Montag, 8. Oktober 2018

Einfach nur ungerecht

Bevor mich die Erkenntnis der Ungerechtigkeit des Läuferlebens trifft, schaue ich mir am Sonntagmorgen den Zieleinlauf der Halbmarathonis in Köln an. In trüber, kalter Morgenstimmung stürmt die Spitze ins Ziel. Die Großbildleinwand zeigt den Start des Marathonfeldes auf der anderen Rheinseite.
Der rote Teppich ist so grell, dass mir meine Augen einen Streich spielen: Ich könnte schwören, dass so gut wie alle Läufer grüne Beine haben, ehrlich!



Dann mache ich mich auf zum Treffpunkt mit Helge, deren Mann Andi hier und heute die 42,195 km absolvieren wird. Sie versorgt ihn unterwegs mit Gel. Die Treffs gelingen prima, und dazwischen schnattern wir munter über dieses und jenes, zwischendurch gönnen wir uns auch einen Cafébesuch zum Aufwärmen.
Helge erzählt, was Andi trainierte, nämlich rund 800 km hat er in 2018 bisher abgerissen.
Und mit dieser Vorbereitung wird er am Ende eine Sub-4-Stunden laufen!
Ich habe bisher gut das doppelte auf dem Tacho und erreichte in Berlin eine Sub-5. Ist das nicht ungerecht?! Wie machen die anderen das bloß...? Ich vermute zwar, dass Andi eine Ausnahme ist, aber gemein ist es trotzdem...
Sollte ich vielleicht mein Training halbieren?

Das kann ich mir ja in den Wintermonaten überlegen. Jedenfalls freue ich mich für Andi, der kaum den Eindruck macht, gerade einen Marathon gelaufen zu sein. Wohl fand er, dass es mit dem Training hinten raus leichter fiel. Leichter als 2017, als er mit noch weniger Vorbereitungs-km immer noch deutlich schneller als ich war...
Wahrscheinlich findet er das auch ungerecht, mit seinem Training diesmal nur geringfügig schneller gewesen zu sein.
Jeder halt aus seiner Perspektive.😉

Die Ungerechtigkeit muss ich mir schönfuttern. Im Schokoladenladen im Bahnhof decke ich mich mit Apfelringen in Zartbitter und Nussschokolade ein. Nach einigen Portiönchen davon sieht die Welt schon wieder erträglicher aus. Und trainieren werde ich dann doch weiter.

Kommentare:

  1. Liebe Elke,

    klar ist das Läuferleben ungerecht und mir geht es genauso wie Dir mit den "gerade mal unter 5 Stunden". ABER von einigen wenigen langen Läufen zur Marathonvorbereitung vielleicht mal abgesehen, laufe ich meine Kilometer ja nicht zu Training sondern zu meinem eigenen Vergnügen. Das macht für mich das Laufen aus und da freut es mich auch in diesem Jahr schon mehr als doppelt soviele Kilometer wie der Andi auf der Uhr zu haben :-)

    Somit brauche ich zwar keine Schokolade zum Trost, esse sie aber trotzdem gerne. Ein Genuß ohne Reue, auch ein Ergebnis unserer vielen Lauferei! :-)))

    Du siehst, dass Laufen ist jeden einzelnen Kilometer wert!

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Moin Volker,
      stimmt, so gesehen hat der Andi nur halb soviel Laufspaß wie unsereiner! Ha, und Schokolade muss er sich dann auch eher verkneifen!
      Mit der Argumentation hast Du mein Weltbild wieder begradigt. Aber die Schokolade esse ich natürlich trotzdem gern (wenn sie nicht jemand anderes wegfuttert)!
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Liebe Elke,
    ja, wir hatten uns ja schon genügend drüber ausgelassen über diese Ungerechtigkeit :-)))
    Allerdings hatte Andi letztes Jahr, als er es mit dem NICHT-Training etwas übertrieben hatte, seinen langsamsten Marathon ever mit 4:25 oder so, insofern hat sein "Trainingsaufwand" schon mal ne halbe Stunde gebracht.
    Vielleicht ersetzt das Radfahren ja auch einen Teil des Trainings? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, das ich, würde ich so trainieren wie Andi, wahrscheinlich noch nicht mal einen HM überleben würde :-|
    Ungerecht! Da haste Recht.
    Aber es war sehr schön, das wir uns an der Strecke getroffen haben (mir blieben zum Glück auch die grünbeinigen Läufer alle erspart :-)))) )
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      da hatte ich dann etwas falsch verstanden (habs gerade korrigiert), aber er war dann letztes Jahr immer noch schneller als ich, es ist und bleibt eigentlich ungerecht. Doch hat Volker das schon ganz wunderbar gerade gerückt ;-).
      Ja, war ein schönes gemeinsames Marathongucken, nächstes Jahr gerne wieder!
      Liebe Grüße
      Elke

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    2. Liebe Elke,
      hihi, kein Problem. Ja, nächstes Jahr an der gleichen Stelle? :-)))
      Bis dahin hilft uns die Schokolade über die Ungerechtigkeit hinweg. ;-)
      Lass es dir schmecken.
      Liebe Grüße
      Helge

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    3. Liebe Helge,
      ok, ist gebucht :-) Ich kann ja heute gleich weiter am Schokoladenvorrat futtern, Du musst bis Samstag warten ;-)
      LG
      Elke

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  3. Hoppla, habe ich jetzt auf den falschen Knopf gedrückt oder liegt mein Kommentar im Spam-Ordner?

    Liebe Elke,
    ein Mini-Blogger Treffen und viele, viele, viele Läufer - was für eine schöne Sonntagsgestaltung! :)
    Dass es solche Menschen gibt, die scheinbar aus dem Stand raus Leistungen bringen für die unsereins lange trainieren muss, ist sicher ungerecht. Wir haben auch ein paar solcher Exemplare bei uns im Verein. ;)
    Aber die Freude am Laufen und den Stolz auf unsere Leistungen kann das nicht schmälern und das ist ja das Wichtigste! :D
    Lass dir die Schoggi schmecken! :)

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    1. Liebe Doris,
      äh, nein, Spam habe ich keine entdeckt... Genau, es war ein für alle Beteiligten unterhaltsamer Sonntag! Und auch wenn ich nicht so locker leicht eine Sub-4 schaffe, Spaß macht es dennoch, und das ist, was zählt!
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,
    was soll ich denn sagen: ich habe sogar schon über 2000 km in diesem Jahr zurück gelegt und habe auch nur eine Marathon-Endzeit von gerade mal sub-5 zu stehen! ;-)
    ... aber wenn es zum Schönfuttern dient, dann finde ich die Läuferwelt auch extrem ungerecht! - Darf ich jetzt richtig viel und weiter futtern? LOL
    Aber weniger trainieren, heißt ja weniger laufen und das wiederum heißt weniger Spaß zu haben ... das willst du doch nicht wirklich? - Also im Winter nicht auf dumme Gedanken kommen! Gelle!
    LG Manfred

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    1. Lieber Manfred,
      stimmt, bei Dir sieht die Relation nochmals anders aus. Aber Du hast auch ein "Alibi";-) Darauf einen Schokoriegel, oder 2...
      Nein, ich glaube, ich laufe dennoch weiter, aus Protest gegen die Ungerechtigkeit :-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Ach Köln, schön war es letztes Jahr :-)
    Und ich will garnicht wissen wie es dort gelaufen wäre wenn ich ernsthaft trainiert hätte :-D

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    1. Lieber Markus,
      Du wärst granatengleich durch die Straßen gebrettert, da bin ich mir sicher!
      Liebe Grüße
      Elke

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