wenig ins "Münsterland", denn hier wurde u.a. auch schon eine Episode "Wilsberg" gedreht. In Folge 75, "Ungebetene Gäste", (zum Stream in der ZDF-Mediathek hier) diente die rheinische Wasserburg als Kulisse für ein Münsteraner Hotel.
Ab hier wähle ich den direkten Heimweg. Und, fast schon klar, der Wind weht mir nun noch stärker entgegen. Elli findet das auch nervig, zickt ein wenig herum. Also wähle ich mal eine Gegenstrategie. Ich schalte in einen niedrigen Gang und von da langsam hoch durch alle Gänge. Siehe da, plötzlich ist Ruhe im Gangwerk. Zumindest für die letzten paar km. Ziemlich geschafft erreiche ich nach knapp 23 km und 1,5 Stunden das Zuhause. Damit komme ich weder mit den Kilometern, noch mit dem Tempo an die Zeiten des morgendlichen EM-Marathons heran. Was zwar nicht mein Ziel war, aber umso mehr eine Ahnung dessen gibt, was da in Birmingham geleistet wurde.
Liebe Elke,
AntwortenLöschenalso ich muss schon sagen, dein Lauf- und Elli(pier)revier ist schon sehr exklusiv! Tatort und Wilsberg im TV wechseln mit Ausgrabungsstätten und Zeitgeschichte ab! :)
Aber Hut ab, dass du dich überhaupt noch zu dem verspäteten Start hast aufraffen können. Das ist schon sehr heldinnenhaft. Und dann noch Elli besänftigt, als sie dir wieder mit ihren Zicken kommen wollte - ich würde sagen: eine gelungene Fahrt! :D