Samstag, 14. Juli 2018

Kölner Zoolauf 2018 (10,05 km)

Es zieht mich wieder in den Zoo, nachdem wir  2017 erstmals beim Zoolauf dabei waren.
Irgendwas hat es, an einem Sommerabend durch dieses exotische Areal laufen zu können. Auch wenn dabei zwiespältiges Empfinden berechtigt ist: Eigentlich gehören diese Tiere dorthin, woher sie kommen und nicht in eine Großstadt. Doch andererseits, wie sonst könnte man manche Arten noch erhalten und auch der nächsten Generation näher bringen?
In diesem Jahr waren die Erdmännchen das Motto, auf Werbung, Startnummer und Urkunden.

Doch vor dem Zoolauf muss und möchte ich noch weitere 4 km absolvieren, um auf die Gesamttrainingsvorgabe meines Tages zu kommen. Welch schöne Gelegenheit, dies gleich am abendlichen Rheinufer zu tun!

Diese Einlaufrunde endet am Zoo, wo ich mir ein schattiges Plätzlein suche. Es sind 28° und ich fühle mich jetzt schon schlapp.

Schatten finde ich unter dem Torbau des Einlassbereichs, von wo aus ich noch einen Teil des Toplaufs beobachten kann, der um 19 Uhr startete. Dort verorten sich diejenigen, denen es auf Zeitergebnisse ankommt. Meins ist der Funlauf, den man nach 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 Runden (= Volldistanz 10,05 km) beenden kann, jede/r wie er/sie mag.



Eigentlich wollte ich in meiner neuen Köln-Düsseldorf-Kreation an den Start gehen, aber bei der Hitze brauche ich jeden freien qcm Haut. Also wähle ich die zweitschönste Variante: Zebralook, hier in der Schaufensterscheibe andeutungsweise sichtbar.








Mein Schattenplatz hat einen Nebeneffekt: Ich stehe gaaanz vorne in der Startaufstellung. Der Sprecher verkündet, dass dieses Jahr ein neuer Teilnehmerrekord erreicht wurde und es sein könnte, wenn man nach der ersten Runde hier vorbeikäme, dass noch nicht alle auf der Strecke seien. Ich schaue nach hinten... au weia, will ich von dieser Meute gehetzt werden?
Aber es kommt anders, nach dem Startschuss setzt man sich eher gemütlich in Gang und ich darf das wunderbare Gefühl genießen, mit den ersten 20 auf die noch leeren Wege zu gehen, weswegen mir meine Uhr auch eine wundersame Pace anzeigt. Kein Wunder, nach dem sorgsamen Einlaufen. Als ich nach 1,6 km wieder am Einstiegspunkt ankomme, sind dann doch schon alle auf Tour.

Doch gegen Ende meiner zweiten Runde merke ich, dass mir anderes Erleben vergönnt ist: Ich laufe von hinten ins das Ende des Feldes (ca. 1700 Läufer/innen) hinein.
Und ab da ist das mit dem eigenen Tempo so eine Sache, denn teils sind die Wege etwas schmal. Ich bin hin und her gerissen zwischen dem Drang, nach vorne zu laufen, oder mir mehr Zeit zu nehmen für all das, was es abends im Zoo zu betrachten gibt.
Auch wenn sich die Tiere nach und nach zurückziehen, so sind doch Düfte und Laute wirklich besonders.

Und so sind zahlreiche Teilnehmer/innen auch eher gemütlich unterwegs, nehmen sich Zeit für Selfies.
Meine Strategie ist, Runden 1 und 2 erstmal zu rennen und ab Runde 3 ein paar Fotomotive einzufangen.




Die Elefanten müssen einfach sein. Leider sinkt aber die Sonne rasch dem Horizont entgegen und viele Bilder sind schlicht zu verwackelt.







Ich hatte mir auch schon beim vorbeilaufen genau überlegt, wo ich ein Selfie von mir und den echten Zebras hinbekomme. Doch leider, die waren schneller im Bett als gedacht :-(
Leider zeigt sich auch nicht das zu kurzzeitiger lokaler Berühmtheit gelangte WM-Orakel des Kölner Zoos. Harry ist wohl noch indisponiert nach seinem Fehltipp.



Dafür klappt aber das Foto des Drängelgeheges der Gattung Homo Sapiens. Die scheinen aber mit ihren Haltungsbedingungen glücklich. Immerhin ist dies der einzige Punkt an der Strecke, an dem Zuschauer zugelassen sind, zum Wohl der Tiere. Ansonsten befinden sich nur einzelne Wärter/innen im Gelände.
Ich nehme mir bei jeder Passage ein Wasser, das bei der immer noch herrschenden Hitze unverzichtbar ist.

Und ich genieße ein mir ansonsten ziemlich unbekanntes Gefühl: Überholen, überholen, überholen! Das fühlt sich an wie ein Sog nach vorne, es beschwingt und macht selbst müde Beine munter, unglaublich.
DAS müsste dann im September in Berlin mal auch so sein, auf den letzten 10 km ...




Gegen Ende, also nach 21 Uhr, beginnt die Dämmerung und langsam kühlt es etwas ab.
Ich genieße meine letzte Runde und frage mich, was eigentlich passiert, wenn ich einfach weiterliefe? Immerhin darf man bis 22 Uhr im Zoo bleiben.
Aber andererseits schlauchen die Bedingungen dann doch, und so biege ich plangemäß nach 6 Runden ins Ziel ab, wo es diverse Getränke in reichlichen Mengen gibt.


Ich nehme mir eine Fassbrause, einen Fitnessriegel und eine Banane, und mache mich langsam auf den Weg zum Auto. Hoffentlich bleiben genug der gelben Südfrüchte fürs Affenfrühstück übrig...
Am Haupteingang, dem Start, sehe ich weiterhin Läufer/innen ihre Runden drehen.
Mh, vielleicht hätte ich mir diesmal doch mehr Zeit zum Schauen lassen sollen?
Aber immerhin, mit meinen 58 Minuten belege ich erneut den 1. Platz meiner AK, wenngleich das Ergebnis natürlich nicht ganz real ist, bei einem auf Genuss ausgelegten Lauf.
Dennoch, fühlt sich gut an😂
Welche Spezies wohl 2019 das Mottotierchen sein wird? Das diesjährige Eventshirt war jedenfalls orange.

Kommentare:

  1. Liebe Elke,
    gratuliere zum erneuten AK-Sieg! :D
    Dass du dich gleich in die Spitzengruppe eingereiht hast, ist nach dem letztjährigen Ergebnis nur richtig. ;)

    Ach bei deinem Bericht kommen gleich die Erinnerungen an letztes Jahr wieder hoch (und noch dazu zieren ein paar Köln-Fotos den Montat Juli in meinem Kalender). Und dann wählen die einfach ein Jahr "zu spät" orange als Shirtfarbe! :D

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    1. Liebe Doris,
      ja Du kennst es ja :-) Auf der Webseite wurden keine Eventshirts gezeigt, sonst hätte ich Dir natürlich einen "Orange-Alarm" geschickt. Zu dumm, ein Jahr zu spät...
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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  2. Liebe Elke, auch von mir Gratulation zum AK-Sieg, und das unter dieses kruden Bedingungen. Hochsommertemperaturen und Rundenlaufen sind ja nicht das Optimale um schnell zu sein ;-) Klingt aber alles nach einer sympathischen Veranstaltung und die Tiere scheint der Rummel ja nicht zu stören.
    Liebe Grüße, Oliver

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    1. Lieber Oliver,
      wenn man wirklich schnell sein will, sollte man in den Top-Lauf gehen. Aber wenn man schonmal in so einer etwas anderen Umgebung läuft, kann man sich ja auch die Freiheit nehmen, so zu laufen, wie man mag. Genau, sympathische Sache und die Tiere scheint es nicht zu stören, manche schauen auch interessiert zu.
      Liebe Grüße
      Elke

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  3. Da hatten die Zootiere wenigstens auch mal ein bisschen Abwechslung im Zooalltag. Haben sie die Läufer auch angefeuert am Wegesrand oder eher ein bisschen verhöhnt (ich meine: die meisten wären ja deutlich schneller unterwegs ;)

    Herzlichen Glückwunsch zum STockerlplatz!

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    1. Liebe Lizzy,
      nun ja, wenn man die Blicke der Kamele oder anderer Bewohner deuten könnte... Sicherlich werden einige gedacht haben, dass die Zweibeiner wohl von einem Bremsnschwarm gejagt werden ;-) Die Paviane haben uns schlichtweg ihr rosiges Ende gezeigt.
      Danke und liebe Grüße
      Elke

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