Dienstag, 19. Januar 2021

2x11

 

Ein seltenes Ereignis, Chris und ich laufend zusammen. 

Da er doch der deutlich schnellere ist, muss entweder er sein Tempo drosseln, was bei ihm zu Trippelschritt führt und bei mir dann eine Art Stress auslöst. Weil ich ja weiß, dass er eigentlich schneller könnte. Oder ich fühle mich bemüßigt, schneller zu rennen, als ich eigentlich möchte. Manchmal passt das ja, aber oft führt es eher zu vorzeitigem Auspowern, wenn es eigentlich ein längerer Lauf hätte sein sollen. Also schauten wir, wie es diesmal werden würde.

Nun könnte ich ja sagen, dass mein ursprünglicher Plan, als "Rakete" nach der kleinen Zwangspause wieder ins Laufgeschehen einzusteigen, an ihm scheiterte. Da er am Vortag 30 km absolvierte und dies ihm noch in den Knochen steckte und ich da schließlich Rücksicht nehmen möchte... 

Um der Wahrheit den Vorzug zu geben muss ich aber einräumen, dass meine Pause wohl doch eher zu Trägheit führte und die Beine nicht so munter waren wie sonst. So stemmten wir uns zu zweit dem starken Wind entgegen und allzu schnell mochte Chris dann doch nicht enteilen, war schlussendlich froh, "nur"  11 km zu laufen.  Der 6:14'er Schnitt war dann auch ok. Meine zu Windschutzzwecken erworbene Klarsichtbrille machte sich jedenfalls sehr positiv bemerkbar, wie man an Chris' ungeschützten roten Augen sehen kann.

Zudem konnte er nicht seine Lieblingslaufkleidung anlegen, sondern musste vielmehr auf eine B-Auswahl zurückgreifen. Denn die bereitliegenden Teile wurden anderweitig okkupiert:

Freitag, 15. Januar 2021

Au Backe

 

Nach dem schönen Lauf am Samstag schob ich gleich noch einen weiteren am Sonntag hinterher. Erstaunlich, die zahnärztlich verursachten 5 Tage Laufpause scheinen sich recht förderlich ausgewirkt zu haben. Jedenfalls läuft es fluffig flott und locker, wie man es sich wünscht. 
Dienstag Abend laufe ich gleich nochmals auf Vorrat, denn Mittwoch sitze ich wieder auf dem ungeliebten Stuhl und darf den zweiten Teil der Behandlung, nun an anderer Stelle an den Beisserchen, absolvieren. 
Die Wartezeit bis die Betäubung einsetzt nutzen wir zu ein wenig Smalltalk. Mein Zahnarzt weiß um meine Lauferei und erkundigt sich hier und da gern nach den neuesten Erlebnissen. Aber wie erkläre ich ihm nun virtuelle Läufe? Ich versuche es und er hört aufmerksam zu. Schlussfolgert völlig logisch, ich sei doch aber gar nicht virtuell gelaufen, sondern höchst real... Ja, wo er recht hat.... Und dann greifen er und seine Mannschaft zu den Werkzeugen und beginnen das Werk, an dessen Ende ja Besserung stehen soll. 
Mit der Aussicht erträgt man dann wacker die Prozedur. 
Aber nun dauert es wieder ein wenig. Diesmal habe ich nicht nur inwendig eine neue Naht, sondern bin auch äußerlich durch eine ziemliche Hamsterbacke gezeichnet. Kühlakkus sind gerade meine besten Freunde...
Da kommt man erst gar nicht auf die Idee körperlicher Ertüchtigung.

Bis demnächst. 
Denn wenn schon die erste Pause sich so gut auswirkte, wird mich ja nun wohl die zweite zu einer Rakete machen.
Ich bin schon jetzt gespannt!

Samstag, 9. Januar 2021

Fröhliches Fensterln

 

Eine läuferische Zwangspause hat mich ereilt. Nach einer längeren Sitzung beim Zahnarzt ziert eine Naht mit einigen Stichen mein Zahnfleisch. Damit ich nicht auf selbigem laufe, ziehe ich Schonung vor. Und, ach wie unangenehm, fiel die Enthaltsamkeit auch mit garstigem Laufwetter zusammen.

Aber heute nun musste wieder etwas gehen, sonst bringt mich mein schlechtes Gewissen noch um.

Erstes Ziel: Aufräumen am Weihnachtsbaum. Ich möchte doch meinen Deko-Betrag fürs nächste Jahr in sicheres Gewahrsam nehmen.

Ich gehe ja davon aus, dass spätestens am Dreikönigstag die meisten Anhänger schon wieder den Heimweg gefunden haben. Bin aber überrascht, dass eigentlich noch recht viel Zierrat hier hängt. Sogar weit über (meiner) Kopfhöhe hängen noch Kugeln! Wie die wohl dorthin gelangt sind...?

Ich entnehme meine Scheibe. Wie erwartet, hat sich das Synthetikgarn bestens in Wind und Wetter gehalten.




Und dann habe ich mir selber noch ein Ziel aus 2020 vorgenommen: Nachdem ich hier einige Adventsfenster gezeigt hatte, ergab sich mit Doris ein Dialog der kurz zusammengefasst als Ergebnis erbrachte, dass anscheinend in ihrer Gegend um Salzburg das adventliche Schmücken von Fenstern weniger verbreitet scheint. Da hier wiederum "richtige" Adventsfenster (also nummerierte im Rahmen von 24'er Projekten) die Ausnahme sind, ist hingegen ansonsten weihnachtlicher Schmuck ein "Muss", ohne solchen fällt man auf. Auch wenn inzwischen schon an den meisten Fenstern die dekorativen Arrangements verschwunden sind, fotografiere ich einfach nach dem Zufallsprinzip einiges, das sich links und rechts meines Weges zeigt. Alles dabei, von klassisch über kreativ, von überbordend bis reduziert, und Kitsch as Kitsch can.









Nicht nur rein weihnachtlich geschmückt, aber auf alle Fälle mit viel Herz. Ein weiteres Fachwerkhaus in der Nähe hatte die aus meiner Sicht schönste Deko, die aber leider schon wieder entfernt ist:


Glück muss man haben! Ich entdecke sogar noch ein Adventsfenster, das sich über das ganze Erdgeschoss erstreckt:


Bei einem Haus geht es weniger ums Fenster, als mehr um das Gesamtensemble. Der lebensgroße hölzerne Weihnachtsmann ist durchaus sehenswert. Doch der Kontrast zum Tarnflecken-Pick-up, der dort immer parkt und daher höchst wahrscheinlich zum Haus gehört, erlaubt die Frage, ob der Weihnachtsmann den einen Schlitten gegen diesen hier ausgetauscht hat:


Mein schlechtes Gewissen wegen der Laufpause erübrigt sich, die 13 km liefen richtig gut.

Sonntag, 3. Januar 2021

2020 - ein (fast) ausgefallenes Laufjahr

 

Es ist doch noch etwas zusammengekommen in 2020, einem wirklich (und hoffentlich) einmaligen Laufjahr. 

Noch im Januar ganz normal die Winterstaffel in Pulheim, für mich in der Version Halbmarathon. Eine gänzlich langweilige Strecke an rheinischen Äckern entlang. Aber immer wieder gut als Jahreseinstieg und mit 2:04 Std. ein viel versprechender Start zu weiteren Läufen. 


Aber dann ... kam alles anders.

Im März stand der Syltlauf (33,33 km) an. Es wurde der erste abgesagte Lauf. Man hoffte noch, wir reisten auf die Insel. Doch das endgültige Aus war unumgänglich. Aber wenn man einmal vor Ort ist... wir sammelten uns zur ungefähren Startzeit mit vielen anderen an der Startlinie und liefen einfach so die Originalstrecke. Es herrschte eine ganz besondere Stimmung und ich verbesserte meine Vorjahresleistung um 4 Minuten auf 3:29 Std. Die Freude endete jäh, als die schleswig-holsteinische Landesregierung am Sonntag beschloss, die Insel von allen Touristen zu säubern. Unser Hotelier musste uns die behördliche Aufforderung schriftlich überbringen, sichtlich peinlich berührt. Wegen befürchtetem Rückreisegetümmel (man kann ja nur per Bahn oder Fähre die Insel erreichen) entschieden wir, erst am Dienstag abzureisen. Und kamen in den "Genuss" eines ersten beginnenden Lockdowns auf der Insel. Wenn wir geahnt hätten, wie das Jahr weitergehen würde...  Als wir wieder daheim ankamen, war das fast ein anderes Land, mit leeren Klopapier-, Mehl- und Nudelregalen. Ich vermisste die doch immer sehr individuelle Sylt-Medaille. Was tun? Warum nicht eine stricken! Es wurde eine Minisocke mit Matrosenstreifen.

Und dann keimten erste alternative Laufangebote auf. Der virtuelle Oster-Marathon beispielsweise, vom 10.-13.4.2020. Das besondere: Man hatte 4 Tage Zeit für den Marathon und konnte ihn am Stück oder aber auf mehrere Etappen auf einer beliebigen Laufstrecke absolvieren. Das war doch was! Ich war eine Woche lang mit Malerarbeiten in unserem Haus befasst, also wurde tagsüber der Pinsel, und abends noch das Laufbein geschwungen. Und anschließend wieder stricken! Dafür ein Söckchen in 4 Ostereierfarben für meine 4 Etappen.

Juni, Ahrathontime. Extrem schade, denn wir hatten uns zu mehreren Bloggern dort verabredet. Wieder leider... Absage. Doch nicht für Chris und mich. Wir liefen die Route für uns, das MUSSTE sein!  Leider vermissten wir schmerzlich die berühmten Verpflegungsposten mit Weinprobe und Livemusik unterwegs. Wie beim echten Ahrathon liefen wir mit viel Muße. Und eine Socke geht immer, im Blau-weiß des Himmels, mit Grün der Reben und Grau des Schiefers.

Und dann, hach, mein gaaaanz persönlich besonderer virtueller Marathon in Monschau. Dort bot man zur persönlich organisierten Durchführung mehrere Wochenenden an. Und so konnte ich an meinem 60. Geburtstag einen wunderwunderwunderschönen unvergesslichen Marathon auf der Originalstrecke laufen! Keine Socke, aber es gab eine persönlich im Ziel überbrachte Medaille von Marion und Wolli und zuvor den persönlichen rollenden Verpflegungsposten von Heidrun&Doris sowie Zielverpflegung von Geli.


Dann folgte wieder ein ganz besonderer Lauf. Als Ersatz des Jungfraumarathons wurde der Supporterrun angeboten, 8,9 km garniert mit 1280 Höhenmetern. Man suchte sich einen beliebigen Lauftag im Sommer aus und stürmte mit offizieller Zeitmessung vom Bahnhof Lauterbrunnen zur Kleinen Scheidegg. Wir hatten wunderbares Wetterglück und dank Helges kurzweiliger Konversation fielen mir die 2:12 Std eigentlich kaum schwer... Die Socke mit Himmelsblau und Eiger-Mönch-Jungfrau-Granitgrau enthält sogar 2 echte kleine Kiesel aus Lauterbrunnen.

Danach kam der Oktober mit dichtem Programm:

Der virtuelle Köln-Halbmarathon mit einer gut gemachten Lauf-App und sogar richtigem Starterpaket mit Goodies, Medaille und Finishershirt. Vor allem die pushende Musik und zwischendurch immer wieder eingestreuten Zielzeitprognosen trieb mich zu meiner zweitbesten Halbmarathonzeit ever, 1:59 Std. vor der eigenen Haustür, ach war das klasse!

Es folgte der Talsperrenlauf in Eupen. Ein richtiger Lauf, coronakonform mit entzerrtem Einzelstartprozedere, alle 30 Sekunden rannte einer los. Die Socke in belgischen Farben mit dem Grau der Talsperre und des herbstlichen Walds.

Dann kam Heidenburg. Herrlich, wir jagten jeder so viele Runden wie er/sie wollte durch den Hunsrücker Wald. Ich lief 28,5 km, die weite Anreise sollte sich ja lohnen!

Auch noch in den Oktober passte der Königsforst-Halbmarathon. Wiederum echte Durchführung im Waldgebiet östlich von Köln. Das Starterfeld coronakonform auf 4 Sonntage verteilt und an den Tagen dann auch nochmals in mehrere getrennte Startblocks. Es machte Spaß, unter halbwegs richtigen Bedingungen einen Lauf zu bestreiten! Wir hatten Glück, denn das letzte geplante Wochenende musste dann auch aus C-Gründen kurzfristig abgesagt werden.

Danach vergebliche Vorfreude auf den Martinslauf in unserem Ort. Also liefen wir die 3 Runden über insgesamt 10 km auf eigene Faust. Stricken musste ich nicht, ich entschied mich für eine Weckmannstonpfeife, die an den beim Lauf jeweils überreichten Weckmann erinnert.

Es folgte München Halbmarathon virtuell. Da die Kölner Variante doch so klasse lief, müsste doch ... Muss aber nicht. Die App war schlecht gemacht, zu allem Überfluss stürzte ich relativ am Anfang und quälte mich über die Strecke. Nun ja, hinterher ist man klüger. Immerhin echte Medaille und ein doch gutes Shirt.

Den Jahresabschluss bildeten 2 virtuelle Silvesterläufe. "In" Griesheim liefen wir als Bloggergemeinschaft 10 km, ich war mit meinen 55 Min zufrieden und setzte die Griesheimer Fahne als Söckchen um. Und dann kam noch die Info des Soester Silvesterlaufs, der mit einer ganz besonderen Corona-Medaille lockt, also nochmals Schuhe geschnürt und am letzten Tag des Jahres 5 km in 27 Min durch unseren Ort gerannt. (Die Medaille wird erst noch versandt, daher nur eine Fotomontage im Medaillenbild.)

Tja, was für ein Jahr! Nicht nur läuferisch. Meine Jahresstatistik bietet 1772 Lauf-km auf. Dazu 456 ElliptiGo-km. Wenn man die zur Hälft anrechnet, komme ich auf 2000 Jahres-km. 

Aber das ist nur Statistik. Dieses Jahr bleibt aus ganz anderen Gründen in besonderer Erinnerung. Wegen der doch kreativ angegangenen virtuellen Läufen, und der mit viel Mühe und Aufwand in echt durchgeführten Läufe. Dennoch, wieder normale richtige Wettbewerbe in absehbarer Zeit - das wäre das Schönste!

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Silvesterlauf Soest virtuell (5 km)

 

Einer geht noch, zumindest wenn es gute Argumente gibt. Erst vor 4 Tagen erfuhr ich vom Silvesterlauf in Soest, natürlich auch eine virtuelle Austragung. Immerhin, in Soest war ich schon wiederholt aus beruflichen Gründen, kann mir also ungefähr vorstellen, wie wohl die Laufumgebung sein könnte. 
In Frage kommen für mich 5 oder 15 km, 10 km sind nicht im Angebot. Auch wenn das nur einen Tag nach dem Griesheimer Silvesterlauf sein würde - es reizt dennoch.
Ich melde mich ganz kurzentschlossen zu den 5 km an, muss ja nicht gerannt sein, ein leichtes Jahresendjoggen tuts auch. Sage ich mir mal so. 
Ob es an der "glatten" Startnummer liegt? Der Vorsatz leichten Laufens hält gerade 3 Schritte, dann schalten die Beine von selber auf Tempo. Ok, 5 km sollte das ja durchzuhalten gehen. Außerdem motivieren der Regen und die 3° zusätzlich, möglichst schnell wieder zu Hause zu sein.
Der erste Kilometer ist dann auch der schnellste mit 5:15, und dann zahle ich die Zinsen für den 10'er Lauf gestern und kann das Tempo nicht so hoch halten. Ich hetze durch unseren Ort, im leichten Slalom um Regenpfützen und freue mich, die notwendigen Straßenquerungen ohne Zeitverlust absolvieren zu können. 
Ab km 4 kleben die Füße fast am Boden fest und ich fühle mich blau wie meine Regenlaufjacke. Aber der Vorteil von 5 km ist, dass es eben nur 5 sind. Da quält man sich dann durch.
Am Ende stoppe ich 27:16. Ist ok. Gut, dass ich nicht die 15 km gewählt habe.
Und was war der überzeugende Grund? 
Die besondere "Corona"-Medaille. Als Abschluss eines ziemlich verrückten Laufjahrs, dem so gut wie alle Läufe geraubt wurden, auf die man sich gefreut hat. In dem dann jedoch plötzlich ganz neue Lauf-Varianten virtueller Art entstanden, die auch wiederum ihre Reize hatten. Wenn in 2021 jedoch wieder einmal normale Läufe möglich werden, wäre das trotzdem super.


In diesem Sinne wünsche ich allseits einen schönen Jahresausklang, einen guten Rutsch und ein glückliches und gesundes 2021! 
Es wird uns sicher noch dies und das abverlangen, obwohl wir es gern anders hätten. 
Aber wie sagt man im Rheinland so schön: "Et hät noch emmer jot jejange" (Es ist noch immer gut gegangen)