Der dritte Lauf, der am Ende einen Weckmann einbringt - aber nicht dass nun der völlig unzutreffende Eindruck entsteht, ich laufe nur noch für Nahrung...
Nein, es ging nur um den Spaß an der Freude. Weswegen der Veranstalter auch konsequent auf Startnummern, Zeitnahme usw. verzichtet. Wohl nicht auf eine liebevoll gestaltete Teilnahmeurkunde, die man gleich am Ende ausgehändigt erhält.
Nach 2 stürmischen und regenreichen Tagen machen wir uns auf ins malerische Kaster, das an jedem ersten Advent mit einem besonderen Weihnachtsmarkt aufwartet:
Link.
Es gibt hier aber auch schon seit 32 Jahren den Nikolauslauf. Komisch, dass mir der bisher noch nicht bewusst war. Man läuft auf einer 2,2-km-Runde rund um den Kasterer See, so ergeben sich die verschiedenen Laufdistanzen von 2.200, 4.400 und 8.800 m, zusätzlich sind walken und eine Burgrunde im Angebot.
Auf der Waldseite des Erfttors finden wir Start und Ziel.
Petrus ist den Läufern hold: Kein Regen, zwischendurch sogar blaue Stellen am Himmel. Der immer noch sehr starke Wind wird durch den Wald gut abgehalten.
Bei der Häufung von Nikoläusen frage ich mich, wie manche Eltern das ihren Kindern erklären...
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Engelsflügel oder Rentiergeweih? |
Und auch er hier (oder sie?) sieht dem Lauf entgegen (und wird ihn auch bestreiten).
Der Start gestaltet sich recht unprätentiös. Freundlich werden die Läufer begrüßt und auf los gehts los.
Ich finde mich unbeabsichtigt ziemlich vorne wieder, was aber passt, denn abgesehen von einigen Sprintern bummelt die Spitze mit knapp über 6:00 Min/km los. Womit sich das Feld der gut 100 8,8-km-Läufer auch rasch auseinanderzieht. Meine Sorge, um engeren Kontakt mit einigen Riesenpfützen nicht umhin zu kommen, war unbegründet, ich habe jedesmal reichlich Platz zum Umrunden derselben.
Auf der zweiten Runde laufe ich auf Teilnehmer der vorher gestarteten 4,4-km-Runde auf. Die meisten nehmen es sehr gemütlich hier.
Auf einmal kommt von hinten ein Typ und bleibt gleichauf. Ich schaue in sympathische braune Augen. Ach ist der süß... immer wieder blicke ich hinüber und ein herzerwärmender Blick kommt zurück. Ich würde ihm am liebsten das silbergraue Haar kraulen! Er läuft locker neben mir, aber die heraushängende Zunge zeigt, dass er sich auch Mühe gibt. Dennoch wedelt er freundlich mit dem Schwanz. Doch sein Herrchen nähert sich von hinten und der sympathische Typ (Weimaraner oder zumindest großen Einschlag davon) weiß wieder, wohin er gehört. Stürzt sich kurz zu einer Schwimmeinlage in den See und zieht dann mit Herrchen von dannen.
Unterwegs kann ich mir überlegen, ob man hier wohl im Dunklen Gruselattacken befürchten muss, denn wir befinden uns im Revier des früheren Werwolfs von Epprath. So lerne ich einen Teil des ihm gewidmeten Wanderwegs kennen, den ich auch noch immer mal ablaufen wollte. Doch heutzutage scheint hier werwolffreie Zone.
Ansonsten trabe ich meist ziemlich allein vor mich hin. Kein (unfreiwilliger) Zugläufer, niemand, der von hinten aufrückt.
Gelegentlich kann ich kleinere Gruppen überholen.
Am Ende meiner 4. Runde darf ich nach links zum Ziel abbiegen. Mein Mann erwartet mich schon, er lief nach eigener Zählung auf dem 4. Platz ein. Den Überblick habe ich für mich nicht, bin aber mit 51 Minuten für 8,8 km sehr zufrieden für heute.
Im Ziel gibt es heißen Tee, Glühwein, besagte Urkunden und den Weckmann. Ich wiege ihn spaßeshalber daheim: 400 gr! Wow, wat ene Kawentsmann - wie man hier so sagen würde! Da ist das Frühstück mehr als gesichtert.
Zufrieden über den netten Adventsmittag machen wir uns auf den Weg zum Auto. Ich mache noch einen Abstecher durch die malerischen Gassen, schaue mir die vielen liebevollen Dekorationen an. Leider verliert der Ort durch die geparkten Autos sehr an Charme...
Vor allem suche ich die Adventsfenster. In Kaster gibt es an jedem Adventsabend ein neues Adventstürchen-Fenster zu bestaunen. Ich finde leider nur 4. Ein Grund, nochmals hin zu fahren 😉 vorzugsweise am Abend.