Eine Woche mit ausgewogenen Dingen von Kopf bis zu den Füßen.
Für letztere 2 Läufe bei schon fast frühlingshaften Bedingungen. Dienstag Abend einen kleinen 8-km-Tempolauf in der Dämmerung.
Heute meine 11 km-Standardrunde bei 10°. Ach das fühlt sich gleich viel besser an als Kälte. Selbst der Wind meinte es gut, hielt sich zurück.
Für den Hals gabs auch, nämlich Post aus Soest. Endlich kommt meine mit dem Silvesterlauf über 5 km ersprintete (hüstel) Medaille an. Ich hatte zwischenzeitlich in Erfahrung gebracht, dass man ein paar 100 Medaillen für diesen besonderen virtuellen Lauf bestellt hatte. Es nahmen dann aber über 5.000 Läufer*innen teil, also war zunächst Nachproduktion angezeigt. Und dann sollte auch noch jede*r mit Namen angeschrieben werden, nette Geste. Ich freue mich im Nachhinein, dass ich den Lauf noch schnell "mitgenommen" habe.

A propos Läufe virtueller Art: Der Syltlauf im März wurde ja nun auch auf "virtuell" umgeswitched. Laufen werden wir die 33,3 km irgendwo. Aber die Sehnsucht nach echtem Nordseestrand wächst. Die Augen laben sich immer mal mittels Webcam mit einem Blick auf den Strand, der Geist wird derzeit mit Syltkrimis ein wenig besänftigt, für den Magen kam heute eine Bestellung original Sylter Tee an, Früchteteees. Mh, wie das schon duftete beim Auspacken! Das Besondere: Der Tee wird aus getrockneten Früchten zubereitet, die frei im Teewasser schwimmen. Mindestziehzeit 20 Minuten, aber je länger, je fruchtiger. Manche Sorten schmecken mir erst nach einer Stunde und eher nur warm statt heiß richtig gut. Und dann kommt der Gag: Die Trockenfrüchte nehmen viel Wasser auf, sinken zu Boden und können dann als Obstsalat gelöffelt werden! Lecker.
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| Vorher noch trocken |
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| Nachher Obstsalat |
Für Augen, Ohren und Hirn gab es eine teilweise recht ansprechende virtuelle Konferenz, aus deren 3 Tagen ich mir ein paar Themen herauspickte. Heute ein Interview mit Boris Herrmann, der bekanntlich nach 80 Tagen Segelei bei der Vendée globe rund um die Welt einen Wimpernschlag vor dem Ziel durch eine Kollision doch arg zurückgeworfen wurde. Interessante Einblicke gab es. Z.B. eine Parallele, die manch eine*r aus Marathon und Ultra kennen mag: Man läuft und motiviert sich von km zu km, der Segler tat dies von Teilstück zu Teilstück. Und unumwunden räumt er ein, geflennt habe er zwischendurch auch mal öfter. Ok, das habe ich unterwegs während eines Laufs noch nicht gehabt.

Seine bekannteste Passagierin war auch dabei, Greta Thunberg, die er zu ihrer Rede vor der UN über den Atlantik gefahren hat. Auch sehr interessant. Live und nicht redaktionell "verschnitten" kommt sie ganz anders rüber, sehr klar denkend, gut strukturiert, fokussiert auf ihr Thema des Klimawandels. Und wo andere schwafeln, sagt sie sachlich und deutlich ihre Meinung.
Es gab aber auch ebensolche Leerredner. Von einem Bundesminister hätte ich in seinem Part etwas mehr erwartet. Vielleicht deswegen kam mir der Gedanke, Körper und Geist zu verbinden. Da mich mein Rücken ein wenig plagt (Coronasitzerei zuhause? "Sch'hab Rücken" würde Horst Schlemmer sagen), entschied ich, einfach mit offenen Ohren weiter zu lauschen, aber ansonsten zeitgleich ein paar Dehnübungen für die geplagten Knochen auf dem Wohnzimmerteppich auszuführen. Körper und Geist quasi perfekt verbunden. Herrlich, bei einer richtigen Konferenz wäre das undenkbar, aber so...
Sieht ja keiner!😁