Donnerstag, 13. Mai 2021

Unter Beobachtung

Einige Tage Luftveränderung stehen uns bevor. Wenn auch mit schlechterem Wetter als daheim, nehmen wir gern in Kauf 😊 



Bei unserer "Begrüßungsrunde" kommen wir uns irgendwie beobachtet vor...




Ausnahmen bestätigen die Regel







Auf dem Rückweg. Ein Bauer treibt seine Herde zurück in den Stall und hat die Straße gesperrt. Munter kommentiert er, dass wir nun seinetwegen Geschwindigkeit verlören. Och, nicht wirklich, passte ganz gut...



Aber auch wir beobachten. Kurzer Abstecher in ein Selbstbedienungslädeli am Wegesrand. Neben Obst und Gemüse locken hier auch immer nette Geschenkartikel.



Knappe 10 km. Mit Chris wirds immer schneller, als ich allein laufen würde. 6:17er Schnitt lege ich hier selten solo hin. Der Kirchhügel des Nachbardorfs treibt meinen Puls in maximale Höhe, aber ich bezwinge ihn laufend.😅

Sonntag, 9. Mai 2021

Wings for Life Run 2021

Kurzentschlossen haben wir uns zum Wings for Life Run angemeldet, einem Charity-Lauf für Forschung zur Querschnittslähmung. Virtuelle Austragung natürlich, aber auch wenn die Bedingungen nicht optimal waren - die Herausforderung tat gut!
Erstaunlich, der Lauf ging in die 8. Austragung, aber bisher fand er sich nicht auf unserem Radar. Schade, denn die besondere Art der Herausforderung macht Spaß. Zum exakt gleichen Zeitpunkt laufen alle weltweit los. Das ist in Deutschland 13 Uhr, während in anderen Ländern gerade Nacht oder Abend oder Morgen ist. Und "alle" sind in dem Fall rund 184.000 Läufer*innen. Unglaubliche Vorstellung! 
Man rennt also in seinem Tempo und von hinten naht das Catcher Car, ein Verfolgungsauto, das mit immer schnellerem Tempo das Feld von hinten aufrollt. Ziel ist, diesen Zeitpunkt möglichst weit hinauszuzögern. 
Bilder von der "Startaufstellung"... entspannt wie sonst selten. 😀



Der Lauf erfordert die Nutzung einer App. Die haben wir jeder mit unterschiedlichen Mühen installiert. Leider kann ich keine Musik generieren. Zwar ist ein Streamingdienst eingebunden, doch man erfährt erst kurz vor dem Rennen, dass dies eine Registrierung auf dessen Plattform voraussetzt, und dazu will ich mich nicht auf die Schnelle drängen lassen. 
Dafür wird andere Motivation geboten. Eine halbe Stunde vor dem Start noch Hinweise und Interviews rund um den Lauf. Und dann nach dem Start alle 500 m Motivationssprüche von Frank "Buschi" Buschmann, einem Sportreporter und Moderator. Man mag ihn, oder man mag ihn weniger. Aber die Sprüche, die er heute raushaut, lassen mich des öfteren grinsen und lachen.
Und noch ein anderer meldet sich via App, der Fahrer des Catcher Cars. Er kündigt an, wie sehr er sich schon freue, mich einzukassieren. Dies mit Stimme und Timbre der Gangster in den guten alten Westernfilmen, wenn sie den Überfall auf die Postkutsche ankündigen und sich in den Hinterhalt legen. Holla, das wird lustig.
Gar nicht lustig ist, dass ich keine Sonnencreme daheim habe, und das bei teils blauem Himmel. Wie blöde... Zudem wird es sauwarm. Da freut man sich über den Wind, der etwas Luft ventiliert, noch.
Aber erst einmal starten wir.
Als Laufstrecke haben wir uns für Feldwege entschieden. Dort würden wir von Muttertagsflaneur*innen verschont bleiben.

Für mich die übliche Perspektive, mein Mann ist schon nach 200 m gut vor mir.


Eine lustige Begegnung bei km 2. Von weitem sehe ich einen Läufer mit einem älteren Radler neben sich nahen. Irgendetwas sagt mir, die laufen beim gleichen Event. Als sie sich nähern, sehe ich den Korb mit Getränken auf dem Gepäckträger des Rades, der etwas jüngere Läufer trägt seine Wings for Life Startnummer und ein Veranstaltungsshirt. Sie kommen mir grinsend entgegen, ebenfalls ahnend... Ich rufe ihnen zu, ich sei auch dabei, hebe den Daumen und wir passieren uns lachend.

Meinen Mann sehe ich an dieser Stelle gerade gaaanz am Ende, wo der Weg hinter dem gelben Feld verschwindet. Immerhin, hier können wir mehrere km Rückenwind genießen. Und der ist seeehr kräftig.


Mein Tempo ist mit 5:30 - 5:45 eigentlich zu hoch. Wie so oft, gelingt mir das Bremsen nicht. Inzwischen hat der Catcher Car Fahrer in seiner leicht diabolischen Weise seinen Start verkündet und seine Freude,  nun das Feld von hinten aufzurollen.
Km 6. Ich merke, dass es heute sehr hart wird. Auch wenn "Buschi" sich echt Mühe gibt und meinen gazellenartigen Lauf  über den grünen Klee lobt. Meine Waden seien so stahlhart, da würde bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen der Metalldetektor anschlagen. Und eine Granate bin ich auch noch.
Könne sein, dass heute Abend noch der Bundespräsident anrufe, um zu gratulieren...
Au weia.
Chris ist mal wieder kurz vor mir, weil er einen Schlenker eingebaut hatte. Hier ist kurz Seitenwind und gibt Kühlung.


Km 7. "Buschi" verkündet, Gas, Öl Kohle, Photovoltaik war alles gestern, das Kraftwerk sei ab heute ich. Uiuiui, da muss ich gerade mal unser Kraftwerk dokumentieren, weil es meinem Zustand entspricht: Keinerlei Dampf in der Turbine. Die Hitze schafft mich. Und nun bläst der Wind auch noch die Wolken weg und die Sonne knallt herunter. 



Der Vorteil auf dem platten Land ist ja, dass man weit schauen kann. So meine ich, auf einem Parallelweg nochmals den Läufer mit Radbegleitung zu sehen, aber wir begegnen uns nicht mehr.
Bei km 8,5 muss ich auf eine Strecke genau gegen den Wind einbiegen. Oh je, welch ein Kampf! Andere Radfahrer haben auch zu tun und müssen sich kräftig in die Pedale stemmen, um voranzukommen.
Der Catcher Car Fahrer hatte mir inzwischen schon verkündet, er sei nun nur noch 3 km hinter mir ... das löst interessanterweise sogar einen kleinen Schauder aus.
Aber "Buschi" hält dagegen, wenn die Menschheit sich zu anderen Planeten aufmache, wäre ich ganz vorn dabei, bei der Elite ... Das ist zwar nett gemeint, gehört aber dennoch in die Kategorie "Fake News" wie die Nachricht, Usain Bolt & Co könnten nun einpacken...


Ich komme aus meinem Tief nicht mehr recht heraus.
Und dann ist es soweit, die knarzende Banditenstimme verkündet mir, das Verfolgerauto ist auf 500 m heran. Dann wäre es nun da hinten, am Ende der Allee...:


Noch 300 m....
"Buschi" brüllt, ich soll spurten, der hat gut reden.


Noch 150 m ...
"Buschi": "Hau alles raaauuuuus!"


Ende. Autohupen, ich bin eingeholt. 12,5 km in 1:22 habe ich geschafft. Weniger als geplant und langsamer als gedacht. Aber es ging nicht anders. Es gibt Applaus und noch viele nette Abschieds- und Dankesworte für die Teilnahme.
Chris läuft noch und wird nachher 21 km in etwas über 2 Stunden durchhalten. Auch für ihn nicht das Wunschresultat. Aber er darf noch hören, dass Houston wegen ihm ein Problem habe, die "Rakete ist nicht mehr zu stoppen"...


Und von hier muss ich auch noch über 2 km heim. Das wird kein lockeres Auslaufen, es ist eher ein Heimwärts-schlurfen. Immerhin komme ich damit auf 15 km, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Bei der Gelegenheit kann ich doch noch einen Versuch der Windfotografie starten. Es war wirklich verdammt windig. 


Das Thermometer daheim zeigt dann auch die andere Wetterkomponente deutlich an. Wäre es kühler gewesen, wäre mehr möglich gewesen, da sind wir sicher.
Beide fühlen wir uns gerädert wie sonst nach viel längeren Läufen, verrückt.


Dennoch, es hat Spaß gemacht, sich mal wieder so richtig zu plagen.
Und nächstes Jahr werden wir die Revanche starten. Dann werden wir es dem Kerl hinter dem Lenkrad aber zeigen, Gas geben im Sitzen kann schließlich jeder!
In der Rangliste finde ich mich auf einem 57tausender-Platz, von 184.000 Teilneher*innen, in meiner AK 107. von rd. 800. Das sieht dann doch nicht sooo schlecht aus und motiviert nochmal mehr.



Mittwoch, 5. Mai 2021

Von der Schwierigkeit, den Wind einzufangen

Mein gestern geplanter Lauf fiel dem Sturm zum Opfer, Böen bis 80 km/h waren angekündigt und so fühlte es sich auch  an, wenn irgendwas am Dach klapperte oder der draußen für die Altpapierabfuhr bereit gestellten Kartonagen sich ihre eigenen Wege suchten. Die gelben Müllsäcke der Nachbarn begaben sich in Vorgärten, bzw. "wurden begeben".

Für mich kein Laufwetter.

Heute aber muss Bewegung sein! Da es immer noch stürmt, wenn auch weniger als am Vortag, und teils dunkle Wolken drohen, wähle ich die Mimimi-Variante: Einfach stumpf immer wieder eine 2-km-Runde um einen Acker hinter meinem Viertel traben, da ist man im Zweifel rasch wieder daheim. Um meine Gedanken zu beschäftigen (2 Videokonferenzen waren absolviert, eine nette private sollte noch folgen), stellte ich mir die Aufgabe, den Wind fotografisch festzuhalten.

Die wogenden Grashalme bringen es schonmal nicht rüber, im Standbild nichtssagend.

Da erweisen sich die blühenden Obstbäume schon als bessere "Darsteller", so wie ihre Zweige gebogen werden.

Doch dann wird mir quasi das optimale Motiv vor die Linse getrieben. Ein junger Mann übt sich im ....? Ja wie nennt man das nun? Ein Skateboard unter den Füßen. Eine Art Drachen mit aufblasbarem Rand an den Händen. Erinnert an Kitesurfen, aber es fehlen die Schnüre. 

Entweder ist der Wind auch für ihn sehr herausfordernd, oder er ist noch nicht perfekt vertraut, jedenfalls hat er arg zu kämpfen. Gar nicht so leicht, die richtige Position zum Wind zu erfühlen und gleichzeitig das Board zu steuern. 

Und jedesmal, wenn er gerade halbwegs im Flow ist, kommt so ein Gassigänger oder ein*e Läufer*in in die Quere und er muss wieder abbremsen....



Ich rackere mir 10 km ab, bin nicht unzufrieden und auch der nahende Wolkenbruch verschont mich.
Morgen dennoch bitte wieder ohne Sturmböen!



Sonntag, 2. Mai 2021

Von ABC und Waden

Ich möchte endlich wieder in die Spur kommen. Auch wenn ich in dieser Woche knapp 60 km gelaufen bin, so sind die einzelnen Läufe sehr unterschiedlich: Mal läuft es gut, mal furchtbar mühsam, mit zu hohem Puls und sogar Gehpausenbedarf. Ich kann darin keine Logik erkennen. So bin ich gespannt, was mich heute erwartet, beim langen Sonntagslauf. Die äußeren Bedingungen sind eher garstig. 10°, windig, trüb. Bäh-Wetter. 
Erst einmal geht wieder Richtung Klein-Venedig. Aber auch das sieht bei grauem Himmel nicht ganz so zauberhaft aus.


Na dann kann ich ja nochmals den ungepflegtesten Garten hier am Wasser genauer zeigen:


Am hinteren "Ausgang" der lieblichen Passage würden dann auch Gondeln im Dickicht hängen bleiben, so es sie gäbe.


Heute kein Sackerl fürs "Gackerl"

Es folgt wieder der grüne Blättertunnel. Heute ist es positiv, dass es kein Geruchsinternet gibt. Rechts neben dem Bild fließt die kleine Erft, gleich dahinter liegt die Kläranlage. Und die scheint bei der heutigen Wetterlage die Gerüche ihrer Klärprozesse überdeutlich in die Luft abzugeben. Uuuuiiii, da läuft man gleich einen Rutsch schneller!


Bald danach, ein beliebter Spazierbereich am Rande Bergheims. Es ist nicht zu fassen. Der halbleere Mülleimer steht zwischen den Bänken und an der nächsten Bank sieht es genauso aus.


Der Ärger über dieses Bild gibt mir eine richtige Portion Schwung. Und Gedankenfutter. Ich gehe das ABC durch und versuche zu jedem Buchstaben ein Schimpfwort zu finden.
Klar, A ... löcher, 
Bekloppte, 
C (hm, Kopfkratz, weiß einer was?), 
Dumpfbacken, 
Esel, 
Flachpfeifen, ... 
Hirnamputierte, ... 
Nichtsnutze, ... 
Spackos, ... 
Trottel, ...
Vollidioten oder Vollpfosten? Ach, ich nehme beide!
Nicht zu jedem Buchstaben fällt mir etwas Gebührendes ein, Q, Y, Z erweisen sich als widerborstig.

Die zwei km zur Stadtmauer und einem nett anzusehenden, wenn auch leider schon verblühten Frühjahrsblumenstreifen, scheinen im Handumdrehen erledigt.


Kurzer Flashback in meine Kindheit: War die nicht mal einen Ententeich entlang der Mauer? Meine ich jedenfalls, wäre dann aber auch schon 50 Jahre her... hüstel.



Inzwischen habe ich schon 9 km in den Beinen und wundere mich. Der Puls ist immer noch brav, die Beine laufen brav, das ganze "Betriebssystem" fluppt reibungslos.  Wenn es doch mal immer so wäre!
Auf dem Radweg entlang einer gut befahrenen Straße springt mir dieses Motiv in die Augen. Spontane Assoziation: "Da hat jemand seinen Löffel abgegeben". Bin aber heute nicht ich!


Natürlich (hüstelhüstel) fülle ich die 17,5 km, die es eigentlich wären, noch auf volle 18 auf. Keine Diskussion! 

Als ich dann später die Treppe zum Bad ersteige, und meine Beine gewissen Signale senden, noch ein spontaner Gedanke: Dieser Tage sah ich zufällig ein Interview mit einem aus Film, Funk und Fernsehen bekannten Schönheitschirurgen aus dem Süddeutschen. Er berichtete, dass bei ihm regelmäßig vor dem Oktoberfest die Nachfrage nach einer ganz bestimmten Verschönerung spürbar steigt. Ich frage mich noch, was das denn sein soll, da kommt die Erklärung: Wadenimplantate! Damit die Herren mit strammen "Waderln" glänzen können! Neulich dachte ich noch, als ich 30-jährigen Kolleginnen beim Gespräch über die baldige Notwendigkeit des Einstiegs in die Botox-Welt zuhörte, wie verrückt doch manches geworden ist. Aber künstliche Waden ist da nochmals eine nicht für möglich gehaltene Steigerung!

Mittwoch, 28. April 2021

Saisoneröffnung

Endlich rollt es wieder, mit dem EllitptiGo! 19° locken mich heute endgültig auf mein Lieblings-Zweirad! Erst jedoch "Druckbeatmung", die ich eigenständig durchführen kann seit ich weiß, wie man die Ventile dazu entsichert!

Und schon kann es losgehen, auf eine kleine Runde nach Manheim.

Den ElliptiGo-losen Winter spüre ich sofort, die Beine müssen sich erst wieder an die Bewegung der anderen Art gewöhnen. Ich bin sicher, morgen wird da ein gehöriger Muskelkater spürbar sein.







Ehemals Dorfmitte




In Manheim kann ich einen Autofahrer beobachten, der gerade Müll aus seinem Kofferraum in eine der Ruinen wirft. Als er mich sieht, verzieht er sich wie beiläufig. Es ist unglaublich.
Die 16 km mit einem Schnitt von 17,6 km/h tun richtig gut. Vom Spaß ganz zu schweigen. Und am Ende erfreut noch einen idyllischer Anblick beim Reiterhof.

Gestern gabs noch eine 12-km-Laufrunde, Motto frei nach Eduard Mörike:

 "Frühling lässt sein gelb-rosa Band wieder flattern durch die Lüfte..."