Sonntag, 13. März 2022

Ansatzweise Syltlauf

Heute wäre der Syltlauf, zu dem wir sogar Startplätze gehabt hätten. "Hätten", wenn der Lauf nicht gecancelt worden wäre. Also war klar, dass wir erneut das Terrain unseres Syltersatzlaufs 2021 ansteuern und uns dort betätigen würden. Auch wenn wir nicht die volle Distanz von 33,33 km anstreben, der Vorteil ist, dass wir in Runden laufen und so Verpflegung im Auto am Startpunkt deponieren können.

Unser Ersatzlaufgebiet hat den Vorteil, dass sich dort verschiedene Viereck-Runden von 5 km bis 1 km laufen und kombinieren lassen. Wir starten auf der großen Runde.
Das Wetter ist prächtig, Sonne, 15°, nur der Wind wird von Runde zu Runde stärker und so vermittelt eine lange Gerade schon ziemliches See-Gefühl. Das Rauschen der Autobahn im Hintergrund geht zudem als Brandungskulisse durch. Es fehlen die Möwen. Ein paar Saatkrähen sind da kein wirklicher Ersatz.






Es ist schon verrückt, was passierte, seit wir vor rund 12 Monaten hier die volle Syltdistanz liefen. Das Areal wurde im Juli 2021 von der Erft überschwemmt. Ein völlig unpassender Auftritt in diesem Kontext hat einem aussichtsreichen Kanzlerschaftskandidaten (hüstel) den Sieg wohl maßgeblich verhagelt, die Pandemie ist immer noch nicht vorbei aber wenigstens sind wir geimpft, und aktuell bereitet der Krieg in der Ukraine große Sorgen. Soll man vorausdenken wollen, wie es wohl im März 2023 sein mag...?

Immer noch Flutreste zu erkennen



 An einem Wald, bzw. früherem Baumbestand der unschöne Anblick einer Rodung.


Doch dann wird klar, das ist ein gutes Projekt. Denn ein Teil des Erftflutkanals soll renaturiert werden:

Das wird verschwinden

Stattdessen wird der Fluss in vielen Mäandern die Auen durchschlängeln. (Auf dem Plan der Beginn des neuen Flusslaufs rechts liegt ziemlich genau an der Stelle des Fotos zuvor). Ich bin sehr gespannt!










Meine erste 5-km-Runde ist so naja, auf der zweiten lasse ich Chris ziehen, er ist mir zu schnell. Bei km 10 trinke ich etwas Wasser beim Auto, habe das Gefühl, jetzt bin ich "drin". Auf zu Runde 3.
Chris ist weit und breit nicht zu sehen.
Wie ich später erfahre, hat er den halben Syltlauf  absolviert, also 16,6 km. Das ist etwa die Strecke von Hörnum zu Strandpromenade von Westerland. 
Ach überhaupt, heute dort zu sein, das wärs! Hier ein paar Bilder der Webcam des Hotels Miramar des heutigen Morgens.
Dort hinter dem oberen Gebäude käme man auf diesen tollen Streckenabschnitt mit Meerblick:










Und daaaaa, ein Läufergrüppchen unterwegs! Von der Zeit her könnten sie sogar Punkt 9 in Hörnum gestartet sein. Allerdings wäre in diesem Jahr der Lauf in umgekehrter Richtung gewesen. Aber da ich diese Perspektive nicht kenne, laufe ich in Gedanken auf der bisherigen Route. Zumal man da vor Ort heute eher schrägen Rückenwind hätte.

Dort an der "Muschel" gäbe es beim echten Lauf einen kleinen Verpflegungsposten. Und dann könnte man noch ein gutes Stück entlang des Strands laufen...










Als ich nach 20 km erneut beim Auto ankomme, sitzt Chris schon drin. Ich habe mir 23 km vorgenommen, gönne mir nochmals ein Wasser und trabe dann auf einer kürzeren Runde mein Soll voll. Alles ganz gemütlich. 

Virtuell beende ich in Kampen meinen Lauf. 

Und dann kann ich mir das gönnen, wonach mir schon die ganze Zeit war:


Im Kopf hatte ich die ganze Zeit flotte Mucke, mit positiver Botschaft. Das half den Beinen über die eine oder andere "Phase" gut hinweg:


Donnerstag, 10. März 2022

Rauf und runter und weiter munter

Daaaa hinten hinauf soll es gleich heute wieder gehen. Knapp bis zum mittleren Windrad auf der Fischbachhöhe. Höhenmeter sammeln.

Nachdem es ja eigentlich kaum klappt, eine Steigung im Bild festzuhalten, gebe ich nicht auf und versuche es dann eben mit einer kleinen Serie.

Da der Ort selber noch weitgehend flach ist, beginne ich da, wo dann die richtige Steigung einsetzt.







Sieht aus, als sei hinter der Linksbiegung der Anstieg erledigt.


Täuscht aber, ist nur eine Welle.



Aber dann, gleich haben wir's. Zwischen den Bäumen rechts des Weges  das Windrad.


So weit so gut. 100 Höhenmeter auf 1,2 km. Für Älpler ein Klacks, für mich ein kleiner Erfolg. 
Ein Beweisfoto muss noch her. Nach mehreren Anläufen halbwegs im Kasten.


Eigentlich könnte ich jetzt gleich wieder runter und hätte damit 12 km absolviert. Aber es ist gerade so schön... Also entscheide ich um und wende mich nach links. Weil dann die ganzen Höhenmeter sanft abwärts laufbar sind, Rückenwind kommt heute noch dazu. Und die Sichtung der Alpaka-Herde, die hier auf einem Hof gehalten wird. Man kann mit ihnen übrigens wandern gehen.




Der letzte Schwung abwärts. Ganz weit hinten am Horizont ist sogar die Eifel erkennbar. Leider mag die Kamera das nicht deutlich genug zeigen.





























Schöne 1,5 Extra-km. Und das obwohl meine Beine anfangs sehr träge waren. Vorgestern waren Intervalle angesagt, und gestern Routine-Check beim Kardiologen. Angesichts des tollen Wetters war ich so wagemutig, statt per Straßenbahn vom Büro aus hinzufahren, einen strammen knapp 40-minütigen Mittagsmarsch hinzulegen. Als NRFTW-Absolventin habe ich damit ja jetzt Übung... Und dann musste ich mir in der Praxis gleich auch noch die Beine auf einer Art Liege-Ergometer abstrampeln gegen einen immer größer werdenden Widerstand. Uähähä, ich mag  doch kein Radfahren! Aber was macht man nicht alles, wenn es nachher heißt, alles bestens, weiter so fleißig aktiv bleiben.

Sonntag, 6. März 2022

Höhenerkundung

Für meinen langen Sonntagslauf will Chris sich anschließen. Mangels wochenlanger Lauffähigkeit hatte er einige Touren mit dem ElliptiGo unternommen. Seit er zwei Physiotherapiebehandlungen hatte, fühlt er sich so gut, dass 10 km wieder laufbar waren. Meine Absicht ca. 20 km zu laufen, schreckt ihn nicht ab.
Also führt unser Weg als erstes auf die  Fischbachhöhe. Den 100-Höhenmeter-Anstieg schaffe ich am Stück, aber diesmal arg schnaufend.
Oben ist es wie immer herrlich ruhig und leer. Ich möchte erstmals die Verbindung zur anderen Seite der Höhe erkunden, und dort via Heidenburg zurück.


Es klappt wie geplant. der Abstieg auf der anderen Seite des Plateaus ist einfach zu finden und bald laufen wir parallel zu den Schienen der Kohlebahn. Auch wenn es malerischere Routen gibt, die Ruhe hier ist sehr erholsam. Mir fällt auf, dass so gut wie kein Müll am Wegesrand liegt. Das zeigt, wie wenig Menschen hier unterwegs zu sein scheinen.



Bei km 10 erreichen wir die Heidenburg. Wunderbar, wieder eine Lücke in meinem läuferischen Wegenetz ist geschlossen. Chris ist's warm. Bei mir geht's so. Kaum bleibt man stehen, spürt man den Nordwest-Wind, der 6° nochmals absenkt.


Gegenüber der Burg lässt sich am Waldbewuchs deutlich der Verlauf der Römerstraße Via belgica erkennen. Heute gibt es dort keinen Weg mehr. Ich glaube, irgendwann quere ich einfach mal frech diese Gleise und schaue mir die Schneise näher an. Züge fahren hier nur wenige.


Bei km 12.5 heißt es entscheiden zwischen kürzerer Rückwegsvariante auf dem Radweg einer Bundesstraße oder die Runde um die Fischbachhöhe schließen, dann den Anstieg bei km 5 als Beschleunigungsrampe abwärts nutzen und noch etwas Ruhe genießen.
Wir entscheiden uns für letzteres.
Leider zeigt sich bei Chris, dass er sich doch etwas überschätzt hat. Sein Lauf wird unrunder und langsam. 

The eagle has landed

Er kündigt an, demnächst ins Gehen zu verfallen und will, dass ich mein Tempo weiterlaufe. Was ich dann auch tue, es soll ja durchaus ein Trainingslauf sein. Nach 19,7 km erreiche ich die Haustür. Chris eine Weile später. Ein schöner Lauf im Sonnenschein, teils untermalt von Vogelgezwitscher und Spechtklopferei.
Ach was ist das heimische Sofa herrlich bequem!

Donnerstag, 3. März 2022

Laufen für die Ukraine

Keine Pause, was besondere Laufherausforderungen angeht. Aber diesmal für einen besonderen Zweck, ein Spendenlauf zugunsten der Ukraine. Über dieses Drama möchte hier keine weiteren Worte verlieren, es ist alles grausam und unbeschreiblich.

Bereits über 5.500 Läuferinnen und Läufer, dazu noch Radler/innen und Schwimmer/innen machen mit und unterstützen den guten Zweck. Gegen einen Mini-Obolus und gern eine freiwillige Spende ist man dabei. Es geht einfach ums Kilometersammeln und am Ende ergibt das ein Ranking. Zeiten egal, dabei sein ist alles!
Der Organisator hat sich 100.000 EUR als Zielmarke gesetzt, am 2. März waren schon 91.000 EUR beisammen! Super, aber es wäre noch schöner, wenn noch viele andere Läuferinnen und Läufer sich anschließen könnten: HIER ENTLANG für weitere Infos.

Ein kleines Souvenir der Februar-Challenge fand ich im Briefkasten, eine wirklich hochwertige Medaille. Sie wird mich an eine ziemlich beknackte, aber genau so lustige Aktion erinnern, Link.


Also auf zum Kilometersammeln. Dienstag und heute bei bestem Wetter, heute zudem garniert mit 100 Höhenmetern auf die Fischbachhöhe. Damit sind schonmal 23 km auf meinem "Spezialkonto". Nicht die Welt in dieser Laufaktion, da kratzen bereits die ersten an der 100-km-Marke nach einer Woche. Allerdings gibt man seine Strecken wochenweise ein und viele scheinen sich das dann auch für das Wochenende aufzuheben. Ich bin gespannt, wie sich diese Aktion entwickeln wird.
Wenn deutlich mehr als 100.000 EUR dabei herausspringen wäre das klasse.
Das allerschönste wäre aber, wenn am 10. April längst wieder Frieden in der Ukraine herrschen würde und die Einwohner sich schon an den Wideraufbau ihrer Heimat machen könnten.














Sonntag, 27. Februar 2022

Nicht jedes Foto bringts

So langsam werden meine Beine wieder munter. Am Samstag 10 km in 6.12'er Schnitt mit "Bergsprint" über 60 Höhenmeter hinauf.

Heute wollte ich nochmals die Fischbachhöhe ansteuern. Knallblauer Himmel, Sonne, 8°, was will man mehr! Den sehr  strammen Südostwind ignoriere ich einfach. Der ganze Anstieg nach oben (125 HM) klappt an an einem Stück. Leider lässt sich das bildlich nicht gut darstellen.
Auch die Aussicht von oben, mit den Eifelhöhen gaaanz hinten am Horizont, ist fotografisch widerspenstig.


Hier oben braust und pfeift der Wind sehr kräftig. Ich versuche eine Darstellung anhand meiner normalerweise locker-schlabberigen Hose, was auch nur bedingt überzeugt:

Gegen den Wind - anliegendes Hosenbein

Wind von hinten - Michelinfrauchen

Und dann schließe ich noch eine weitere kleine Teilstrecke Römerstraße Via Belgica an. An einem Kreuz kann ich die Fährte aufnehmen, dahinter ist der alte Straßenverlauf durch früheren Braunkohleabbau zerstört.



Nach all meinen bisherigen Römerstraßenerkundungen ist der historische Hintergrund hier in Quadrath-Ichendorf am allerwenigstens offenkundig. Am oberen Teil ist sie noch halbwegs gerade.


Später sind leichte Versprünge drin und mitten im Ort ist die Strecke sogar auf mehr als 100 m durch Bebauung unterbrochen. Nach dieser fehlenden Stelle geht es sehr dörflich weiter.





Hinter der zweiten Eisenbahnbrücke plötzlich eine nette Überraschung. Die Nachbildung einer römischen Meilensäule findet sich dort vor liebevoll gestalteter Wandfläche:



Und der lokale Geschichtsverein hat einen Schaukasten mit einigen Hintergrundinfos angebracht.

Den weiteren Verlauf lasse ich für heute sein, ist mir auch ab hier bekannt. Nach etwas mehr als einem "römischen" km schwenke ich Richtung daheim und habe einen km den Wind genau von vorn, danach seitlich. 14,5 km in gemütlichen 1:34, anschließend schmeckt der selbstgebackene Apfel-Quarkkuchen, Modell "Manfred", so gut, dass er schneller weg als fotografiert war. Wer weiß, ob das Foto nach den heutigen Versuchen ohnehin gelungen wäre...