Ich war ja gerüstet. Letzte Woche noch brav 3x gelaufen (ohne nennenswerte Vorkommnisse), denn in den nächsten 5 Tagen soll/te es zumindest an den Werktagen in dieser Hinsicht mau aussehen.
Täglich von 9 bis 17 Uhr ist mein "Engagement" auf dem archäologischen Felde angesetzt. Und danach ist man erfahrungsgemäß schachmatt.Also aus alter Erfahrung lege ich am Sonntag meine Ausrüstung bereit: bequeme Jeans und T-Shirt, Sonnenschutz, schwere Wanderschuhe, Gartenhandschuhe, gelbe Warnweste. Ich freue mich schon darauf, am Abend fix&fertig zur Haustür hereinzukriechen.
Pünktlich um 9 bin ich am Treffpunkt. Professor, Grabungsleiter und 6 Studis sind schon vor Ort. Ich erfahre kurz den Sachstand der Lehrgrabung, Details soll es später noch geben.
Die Studis arbeiten derzeit daran, in 3 etwa Doppelgrabbreiten Gruben den Boden auszuheben. Lernte ich noch vor 3 Jahren die unangenehme betonartige Eigenschaft durchgetrockneter rheinischer Scholle kennen, so ist es nun eine andere Variante: Vom Regen schlammig-schwerer Boden. Na großartig. Mit Spitzhacke und Schaufeln füllen wir immer aufs neue einen Eimer, der dann außerhalb der Grube geleert wird. Trotz netter Unterhaltung male ich mir im Geiste meinen abendlichen Zustand schon aus.
Doch dann kommt kräftiger Wind auf, der uns schwere Wolken aus Westen herantreibt. Erste zarte Regenspritzer folgen. Der Grabungsleiter ruft, das sei gleich wieder vorbei. Doch was da herantreibt, sieht düster aus. Die Jeans ist bald durchfeuchtet. Da schlüpfe ich doch lieber in meine gelbe Regenjacke, was bei dem Wind durchaus eine Herausforderung darstellt.
Im nun stärker fallenden Regen, werden rasch Ausrüstungsgegenstände in Sicherheit gebracht. Man berät sich, konsultiert den Wetterdienst, und kommt zum Ergebnis: Regenfrei für die Ehrenamtlerin, der Rest macht Bürotag. Beim Auto fällt mir auf, was ich vergessen hatte: Saubere Schuhe, denn meine sind schlammig. Mist, dann fahre ich eben auf Socken, sieht ja keiner.
So bin ich gegen 11 völlig unerwartet schon wieder daheim. Hm, gerade ist ein Regenloch am vorübergehend freundlichen Himmel, da könnte ich rasch eine Runde laufen. Das passt ja wunderbar. Dass dem nicht so ist, fällt mir noch rechtzeitig ein, denn ich müsste dann kalt duschen. Um bestimmtes Verhalten unserer Wärmepumpe auszutesten, haben wir diese gerade vorübergehend abgeschaltet. Was zur Folge hat, dass kein heißes Wasser zur Verfügung steht. 😏 Und ich bin definitiv keine Kaltduscherin. Doch ohnehin öffnet der Himmel wieder die Schleusen, so erledigt sich
die Sportfrage ohnehin. Also auch läuferisch regenfrei.
Ab morgen ist dann aber hoffentlich das Wetter grabungsfreundlich. Und auch wenn ich dann wahrscheinlich völlig k.o. im Sessel abhängen werde, es macht schon Spaß, so eine ordentliche Buddelei. Über das Ergebnis werde ich berichten.
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