Sonntag, 16. Februar 2025

NRFTW 9-13

 (NRFTW-Fortsetzung)

#9 (Donnerstag 19 Uhr)

Mir fällt ein, dass ich am Morgen beim Einkauf ein paar frühstücksrelevante Kleinigkeiten vergessen hatte. Was passt besser, als diese gehend nachzubeschaffen. Der 19-Uhr-Slot bietet sich zudem als optimale Verdauungsspaziergangszeit zwischen Abendessen und Tagesschau an.



#10 (Freitag 16 Uhr)

Bad news wollen verarbeitet sein.😕 Da mein beim Skifahren verunfallter Daumen stärker zu schmerzen begann, ließ ich mir einen Termin beim Orthopäden geben. Der stellte zwar fest, dass nichts gebrochen sei (war auch nicht meine Vermutung), aber die Bänder... mindestens überdehnt. Im Ultraschall sieht er einen Spalt im Gewebe, der so nicht sein dürfte. Also steht der Verdacht auf Bänderriss im Raum. Ein MRT wird das am Donnerstag klären. Hoffentlich nur in Richtung Dehnung. Dann wäre es mit wochenlangem Tragen einer Orthese erledigt. Ansonsten droht eine OP. 😟 Eine passende Orthese habe ich ja noch seit meiner Handgelenksverletzung vor gut einem Jahr und lege sie vorsichtshalber schonmal an. So trabe ich unlustig und frustriert eine Minirunde ab (7 km, 48 Minuten), versuche, die rechte Hand dabei möglichst wenig zu bewegen und JA NICHT zu stürzen. 


#11 (Freitag 23 Uhr)

Nachdem ich sehr früh eingeschlafen war, bin ich gegen 23 Uhr plötzlich wieder hellwach. Ok, da weiß die NRFTW'erin, was zu tun ist: Anziehen und auf zu einer zackigen Walkingrunde. Es geht durch ruhige Neubaustraßen. Mir fällt auf, dass es insgesamt seit meiner ersten NRFTW-Teilnahme 2022 mehr brummt. Wärmepumpen. Diesmal gehe ich durch eine kurze Straße, in der gleich an 4 Häusern die Pumpen an der Vorderfront stehen statt seitlich oder im Garten. Es ist nicht zu überhören, dass gerade alle laufen. Ziemlich laut...  Fabrikate aus Fernost scheinen sich dabei besonders hervorzutun. Auch wenn ich durch die Aktivität gepaart mit Kälte hinterher putzmunter bin, nach ein wenig lesen fallen mir die Augen zu und ich schlafe trotz allem prima.


#12 (Samstag, 17 Uhr)

Lustige Beobachtung im Vorbeilaufen an der Hühnerweide: Der Bauer hat einen Futterautomat aufgestellt, an dem man für 1 EUR eine Portion Hühnerfutter ziehen kann. DAS hat das Federvieh inzwischen durchschaut. Kaum bedient jemand den Automaten und begibt sich dann zum Zaun, kommen die Damen und einzelne Herren (es gibt 4 Hähne in der Herde) angesprintet um sich in günstige Position zu bringen. Sage nochmal einer, Hühner seien dumm!


Bei Haus Breitmaar herrscht munteres Gekrächtze. In den Bäumen haben sich Dutzende Krähen niedergelassen.


Eigentlich wollte ich etwas länger laufen. Ziehe aber vor, wegen der Hand vorsichtig zu bleiben. Zumindest bis zum MRT. Und richtig Lust habe ich gerade auch keine, aus Gründen. Wenigstens ist NRFTW-Bergfest.


#13 (Sonntag, 7 Uhr)

Eigentlich war ich in der Nacht passend zum 1 Uhr-Slot wach geworden, kann mich aber nicht aufraffen. Schließlich soll es kommende Woche spürbar wärmer werden, und dann sind die Nachtslots deutlich angenehmer. Aber zum Start um 7:56 Uhr reicht es.

Was von drinnen aussah wie Frost, entpuppt sich als zarte Schneedecke. Allerdings ist es an manchen Stellen sehr glatt und ich bin froh, dass ich "nur" walke, das minimiert die Sturzgefahr.


Auch wenn es wieder nasskalt knapp unter 0° ist, entschädigen die ruhige frühe Sonntagsstunde und das schöne Farbspiel des Himmels.









Zuhause erwarten mich der Duft frisch aufgebackener Hörnchen (Vorteil, wenn der Gatte nicht NRFTW-affin ist...) und der gedeckte Frühstückstisch. Hat was!😀

Donnerstag, 13. Februar 2025

Na dann - auf zum NRFTW

Ich hatte durchaus in Erwägung gezogen, beim NRFTW mitzumachen. Der charmanten Motivations-Challenge im Februar. Aber dann wäre klar, der Skiurlaub würde mich zeitlich ziemlich in Verzug bringen und Druck erzeugen. Und wenn dann noch schlechtes Wetter oder ein Infekt dazu kämen...?

Immerhin, im Februar einmal zu jeder Stunde eines Tages zu walken oder laufen, also 24x (eben auch nachts) und das mit weniger Tagen - das ist schon eine Hausnummer.

Andererseits ... genau so eine Motivationskur braucht man ja eigentlich...

Also, nach Rückkehr von den Skipisten in unsere FeWo reifte der Gedanke weiter. Man kann sich ja auch mit der Anmeldung Zeit lassen, und dann alle Läufe/Walks nachtragen... Zur Reifeförderung machte ich mich auf zu einem kleinen Spaziergang zum Aussichtspunkt unseres Dorfes. Zusammen mit einem weiteren Lauf vom 1.2. wären das schon 2 Slots, also glatte 8,3% Sollerfüllung.

Ich kann einen wunderschönen Wintertag erleben. Zwar ohne Schnee auf 850 m Höhe, aber mit schöner Lichtstimmung.



Auf dem Rückweg, beim Wohnsitz einer Miss entlang. Man beachte Natalies prächtigen Schweif! Ja, der Einsatz von Wellness- und Beauty-Fachwissen lohnt sich auch bei unseren Milchlieferantinnen!

Nach diesem motivierenden Gang könnte ich mir NRFTW vorstellen...

#1 (11 Uhr) und #2 (13 Uhr) wären damit ja auch schon erledigt.

Wieder daheim gärt der Gedanke weiter. 

Montag. Laufen wollte ich sowieso... also schnell entsprechend gewandet und los. Welch ein optisches Kontrastprogramm. Das will erstmal ertragen sein... 😕



Der Müll unter der Bank ist nicht gut sichtbar, der Papierkorb daneben schon.

Immerhin, #3 (10 Uhr) wäre damit auch abzuhaken. Könnte vielleicht doch werden mit der Challenge...?

Montag- auf Dienstagnacht. Ich werde um 4 Uhr wach. Mh, das wäre so eine klassische NRFTW-Nummer. Jetzt aufstehen, anziehen, raus.😏 Mal gucken, ob ich wieder einschlafen kann. Kann ich nicht. Aber so tun als ob, das kann ich. Also aufstehen, anziehen, raus.
Der Vollmond ist mir hold. Meine Überlegung, statt durch den Ort und teils dunkle Ecken raus aufs Feld, da ist ganz bestimmt niemand anderes unterwegs. Gedacht, getan. Im Mond schimmert der Asphalt des Weges silbrig, ich genieße die Ruhe. 
Erstaunlich, Haus Breitmaar, ein Gutshof aus dem 16. Jahrhundert (heute Pferdehof) ist mitten in der Nacht einladend illuminiert. Sogar die Madonna im Erkervorbau ist indirekt beleuchtet.




Zufrieden und erfrischt komme ich zurück. Jetzt frühstücken? Mh, oder nochmal kurz hinlegen? Ich entscheide mich für letzteres, falle in seeligen Schlummer und verschlafe glatt einen Termin zur Blutabnahme!😮
Das wäre Slot #4 (4 Uhr). Klappt ja doch nachts...

Dienstag. NRFTW entfaltet seinen Sog. Ich verbinde das Notwendige mit dem Sportlichen und gehe wortwörtlich einkaufen. Zuerst zum Supermarkt, dann den Korb daheim abgestellt und gleich weiter mit kleiner Zusatzschleife zum Bauernladen zwecks Eiereinkauf und erfolgreichem Heimtransport der sensiblen Ware.
#5 (15 Uhr) - check. Kann es sein, dass ich wieder "drin" bin?

Mittwoch, kurz vor Mitternacht werde ich wach. Na kann man so eine Aufforderung des inneren Schweinehundes ignorieren? Ich finde nein und mache mich startklar. Der Eier- und Sonstiges-Automat grüßt freundlich und es geht wieder Richtung Feldweg. Mir fällt auf, selbst wenn ich einen km hinter dem Ort bin und eine friedliche Ruhe herrscht, wahre Einsamkeit ist das nicht. Rundherum Lichter, das nächste Dorf, ein Gewerbegebiet, mein Ortsteil, der Tagebau.


Diese Runde weite ich im Gewerbegebiet entlang einer Straße mit Gehweg aus. Mit Vollgas, grellem Fernlicht und röhrendem Motor brettert ein Möchtegern-Schumi an mir vorbei. Spontan kommen mir diverse Flüche und Verwünschungen in den Sinn.😈

Ob der Kater je gefunden wird...?

Müll zu Lande...

...und in der Luft

Ziemlich genau mit den notwendigen 5 km komme ich wieder vor der Haustür an.
#6 (24 Uhr) erledigt. 

Mittwoch, es wäre sowieso ein Läufchen dran. 18 Uhr war ich noch nicht unterwegs. Alles klar. Gemütlich geht es ein Stündchen durch die Dämmerung.




#7 (18 Uhr), Haken dran. Ich glaube, ich mach's doch.

Mittwoch auf Donnerstag, ich werde kurz nach 2 Uhr wach. Noch Fragen?
Ab geht es durch Einfamilienhausviertel, hier und da auch über gut ausgeleuchtete Fußgängerwege. Edeka wird gerade beliefert, 2 Sattelschlepper rangieren auf dem Parkplatz herum. Das muss auch ein Job sein, diese Touren zu fahren...



Pflegeheim bei Nacht

Macht Spaß, das kleine Walking-Ründchen. 
#8 (2 Uhr) auch erfüllt. 

Damit wären dann auch schon 50% der mental nicht ganz leichten Nachtaktivitäten erledigt und 1/3 der gesamten Challenge.
Ok, ich erliege der Versuchung. Bevor ich es mir anders überlegen kann, melde ich mich gegen 1/2 4 Uhr am Morgen an. Startnummer 125 klingt auch nett.

Man sieht/liest sich also im Zeichen NRFTW! 😀

Samstag, 8. Februar 2025

Der dicke Däumling

Endlich war es soweit! Hopp hopp, auf die Ski. Wieder in unserer Lieblingsunterkunft direkt oben, 5 Tage mit Panoramablick auf Eiger, Mönch und Jungfrau (Berggasthaus in der Bildmitte erkennbar).

Wir hatten bestes Wetterglück, prima Schnee, Sonne, keine übervollen Pisten.

Und auch wenn vor unserem Zimmer die Außenterrasse des Berggasthauses liegt, ist es lärmmäßig erträglich. Kein Halli-Galli wie in anderen Skiregionen, eher familär. Und logistisch ist es auch perfekt, hier oben zu logieren. Man kann gleich früh am Morgen losfahren und bei Schlechtwetter und zum Chillen zwischendurch hat man gleich hier oben seine Rückzugsmöglichkeit.


Zimmeraussicht

Besonders schön wird es, wenn die Bergbahnen den Betrieb einstellen und nur noch die wenigen Logiergäste bleiben (Es werden ca. 10 Zimmer vermietet). Eine unbeschreibliche Ruhe kehrt ein. Und wenn erst der Sonnenuntergang sich malerisch gestaltet ... zum Dahinschmelzen:


Blick zum Männlichen (vorn) und Richtung Jura (ganz hinten)







Versuch einer Nachtaufnahme

Natürlich ist bei mir der erste Skitag ... sagen wir mal ... sehr holprig. Nach 2 Jahren Skipause und sowieso Spätstarterin auf Brettern muss ich mich erst mühsam wieder an Bögen, Bremsen und Laufenlassen gewöhnen. Aber es wird bald besser. Chris hat das nicht nötig. Die Hiesigen haben das irgendwie in den Genen...

Sonnenaufgang zwischen Eiger und Mönch


Blick auf Grindelwald





Zugleich begann die Ski-WM in Österreich. Ein Event, dass natürlich hier einen besonderen Stellenwert hat. Wir verfolgen in der Sonne sitzend dank WLAN des Berghauses den Super-G live. Start Marco Odermatt, DER aktuelle Star der Schweizer. Er fährt grandios und setzt sich an die Spitze. 
Kaum ist er durchs Ziel, ein kollektiver Jubel an einigen Tischen um uns herum. Aha, die schauen das auch!


Sonnenstrahlen hinter dem Jungfraujoch


Mürren

Nachdem ich es am ersten Tag vergessen hatte, lasse ich meine Polar die übrigen Tage aufzeichnen. Interessant, 137 km in 4 Tagen, Top-Speed 47 km/h. Chris' Werte wären da sicher noch krasser, würde er sie aufzeichnen. Die Lauberhorn-Abfahrt, die die Elite in knapp 2 1/2 Minuten hinabrauscht (Durchschnittsgeschwindigkeit knapp über 100 km/h 😯😲), schafft er in knapp 5 Minuten. Ich mache unterwegs so viele Pausen und ziehe gemütliche Bögen, dass die Gesamtzeit uninteressant ist. Mein Argument: Ich gebe den Pisten-km mehr Inhalt.... 😉😁

Eiger-Nordwand und Mönch



Auf die Skipisten direkt vor dem Eiger fällt die Sonne erst später am Morgen. Das wird mir am letzten Skitag leider zum Verhängnis. Es herrscht auf einigen wenigen 100m sehr diffuses Licht. Man sieht nur weiß, nicht aber, ob der Schnee locker oder fest ist, ob es aufgeschobene Hügel hat oder ob es flach ist oder ob gar Eisplatten drohen. Man muss einfach in ein weißes Etwas fahren.
Das gelingt mir leider nicht durchgängig, plötzlich hebelt es mich aus, ich schlittere in einem selbst erzeugten Schneegestöber ein Stück abwärts. Mithilfe des einen Skis kann ich mich abbremsen, der andere hat sich vom Fuß gelöst und seinen Weg ein Stück weiter abwärts fortgesetzt. Nun denn, ich rappele mich auf, bewege mich zum losen Ski und kann feststellen, dass alle größeren Knochen heil sind.
Nur der rechte Daumen ... uiuiui, der fühlt sich nicht wohl. Wir fahren noch weiter zum nächsten Lift, aber mit jeder Minute spüre ich, dass da etwas mit dem Daumen nicht gut gegangen ist.
Wie blöde.
Ich hätte nicht gedacht, wie wichtig der auch fürs Skifahren ist! Den rechten Stock kann ich schmerzbedingt nicht mehr richtig einsetzen, das ergibt ein asymetrisches Fahren, erzeugt Unsicherheit und Verkrampfung. Der Tag ist für mich gelaufen, aber man kann ja nicht auf der Piste stehenbleiben und ein Taxi rufen. Ich muss noch einige Kilometer abwärts nach Wengen, dort in die Gondel und zurück zur Unterkunft. Die Schmerzen dabei werden ziemlich übel.

Positiv bleibt, es passierte am letzten Tag, es ist nichts gebrochen und es passierte nicht auf der Lauberhornabfahrt, die wäre solcherart verletzt schwierig geworden. Abends ist das Daumengelenk dick und leicht verfärbt, scheint verstaucht zu sein. Wenigstens klingt der Dauerschmerz ab, aber Bewegung sollte ich wohl lassen.
Den dicken Bluterguss an der Oberschenkelrückseite bemerke ich erst am nächsten Morgen. 
Aber schön war's trotzdem! 😁

Sonntag, 2. Februar 2025

Hilfe und Selbsthilfe

Grau und nasskalt - das können die Eidgenossen auch. Eigentlich müsste man dafür nicht herkommen, aber wie immer, die Luftveränderung tut dennoch gut. Doch laufen stellt sich zunächst als unmachbar dar.
Es stellt sich heraus, dass der Heißwasserbereiter unserer FeWo leider komplett den Geist aufgegeben hat. Der steht auf dem ungeheizten und nicht wärmegedämmten Dachboden, zudem schwankt gerade die Außentemperatur um 1°. Physikalisch korrekt kommt also unser Warmwasser mit dieser Temperatur geflossen. Damit nach dem Laufen duschen...? Unsere Vermieter kümmern sich sofort und sogar ein Installateur eilt noch am Freitag zu Hilfe, der uns bis zum Abend ein Provisorium installiert.
Also kann ich Samstag 14 km unbesorgt um die spätere Körperpflege traben, auch wenn das grau in grau nicht gerade stimmungsfördernd ist. Bis vor wenigen Tagen sei der Schnee noch flächendeckend gewesen, berichten unsere Vermieter, aber seither kam leider Regen.

Loipeneinstieg

Interessante Spuren lassen sich dennoch beobachten:




Die Erklärung ist simpel. Nein, kein Landmann hat hier vergeblich die Straße gesucht, das sind die Reste der abtauenden Langlaufloipe.

Auf einem Auto sehe ich eine nette kleine Hommage an selbstständige Katzen. Hier auf dem Lande haben die Katzen eben nicht ihr Dosenöffnerpersonal, sie greifen zur Selbsthilfe.😉😆
Das sehe ich oft bei meinen Läufen, Katzen, die auf Äckern und Weiden sitzen und ein Mauseloch bewachen, bis die Nahrung sich ans Helle wagt. Ok, ich bin tierlieb und renne auch vor Mäusen nicht weg. Aber so ist nunmal Natur, fressen und gefressen werden.


Danach hüte ich stundenlange das Sofa. Wegen der spannenden Übertragung im TV. Die Bundestagsdebatte um Zustrom und Migration bietet allerhöchsten "Unterhaltungswert". Wenn das ganze nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen. (Memo für mich, wenn ich das mal in einem Jahr lese, oder zwei...).

In den nächsten Tagen ist laufen nun wieder vertagt, es geht in die Berge zum Skifahren. Mögen die Wetter-Apps recht behalten mit ihren sonnigen Prognosen!