Montag, 9. November 2020

Rurseerunde

Ab in die Eifel! Sonntag wäre der Rursee-Marathon gewesen. Natürlich abgesagt wegen Corona. Aber das soll ja nicht hindern, einmal die dortige Seeluft zu schnuppern.

Wir verabreden uns am Sonntagmorgen mit Marion, Judith, Wolli und Micha in Einruhr im schönen Nationalpark Eifel. Marion und die 3 Männer wollen die kompletten 42 km machen, allerdings im Wohlfühlmodus.

Während das Quartett lostrabt, kann ich erst noch einen Blick auf das hinterste Ende des Stausees werfen, das derzeit ohne Wasser ist. Wie wir erfuhren, ist der Wasserspiegel u.a. aus Gründen von Kontrollarbeiten so niedrig. Der trockene Sommer war aber wohl auch nicht ganz unschuldig. 

Übrigens ist die hier angestaute  Rur (ohne "h") nicht identisch mit der Ruhr mit "h", die das Ruhrgebiet prägt. Warum dann aber Rurberg ohne "h", Einruhr aber mit "h" geschrieben wird,  wäre einer Nachforschung wert. Um das Maß noch zu füllen sei erwähnt, dass Rurberg erst 1955 sein "h" im Namen strich, um sich der Flussbezeichnung anzupassen. Es scheint ein Kreuz mit dem "h"...




Dann wird es Zeit, zum Treffpunkt nach Rurberg zu fahren. Im Wagen ist Verpflegungsgut für durstige Läufer*innen und so können die vier nach 10 km einen labenden Zwischenstopp einlegen. Zudem steigen Judith und ich hier ins aktive Laufgeschehen ein.


An der Tafel am Parkplatz versuche ich, mich ein wenig zu orientieren, was allerdings eher einer von wenig Erfolg gekrönten optischen Schnitzeljagd gleichkommt. Ist aber auch nicht relevant, denn es sind ja Ortskundige dabei. Nur erwarte ich leider das aus Einruhr kommende Quartett aus der falschen Richtung, weswegen mir ein Gruppenfoto an dieser Stelle nicht gelingt.



Wir werfen uns nun zu sechst in den herbstbunten Eifelwald. Obwohl die Sonne leider bald hinter Wolken verschwindet, sind mehr und mehr Wanderer und Radler unterwegs. Unsere Gruppe zieht sich etwas auseinander, Sichtkontakt bleibt dennoch. Micha prescht voran, Judith hält gut mit den Männern mit. Marion und ich bilden die Nachhut und plaudern uns munter die Kilometer weg. Nur die Steigungen lassen sich für mich nicht kommunikativ ausblenden, die empfinde ich als teils doch fordernd. Erstaunlicherweise werde ich am Ende auf meinen 28 km nur 250 Höhenmeter auf der Uhr haben. Gefühlt war es das doppelte.


Seeflotte im Winterschlaf



Während die östliche und nördliche Seepartie durch Wald geprägt ist, liegen westlich und südlich die Orte. In Woffelsbach schlängelt sich unsere Route zwischen kleinen Eifelhäuschen, Campingplatz und mehr oder weniger schicken Wochenendhäusern hindurch. Hier überholen Marion und ich die Herren, die vorgeben, die genaue Route zu eruieren. 
Oder ob die nur mal einen Quasselstop einlegen wollten ...? 




Vorbei an  Segelbooten im Winterquartier geht es in einem letzten Bogen zurück nach Rurberg. Beide Orte machen einen ziemlich vereinsamten Eindruck. Was an den zahlreichen nicht dauerhaft bewohnten Wochenendhäusern liegen dürfte. Parkplätze und Ausflugslokale vermitteln dennoch eine Idee, wie es hier im Sommer zugehen mag, wenn die Städter ihre Erholung suchen.



In Rurberg ist Judiths und mein Einsatz für den Sonntag vorbei. 28 km reichen uns. Die anderen 4 greifen nochmals am Verpflegungsauto zu, um sich für die letzten 4,5 km zu stärken.
Ich fahre zum Ziel in Einruhr und kann die vier (ja es sind 4, von Marion ist leider nur knapp der Ellbogen hinter Wolli zu sehen) dort erwarten und ihren virtuellen Marathon-Zieleinlauf festhalten.
Während wir zum gemütlichen Teil des Tages fahren, setzt leichter Nieselregen ein. 
Ach schön wars :-)


Kommentare:

  1. Liebe Elke,

    da dachte ich, ich sei hinterher ... macht nix, habe ich noch ein bisschen was "auf die Augen" bekommen! ;-)

    Wieder einmal hast du schöne Eindrücke mitgebracht. So wollte ich schon zum niedrigen Wasserstand was fragen, aber du gehst ja im Text drauf ein! - Schön aber auch, dass du mit den Hs und "nicht-Hs" nicht durcheinander gekommen bist! Ich hätte nämlich beide Ru(h)r-Flüsse auch zusammen gepackt, nicht wissend, dass es beide gibt! *oops*

    Und da es ja "nicht immer" Marathon sein muss, können doch 28 km auch mehr als ausreichend (fordernd) sein. Für mich ist das eh noch in weiter Ferne! :-)

    Erholt euch und dann auf zu neuen Abenteuern! :-)

    LG Manfred

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Manfred,
      ich hoffe, das "auf die Augen" war nicht unangenehm...;-)? Obwohl dieser Flecken Landschaft nur 45 Autominuten entfernt ist, war ich vor über 50 Jahren zuletzt dort, als das so ein typischer Sonntagsnachmittagsausflug war. Schön, das nun mit anderen Augen wieder entdeckt zu haben.
      Die 28 km waren für mich ok, Chris ist besser im Training, so dass die gemütlichen 42 ihm auch nicht wirklich was ausmachten! Erholung geht also schnell ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  2. Liebe Elke
    Dank dir muss ich regelmässig eine Deutschland-Karte konsultieren. Jetzt weiss ich wenigstens, wo dieses Rur-nicht-zu-verwechseln-mit-Ruhr liegt. Ha, wieder was gelernt.
    Eine wunderschöne Runde habt ihr da gedreht! Gratulation für die 28km und die 42km! Gemütlich mit Quasselrunde oder nicht, so eine Distanz ist immer eine Leistung und eine logistische Herausforderung. Super gemacht!

    Dieses Phänomen mit den Steigungen hatte ich auch letzte Woche. Wir stiegen und stiegen und ich dachte, wir hätten mind. 300HM gemacht, aber es war nur knapp die Hälfte. Fake Hills!

    Und perfekt auf den Einsatz des Nieselregens fertig. Das nenne ich eine gute Planung! Ich wünsche eine gute Erholung und ich freue mich auf das nächste Laufabenteuer.

    Liebe Grüsse aus dem abendlichen Cape Town!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Catrina,
      "fake hills" - herrlich, muss ich mir merken. Wir werden ja wohl nicht mehr allzu lange "fake" haben... Komisch so ein falscher Eindruck...
      Ja, es gibt in Deutschland auch die eine oder andere schöne Ecke. Wenn auch nicht mit so spektakulären Aussichten wie mancher Flecken in CH.
      Es war in der Tat für alle, ob "Kurz-" oder Langstreckenläufer*innen, ein schönes Sonntagserlebnis. Und wieder einmal bestätigte sich, dass laufen in Gesellschaft irgendwie leichter geht.:-)
      Danke und liebe Grüße aus dem herbstgrauen Rheinland!
      Elke

      Löschen
  3. Liebe Elke,
    und wieder ein toller Sonntagsausflug mit beachtlicher GEsamtkilometeranzahl! Und in so einer netten Runde lassen sich dann auch die (gefühlten) Höhenmeter leichter verschmerzen. Auch eure Logistik mit den unterschiedlichen Start- und Zielpunkten war wieder bemerkenswert. :D
    Danke auch von mir für die Rur/Ruhr-Erklärung. Zweitere kannte ich schon, erstere noch nicht. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Doris,
      ja es war wirklich ein schöner Ausflug in bisher unbekanntes Laufterrain und in netter Begleitung, was will man mehr. Den logistischen Plan hatte Wolli aufgesetzt, er kennt sich dort aus und es war für die Lang- und Kurzstreckenläufer perfekt.
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  4. Liebe Elke,

    dass war ja einmal ein schöner Laufausflug, wenn auch mit reichlich Kilometern behaftet :-)Ihr setzt ja Euren Veranstaltungsmarathon aus dem Oktober nahtlos fort :-)

    Aber sind sechs Läuferleins nicht etwas viel in lighten Lockdown-Zeiten? :-P

    Der niedrige Wasserstand sorgt schon für ein etwas merkwürdiges Bild, hoffen wir mal, dass der sich bald wieder normalisieren kann.

    Auf jeden Fall -mal wieder- Congratulations für Euer erfolgreiches Laufabenteuer! :-)

    Liebe Grüße
    Volker

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Volker,
      es scheint wirklich, dass jetzt läuferisch noch einiges von dem zusammenkommt, was übers Jahr auf der Strecke blieb.
      Natürlich haben wir coronakonformen Abstand gehalten.
      Bei diesem Wasserstand sah es wirklich etwas trostlos aus. Hoffen wir mal, dass sich das dann auch wieder füllt.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

      Löschen
  5. Liebe Elke, ihr seid ja eine richtige "wir-räumen-nochmal-alles-ab"-Laufgruppe geworden, sehr sympathisch :-)
    Als ehemaliger Monschau Marathon Teilnehmer bin ich natürlich mit dem vermeindlich fehlenden h in Rur vertraut, jetzt kenne ich wenigstens noch ein paar mehr Hintergründe.
    Den Rursee Marathon hatte ich dieses Jahr übrigens auch auf meinem Plan, aber naja, es kam alles anders. Nach deinem Bericht und den Bildern wird er aber fix wieder auf die Planungsliste gesetzt.
    Liebe Grüße, Oliver

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Oliver,
      in der Tat macht sich gegen Jahresende eine Endspurtmentalität breit ... ;-) Man will doch etwas vom fleißigen Training haben! Heute wäre sogar der hiesige Martinslauf (10 km) gewesen, rund um unser Wohnviertel, wäre... Aber ist halt so und man kann ja auch einfach mal so Wettkampfstrecken wie die am Rursee erkunden. Die fand ich zwar ganz nett, kommt aber an Monschau m.E. nicht heran, da ist es einfach landschaftlich vielfältiger. Da ja aber beide Läufe zeitlich deutlich auseinander fallen, ist das kein Hindernis, da hättest sicher deinen Spaß dort gehabt. Und es gibt auch gute Langarmshirts als Läufergabe!
      Vielleicht dann nächstes Jahr!
      Liebe Grüße
      Elke

      Löschen