Sonntag, 28. November 2021

Immer schön rund

Wenn doch nur mal normale Arbeitswochen auch so schnell verfliegen würden wie eine Urlaubswoche...

Die Welt ist ungerecht.

Also hier noch eine kleine Nachlese unserer Syltwoche.

Montag, schönes Wetter, wir wandern eine Runde um das Morsum Kliff. Auf der Wattseite der Insel gelegen und daher mit deutlich weniger Wellen als der Weststrand. Lustigerweise lese ich gerade einen Krimi, der exakt dort spielt.















Dienstag, Wanderung um das Südende, die Hörnum-Odde. Das ist der Teil von Sylt, den das Meer sehr zügig abknabbert. Wieder haben wir Wetterglück, zumindest solange wir am Strand laufen. Später kommen ein paar Schauer dazu. Aber die verbringen wir in einem putzigen Café im Retro-Stil, bei einer allzu geschäftstüchtigen Kellnerin. 






Mittwoch, wir wollen das Rantum-Becken erlaufen. Diesmal ist uns Petrus nicht sehr hold und grüßt uns mit Nieselschauern. Das Becken wurde in den Dreißigerjahren auf der Wattseite mittels eines Deichs abgetrennt mit der Intention, eine Landefläche für Wasserflugzeuge zu generieren. Nachdem dies wohl nicht praktikabel war, ist es heute ein Naturschutzgebiet.

15 km immer schön im Wind...


Kunst: Fischträger

Noch mehr Kunst



Links Becken, rechts Watt




Und noch eine erwanderte Umrundung, diesmal das Nordende, der Ellenbogen. 3,5 Stunden im Wind. Mal von hinten, schööön. Aber dann müssen wir uns ihm entgegenstemmen, uiuiui. Wenn wir diesen Wind beim Syltlauf einmal haben sollten - ich kündige hier schon ein DNF an!

Dafür einmal mehr, Wetterglück. Immer ziehen die Schauer schön um uns herum. 😀





Deutschlands Nordzipfel
















Gut essen waren wir auch. Man muss sich etwas gönnen in diesen Zeiten.




Sonntag, 21. November 2021

Sehnsucht gehabt

In gewissen Momenten kann ich bestimmtes Liedgut nur schwer ertragen:

Link 

Zuletzt wurde die Sehnsucht ziemlich unerträglich. Krimis, die vor Ort gedreht wurden, Bücher, die auf der Insel spielen, halfen nicht mehr darüber hinweg. 

Es musste gebucht werden.

Und nun genießen wir die frische Luft, den Wind, der die Wellen auf den Strand bläst. Herrlich.























Samstag, 13. November 2021

Martinslauf Sindorf 2021 (10 km)

Eigentlich sind 10'er ja Hetzerei. Aber auch eine nette Abwechslung, zumal, wenn sie quasi vor der eigenen Haustür stattfinden, UND es hinterher noch einen Weckmann gibt (Medaillen sind ja per se etwas unbekömmlich).

Also machen wir uns von daheim startfein auf den Weg und nutzen die 400m von der Haustür zum Start zum Aufwärmen, was sportphysiologisch wie auch angesichts der 5° Außentemperatur Sinn macht. Knappe 400 Teilnehmer/innen freuen sich auf einen Abendsprint. Man kann den Rundkurs einmal durchlaufen und hat dann 3,3 km absolviert, oder eben 2x oder 3x bis zu den 10 km. Die Entscheidung trifft man jeweils beim Ziel.


Und wieder ertönt Sirius (das wird jetzt aber inflationär) und auf geht's durch Gassen, Straßen und Spazierwege unseres Stadtteils. In der ersten Runde ist es noch recht dicht. Viele Spaß- und Gelegenheitsläufer sind unterwegs. Ich überhole dermaßen viel, dass ich mich schon fast fühle wie Usaine Bolt. Aber das täuscht natürlich. Ein Blick auf meine Uhr holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Es läuft locker. Und natürlich strebe ich nach 3,3 km nicht ins Ziel, sondern wähle die Passage hindurch.


Auf der zweiten Runde sind schon 60 Läufer/innen weniger dabei. Was sich durch erfreulich weiten Raum auf der Strecke bemerkbar macht. Ich versuche ein paar Fotos, die erwartungsgemäß mehr künstlerischen als informativen Charakter haben.



Etwa zur Hälfte stellt sich ein kleiner Hänger ein. 

Bei km 5 ruft ein Posten, dass da ja die Spitze kommt. Ähm, auch wenn ich gerade überhole, kann er nicht mich meinen. Aber da naht schon von hinten das Führungsfahrrad, dessen Pedaleur eine aus farbigem Plastikkanister selbst gebastelte Warnleuchte auf dem Kopf trägt. Sankt Martin lässt grüßen. Im Schlepptau hat er den Führenden, der in Flatterhöschen und Singlet vorbeidüst. So spärlich bekleidet würde ich auch dem Erfrierungstod davoneilen wollen...

Das kleine Tief ist rasch überwunden. Klar geht es dann auch bei 2. Zieldurchlauf wieder nicht in die Abbiegespur, wie auch für die übrigen 220 10-km-Läufer/innen nicht.


Ich kann nun auch etwas besser die vielen Helfer am Streckenrand und die sehr sorgsam angebrachten Markierungen und Bänder wahrnehmen. Der Lauf zirkelt um 2 Wohnviertel herum. weswegen 10 Straßenquerungen für Autos gesperrt werden müssen. Sicherlich zur "Freude" vieler Autofahrer, vor allem bei den Zubringerstraßen. Auch lauern im Dunkel unseres Spazierweges manche Gefahr wie kleine gemauerte Sitzrondelle mitten im Weg. Alles durch Posten und Warnlampen gesichert.


Bei km 7 laufe ich auf einen älteren Läufer auf. Er müht sich redlich, sein Schnaufen und Stöhnen lässt keinen Zweifel. Optisch sieht es langsam aus, aber locker an ihm vorbei komme ich auch nicht. Er scheint sich von mir anschieben lassen zu wollen. Ok, schaun mer mal. Wir nähern uns der Abbiegung von Straße auf Spazierweg, eine im Dunkeln leicht zu übersehende Stelle. Weswegen eine freundliche Streckenhelferin schon von weitem ruft "Liiinks abbiegen!" Das nimmt der Ältere vor mir allzu wörtlich und steuert prompt eine Garageneinfahrt an. Die Helferin und ich können ihn mit vereintem Rufen zurück auf die Strecke bringen. Als er bei km 8 eine Flatulenz in den Novemberabend entlässt, nehme ich das als Signal, nun die Überholung anzusetzen. Das klappt und bald darauf höre ich ihn nicht mehr hinter mir.





Immer noch kann ich Läufer einsammeln, manche sind gar von Lauf auf Gang gewechselt. Für mich fühlt es sich wieder lockerer an, obwohl die echte Zeit das als Irrtum entlarvt. Mit 56:51 netto laufe ich ins Ziel ein, im Mittelfeld aller und als 2. meiner AK. Chris ist 3 Minuten vor mir angekommen. Für ihn keine tolle Zeit, aber momentan zählt erstmal Distanz durchhalten. Hätte ich das gewusst, 2018 hatte ich eine 52'er Zeit, da hätte ich ihn sogar überholen können!


Im Ziel wird jedem der wohlverdiente Weckmann überreicht, ich nehme noch ein Wasser und einen Apfel mit und trabe gemütlich heim. Wo mir beim Haus aus einer anderen Gasse kommend Chris begegnet. Lustig, da hätten wir uns eigentlich im Ziel sehen müssen, aber da war es wohl zu dunkel.😆


Sonntag, 7. November 2021

Königsforst Halbmarathon 2021

Der Königsforst ruft zum Halbmarathon, Vollmarathon sowie Ultra, und gute 900 Laufwillige rückten an. 2 Dutzend Ultras, knappe 240 Marathonis und über 700 Halbdistanzler/innen aus vielen Nachbarländern werden begrüßt, auch aus Österreich. Ich wusste gar nicht, dass Doris hier ist!

Alles mit null G, bzw. g-eduscht, g-kämmt, g-efrühstückt usw. Lediglich Maskenpflicht im Start-/Zielbereich wird vorgegeben. Marathonis in Voll- und Teildistanz starten zur gleichen Zeit. Dachte ich noch, die Einteilung in 4 Startblocks würde zur Entzerrung genutzt, erlebe ich vor Ort, dass das nur eine unverbindliche Empfehlung scheint, alles steht auf einem "Knubbel", wie in alten Zeiten. Nun ja.

Das Startfeld zieht sich wegen des schmalen Weges ziemlich in die Länge. Ich verstehe nicht, was der Speaker erzählt und Musik kommt nur in Einzeltönen an. Einmal vermute ich "Sirius", und tatsächlich, als ich über die Linie gehe, wird das mein Startbegleitungslied!




Es ist schon ein sehr ungewohntes Gefühl, als Teil des langen Läuferlindwurms durch die ersten kleinen Straßen Bensbergs zu laufen. Auch beim Übergang zum Wald ist es eng. Zu schnelles Angehen erledigt sich so von selber.




Auf km 2 - 4 geht es entlang einer Straße, langsam zieht es sich auseinander. 




Beim Wiedereintritt in den Wald erreichen wir den höchsten Punkt mit 160 HM. Ich habe das Gefühl, nun im Rhythmus angekommen zu sein. Die feucht-kalte Luft (10°) des Waldes tut gut. Teils wehen Windböen das Laub wie Schneeflocken zu Boden, doch die meisten Blätter liegen schon dort, verbinden sich mit dem feuchten Boden und geben ein novembriges Laufgefühl. Der teils böige Wind tut sein Übriges dazu.


Vereinzelt haben sich Lauffans im Wald postiert und bieten sogar Musik aus Boxen auf. Auf meinem km 8 - 9 kommen mir an einem Begegnungsstück bereits die Spitzen der Ultras (diese hatten einen früheren Start) und auch die schnellsten Marathonis (haben an der Stelle schon 10 km mehr) entgegen. Was für kraftvolle Hirsche sprinten da durch den Königsforst! Schön anzusehen. Als ich später an dieser Stelle meinen km 18 laufe, gehen diese Flotten schon auf ihre 2 Runde, und einige sehen frisch aus, wie gerade erst gestartet!


Ich nehme bei km 11 ein Gel. Da das Frühstück wie so oft vor Läufen bei mir minimalistisch ausfiel, halte ich das für eine gute Ergänzung.
Was sich als Trugschluss erweist, zumindest teilweise. Mag sein, dass die Energiezufuhr sinnvoll war, aber diesmal mag mein Magen dennoch das Gel nicht und macht sich als kleiner aber lästiger Felsklumpen bemerkbar. Ich laufe dagegen an, vermute, dass sich das geben wird. Aber nicht hier und nicht heute. Ab km 15 muss ich immer wieder Gehpausen einschieben. Wobei das aber wohl auch ein wenig mit meinem sparsamen Training zusammenhänge dürfte. Ärgerlich, aber heute ist es eben so, das ist Läuferleben. Ein deutlich älterer Halbmarathoni trippelt an mir vorbei und ruft mir aufmunternde Worte zu, bevor er von dannen zieht.
Der letzte halbe km geht auch noch ziemlich ansteigend aufwärts, aber dann ist es vollbracht. Keine rühmliche Zeit, das kann ich besser. Aber wie Chris es so nett ausdrückt, ich habe immerhin hundert hinter mir gelassen.😏


Im Ziel stehen zwei beheizte, Wohnzimmergroße Umkleidezelte bereit. Sehr schöner Service, wenn sich nicht im Damenzelt auch Männer breit machen würden. Einer ist fertig umgezogen, beschäftigt sich aber noch mit Hingabe mir seinem Smartphone. Ich könnte... lasse es aber.
Draußen kann ich noch die Stargäste bewundern. Von der nahen Bergischen Greifvogelhilfe sind Frieda und Aris, 2 schöne Vertreter ihrer jeweiligen Spezies, vor Ort, um über die lokale Auffangstation zu informieren und Spenden zu sammeln. Von den Startgeldern gehen auch Beiträge dorthin. Der käufliche Schlauchschal (siehe erstes Foto) hat daher auch einen Uhu als Emblem und gemäß dem Motto "Run green, run happy" ist er aus recyceltem PET hergestellt. Leider bekomme ich die Gattung des größeren, dunklen Vogels nicht mit. Wohl aber, dass seine Halterin erzählt, er sei der "Labrador" unter den Greifvögeln: Gutmütig, friedlich, leicht handhabbar. (Nachtrag: Liebe Hinweise auf einen amerikanischen Wüstenbussard erreichten mich) Dennoch flößen mir sein Schnabel und seine Krallen Respekt ein. Der kleinere Turmfalke sieht dagegen putzig aus.

(Amerikanischer) Wüstenbussard?

Turmfalke
Die diesjährige Medaille ist übrigens dem Kleiber (Spechtmeise) gewidmet und leistet nun dem Wüstenbussard des letzten Jahres Gesellschaft. Sie würden mit der Ausgabe des Jahres 2022 ein Trio ergeben...