Montag, 9. Juni 2025

Heureka


Mein Pech hinsichtlich fotografischer Ausrüstung beim Laufen ging noch ein wenig weiter. Wilson selber ist zwar willig, aber seine Akkus schwächeln, 2 bilden Dellen, was auf ungute Prozesse in deren Inneren schließen lässt. Der dritte mag auch nicht mehr die volle Kapazität bereitstellen. Und leider ist diese Bauart nicht mehr erhältlich.
Also hieß es, wieder nach einer Lösung zu suchen. Ein weiteres kompaktes Modell der Marke "Rollei" erwies sich als der gleiche -pardon- Schrott wie schon das Ding mit der Aufschrift "Agfa", das ich auch umgehend nach einem Tag zurück in den Laden brachte. Beide nervten mit sehr schlechter optische Qualität und viel zu langer Auslösedauer.

Also weiter im www gesucht. Letztendlich blieb ich bei privaten Kleinanzeigen hängen. Dort gibt es wahrhaftig noch second hand Exemplare meiner sehr geschätzten, doch leider defekten kleinen Sony Cyber-shot. Da ich Gebrauchtes vor dem Kauf in die Hand nehmen und testen möchte, schied eine Versandabwicklung aus. Doch das Glück war mir hold. Keine 30 km weiter stand ein sehr gut erhaltenes Modell zum Verkauf. Der Preis war ok und ich konnte vor Ort keinen Mangel finden, die Optik arbeitet einwandfrei. Ach, wenn man schon so ein Gerät in die Hand nimmt, fühlt es sich gleich gut an. Und da stimmen auch die inneren Werte.
Also kann ich endlich wieder in bewährter Manier unterwegs fotografieren, HEUREKA!

Oben meine Alte, unten die neue Alte

Ein erster laufpraktischer Test funktioniert. Ich kümmere mich optisch speziell um Wolken, da ich aktuell bei einem Malprojekt ziemlich mit dem Himmel zu kämpfen habe...


Zugleich versuche ich, ganz praktisch nachzuempfinden, wie sich eine Pace von 5:38 Min/km anfühlt. Mit diesem Tempo lief Catrina über 90 (!) km den Comrades Marathon, den sie nach sagenhaften 8:26 Std finishte. Also ich halte das keine 10 km durch... 😂 Muss aber konstatieren, dass es durchaus Spaß macht, sich mal wieder so richtig zu fordern. Und nun kann ich ja auch wieder viele Laufbilder mitbringen. 

Donnerstag, 5. Juni 2025

Testen und trainieren

 

An der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) werden laufend Probanden gesucht für diverse wissenschaftliche Studien. 2013 hatte ich schon einmal das Vergnügen, teilzunehmen (Link 1, Link 2, Link 3). Ich finde das eine prima Sache. Wenn man selber vom wissenschaftlichen Fortschritt profitieren will, sollte man auch etwas beitragen, woher sollen sonst Ergebnisse kommen? Zudem erhält man seine eigenen Testergebnisse zur Verfügung gestellt und kann daraus Erkenntnisse ziehen.

Meist sind die Studienprojekte für mich relativ uninteressant. Beispielsweise habe ich keine Diabetes und kann daher nicht zur Untersuchung des Effekts abendlicher Spaziergänge auf diese Erkrankung beitragen. Für Untersuchungen zu Fußlastverteilung und Sprung- und Landungsbewegungsmuster nach Kreuzband-OP fehlt mir die ursächliche Verletzung. Gleiches gilt für Untersuchungen arthrosegeplagter Knie (alle aktuellen Probandensuchen hier: Link)

Aber eine Studie zu regulativen Autoantikörpern hört sich spannend an. Gesucht wurden 2 Hauptgruppen mit je 2 Untergruppen: Junge Menschen bis 30 und ältere ab Mitte 50 bis Ende 60. In beiden Gruppen dann jeweils einmal Untrainierte und einmal Ausdauertrainierte. Wobei "Ausdauer"  7 Wochenstunden Training und mehr meint. Bis Ende 60 bin ich, würde mich auch als ausdauertrainiert bezeichnen, komme aber nicht auf 7 Wochenstunden. Allerdings kann ich 20 Marathons vorweisen zuzüglich diverse Unterdistanzen. Das scheint zu überzeugen und ich bin trotz "sub-7" dabei.

Ach so, was Autoantikörper sind, weiß ich nicht recht. Hört sich irgendwie ungut an. Scheint es auch zu sein und so möchte man herausfinden, ob denn da sportliche Aktivität für -ich nenne es mal so- positive Autoantikörper sorgen könnte. Das verstehe ich jedenfalls aus der Erläuterung der sehr freundlichen Testleiterin. Anderer Faktor könnte beispielsweise auch Ernährung sein. Aber das wäre wieder ein eigenes Projekt.

Nach Ausfüllen ausführlicher Fragebögen zu Gesundheit und Training finde ich mich an einem sonnigen Junimorgen in der Abteilung Leistungsphysiologie des Instituts für Trainingswissenschaft und Sportinformatik ein. Die Vorbereitungsregeln habe ich befolgt: 48 Stunden kein ambitioniertes Training, 24 Stunden vorher kein Koffein, kein Alkohol, kein Energy Drink. Am Vortag viel Trinken und möglichst gut schlafen. Als erstes nimmt mir eine MTA Blut ab. Später folgen Erfassung der wichtigsten Körpermerkmale (Größe, Gewicht, Körperfettanteil, BMI) bevor es an die Leistungsdiagnostik geht. 

Dazu darf ich mich auf einem Fahrradergometer 5 Minuten gemütlich einrollen. Dann wird es ernst. Eine absolut luftdichte Atemmaske und Pulsmesser werden mir angelegt. Los geht es bei 80 Watt für eine Minute. Ich muss auf meinem Monitor jeweils eine bestimmten Wert anpeilen, auf 2 Laptops werden Daten erfasst. Ohne Zwischenpause steigert sich der Widerstand dann minütlich um 30 Watt. Uiuiui, trete ich anfangs noch locker, ändert sich dies rasch. Sehr bald bin ich froh, dass der wohlweislich hinter mir aufgestellte Ventilator fleißig Frischluft pustet. Schnell wird auch die Atmung heftiger und der Schweiß rinnt. Auch wenn es am Ego kratzt, bei 200 Watt muss ich die Segel streichen. Radtrainierte lägen da sicher besser. Ich bin halt keine Radlerin und als Läufer fehlen einem dann wohl gewisse Muskeln. Das bestätigt mir auch die Testerin. Reine Läufer hätten bei diesem Test sehr schnell dicke Beine. Dennoch hat sie sich mit Blick auf die beiden untrainierten Gruppen für das Ergometer entschieden. Denn diese beiden Gruppen täten sich auf dem Laufband sehr schwer.

Ich schnappe wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft. Die Beine sind völlig mürbe. Gemütliches Ausrollen tut ganz gut. Sogar als ich schon das Gebäude verlassen habe, rinnt noch der Schweiß. Ich wüsste ganz gern, welcher Straßensteigung diese 200 Watt entsprochen hätten. Wahrscheinlich schauderig wenig. Wenn ich mir das in 2 Glühlampen à 100 Watt vorstelle, hätte ich die dann also mal kurz zum Aufleuchten gebracht. Nun ja, ich finde Kerzenlicht sowieso gemütlicher. 😆

Gegen Herbst soll die Auswertung vorliegen. Auch meine eigenen Daten bekomme ich, wurde mir zugesagt. Interessanterweise sucht man noch ein paar untrainierte Probanden, an die sei schwer heranzukommen, sagte man mir. Ich bin gespannt und werde berichten.

Ansonsten darf ich gerade coachen. Wir versorgen zwei putzige Britisch Kurzhaarkatzen (in Insiderkreisen wohl gern auch "Britenbärchen" genannt) wegen Urlaubsabwesenheit ihrer Dosenöffner. Sie sind sehr anders als unsere eigenen Fellnasen. Und es macht viel Spaß, mit Ihnen "High 5" zu üben, was sie sehr eifrig mitmachen, WENN dann ein Leckerchen folgt: 😆

Auch auf anderem Gebiet trainiere ich fleißig weiter. Hier mal wieder mit Farbstiften:

Montag, 26. Mai 2025

Marathon Via Belgica Staffel (MMXXV)

AVE!
So lautet der dem Tage gebührende Gruß und man hört ihn sogar hier und da im Startbereich.
Nachdem der Marathon Via Belgica 2024 leider durch plötzlichen Sponsorenausfall abgesagt werden musste, ist es endlich wieder soweit. Und endlich kann ich auch meine persönliche Rechnung mit meinem gesundheitlich verursachten DNF 2023 mit Zieleinlauf in Maastricht begleichen. Wenn auch nicht über die Volldistanz, so doch als Staffel-Ehe-Duo mit Chris.

Im malerischen Rimburg treffen wir Oliver (mit Lisa und Otto), der seinerseits erneut den vollen Lauf angeht. Mein Eindruck, dass diesmal mehr Teilnehmer als zuletzt am Start sind, bestätigt sich.  Wobei die Steigerung von 151 Teilnehmern (Staffeln als ein Teilnehmer gezählt) auf 234 immer noch Luft nach oben lässt. Und mehr Teilnehmer wären diesem wunderschönen Lauf durch das Limburger Hügelland in den südlichen Niederlanden auch sehr zu gönnen. Einfach, damit er stabil weiter organisiert werden kann.
A propos: Der Lauf findet in den Niederlanden statt Der Namensteil "belgica" rührt schlichtweg von der römischen Bezeichnung der Fernstraße von Köln an den Ärmelkanal, die genau hier verlief.


Wie bei den letzten Austragungen erwartet uns ein Beflaggungspotpourri am Start. Leider diesmal keine Römer. Vielleicht weil sie um ihre Rüstungen bangen? Regen, Starkwind und eingangs 15° sind angesagt. Das lässt die Frage der Bekleidung nicht ganz marginal erscheinen. Aber man weiß und hofft ja, wenn man einmal läuft, läuft man durch.


Achtung Kunst!

Starttor römische Art

10 Uhr geht das Feld auf die Strecke. Für unsere Staffel startet Chris. Er kennt die erste Streckenhälfte noch nicht und kann sie daher nun erkunden.


Ich mache mich unterdessen auf zum Wechselpunkt. Er liegt an einer Landstraße, doch wenige 100m weiter gibt es einen großen Parkplatz für Zuschauer und Wechselläufer.

Chris hatte zwar sein Garmin-Tracking aktiviert, doch leider setzt das nach 7 Minuten aus. So muss ich mir eigene Gedanken machen, wann ich ungefähr draußen bereit sein müsste. Er wird sicher unter 2 Stunden kommen, aber wann genau und wie lange nach Oliver (den ich auch abpassen möchte)? Im Auto ist es zwar angenehm, doch der Blick durch die Frontscheibe auf dunkle Regenwolken und windgepeitschtes Laub verheißt Ungemach. Ich sollte erwähnen, dass Böen an 50 km/h angesagt sind aus Südwest. Also geht der ganze Lauf gegen den Wind.😏 Zudem ist die Strecke ja profiliert.


Schlussendlich gebe ich mir einen Schubs und geselle mich ca. 1:30 Std nach Startschuss laufbereit zu den anderen Zuschauern und Staffelläufern. Ein großer Schirm, senkrecht gegen den Wind gehalten, gibt ein wenig Schutz. Sehr bald schon kommt Oliver fluffig vorbeigetrabt. Kurz kann ich ihn durch rufen aus seinem "Tunnel" holen. 
Ein junger Niederländer kommentiert für seinen wartenden Staffelpartner ein munteres "Lekker windje", so kann man es auch nennen.😂
Chris hat mit selbigem zu kämpfen und kommt nach netto 1:56 Std ziemlich durchnässt an.


Ich weiß was mich erwartet. Sofort über 3 km sanft, aber stetig und zäh bergauf zu traben. Gegen den Wind. Die ca. 50 Höhenmeter fühlen sich daher nach mehr an. Dennoch hilft es, sich endlich warmlaufen zu können. Anfangs habe auch ich es noch mit Regen in mäßiger Menge zu tun. Weswegen leider manch schönes Fotomotiv buchstäblich ins Wasser fällt. Doch erfreulicherweise lässt er bald nach. Nur der Wind nicht, der stürmt weiter. Unerquicklich insbesondere, wenn man eine Höhe erreicht und Windschutz hinter sich lässt. Aber so kann man das Motto des Laufs perfekt umsetzen: 
"NULLA TENACI INVIA EST VIA" 
(Für den Geduldigen iskein Weg unpassierbar).



Erfreulicherweise grüßt schon aus der Ferne Valkenburg. Im Tal gelegen und daher windärmer.


Hier wie überall sind zahllose Helfer an der Strecke. Das Dankeschön dafür kann nicht groß genug sein, sich bei diesem Wetter stundenlang irgendwo hinzustellen, um dem Läufervolk den Weg zu bahnen. Für solches ist Valkenburg ein prägnantes Beispiel. Denn für jeden Läufer wird die Ampelregelung an der Durchgangsstraße außer Kraft gesetzt. Damit unsereiner ohne Stopp passieren kann, müssen die Helfer sich trotz "grün" dem Verkehr entgegen stellen. Ein Wahnsinn!


In Valkenburg (ca. km 7) sind diesmal die Cafés kaum besetzt. Hier weilten 2022 König Willem und Königin Máxima wahrhaftig beim Kaffee und ließen Selfies mit Läufern zu! Doch trotz der insgesamt wetterbedingt weniger Zuschauer an der Strecke - es werden überall immer wieder Hände zum Anklatschen gerührt oder aufmunternde Worte gerufen.



Immerhin, erste zaghafte Aufhellungen zeigen sich am Himmel. Und es wird wärmer. Noch besser, in dem folgenden Waldstück herrscht weiter perfekter Windschutz! Allerdings spüre ich auch, dass mich der Lauf bisher schon einiges an Körnern gekostet hat



Exakt zur Halbzeit meines Halbmarathons folgt dann auch der "Heartbreak" Hill von Limburg! Ein Anstieg über ca. 1 km mit gut 60 Höhenmetern. Eigentlich machbar, aber ich erlaube mir hier lieber zackiges Gehen als kraftraubendes Trippeln. Und wie heißt der Ortsteil oben am Ende? Genau, "Berg". 😄




Ich bin gespannt, wie es an einer anderen Straßenquerung läuft. Und tatsächlich wird auch diese Hauptverkehrsstraße für jeden Läufer kurz gesperrt. Die Autofahrer schauen nicht ganz so begeistert....
Später in Maastricht wird noch der Sperrungshöhepunkt folgen. 7 Helfer müssen an einer richtig großen Ampel-Kreuzung jeweils 5 Fahrspuren für jeden einzelnen Läufer sperren. Beeindruckend, wie sie das schaffen!

Autostau durch Läuferquerung

Maastricht in Sicht

Ich erinnere mich an fast jeden Streckenabschnitt und weiß, nun geht es nur noch abwärts und nur noch über flache 6 km.
An km 17 gilt ein kurzes inneres Gedenken meinem Lauf 2023. An diesem Verpflegungsposten endete damals mein sportliches Tun, weil der Kreislauf sehr abrupt seine Dienste auf Minimum zurückfuhr. Diesmal ist, trotz allem, solches nicht zu erwarten. Der Himmel reißt auf und die Sonne strahlt. Da ist man sogar um ein wenig Wind froh, der Kühlung verschafft.


Nun folgen lediglich ein paar Kurven durch ein langweiliges Gewerbegebiet, teils garniert mit Fähnchen und Wimpeln...


...bis sich endlich der ersehnte Blick auf die Maas öffnet, auf die Servaas-Brücke und damit den Zieleinlauf. Und nicht nur das: Hier hat man für ein paar 100 m Rückenwind!





Der erste Römer heute, er überreicht die Medaillen.




Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, es nun geschafft zu haben. Es war ziemlich fordernd, der Halbe reichte.  Die Volldistanzler hatten wirklich harte Bedingungen heute. Doch Oliver hat seine Zeit kräftig unterboten, klasse! Er berichtet hier: Link
Ich bin mit meinen 2:19 zwar deutlich langsamer als Chris, aber dennoch sehr zufrieden. Mit 4:17 liegen wir auf Platz 16 von 22 Duo-Staffeln, stimmt so für uns.
Wir genießen noch ein wenig die lockere Stimmung, gutes Getränk und den Sonnenschein (war da was mit Regen...?) , bevor es mit einem letzten Blick auf die Servaas-Brücke zurück zum Auto geht.
Schön war's. Aber nächstes Mal muss die Windmaschine nicht wieder angeworfen werden...




Sonntag, 11. Mai 2025

Römische Ente und einer weniger

41 km habe ich in dieser Woche abgespult. Wobei ich aber auch die schweißtreibenden Tätigkeiten im Garten  nicht gänzlich außen vorlassen möchte, auch die leisten einen Beitrag zur Fitness.

Heute sollte es ein langer Lauf werden. Ich hatte mir einen Rundkurs von ca. 15 km, maximal 16 km vorbei an den Resten des römischen Burgus Heidenburg vorgenommen. Die hatte ich 2021 zufällig entdeckt und seitdem lenke ich gern gelegentlich die Laufschritte dort entlang.

Sonnige 23° sind zudem ein gutes Training für Läufe bei Sommertemperaturen. Allerdings werden sie abgemildert durch einen kräftigen Ostwind.


Oben auf der Fischbachhöhe



Zudem enthält die Strecke ein kleines Berglauftraining, 80 Höhenmeter auf 1 km - das habe ich länger nicht mehr trainiert und komme schwer schnaufend oben an. Nach dem Erstürmen dieses Abraumhügels kann dann aber alles sanft abwärts rollend wieder abgebaut werden.

Am Burgus angekommen - es ist mal wieder zum Haare raufen. Der nächste Kiosk liegt mehrere Kilometer entfernt und motorisiert ist diese Stelle auch nicht erreichbar. Wer dann seine Pullen schon herschleppt, kann sie doch dann auch entsorgen.😡
Ich hatte mich schon zum weiterlaufen abgewendet, halt, da war doch sowas Gelbes...


Da, links über der Schrifttafel...




Ach wie süß, eine klitzekleine römische Ente! Hoffentlich wirft sie der nächste Sturm nicht runter!

Gegen Ende merke ich, dass ich mit meiner Distanzschätzung ziemlich daneben lag. Nicht 15, nicht 16 km wurden es, nein, deren ganze 19 brauche ich bis zurück zur Haustür. Auch gut, wenn auch zehrend.

Keine Ente ist leider, dass ein sehr schöner Landschaftslauf gestorben ist: Der Moormarathon. Ich war 2014 (Oh mein Gott, schon 11 Jahre!) so fasziniert von der Landschaft dort, zumal das Wetter auch wunderbar war. Dort wollte ich immer schon mal wieder laufen, aber wie das so ist, immer kam etwas anderes dazwischen. Nun ist es zu spät, kein Geld mehr, keine Helfer, da blieb wohl keine Wahl. Aber ich kann sagen, WIR waren DABEI! Und lernten dort auch erstmal den Deichläufer persönlich kennen: Link
Wieder ein schöner Lauf weniger. Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben, vielleicht gibt es ein Revival, ich wäre dabei!

Sonntag, 4. Mai 2025

Der Hack mit der Clownsnase

Nach dem wunderbaren Goethe.Kultur.Lauf hatten wir Gottseidank noch weitere zwei Tage Freizeit in Weimar, die wir für Museumsbesuche, Bummelei und Kaffeeklatsch nutzten. Herrlich war's, doch leider, längst hat uns der Alltag wieder.

Und wie so oft nach Laufevents, hänge ich in Gedanken noch weiter am Ort des Geschehens, diesmal in Thüringen. Zudem dezent "garniert" mit dem selbst verursachten Ärger um den an der Ilm verlorenen Kameradeckel von Wilson. Da selbiger  schon älteren Datums ist, ist ein Ersatzdeckel selbstredend nicht mehr erhältlich. Aber die empfindliche Linse braucht auf alle Fälle einen Schutz.


Nach ein wenig Laufpause drängte es mich am Maifeiertag auf die Laufpiste. Klar waren die Beine noch müde, hinzu kamen "prächtige" 27°, nach 9 km war ich platt.
Heute sollten es 15 km werden, bei nun nur noch 11° sicher leichter. Ich nutze den Lauf zur Ideensuche zum Wilson-Problem. 
Komisch, mir kommt in den Sinn, dass sich seit gut 1,5 Jahren laufen und denken bei mir anders verbinden. Früher tat es einfach gut, sich nach einem langen, stressigen Bürotag von der Last freizulaufen, die Gedanken zu sortieren, einen kleinen geistigen Reset durchzuführen. Oft war nach dem Lauf der Kopf klar und die Hirnwindungen freigepustet. Manches war wie von selbst in den Hintergrund gerückt, anderes klarer und Wichtiges von Unwichtigem getrennt.
Dieses Erleben habe ich so nicht mehr. Ich kann einfach losrennen, muss keinen Druck abbauen, kann die Gedanken sich stressfrei entwickeln lassen.

Und so dreht sich mein Denken diesmal um den verlorenen Deckel. Klar, ich könnte sofort nochmal nach Weimar und besser suchen. Die Stelle weiß ich ungefähr noch. Zeit hätte ich vielleicht, aber das wäre dann doch etwas umständlich.
Da kommt mir die in Köln zu bestimmten Anlässen getragene rote Clownsnase in den Sinn. Ohnehin dachte ich schön öfter an dieses Accessoire, nämlich immer bei Läufen mit kaltem Wind, wenn die Nase zu erfrieren droht. Da wünscht man sich so ein plüschiges wärmendes Etwas im Gesicht - wenn es nur nicht so, ähm, schräg aussehen würde. 
Wäre das nicht ein Lösungsansatz...?
Im Geiste entwickle ich ein Denkmodell und daraus eine Konstruktion.  Bei meinem Tempo bieten 15 km reichlich Zeit dafür 😉.
Am Ende steht die Lösung. Flugs werden Garn und Häkelnadel gegriffen und -heureka!- der Ski-verunfallte Daumen macht mit (er ist noch immer nicht mit allen Aktivitäten einverstanden).


Damit die Linse auch wirklich geschützt ist, ist der "Deckel" von innen noch mit einem weichen Stück  eines Brillenreinigungstuchs ausgelegt. Mal sehen, wie sich die rote Linsennase bewährt. Sollte auch sie sich zu eigenständigen Unternehmungen neigen, habe ich schon eine Idee, einen zusätzlichen Befestigungsstreifen anzusetzen (leider hat Wilson keine eingebaute Öse, um eine Sicherungsschlaufe anzubringen).

Ich denke, diese Lösung lässt sich nun erproben. Schaun mer mal.