Es war wieder soweit, der 6-Stunden-Lauf der Lauffreunde Bönen ging in seine 7. Auflage. Da wir diese Veranstaltung vom letzten Jahr in allerbester Erinnerung hatten, zog es uns hin, selbst wenn mit sehr warmem Sommerwetter zu rechnen war.
Die Befürchtung hinsichtlich des Wetters war sehr berechtigt. Das Thermometer stieg sehr bald gegen 29°. Auch meine zweite Vorahnung trat ein. Dass meine -sagen wir mal sehr sporadische- Vorbereitung nicht zu einem berauschenden Ergebnis führen würde. Aber damit hadere ich nicht.
Kurz nach 6 Uhr ging es Richtung Ruhrpott. Am Förderturm erwartete man die gut 150 Teilnehmer mit Frühstück in normaler und veganer Version. Das nenne ich Gastfreundschaft!
Am Verpflegungspunkt am Fuß des Turms, den man auf dem 1,34 km umfassenden Rundkurs ziemlich oft durchläuft, standen die wiederverwertbaren Trinkbecher sortiert nach Startnummern bereit. Endlich mal nicht die sonst üblichen Wegwerfbecher. Dicker Pluspunkt.
Wir hatten einen guten Parkplatz gleich bei Start/Ziel gefunden, sehr komfortabel und so konnten wir die Zeit bis zum Start ohne Stress zum Plaudern und zu letzten Vorbereitungen nutzen.
Entspannt ging es dann auf die erste Runde, bei der das Feld naturgemäß noch zusammen läuft. Dabei bekam man die herrschende Dürre schon deutlich zu spüren. 150 Fußpaare wirbeln ganz schön Staub auf.
Die erste Runde wurde zudem von freundlichen Cheerleadern animiert.
Der Kurs ist im Prinzip flach. Rechnerisch ergeben sich gemäß meiner Aufzeichnung 3,7 Höhenmeter pro km. Die verteilen sich pro Runde auf einen kürzeren und eine längeren Anstieg. Normalerweise kaum der Rede wert, aber Langläufer wissen, irgendwie fühlt sich das von Runde zu Runde steiler an...
Mein Tagesziel ist einfach umschrieben:
1. Langsam angehen
2. Langsam weiterlaufen
3. Gehen ist keine Schande.
Unterstützt wird dies durch Kreislaufprobleme schon beim Frühstück daheim. Nicht so gravierend, im früheren Leben wäre ich damit noch ins Büro gegangen, also kann man ja mal nach Bönen fahren und schauen.
1. Langsam angehen
2. Langsam weiterlaufen
3. Gehen ist keine Schande.
Unterstützt wird dies durch Kreislaufprobleme schon beim Frühstück daheim. Nicht so gravierend, im früheren Leben wäre ich damit noch ins Büro gegangen, also kann man ja mal nach Bönen fahren und schauen.
In der ersten Runde dürfen wir uns noch frischer Luft erfreuen. Aber schon nach spätestens einem Viertelstündchen wird klar, was uns heute bevorsteht.
Ich kann mich ganz gut einsortieren. Wie nicht anders zu erwarten, überrundet mich Oliver recht bald und im weiteren Verlauf des Öfteren. Ich sortiere mich meinerseits immer mal hinter langsamen Läufern ein, Motto: Keine Experimente. Und an den beiden Anstiegen wird kraftsparend gegangen.
Immer wieder fallen mir Läufer mit einem Plüsch-Grobi, dem Krümelmonster aus der Sesamstraße auf. Ein kleiner Jungen, der ihn gerade trägt, erklärt mir den Hintergrund. Der Grobi ist mit einem früheren Vereinstrainer verknüpft. In Erinnerung an ihn tragen Vereinsmitglieder abwechselnd also das blaue Plüschmonster 6 Stunden lang über die Strecke, jeder bis zu 3 Runden. Grobi hat seine eigene Startnummer und wird am Ende 36 km erreichen, Platz 1 in seiner eigenen Kategorie. 😀
Ich trippele wie es so passt. Am liebsten die Passage nach dem längeren Anstieg, weil man danach schön abwärts rollend laufen kann. Doch bald beuge ich mich dem Wetter, die Gehanteile werden mehr. Auch wenn Wind erfreulicherweise an einigen Stellen ein wenig Erfrischung bietet. Ab km 15 marschiere ich nur noch, das ist ok so.
Mein Ziel ist ein Halber. Ich erreiche es auf der kleinen "Anhöhe", nach der man ein Stück abwärts rollen kann. Freudig überlaufe ich meine virtuelle persönliche Ziellinie und sehe dem Zugriff am Buffet entgegen. Meine Zeit ist zu vernachlässigen. Fast 3 Stunden 😅
Dieses wurde dem Veranstaltungsverlauf entsprechend durchgängig weiter befüllt. Gerade wird der Grill angeworfen und bis eine gute Röstbratwurst fertig ist, greife ich bei Porridge mit Mandelmilch und Roter Grütze zu, nach der Wurst noch einen Schokokuss. Kuchen, Melone und Trauen munden auch. Eine sagenhafte Verpflegung wird hier angeboten, riesengroßes Lob!
Unser Auto steht nah geparkt, mit dem Heck zur Strecke. Ich öffne die Klappe und mache es mir im schattigen Kofferraum gemütlich, kann so den Läufern bei ihrem zunehmend angestrengten Tun zusehen. Die Augen fallen mir auch mal kurz zu. Eine Stunde vor Schluss mache ich mich nochmals auf zu einer Runde. Die aber dank der nun herrschenden Hitze nicht spaßig ist. Inzwischen haben zudem die Rettungssanitäter zu tun. Mehrere Transporte gehen Richtung Krankenhaus. Und da die nummerierten Becher bei Abgabe der Startnummern rasch abgeräumt werden, kann man erkennen, dass wohl die Hälfte des Feldes bereits den Lauf für sich beendet hat.
Ich bewundere, alle die sich nun immer noch durchgängig bewegen. Der spätere Sieger fällt mir jedesmal durch locker-flockiges ungebremstes Rennen auf. Er wird 75 km schaffen. Die beste Frau erreicht 70 km, wow!
Ich bewundere, alle die sich nun immer noch durchgängig bewegen. Der spätere Sieger fällt mir jedesmal durch locker-flockiges ungebremstes Rennen auf. Er wird 75 km schaffen. Die beste Frau erreicht 70 km, wow!
Chris schafft knapp 51 km, Heidrun 45 und Oliver wird selbst berichten.
Im Tausch gegen die Startnummer erhält jeder seine Medaille. Die ich in meinem Fall eher als Erinnerung betrachte, statt als Anerkennung eines 6-Stunden-Rennens, das ich ja nur zu wenig mehr als der Hälfte der Zeit bestritten habe.
Meine Polar gibt mir die Note "excellent" für den Lauf, nun ja, da sieht man mal wieder die Grenzen der Technik! 😂
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