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Sonntag, 4. Mai 2025

Der Hack mit der Clownsnase

Nach dem wunderbaren Goethe.Kultur.Lauf hatten wir Gottseidank noch weitere zwei Tage Freizeit in Weimar, die wir für Museumsbesuche, Bummelei und Kaffeeklatsch nutzten. Herrlich war's, doch leider, längst hat uns der Alltag wieder.

Und wie so oft nach Laufevents, hänge ich in Gedanken noch weiter am Ort des Geschehens, diesmal in Thüringen. Zudem dezent "garniert" mit dem selbst verursachten Ärger um den an der Ilm verlorenen Kameradeckel von Wilson. Da selbiger  schon älteren Datums ist, ist ein Ersatzdeckel selbstredend nicht mehr erhältlich. Aber die empfindliche Linse braucht auf alle Fälle einen Schutz.


Nach ein wenig Laufpause drängte es mich am Maifeiertag auf die Laufpiste. Klar waren die Beine noch müde, hinzu kamen "prächtige" 27°, nach 9 km war ich platt.
Heute sollten es 15 km werden, bei nun nur noch 11° sicher leichter. Ich nutze den Lauf zur Ideensuche zum Wilson-Problem. 
Komisch, mir kommt in den Sinn, dass sich seit gut 1,5 Jahren laufen und denken bei mir anders verbinden. Früher tat es einfach gut, sich nach einem langen, stressigen Bürotag von der Last freizulaufen, die Gedanken zu sortieren, einen kleinen geistigen Reset durchzuführen. Oft war nach dem Lauf der Kopf klar und die Hirnwindungen freigepustet. Manches war wie von selbst in den Hintergrund gerückt, anderes klarer und Wichtiges von Unwichtigem getrennt.
Dieses Erleben habe ich so nicht mehr. Ich kann einfach losrennen, muss keinen Druck abbauen, kann die Gedanken sich stressfrei entwickeln lassen.

Und so dreht sich mein Denken diesmal um den verlorenen Deckel. Klar, ich könnte sofort nochmal nach Weimar und besser suchen. Die Stelle weiß ich ungefähr noch. Zeit hätte ich vielleicht, aber das wäre dann doch etwas umständlich.
Da kommt mir die in Köln zu bestimmten Anlässen getragene rote Clownsnase in den Sinn. Ohnehin dachte ich schön öfter an dieses Accessoire, nämlich immer bei Läufen mit kaltem Wind, wenn die Nase zu erfrieren droht. Da wünscht man sich so ein plüschiges wärmendes Etwas im Gesicht - wenn es nur nicht so, ähm, schräg aussehen würde. 
Wäre das nicht ein Lösungsansatz...?
Im Geiste entwickle ich ein Denkmodell und daraus eine Konstruktion.  Bei meinem Tempo bieten 15 km reichlich Zeit dafür 😉.
Am Ende steht die Lösung. Flugs werden Garn und Häkelnadel gegriffen und -heureka!- der Ski-verunfallte Daumen macht mit (er ist noch immer nicht mit allen Aktivitäten einverstanden).


Damit die Linse auch wirklich geschützt ist, ist der "Deckel" von innen noch mit einem weichen Stück  eines Brillenreinigungstuchs ausgelegt. Mal sehen, wie sich die rote Linsennase bewährt. Sollte auch sie sich zu eigenständigen Unternehmungen neigen, habe ich schon eine Idee, einen zusätzlichen Befestigungsstreifen anzusetzen (leider hat Wilson keine eingebaute Öse, um eine Sicherungsschlaufe anzubringen).

Ich denke, diese Lösung lässt sich nun erproben. Schaun mer mal.

Sonntag, 27. Oktober 2024

Passformen

Manchmal passt das Wetter perfekt. Für Familienbesuch bot das Rheinland einen goldenen Oktober mit *. Kaffeetrinken draußen möglich, wunderbar.

Und wie bestellt wurde es heute läuferfreundlich herbstlich-kühler. 😊


Also kann ich gleich meine neue Laufjacke ausprobieren, die mir einfach so zufiel.


Lustiges Detail: Große Lüftungsöffnung hinten

Nun ja, es gehört eine Vorgeschichte dazu. Vor ca. 4 - 5 Jahren kaufte ich mir diese Jacke:


Im Prinzip tut sie bis heute gute Dienste. Gute Passform, Materialeigenschaften auch nach vielen Wäschen bis heute perfekt. Außer...  Schon 2021 berichtete ich hier von dieser Jacke, dass leider der Kleber der Reflektionsstreifen auf dem Rücken nachließ und ich diese sinnvollen Details nachnähen musste. 
Nun ein zweiter Zwischenfall. Ich stecke vorm Laufstart meine Kamera in die Seitentasche - und prompt knallt sie auf den Fliesenboden. Herrschaftszeiten, bin ich denn nicht mehr in der Lage, etwas in meine Tasche zu stecken?! Nähere Untersuchung zeigte, ich bin dazu sehr wohl in der Lage. Allerdings war diese Tasche innen nicht genäht sondern nur geklebt, und der Kleber hat sich nun auch dort verabschiedet.😡
Darf doch wohl nicht wahr sein! Da kann man unterwegs ja auch mal locker Schlüssel oder anderes verlieren...


Ok, juristisch betrachtet ist das gute Stück längst aus der Gewährleistung. Aber bei einer teureren Marke sollte so etwas nicht passieren. Ich entschließe mich, beim Hersteller einmal den Fall zu schildern und höflich anzufragen, welche Qualität denn man bei ihm erwarten darf und wie man zu meiner Erfahrung steht.
Schnell bekomme ich eine freundliche Mail, mit Entschuldigung. Aus Kulanz bietet man mir eine neue Jacke an. Da meine nicht mehr im Programm ist, darf ich aus 3 Vorschlägen eine aussuchen.
Ich entscheide mich für das oben gezeigte Modell. 
Bei 16° ist sie leicht zu warm. Wird aber unter 15° gute Dienste leisten. Passform, Material und funktionale Details überzeugen. UND: Die Taschen sind rundum genäht. 😁
Als nette Dreingabe schickt man mir auch noch eine Wander-/Outdoorhose mit. Allerdings passen mir die Odlo-Modelle allesamt nicht, hatte ich schon ausprobiert. Flugs ist der nähsportliche Ehrgeiz erwacht, mit wenigen Änderungen sollte das Teil für mich tragbar werden. 

Sonntag, 26. März 2023

Pimp your Schlauchschal

Zum Ausrüstungsstandard der allermeisten Läuferinnen und Läufer gehören sicherlich Schlauchschals. Entweder als It-Pieces der Designermarken, oder als Souvenirs von Läufen oder Orten. Dazu gibt es dann diverse Anleitung, wie man das Teil am Kopf drapieren kann, zum Beispiel diese hier: Link

Sicher habt ihr auch eure Favoriten. Ein paar weitere Möglichkeiten habe ich aber zusätzlich noch gefunden.

Will man sein Tuch als Stirnband tragen, muss man es doppelt oder dreifach legen, damit es schmaler wird. Dann liegt es aber auch entsprechend dick in zwei oder gar 3 Lagen am Kopf, ist mir vor allem im Sommer zu warm. Der einfachste DIY-Hack ist es dann, eine Schere zu nehmen und das Tuch zu halbieren:


Ergebnis ist ein dünnes, weil nur einlagiges Tuch.


Keine Angst, man muss keinen Saum nähen, es franst nichts aus, wie dieses Exemplar zeigt, das ich seit Jahren nutze und in der Maschine wasche. Wichtig: Nur halbieren. Wenn man das Tuch etwa drittelt, verliert es an Spannkraft und hält nicht mehr gut am Kopf.


Eine weitere Nutzung ist, es einfach als Halstuch zu tragen. Doch gerade, wenn es dort wärmen soll, sitzt es zu locker, schlackert herum und die Kälte kommt doch an die Haut.


Einfaches Mittel: Den Schlauch auf links wenden und eine Naht, wie im Bild zu sehen, setzen. Dazu misst man den Kopfumfang (das Teil soll ja noch über den Kopf zu streifen gehen), überträgt dieses Maß auf das Ende des Schlauchschals und markiert den Punkt, ab dem zuviel Stoff vorhanden wäre. Von dort schräg nach außen nähen, so dass man etwa zur Hälfte des Schlauchschals dann den Außenrand erreicht. Nicht länger als bis zur Hälfte, kürzer ginge hingegen. Das sich so ergebende Dreieck kann man so lassen, es legt sich beim Tragen am Hals an.
Wer keine Maschine hat, kann die Naht auch von Hand setzen. Egal, ob die Stiche unregelmäßig sind, sie verschwinden sowieso nachher in den Falten. 
Tuch wieder auf rechts drehen, schmales Ende ist oben, fertig.


Danach liegt es optimal an. Die Strategie mit dem abgenähten Dreieck hilft, dass das Tuch nach unten weit bleibt und Richtung Schultern/Nacken gut anliegt. Würde man den ganzen Schlauch auf Kopfweite schmaler nähen, schiebt es sich eher weg vom Nacken nach oben zum schmaleren Hals.
Wegen des nun engeren Endes lassen sich zwar nicht mehr alle Falt- und Wickelvarianten anwenden, dafür hat man einen erstklassigen Hals-Schlauch.


Es gibt noch einen zweiten Weg auf den ich kürzlich kam, als ich mir einen Schlauchschal in der Schweiz kaufte, der witzigerweise den Lageplan der Bergbahnen rund um Grindelwald zeigt.
Dieses Exemplar hat gesäumte Enden, warum auch immer....


Aber da könnte man ja den Tunnel nutzen, der sich so ergibt..... 
Vorsichtig 2 kleine Löcher von außen (wichtig: Innenseite nicht mit erwischen) reinschneiden, Gummizug durchziehen, einen Bandstopper draufsetzen und den Gummizug zum Kreis verknoten.


Legt man dann den Schal um den Hals, kann man mithilfe des Stoppers genau die gewünschte Weite fixieren.


Natürlich kann man solch einen Saumtunnel auch an ungesäumten Schlauchschals selber herstellen. Einfach ein Ende 2 cm umklappen und rundherum festnähen.

Dieser Gummizug löst auch ein anderes Problem.
Manche Schlauchschals haben eine Richtung, ein "oben" und ein "unten", wie dieser hier:


Wählt man dann die Tragevariante Mütze (Also Schlauch auf links drehen, das eine Ende gegen das andre um 90° verdrehen, so dass sich eine Art Nudel "Farfalle" ergibt, und dann ein Ende über das andere stülpen. Ergibt eine zweilagige Mütze), steht die Schrift auf dem Kopf.
Mal ehrlich, wie unmöglich sieht das denn aus!


Die Berge stehen Kopf...
Auch hier schafft der Gummizug Abhilfe.
Man zieht ihn ganz eng zusammen:


Die sich ergebende Gummischlaufe kann man durch eine unvermeidlich kleine Restöffnung nach innen stecken:


Dann wird das untere Ende einfach nach innen geschlagen. Je mehr man umschlägt, umso knapper sitzt die Mütze. Legt man weniger um, bleibt oben am Kopf ein Zipfel und die Mütze ist dann oben auch nur einlagig, also kühler.




Vielleicht hat der eine oder die andere auch Spaß an diesen Variationen?

Gelaufen bin ich auch. Den langen Lauf der Woche habe ich wegen des für Sonntag angesagten Übelst-Wetters auf Samstag vorgezogen.
Es bietet sich die Gelegenheit, die nun fertig gestellte Ente auf einem Spielplatz am Weg näher anzusehen. Innendrin ist sie recht speziell gestaltet:


Enteninnenleben

In Bergheim kurzer Blick auf den Verkehrsübungsplatz meiner Kindheit. Inzwischen wurde er von Unkraut und Wucherzeugs befreit. Man erkennt noch die kleinen Kreuzungen, Parktaschen, Kurven, Kreisverkehr, auf denen wir im Grundschulalter mit Rad oder Kettcar (hätte ich soooo gerne gehabt!) fleißig übten. Man machte sogar Prüfungen und durfte dann stolz ein Abzeichen am Rad anbringen.
Wie lernen eigentlich die Kinder von heute die Verkehrsregeln? App? Virtual Reality? Oder gar nicht, weil das Elterntaxi sie chauffiert...?



Vom Wahrzeichen Bergheims ...


... weiter zu meinem Heimatdorf mit dem markanten Wasserschloss. Heute ist keine Parkrunde möglich, es findet ein Frühlingsmarkt im Areal statt.


Am Rand des Schlossparks ein putziges "etwas". Im Original irgendein Häuschen der öffentlichen Infrastruktur, aber witzig bemalt. In meinen Augen auf alle Fälle schöner als mit Graffiti verunstaltet.


Gleich gegenüber ein altes Hoftor. Früher hätte man das als Durcheinander betrachtet. Gehweg und Hauswand müssen sauber bleiben, was sollen die Nachbarn denken! Wie schön, dass sich manche Ansichten weiter entwickeln. Mir gefällts. "Saubere" Häuser gibts auch noch genug.


Ich laufe bei 11° und sehr stürmischem Westwind. Die gewählte Nord-Süd-retour-Strecke passt dazu noch am besten. Der angekündigte Regen bleibt zunächst aus.
Doch bei meinen letzten 1,5 km kommt das dicke Ende. Nicht nur das von einem doch eher zähen Lauf über knapp 24 km, sondern auch das Ende des laufkompatiblen Wetters.
Eine dunkelblaue Wand wird herangetrieben und dann öffnet der Himmel seine Pforten. In meinem Wohnviertel fließt das Wasser in kleinen Bächen über Straßen und Gehwege. Eine alte Frau hat sich mit ihrem Rollator unter ein Hausvordach geflüchtet, eine Gassigängerin sucht mit ihrem Bobtail unter einem Garagendach Schutz. Ansonsten ist das Viertel leergefegt.
Ok, da ist dann der Vorwaschgang für mich auch schon erledigt.😁

Mittwoch, 3. August 2022

Der Haken am Handgelenk

Wer kennt gerade im Sommer nicht das (Läufer-)Problem des "Wohin mit dem Schlüssel"? Leichte Sommersachen haben vielfach kein Täschlein dafür. Die heimische Fußmatte ist keine Option. Da ich bereits einen Schlüssel bei einem Lauf verloren habe, grübelte ich schon länger über eine sichere und zugleich einfache Lösung. Gern in bewährter DIY-Manier. Im Zuge langer Läufe reifte dann ein Konzept...

Aus einem Rest Finishershirt entsteht eine Art Mini-Schlauchschal, dreifach gefaltet. Eine Hälfte zugenäht und mit Gummiband zwecks Halt am Handgelenk und einem Minikarabiner (von einem Veranstaltungs-Lanyard) versehen. Die andere Hälfte bleibt offen, sie legt sich automatisch in die gewünschte Faltung, in der dann der Schlüssel am Haken verschwindet. Etwas fummelig in der Herstellung, aber zweckmäßig.

Trara, der Prototyp ist fertig:




Auf zum Praxistest!

Sonntag, 12. Juni 2022

Projekte verschiedener Art

Ein paar Tage Laufpause tun gut. Aber es macht auch Spaß, dann langsam wieder einzusteigen. Meine Standard-Höhenmeterstrecke (100 HM auf 1 km) rief mir vorgestern ein breites Grinsen ins Gesicht. Klappt!




Heute wollte ich sehen, wie es eigentlich am künstlichen Teich aussieht. Passt schön zu einer 12-km-Runde. Vergleichsfoto zu 2017:

März 2017

Juni 2022

Hat sich was getan! Die Aussichtpunkte sind allerdings schwerer erreichbar. Nächstes Mal packe ich die Machete ein.

März 2017
Juni 2022

Die schön bewachsene Fläche hat leider einen strategischen Nachteil für den Beobachter. Wo man früher den ganzen Teich überblicken konnte, sind nur noch kleine Ausschnitte sichtbar. Aber ist ja gut so zum Wohl der Tiere. Mehr als 2 Enten, ein Blesshuhn und einen Schwan bekomme ich nicht zu sehen.


Ansonsten habe ich die letzten Tage genutzt, eine Marotte zu pflegen. Ich hatte ja leider beim Marathon Via Belgica kein Finishershirt mehr bestellen können, das Kontingent war arg knapp bemessen. Da ich ansonsten zu jedem Marathon ein solches Shirt zu sammeln pflege, war das eine herbe Enttäuschung. Was also tun? Als mein Blick auf die spezielle Farbgebung der Veranstalterunterlagen fiel, kam mir die Idee zu einem kleinen Projekt...





Nun habe ich doch mein textiles Souvenir! Tragen sich wunderbar weich. Genau richtig für jemanden, der auch im Sommer im Haus immer kalte Füße hat 😊

Die Zeit reichte auch für 2 Näh-Projekte. Seit dem Halbmarathon in Bütgenbach bereichern 2 Veranstaltershirts unseren Haushalt. Chris trat seins großzügig ab. Klar, was da passieren würde...






Shirt 1

Shirt 1

Die ärmellose Variante stellte mich beim Tragen schon sehr zufrieden. Auch die letztes Jahr erfolgte nähtechnische Komplettierung meiner Ausrüstung zeigte Qualitäten und machte die Änderung sehr viel leichter als nur mit einer normalen Haushaltsmaschine. 

Daher wurde ich mutiger und wagte mich an eine noch sommerlichere Variante.

Shirt 2
Meine fertig gekauften Schulterfrei-Shirts sind eher lang und am Körper anliegend. Sie schieben sich dann beim Laufen in Falten zusammen, was nervt und Wärme staut. Also habe ich das zu ändernde Shirt kurz und locker sitzend gestaltet. Das war genau die richtige Entscheidung. Die Luft kann zwischen Haut und Shirt zirkulieren. Heute gab mir der Wind damit beste Kühlung. Und weiß ist eigentlich auch die beste Farbe bei Sonnenschein.

Die nächsten Projekte liegen schon auf meinem Nähtisch...