Sonntag, 27. August 2017

Thuner Stadtlauf 2017 (10 km)

Der Thuner Stadtlauf, unsere zweite Teilnahme nach 2016. Und erneut erwartet uns ein "heißes" Ereignis. Schon am Vortag, als wir unsere Startnummernabholung mit einem lockeren Longjog verbinden, bei 28° am Abend, gewinnen wir eine Vorahnung.
Auch wenn unser Start erst um 19.20 Uhr angesetzt ist, es ist kaum kühler.
Am Wettkampftag, bei unserem kurzen Weg zum Start, werfen wir hier und da einen Blick auf die Strecke. Zum Beispiel auf den roten Teppich, der später ein fulminantes Lauffinish in Gänsehautqualität einleiten wird.

Es geht malerisch am Wasser entlang. So schön die Abendstimmung nachher sein wird, sie wirkt sich etwas nachteilig auf die fotografischen Möglichkeiten aus, sprich:  Es wird später zu dunkel für unverwackelte Fotos.








Also gilt es, zunächst noch ein paar Eindrücke mitzunehmen, wie hier beispielsweise die sprintenden Footballer, die dem vor uns startenden 5,7-km-Feld ein kurzes Stück voranlaufen.









Und schon sind wir dran. Knappe 1000 Läuferinnen und Läufer gehen auf den Kurs an den schönsten Stellen Thuns vorbei.
Viel zu tun in Thun also.









Zunächst Richtung Schadaupark. Dort steht wie angedrohtkündigt Schwager Ruedi und feuert uns an. Merci, Ruedi!
Wobei das "uns" ist in 2 Teilen zu verstehen, denn mein eidgenössischer Ehemann ist natürlich schon wieder um Längen voraus. Ich bin damit beschäftigt, mein Tempo zu regeln, mich nicht zu schnell mitziehen zu lassen. Das wird noch anstrengend hier.




Und schon einer der schönsten Aussichtspunkte. Eiger, Mönch und Jungfrau grüßen leicht dunstig aus der Ferne.
Ist das nicht prachtvoll, hier laufen zu können?
Man möchte am liebsten ein Bad nehmen. Doch ein eifriger Streckenposten bewacht die kleine Treppe, die hier ins Wasser führt, auf dass kein Läufer sich kühlendbenetzen möge. Außerdem würde ein solches Intermezzo doch arg die Zeit verlängern...

Gleiche Stelle, den Kopf um 180° gewendet: Schloss Schadau, wo man gediegen in edlem Ambiente gerade zu Abend speist, während wir Hundertschaften dort entlangschnaufen.










Wieder zurück vom Park, entlang der Schiffsländte ...
... Richtung Alt- und Innenstadt. Diesmal gibt es im Bälliz Getränk in rauhen Mengen. Ein Problempunkt des letzten Jahres also beseitigt! Ich kippe mir einen Becher Wasser auf das erhitzte Haupt. Wie gut das tut!







Zu diesem Bild gehört eigentlich eine Hörprobe. Läuft man hier zum ersten Mal, vermutet man eine Alpabtrieb um die Ecke, denn es dröhnen Kuhglocken von irgendwoher.







Mit Alp hat es auch ein wenig zu tun, was nun kommt. Im Streckenprofil folgt der Schlossberg:










Und ich kann hier mein Alibi präsentieren, warum ich gehen MUSSTE! Ok, ich gebe zu, es kam mir ganz recht, ich laufe ja durchaus am Limit heute, bei der Hitze... Was sich hier vielleicht locker liest (und für mich sich im Nachhinein so anfühlt), war dann doch arge Anstrengung.






Es folgen hinter der Ecke die Urheber des -man muss schon sagen- Radaus, aber eines Geräuschteppichs, den ich mag.









Weiter entlang der Schlossmauer...













... bis zum nächsten "alten Bekannten". Wunderbare schottische Musik erklingt. Ein Vorgeschmack für diejenigen, die in 2 Wochen den Jungfraumarathon angehen. Dort steht der fleißige Musikus auch am höchsten Punkt.
Von unten vom Rathausplatz dringt Applaus an unsere Ohren, da laufen wohl gerade die Sieger ein. Wir haben noch knapp die Hälfte vor uns.





Ab nun rollt es kurzzeitig abwärts, das tut gut. Außer man braucht dringend Wasser, wie der Läufer in der Mitte, der den Brunnen am rechten Bildrand zu spät erkannte und nun abrupt eine Wende dorthin einleitet.







Ein Stück entlang des Thunersees führt uns nun der Weg. Wenn ich hier auf der Gegengeraden sein werde, ist es bald geschafft.
Aber erst noch ein kurzes Stück der Staatsstraße entlang. Kein Problem, hier Läufer und Autofahrer gemeinsam unterzubringen.










Die Sonne geht unter. Nochmals ein Blick auf Schloss Schadau. Welchen Gang sie wohl gerade dort servieren?
Ich befinde mich auf meiner geliebten Seejogginstrecke. Ein gutes Gefühl zu wissen, wie nah man schon am Ziel ist. Es ist zwar anstrengend, aber es läuft gut. Meist überhole ich, zwar langsam, aber immerhin.



Am "Bateau Vapeur" sitzen die Gäste draußen. Muss schon seltsam sein, wenn die schnaufende und schwitzende Meute vorbeirennt, während man einen guten Roten oder einen Rosé degustiert.







Wir nähern uns dem eingangs in voller Helligkeit gezeigten roten Teppich. Die letzten 400m vor dem Ziel werden wirklich atemberaubend.
Zuerst geht es durch die letzte von mehreren auf der Strecke verteilten Duschen eines auf Duschen spezialisierten Sponsors, dessen Wassergabe heute sehr willkommen war.






Dann laufen wir dicht an zahlreichen besetzten Tischen der Thuner Ausgehmeile entlang. Die Footballer stehen hier wieder entlang der Strecke und erwarten die Läufer. Wir sind ja schnell an diesen Gerüchen nach Pizza vorbei, aber die Jungs in ihren Monturen müssen länger ausharren.
Die Atmosphäre ist klasse, immer wieder "Hopphopphopp"-Anfeuerungsrufe und Applaus.




Das nächste Highlight folgt. Eine in rotes Licht getauchte kurze Passage. Wow!











Und immer noch nicht im Ziel, denn nun folgt nach einer Linkskurve ein Baldachin aus orangeroten Bändern.
Nochmal ein schönes Ambiente, das die Sinne vereinnahmt (zumindest für die, die nicht ganz im "Läufertunnel" sind).








Das Ziel auf dem Rathausplatz. Ich kann zwar nochmals ein wenig Tempo forcieren, aber eine Läuferin, mit der ich einige km parallel lief, die ich einen km vor dem Ziel überholte, kommt von hinten dermaßen angeschossen, dass sie mich dann doch noch überholt. Aber will man bei solch einem tollen langen Zieleinlauf überhaupt schnellstens im Ziel sein?






Geschafft!
Wir und die Strecke von uns.
Schön wars!
Ich erreiche eine 56'er Zeit, mein Mann eine 48'er. Ok für die Hitze. Soweit zur absoluten Zeit. Aber -schließlich lebte Einstein ja länger im nahen Bern- ich bevorzuge die relativitätstheoretische Betrachtung: Mein Mann ist in seiner AK 43'ster, ich darf in meiner den 10. Rang bekleiden 😁.

Wir schlendern gemütlich zurück Richtung Auto und nehmen noch einige Eindrücke des abendlichen Thun auf. Immer noch kommen Läufer an, vielfach mit einem Strahlen im Gesicht.





Hier gehts zum Veranstaltervideo 2017:




Ach ja, das diesjährige Finishergeschenk. Ich vermute, es ist ein Sporthandtuch aus Mikrofaser.Da ich noch nie ein solches in Händen hielt, diese vorsichtige Aussage. Dazu ein Päckchen Pflaster und ein Beutel eines Hauptsponsors mit Nudeln, Wasser, Snack usw.
Schöne Erinnerungen an einen wieder schönen Lauf.

Auf ein Neues in 2018!

Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    du hast es wiedermal wunderbar eingefangen :-)
    Thun ist wundervoll, auch wenn ich besten die Seeseite kenne. Aber dieser Stadtlauf klingt ja irgendwie auch sehr interessant . Ich denke, da sollte man gar nicht auf die Zeit achten, es gibt doch sooo viel zu sehen :-)))
    Tolle Bilder.
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      danke Dir! Ja, der Lauf hat ein ganz wunderbares Ambiente. Schöner kann man einen Sommerabend nicht verbringen! Und hast Du die orangefarbenen Bänder gesehen? Für Dich gemacht!
      Liebe Grüße
      Elke

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  2. Liebe Elke,
    ach ich war schon so gespannt, wie es euch beiden bei der Hitze wohl ergangen ist! Und jetzt musste ich doch glatt, deinen Bericht vom Vorjahr noch mal nachlesen - denn die Treppe zum Schloß war mir völlig entfallen! :D
    Super, was du auf der Strecke alles gesehen und fotographisch eingefangen hast! Und das in dem Tempo! Herzliche Gratulation zu dem super Lauf! :)

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    1. Liebe Doris,
      die Treppe? Ja, die ist immer noch da, und so fordernd sie auch ist, einer der Höhepunkte des Laufs.
      Trotz der Temperaturen war es ein schöner Abend. Bei Regen und Kälte würde doch viel Charme verloren gehen.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  3. Liebe Elke,
    nun, wenn du überholst, kann es ja nicht langsam sein :-)
    Was ein cooler Lauf, eine tolle Landschaft und die Treppe ist ja wohl ganz großes Road-Movie auf der Strecke. YATTA!
    Viele Grüße,
    Irina

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    1. Liebe Irina,
      nun ja, es kommt immer drauf an, womit man vergleicht, Relativitätstheorie. Ich bin zufrieden, das zählt :-).
      Liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,
    das liest sich nach einem wunderbaren Lauf! Danke für Deine Eindrücke und die schönen Bilder. Als hätte man selbst mitgemacht. Allerdings bin ich froh, dass ich die Treppe nicht hoch musste. ;-)
    Liebe Grüße,
    Claudi

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    1. Liebe Claudi,
      es IST ein wunderbarer Lauf. Die Treppe ist ja dann auch die einzige deutliche Erhöhung, und man darf ja hinterher gleich ma die Schwerkraft zum "relaxen" benutzen.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Hallo Elke,

    wunderbar hast du das wieder eingefangen. Ich frage mich ja immer, wie du das während einem Rennen noch so hinbekommst. Die Kuhglocken sind ja echte Öschis. Da würde ja jede Kuh drunter zusammenbrechen. Klangen bestimmt sehr eindrucksvoll.
    Herzlichen Glückwunsch - die relativistische Betrachtung der Zeit gefällt mir!

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    1. Liebe Roni,
      ach ich mach einfach Dutzende Fotos, und dann sind immer ein paar dabei, die herzeigbar sind. Das sind Glocken (genauer: Treicheln), die die Kühe nur zu besonderen Gelegenheiten tragen. Den Klang musst Du Dir ziemlich tief und metallisch-scheppernd vorstellen.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  6. Guten Morgen Elke,
    den vielen abwechslungsreichen Fotos und dem Text nach liest es sich eher wie ein Marathon und nicht wie ein Zehner - die scheinen es drauf zu haben, einen Lauf zu gestalten. Die Thuner, die tun was! .... um einen lauen Kalauer zu bemühen ;o)

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    1. Liebe Lizzy,
      es gab halt einfach so viele Motive, die zum Einfangen lockten... Ja, hihi, es waren wirklich nur 10 km, kein Marathon.
      Liebe Grüße
      Elke

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  7. Wirklich herrlich da. Gerade im Städtchen. Da will man garnicht mehr aufhören zu schauen und zu laufen

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    1. Liebe Markus,
      genau, sehr reizvolle Kulisse, und dann noch bei dem Wetter. Nur ein paar Grad weniger hätten es auch getan ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  8. Liebe Elke,

    mit Deinem Bericht machst Du nicht nur Lust darauf in Thun zu laufen, sondern auch dort zu dinieren und zu degustieren :-)Aber dazu fehlt mir wohl das nötige Kleingeld ;-)

    Ganz schön warm, da kann man schon einmal eine 180°-Kehrtwende zum Brunnen einschlagen ;-)

    Bei Dir läufts super im Moment !

    Gratuliere Euch beiden zum Finish.

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,
      man kann ja beides machen, erst rennen, dann schlemmen. Muss ja nicht gleich Schloss Schadau sein, es gibt auch andere Lokalitäten.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  9. Liebe Elke, das war ja ein richtiger Sightseeing Lauf (auch für uns Leser), herrliche Kulisse! Der Weg hoch zum Schlossberg kommt mir ein wenig drängelig vor, kann man da wirklich laufen? Und als Belohnung ein schöner Zieleinlauf, so muss das sein. Gefällt mir :-)
    Liebe Grüße, Oliver

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    1. Lieber Oliver,
      genau so kann man den Lauf skizzieren, ein Sightseeing-Erlebnis :-) Die Schlossbergpassage ist mein Mann gelaufen, er war in einem vorderen Startblock. Und wer wirklich hochsprinten will, da gibt es einen eigenen Wettbewerb, den Schlossbergsprint. Sehr kurz und sehr hart nur Treppen hoch und noch in den Schlossturm hinauf. Der Zieleinlauf war wirklich sensationell, die Latte liegt hoch!
      Liebe Grüße
      Elke

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  10. Liebe Elke,
    der Hitze getrotzt. Ich find die Zeit ja wirklich sehr fein.
    Schön, noch mal bei Euch reingeschaut zu haben. :-)
    Gruß
    Anja

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    1. Liebe Anja, welch eine Überraschung, schön hier einen Gruß von Dir zu lesen :-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  11. Herzlichen Glückwunsch euch beiden zum Finish auf heißem Pflaster. Nach den Bildern zu urteilen, ist das Städtchen einen Lauf wert. Schön!

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    1. Auf alle Fälle wird richtig viel geboten für einen 10'er Lauf. der ja auch noch vor unserer 2. Haustür liegt.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  12. Etwas spät möchte ich mich den Glückwunschen anschliessen. Bei der Wärme eine sehr gute Leistung! Dieser Lauf mit Unterstützung bei der Scherzligkirche könnte durchaus zur Tradition werden.
    Deine Bilder von unterwegs sind auch immer eine Bereicherung der Laufberichte, weiter so....
    Liebi Grüess
    Ruedi

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    1. Hoi lieber Schwager,
      ja genau dort bei der Kirche und auf der Gegengeraden dürfte Läuferunterstützung wirklich dauerhaft werden/bleiben! ;-) Ansonsten ist ja wirklich eine prima Stimmung in Thun!
      Liebe Grüße und merci
      Elke

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