Sonntag, 31. August 2025

Montelino (10 km) 2025

Es sollte endlich mal wieder klappen, die Teilnahme am Berglauf auf der Sophienhöhe, dem künstlichen "Hügel" aus Abraum des Tagebaus Hambach, bei mir fast um die Ecke. Inzwischen weiter gewachsen (in die Breite) begrünt und bewaldet, weswegen die Langstrecke mit 25 km ("Monte Sophia") dort neu gelegt wurde. Aber das betrifft mich weniger, denn ich habe mich für den kleineren Bruder, den Montelino entschieden, der ist nur geringfügig modifiziert. 10 km mit 80 Höhenmetern, die relativ zackig in 2 Etappen abgearbeitet werden. Das Wetter ist uns hold, leicht über 20°, angenehm erfrischender Wind.

Nach 2014 und 2016 also meine dritte Teilnahme auf dieser Kurzstrecke.



Heidrun, Oliver, Sven und Mike gönnen sich die große Runde. Nach ein wenig Plauderei am Start geht das Hauptfeld auf die Strecke, ich bin mit knapp über 100 Mitläufern 15 Minuten später dran. Chris muss passen, immer noch Piriformis. Lässt es sich aber nicht nehmen, dann zumindest in einstündiger Radtour zum Ort des Geschehens zu gelangen.


Ich gönne mir knapp 10 Minuten Einlaufen, bei einer 10er-Hetzerei ja ganz sinnvoll. Und dann mal sehen, was so wird heute.


Eingangs geht es flach über Asphalt knappe 2 km dem Fuß der Sophienhöhe entgegen. Wie üblich, große Stürmerei nach vorn, bald zieht sich das Feld auseinander. Ich habe mir vorgenommen, mich nicht hinreißen zu lassen. Da kommt ja noch was, die Körner wollen eingeteilt sein.




Daher gönne ich mir, mich an einen Läufer anzuhängen, der genau im richtigen Tempo läuft, und dem Überholreiz zu widerstehen.


Das geht eine Weile gut. Aber als der Weg langsam ansteigt, schwächelt er, oder meine Maschinerie ist in Gang gekommen, jedenfalls schiebe ich mich an ihm doch vorbei, setze mich ab.


Nach einer Weile nehme ich ein Tapp-tapp-tapp hinter mir wahr. Hängt er sich nun an mich an? Nein, es sind zwei andere Herren, einer in türkis, einer in rot, die sich nun ihrerseits an mir vorbeiarbeiten. Ich lasse sie ziehen...



... denn dann kommt die Hauptsteigung mit dem putzigen Namen "Haselmauspfad". Die vor mir Laufenden trippeln sich hoch, ich gehe da lieber zackig, das kostet weniger Kraft. Plötzlich sitzt der Rote vor mir auf dem Weg. Ich frage, ob er Hilfe braucht. Er verneint, bedankt sich. Später im Ziel erfahre ich, dass er gestolpert war, das blutige Knie bezeugt es.
Die Haselmaus kostet Kraft und Tempo. Wenn ich mir vorstelle, dass nach uns noch der Hauptlauf an seinem km 20 hier als kleine Dreingabe diese Steigung vor sich hat, leide ich im Voraus ein wenig für diese Läufer mit...



Gottseidank ist damit für mich das Schlimmste erledigt. Auf dem folgenden flachen Abschnitt komme ich wieder etwas zu Atem.
Aber nur kurz, denn da vor mir taucht eine Läuferin auf, silbergraues Haar, in blau und regenbogenfarbigen Shorts, die könnte Konkurrenz meiner AK sein.... Mh, lässt sich da was machen...? Denn ich habe mich ja langsam aber stetig von hinten genähert. Mal sehen, was geht, ich hänge mich dran. Doch als wenn sie es spürte, die Distanz schrumpft nun nur noch im Millimeterbereich. Aber jetzt geht es bergab - heißafiderallala! 
Ich setze auf mein Bergabtempo, das kann ich ja, sie aber auch.


 
So laufen wir als Duo auf ein etwas jüngeres Läuferpaar auf und dann auch vorbei. Ich fühle mich erstaunlich gut, hier 3 km vor dem Ziel. Also lasse ich die Beine fliegen, sehe sogar kurz 4'er Zeiten auf meiner Laufuhr, schaue aber ansonsten lieber auf den Weg, denn im Wald ist es teils wurzelig, teils steinig oder sandig und stolpergefährlich.


Am Fuß der Halde lässt die Dame in blau nach. Am Verpflegungspunkt bei km 8 scheint sie zu stoppen. Ich hatte zwar auch ein paar Schlucke Wasser in Betracht gezogen. Entscheide nun aber spontan um und renne vorbei. Hoffentlich muss ich das nicht später bezahlen.
Jedenfalls laufe ich ab nun allein.
Bis auf meine persönliche Radbegleitung, denn Chris erwartet mich hier, so können wir die letzten knapp 2 km im Flachen gemeinsam zurücklegen.


Ich laufe inzwischen am Anschlag, versuche innerlich den Knopf zu finden, den ich drücken kann, damit ich dieses letzte sich elend hinziehende Stück flott genug hinbekomme. Umgucken mag ich mich nicht, frage Chris, was da hinter mir ist. "Zwei". Aha, das muss das jüngere Paar sein, gegen die laufe ich nicht. Und die Dame in blau? "Weiter dahinter". Das klingt nicht schlecht!
So bleibe ich informiert, dass ich etwa 100 m Vorsprung habe. Das tut gut und nimmt mir ein wenig Druck! Kurz vor dem Ziel folgt eine kleine Brücke mit Anstieg. Ich erlaube mir ein paar Gehmeter, zum Luft holen.


Denn nun geht es auf das Ziel zu, die letzten 200 m, ich gebe nochmal Gas und finishe nach 59:03 Minuten. AK gewonnen und 14. von 31 Frauen ist auch nicht so schlecht.



Herrlich, geschafft. Die Dame in blau kommt 35 Sekunden nach mir ins Ziel, und es ist zum Lachen, sie ist jünger, W 60! Na da hätte ich mich gar nicht so anstrengen müssen! 😁
Aber egal, irgendwie hat das gut getan, sich mal wieder so richtig auszupowern. Meine Daten zeigen sogar einen negativen Split, nun ja, da haben die Bergabpassagen ein wenig geholfen, aber dennoch. 😀 Das ist Motivation für weitere Erlebnisse.
Meine AK besteht nur aus 2 Damen, wie auch sonst die älteren AKs leider dünn besetzt sind. Es gibt eine Urkunde und ein Eau de Cologne als Präsent.


Später werden auch Oliver und Heidrun hochzufrieden einlaufen. Mike und Sven haben ihre Premiere auf der Sophienhöhe erfolgreich absolviert.
Eine immer wieder schöne Veranstaltung eines sehr engagierten Vereins, da kommt man gerne wieder!

1 Kommentar:

  1. Herzliche Gratulation zum AK-Sieg! Das hast du super gemacht, liebe Elke!
    Clever eingeteilt, nicht mitreissen lassen und die „Pacemaker“ perfekt gewählt.
    Schon verrückt, wozu der Körper fähig ist, wenn man einen Podestplatz vor Augen hat!
    Und – wie gefällt dir eigentlich der Cologne-Duft?

    Gute Erholung und weiter so!

    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Zürich!

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