Dienstag, 6. Januar 2026

Schöne Bescherung

Das war ja eigentlich alles anders geplant mit den Weihnachtsferien...
Dass der Schnee uns vorenthalten wurde in den schweizer Bergen, nun ja, das kennen wir schon von den meisten vorangegangenen Weihnachtsfesten.
Immerhin war es knackig kalt.
Den Nebel, der uns dann einhüllte, hatten wir aber auch nicht bestellt. Auch wenn er mit der Kälte zusammen malerische Ansichten bot. Selbst Spinnweben bekamen fast mystische optische Wirkung.

Aber dann kam Heiligabend. Begann nett, mit einem kleinen Überraschungskonzert in Thun nach dem Adventskalenderprinzip: An 24 Abenden kann man hingehen und weiß nie, was einen erwartet. Letztes Mal ein wunderbares Konzert einer Sopranistin mit einer Pianistin. Diesmal Jazz, Keyboard und Saxofon.
Ja, man weiß nie, was einen erwartet...
Als wir zurückfuhren, war ich beim Aussteigen aus dem ungewohnten Auto unserer Freunde einen Moment unkonzentriert. Wahrscheinlich stützte ich mich am Türrahmen ab und schlug die Tür zu.
Dummerweise war aber der Daumen dazwischen. Tja, ein Gefühl als rolle ein LKW darüber. Es gelang mir, die Tür schnell wieder zu öffnen, aber der Schaden war natürlich passiert.
Der weitere Abend war durch die Notfallambulanz geprägt. Immerhin lief im Wartebereich Weihnachtsmusik ("Last Christmas" hat ab sofort für mich einen besonderen Erinnerungswert) und einzelne Schwestern trugen Christbaumkugeln als Ohranhänger. Es lief dort ruhig, entspannt und geordnet ab.


Beim Röntgen zeigte sich schnell, dass der obere Knochen des Daumens gebrochen ist. Das sonstige optische Erscheinungsbild möchte ich lieber nicht weiter beschreiben. Also wurde der sich bildende Bluterguss soweit möglich reduziert und eine Schiene angepasst. Medikamente wurden natürlich auch verordnet. Erfreulicherweise war alles in der Ambulanz vorrätig und wir mussten nicht noch eine Apotheke mit Notdienst suchen.

Nun besteht mein Tagesablauf aus lesen und TV schauen. Und soweit möglich, Dinge mit links erledigen. Was nur begrenzt gelingt. 
Nicht tun zu können, was man möchte, nervt ganz schön. Keine Handarbeiten, kein Zeichnen, Schreiben geht nur krakelig. Ich würde ja gern mal ein wenig laufen. Aber schneebedingt ist mir die Gefahr derzeit zu groß, zu stürzen und den Daumen erneut herauszufordern....😕
Also heißt es warten. Schöne Bescherung.

Da muss man sich ablenken. Immerhin, ein äußerst positives Erlebnis.
Kölner Philharmonie, Gastspiel der Neuen Philharmonie Westfalen: "The Sound of James Bond"


Wir erlebten einen phantastischen Sound des 60-köpfigen Orchesters. Da kommt kein noch so modernes Kino mit! Am Ende gab es Standing Ovations. Im April erklingt wieder Filmmusik dieses Orchesters in Köln, wir haben schon gebucht. 😁

(Fotos nur vorher/nachher erlaubt)

Dienstag, 23. Dezember 2025

Unweiße Weihnacht

Hier noch ein Abendbild des auch schon bei Tageslicht beeindruckend geschmückten Hauses aus dem letzten Post. In natura wirft es einen fast um, es müssen 1000e Lämpchen sein...

Gnädig täuscht es über das ziemlich unweihnachtliche Wetter hinweg.

Selbst im Berner Voralpenland fehlt die erhoffte weiße Pracht (außer ganz weit oben). 

Wir hatten uns zu einer Wanderung in kleiner Gruppe im eher flachen sog. Wasseramt, einer Region zwischen den Kantonen Bern und Solothurn angemeldet. Nun ja, geregnet hat es wenigstens nicht. Aber wir bewegten uns in einer endlosen Nebelsuppe und unser Wanderführer konnte uns nur hier und da erklären, welche Aussicht wir von welchem Punkt HÄTTEN genießen können. 😏😒Ich hatte mich in der Wahl meiner Kleidung ziemlich verhauen und die 0° bei nasskalter Luft unterschätzt. Für Laufen wäre es gut gewesen, man wird ja dabei warm, doch Wandern im Flachen hat in dieser Hinsicht einen geringeren Effekt. Da auch andere vor sich hin bibberten, half der Spruch vom geteilten Leid ein wenig über die ansonsten netten 16 km. Da sind geheizte/r Bus und Bahn zur Rückfahrt eine Wohltat!

Kurze Rast am Wegesrand

Im Gegensatz zu 2024 können wir also kein Lied der Weißen Weihnacht anstimmen. Aber "Über den Wolken" ist ja auch ganz nett, zumal, wenn man sich dort befinden darf!

Außerdem haben unsere Vermieter vor dem Hof ein ganz wunderbares Adventsfenster aufgebaut. Da kann doch aus einer vermeintlichen Unglückszahl nur ein guter Stern für das neue Jahr werden!


In diesem Sinne, habt alle frohe Feiertage und ein gesundes und glückliches 2026!
Man liest sich.

Montag, 15. Dezember 2025

Am Ende sogar Schnee

In diesem Jahr habe ich ziemliche Verspätung. Natürlich sollte ein Besuch bei der freilebenden Weihnachtstanne im Marienfeld unbedingt sein. Doch dann war erstmal immer was anderes. Schlechtwetter, Termine, und, ja ich muss es einräumen, auch akute Anfälle von Unlust standen der Unternehmung bislang entgegen. 

Aber der 3. Advent sollte ENDLICH genutzt werden, zumal Petrus Sonne vom Himmel schickte!

Ich war gespannt, was mich erwarten würde....



Und daaaaa hinten, glitzert es mir auch schon entgegen:



Wie schön, die Tradition lebt weiter!


Zum Vergleich, 2014:

Seit 11 Jahren verfolge ich nun das Gedeihen von Baum und Besuchsinteresse. Mir scheint, die früher zu nahe stehenden Birken wurden sogar entfernt, damit sich das Bäumchen besser entfalten kann. Und das dankt es wirklich mit stattlicher Größe. Über die Jahre war immer wieder anderer Schmuck an seinen Zweigen zu bewundern. Vor allem zu Corona-Zeiten waren sie sehr behangen. Immer wieder fanden sich auch persönliche Botschaften, die zu Herzen gingen.

Mal sehen, was aktuell so zu sehen ist:




Ah, Wiederholungs-Lieblingshund!



Zufrieden mache ich mich auf den Rückweg, nicht ohne noch einen länger geplanten Abstecher einzuschieben. Da war ein Zeitungsartikel im vergangenen Jahr, der ein ganz besonders weihnachtlich verziertes Haus würdigte. Mal schauen, auch wenn sich im vollen Sonnenlicht die volle Wirkung sicher nicht entfalten würde.

Immerhin, es wurde an nichts gespart. Inklusive Schlitten mit Weihnachtsmann für Selfies. Das Ensemble wird unbedingt nochmal im Dunkeln bewundert werden müssen!



Ich bin so geblendet von der ganzen Pracht, dass mir ein entscheidendes Detail erst kurz vorm Weiterlaufen auffällt.
Das weiße Zeugs da, das ist ECHTER SCHNEE! Und das im Rheinland, wo es seit Herbst noch keine einzige Flocke vom Himmel zur Erde geschafft hat.
Was für eine Bescherung!


Sonntag, 7. Dezember 2025

Bedburger Nikolauslauf 2025


Wie Doris es so nett beschrieben hat, gegen Jahresende fühlt sich das Jahr an, wie eine Achterbahn im Looping.  Alles muss schnell noch gehen. Dieses soll erledigt sein, jenes auch. Hier ein Treffen, da ein Termin. Besorgungen. Und eigentlich sollte es doch besinnlich zugehen...
Aber immerhin, es gibt so nette Traditionen, die man gern wahrnimmt. Dazu gehört für uns der Bedburger Nikolauslauf.  Zur 38. Auflage schaffen wir es wieder, dort teilzunehmen. Für 7 EUR werden geboten: Kein Stress durch Zeitnahme, kein Druck durch Ranglisten, familiäres Ambiente, Laufstrecken von 800m bis 8.800m nach Wahl. UND: Am Ende der superleckere Weckmann! Da ließen es sich 300 Sportbegeisterte nicht nehmen, zur Nahrungssicherstellung um den Kasterer See zu laufen oder zu walken.
Schon beim Fußweg zu Start/Ziel wird klar, hier sind muntere Menschen unterwegs zu einem lockeren Training im Kreise Gleichgesinnter.






15 Minuten vor Start sind wir bereit. Perfekt, so kommt man bei 10° nicht groß ins Frieren. Ich habe extra meine selbstgestrickte Adventslauf-Kombi (Mütze, Handschuhe, Stulpen) angelegt, Tradition ist Tradition. Eine ältere Dame versucht, völlig unauffällig die Mütze abzulichten. Aber nicht, dass mir nächstes Jahr da eine Kopie rumläuft!


Damit sich nicht alle gegenseitig auf den teils matschigen Wegen im Weg sind, wurde das Startfeld gestaffelt. Gute Vorgehensweise. Die 8.800'er starten als letzte, kommen nur kurz in Berührung mit den 4.400'ern. Die anderen sind schon fertig.Nach kurzer Begrüßung wird unser Feld dann auf die 4 Runden um den See geschickt. Wobei auch diese nicht verpflichtend sind. Wer mag, kann vorher aussteigen, die Nahrung wird auch dann herausgegeben.😉
Die erste Runde will ich mich auf nichts einlassen und mein Tempo laufen. Klappt ganz gut. Da es ja um nichts geht, bin ich tiefenentspannt wie sonst kaum bei Volksläufen. Ich kann deutlich öfter überholen, als selber überholt zu werden. Außer ein paar ganz schnelle Hirsche, die geben wirklich alles und sind schlammbespritzt bis zum Gluteus Maximus, bewegen sich weit überwiegend gemütliche Naturen auf der Strecke.
Auf den beiden letzten Runden ist es recht ruhig geworden, nur einzelne Läufer weiter vor oder hinter mir. Unspektakulär komme ich ins Ziel, wo Chris bereits wartet. Die Pfütze etwa auf seiner Höhe ist meine Start-/Ziel-Markierung. 55:23 für (polargemessene) 9 km sind nicht der Hit, aber adventlich in Ordnung.




Der Weckmann muss im Kofferraum transportiert werden, sonst wäre er schon reduziert daheim angekommen, soooooo lecker ist der! Und ich wollte doch unbedingt mal messen. 37 cm - nicht von schlechten Eltern, nein, von einem sauguten Bäcker!


Eine andere Adventstradition hatten wir schon am Freitag erfüllt: Hofweihnacht auf Schloss Türnich. Punkt 16 Uhr zu Eröffnung sind wir dort, schon längst strömen die Besucher, der erste Reisebus fährt vor. Aber wenn man diesen Markt halbwegs erträglich besuchen will, ist das der beste Tag. Wunderschönes Ambiente. Und wenn man es nicht besser weiß, sieht das Schloss ultimativ stimmungsvoll aus. Leider ist es unbewohnbar und innen voller Stützbalken wie ein Bergwerk, Tagebauschäden.




Alphornklänge in der Schlossscheune

Der Traditionen noch nicht genug, der erste Stollen hat auch schon den Backofen verlassen. Weitere werden noch folgen. Und das Rezept für die Weihnachtsmarmelade des letzten Jahres habe ich noch nicht wieder gefunden, das muss auch noch werden!


Freitag, 28. November 2025

Zwiebeln, schwimmen und Weidedraht

Aus guten Gründen ergab sich der freudige Anlass zu einem verlängerten Wochenende im Berner Oberland.
Erstens, aber nicht planbar, es gab Schnee! Zumindest bei unserer Ankunft. Und dazu nachts -13°.

Bestes Wetter also zum Schwimmen in der Aare in Bern! Oder, um der Wahrheit den Vorzug zu geben, um anderen dabei zuzusehen. 😉 Die liebe Doris hatte sich dieses Event vorgenommen, also boten wir natürlich gern unsere Hilfsdienste an. 

Die Wassertemperatur war sichtbar, erste Eisplatten im stehenden Wasserbereich beim Ufer:

Laut offizieller Messung am Marzili-Freibad soll die Aare 8° bieten. Was eine gute Hundertschaft Schwimmwilliger nicht zu vergrausen mochte. An der ohnehin einmaligen Ausweichschwimmstelle (die übliche Strecke ist von einer Baustelle belegt) musste die geplante Distanz zudem noch auf 100 gekürzt werden, der Wasserstand sei zu niedrig.

Hier Start (hinteres Gebäude) und Ziel (vorderes Gebäude) im Überblick:


Die Garderoben lagen auf der anderen Flusseite, sodass noch ein kleiner Spaziergang hinzukam. 
Wir überlegten im Vorfeld, wie man das wohl bewerkstelligt. Sicher doch warm angezogen, vor allem für den Rückweg. Und statt Badeanzug ganz bestimmt Neopren.
Als ich die blanke Wahrheit sah, wurde mir gleich noch kälter, und das trotz warmem Wollpulli zuzüglich Skiunterwäsche! Die erste Schwimmgruppe, 4 junge Burschen, marschierte gleich völlig schwimmbereit, also nur im Höschen zum Start. Und ob ein Sixpack wärmende Eigenschaften hat...?. Ansonsten war doch überwiegend leichte Überkleidung, Badetücher und -mäntel, angesagt.


hinten Start, vorne Ziel
So machten sich also strikt nach Zeitplan kleine Grüppchen auf den Weg, konnten jeweils ohne große Verzögerung ins Wasser. Am Ziel standen Rettungsschwimmer und Taucher bereit, man war für alle Notfälle gewappnet. Dazu spielte eine Guggenmusik und es war eine locker Stimmung unter Tätern und Zuschauern.




Gleich am nächsten Morgen das zweite Highlight des Wochenendes, der Berner Zibbelemärit. Da man gut daran tut, selbigen frühmorgens um 6 Uhr zu besuchen (Menschenmenge und konsumierte Alkoholmenge erfahren mit jeder weiteren Stunde Steigerungen), klingelte der Wecker um 4:30 Uhr.
Aber egal, es war schön, wieder einmal an den Ständen mit ihrem bunten Angebot entlangzubummeln, auch wenn der Regen ziemlich nervig war.




Statt wie Doris anschließend heimzufahren, konnten wir noch 2 Tage  Schweiz dranhängen. Und ich wollte doch mindestens einmal meine lokale "Hausrunde" drehen. Da der Schnee zwischenzeitlich fast weg war ...


... sollte auch keine Unfallgefahr bestehen. 
Denkste.
Auf einem schneefreien geschotterten Feldweg lernte ich dazu. Auf dem dunklen Untergrund nahm ich im letzten Moment alten rostigen Weidedraht wahr. Zu spät zum anhalten.  Da der Draht an einem Ende noch an einem Feldpfosten befestigt war, verlangsamte er meine Vorwärtsbewegung schlagartig auf null und ich ging unsanft längs zu Boden. Nicht schon wieder, mein erster Gedanke. Kurzer Check, Beine ok, Arme ok, Dreck an der Kleidung, nur etwas Blut an der lädierten Oberlippe. Leider lag kein Hof in der Nähe, dem ich diese Weide hätte zuordnen können. Mein Adrenalin hätte zu einem netten Gespräch mit dem Bauern geführt... 😡 
Gegen Abend entwickelte dann der Ellenbogen Schmerz, der Gottseidank während der Heimfahrt schon wieder abnahm. War wohl mal ein Schutzengel dabei.

Zur Heimfahrt zeigte uns Petrus, bzw. Frau Holle, was theoretisch zu Weihnachten möglich wäre. Wobei man sagen muss, dass beide in den letzten Jahren in dieser Hinsicht arg geschwächelt haben. 
Nun schaun mer mal, was sie 2025 so zustande bringen werden.