Der
Königsforst ruft zum Halbmarathon, Vollmarathon sowie Ultra, und gute 900 Laufwillige rückten an. 2 Dutzend Ultras, knappe 240 Marathonis und über 700 Halbdistanzler/innen aus vielen Nachbarländern werden begrüßt, auch aus Österreich. Ich wusste gar nicht, dass Doris hier ist!
Alles mit null G, bzw. g-eduscht, g-kämmt, g-efrühstückt usw. Lediglich Maskenpflicht im Start-/Zielbereich wird vorgegeben. Marathonis in Voll- und Teildistanz starten zur gleichen Zeit. Dachte ich noch, die Einteilung in 4 Startblocks würde zur Entzerrung genutzt, erlebe ich vor Ort, dass das nur eine unverbindliche Empfehlung scheint, alles steht auf einem "Knubbel", wie in alten Zeiten. Nun ja.
Das Startfeld zieht sich wegen des schmalen Weges ziemlich in die Länge. Ich verstehe nicht, was der Speaker erzählt und Musik kommt nur in Einzeltönen an. Einmal vermute ich "Sirius", und tatsächlich, als ich über die Linie gehe, wird das mein Startbegleitungslied!
Es ist schon ein sehr ungewohntes Gefühl, als Teil des langen Läuferlindwurms durch die ersten kleinen Straßen Bensbergs zu laufen. Auch beim Übergang zum Wald ist es eng. Zu schnelles Angehen erledigt sich so von selber.
Auf km 2 - 4 geht es entlang einer Straße, langsam zieht es sich auseinander.
Beim Wiedereintritt in den Wald erreichen wir den höchsten Punkt mit 160 HM. Ich habe das Gefühl, nun im Rhythmus angekommen zu sein. Die feucht-kalte Luft (10°) des Waldes tut gut. Teils wehen Windböen das Laub wie Schneeflocken zu Boden, doch die meisten Blätter liegen schon dort, verbinden sich mit dem feuchten Boden und geben ein novembriges Laufgefühl. Der teils böige Wind tut sein Übriges dazu.
Vereinzelt haben sich Lauffans im Wald postiert und bieten sogar Musik aus Boxen auf. Auf meinem km 8 - 9 kommen mir an einem Begegnungsstück bereits die Spitzen der Ultras (diese hatten einen früheren Start) und auch die schnellsten Marathonis (haben an der Stelle schon 10 km mehr) entgegen. Was für kraftvolle Hirsche sprinten da durch den Königsforst! Schön anzusehen. Als ich später an dieser Stelle meinen km 18 laufe, gehen diese Flotten schon auf ihre 2 Runde, und einige sehen frisch aus, wie gerade erst gestartet!
Ich nehme bei km 11 ein Gel. Da das Frühstück wie so oft vor Läufen bei mir minimalistisch ausfiel, halte ich das für eine gute Ergänzung.
Was sich als Trugschluss erweist, zumindest teilweise. Mag sein, dass die Energiezufuhr sinnvoll war, aber diesmal mag mein Magen dennoch das Gel nicht und macht sich als kleiner aber lästiger Felsklumpen bemerkbar. Ich laufe dagegen an, vermute, dass sich das geben wird. Aber nicht hier und nicht heute. Ab km 15 muss ich immer wieder Gehpausen einschieben. Wobei das aber wohl auch ein wenig mit meinem sparsamen Training zusammenhänge dürfte. Ärgerlich, aber heute ist es eben so, das ist Läuferleben. Ein deutlich älterer Halbmarathoni trippelt an mir vorbei und ruft mir aufmunternde Worte zu, bevor er von dannen zieht.
Der letzte halbe km geht auch noch ziemlich ansteigend aufwärts, aber dann ist es vollbracht. Keine rühmliche Zeit, das kann ich besser. Aber wie Chris es so nett ausdrückt, ich habe immerhin hundert hinter mir gelassen.😏
Im Ziel stehen zwei beheizte, Wohnzimmergroße Umkleidezelte bereit. Sehr schöner Service, wenn sich nicht im Damenzelt auch Männer breit machen würden. Einer ist fertig umgezogen, beschäftigt sich aber noch mit Hingabe mir seinem Smartphone. Ich könnte... lasse es aber.
Draußen kann ich noch die Stargäste bewundern. Von der nahen
Bergischen Greifvogelhilfe sind Frieda und Aris, 2 schöne Vertreter ihrer jeweiligen Spezies, vor Ort, um über die lokale Auffangstation zu informieren und Spenden zu sammeln. Von den Startgeldern gehen auch Beiträge dorthin. Der käufliche Schlauchschal (siehe erstes Foto) hat daher auch einen Uhu als Emblem und gemäß dem Motto "Run green, run happy" ist er aus recyceltem PET hergestellt. Leider bekomme ich die Gattung des größeren, dunklen Vogels nicht mit. Wohl aber, dass seine Halterin erzählt, er sei der "Labrador" unter den Greifvögeln: Gutmütig, friedlich, leicht handhabbar. (Nachtrag: Liebe Hinweise auf einen amerikanischen Wüstenbussard erreichten mich) Dennoch flößen mir sein Schnabel und seine Krallen Respekt ein. Der kleinere Turmfalke sieht dagegen putzig aus.
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| (Amerikanischer) Wüstenbussard? |
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| Turmfalke |
Die diesjährige Medaille ist übrigens dem Kleiber (Spechtmeise) gewidmet und leistet nun dem
Wüstenbussard des letzten Jahres Gesellschaft. Sie würden mit der Ausgabe des Jahres 2022 ein Trio ergeben...