Im Moment experimentiere ich mit Trainingsplänen, die der Rhein-Ruhr-Marathon Duisburg zur Verfügung stellt: Link (Scrollen bis zu "Trainingspläne"). Mir gefällt, dass man dort eine Excel-Tabelle downloaden kann, die durch Eingabe des geplanten Lauftermins einen Trainingsplan mit Kalenderfunktion erstellt. Sehr komfortabel. Aber auch für mich fordernde km-Vorgaben. Dumm zudem, dass ich die ersten beiden Wochen aus Reisegründen nicht komplett umsetzen konnte. So mussten die beiden ersten langen Läufe auf den Montag verschoben werden. Aber nun soll es dann auch plangemäß weitergehen. Da es damit jedenfalls auf dem Papier zu einer Woche mit zwei langen Läufen und zu vielen Wochen-km kommt, muss eine Lösung her. Ich entschließe mich, den Sonntagslauf anzugehen, aber ohne km-Steigerung (wären 22), sondern nur in Wiederholung der zuletzt gelaufenen Montagsdistanz (18 km).
Ich plane eine Strecke, die zunächst noch ein wenig sonnenbeschienen ist, und später Waldoptionen bietet, wenn die Temperatur steigen wird. Aber wie das so ist mit Plänen...
Im Nachbarortsteil entscheide ich spontan um. Da gibt es doch einen Trödelladen, da kann man ja mal einen Blick ins Schaufenster werfen! Und da ich dann schon abtrünnig geworden bin, kann ich ja gleich dieser Straße weiter folgen und einen Abstecher zum Marienfeld einschieben. Aber wie das so ist mit Plänen...
Ich verpasse die richtige Abzweigung. Ok, dann laufe ich eben auf einem Feldweg weiter, der mich zu einer Landstraße und auf einer Brücke zum nord-östlichen Zipfel des Marienfelds führen wird. Nein, sollte. Denn irgendwie sieht der Feldweg so anders aus, so zwischen Bäumen verlaufend... Plötzlich realisiere ich, dass ich einmal mehr eine neue Strecke gefunden habe, denn ich stehe vor einer Fußgängerbrücke, die über die A4 und auch zum dahinterliegenden Marienfeld führt.
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| Dienstweg? War da mal einer? |
Dahinter kann ich Kopfkratzen trainieren. Ich stehe im Wald, der das ehemalige Tagebaugelände umgibt. Doch hier gibt es keine Beschilderung, also Navigation nach Himmelrichtung. Ich entscheide mich für einen radlerfreien, schmaleren Weg. Wunderbar schattig. Fühlt sich an, wie Eintauchen in einen kühlen Bergsee.
Nach einem Kilometer spuckt mich der Wald aus, ab in die Sonne, die noch erträglich ist, sofern ich eine Brise Gegenwind erwische.
Grob weiß ich, wo ich bin, aber da das Areal durch einzelne Waldstreifen geteilt wird, bleibt meine Navigation unpräzise. Hier muss doch dieser nette kleine Vereinsweinhang irgendwo sein? Ich finde ihn nicht, kann nur später daheim erkennen, wo ich hätte abbiegen müssen.
Stattdessen finde ich mich am Boisdorfer See wieder. Na und da weiß ich aber, wo ich nun hinlaufe! Hier steht doch mein Weihnachtsfreund (Z.B. dieser Link)! Gut getarnt, und weiter gewachsen steht er im dichten Grün des Waldes (leicht rechts von der Bildmitte):
Ja und was sehe ich denn da? Ostereier hängen im Geäst:
Ich komme mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch, die sich als adventliche Baumschmücker outen. Sie berichten, dass inzwischen auch Ostern ein Deko-Termin geworden ist. Ok, das muss ich nächstes Jahr auch mal ansehen kommen!
Inzwischen habe ich 10 km hinter mich gebracht. Es wird unangenehm warm, meinen kleinen Wasservorrat habe ich auch fast ausgetrunken. Ich fühle mich ein wenig ausgedörrt wie dieser Baum.
Aber meine Pacevorgabe ist sehr erträglich. Wenn ich mein gemütliches Zockeltempo laufe, könnte ich immer noch pro km eine Minute Pause machen. Außerdem ist ja Sinn der langen Läufe, den Körper an längere Anstrengung zu gewöhnen und nicht, die km schnell abzuspulen. Also streue ich Gehpausen ein und wähle leicht schattigere Passagen für den Rückweg. So kann ich auch ein nettes Stillleben am Wegesrand würdigen (Im Eimer steht frischer Salbei, gratis zum Mitnehmen). Zudem finde ich fast auffallend, wie grün Ende Juli alles noch ist. Auch die Erft führt sehr viel Wasser für den Sommer.
Auch für Reiter scheint es nicht immer planmäßig zu laufen. Der Einstieg in einen Reitweg wird versagt (rot-weißes Schild vorn), 15 m weiter wäre reiten dort erlaubt (blaues Schild weiter hinten). Aber wie hinkommen?
Die letzten 5 km werden anstrengend, kein Schatten mehr.😓 Ich werfe den Autopilot an und versuche mich mit verschiedenen Gedankengängen zu diesem & jenem abzulenken. Doch abkürzen ist nicht, die 18 km absolviere ich, danach allerdings ist das Sofa mein Freund! 😁